Testurteil: "7 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: El Paso
Zitat: El Paso ist ein Familienspiel - dafür steht schon alleine der Name Zoch. Hier klaut keiner dem anderen was, nur die Sheriffs sind die, die einem schaden können. Wer zu lange wartet, ist bekanntlich selber Schuld und kann keinem anderen selbige geben. Wer El Paso spielt, darf keinen taktischen Leckerbissen erwarten. Das Spiel ist schon allein wegen der Würfel stark glücksabhängig. Aber gerade die Art und Weise, wie das Würfelergebnis Einfluss auf das Spielgeschehen nimmt, ist sehr gut austariert und bringt sehr viel Spaß. Immer wieder steht der Spieler vor der Qual der Wahl. Hier ein Ausschnitt aus einer Spielrunde am Sonntag Nachmittag: „Plündere ich weiter? Mann, schon vier Sheriffsterne, ich glaube ich kratz lieber die Kurve und nehme mit, was ich habe.“ - „Wow, der Stapel bei den Rinderweiden ist noch ziemlich hoch, soll ich es versuchen? Hoffentlich kommt jetzt ein Brandzeichen.“ El Paso lebt aber auch von den Mitspielern, die sich auf Zocken und Bluffen einlassen können. Da muss man manchmal schon fast hellseherische Fähigkeiten haben, um die Entscheidung für eine bestimmte Farbe zu treffen. Wer hierbei den niedrigeren Wert hat, kann dann auch schon mal leer ausgehen. Und das ist zusätzlich ärgerlich, zumal die großen Werte der Beuteplättchen ja ganz unten liegen. Da ist es manchmal äußerst hilfreich, wenn man sich merken kann, von welchem Nachziehstapel der Raubzugkarten sich die Mitspieler bedient haben. Das Spiel funktioniert mit jeder Spielanzahl, ist spannend und flott gespielt. Lediglich die manchmal etwas zeitraubende Vorbereitung der nächsten Stadt könnte Anlass zur Beanstandung sein, doch auch das wird nach mehrmaliger Durchführung zur Routine. Unrealistisch ist allerdings die riesige Entfernung der Städte. Insgesamt über 3300! Meilen müssten die Cowboys gemäß GoogleEarth auf ihren Raubzügen durch den Westen Amerikas in der Wirklichkeit zurücklegen – und das finde ich nun wirklich übertrieben ;-)