Bekanntermaßen kann ein ernsthaft betriebenes Hobby kostspielig sein. Fotografieren gehört in diese Kategorie. Eine hochqualitative Kameraausrüstung ist eine Investition. Sachgemäße Aufbewahrung und hinreichender Schutz beim Transport sind unerlässlich. Hierfür gibt es Kamerakoffer. Beliebte Hersteller sind Rimowa, B&W, Vanguard, Mantona und Walimex.
Was ist ein Kamerakoffer?
Die übergreifend gültige Definition für Kamerakoffer gibt es nicht. Vielfach ist auch von Fotokoffern oder bei Ausstattung mit Rollen von Foto-Trolleys die Rede. Am ehesten kann man einen Kamerakoffer als hartschalige Aufbewahrungs- und Transportmöglichkeit für Fotoausrüstungen beschreiben, die dem Schutz von Objektiven, Kamera und Fotozubehör vor äußeren Einflüssen dient.
Wo setzt man Kamerakoffer ein?
Einsatzgebiete für Kamerakoffer sind vielfältig und finden sich überwiegend im professionellen und semiprofessionellen Bereich. Sie reichen von Reise-, Landschafts- und Tierfotografie bis zu Werbe- und Hochzeitsfotografie sowie Fotografie im wissenschaftlichen Bereich. Die Gemeinsamkeit all dieser unterschiedlichen Anwendungsbereiche besteht im Erfordernis der sicheren und geschützten Aufnahme sowie dem Transport des hochwertigen Fotoequipments.
Schutz bezieht sich dabei in erster Linie auf das Abschirmen gegen mechanische Einflüsse, wie Schlag und Stoß, sowie gegen Witterungseinflüsse, wie Temperatur, Feuchtigkeit und Staub. Das Verhindern von ungewünschtem Fremdzugriff kann je nach Einsatz ebenfalls sinnvoll sein.
Welche Kriterien spielen beim Kauf eines Kamerakoffers eine Rolle?
Für einen komfortablen Transport spielen primär Dimension und Gewicht des Fotokoffers eine Rolle. Handelt es sich um eine umfangreichere, schwere Ausrüstung, bieten sich ein Foto-Trolley mit Rollen und teleskopierbarem Griff an. Bereits Fotokoffer mit Kunststoffschale bieten in der Mehrzahl der Fälle einen hinreichenden Schutz gegen mechanische Einwirkung. Kunststoff hat zudem den Vorteil, leichter als Metall zu sein. Dies nimmt Einfluss auf das Gesamtgewicht des Fotokoffers und kann ein Vorteil beim Transport sein.
Ein gepolsterter Koffereinsatz, zum Beispiel aus Schaumstoff, sorgt für sicheren Halt der Fotoausrüstung im Inneren des Fotokoffers. Ideal ist es, wenn dieser eine variable Facheinteilung erlaubt. Bei hochwertigen Modellen ist der Koffereinsatz entnehmbar und kann abgewaschen werden. Zusätzliche Fächer für Batterien oder Speicherkarten erleichtern den Zugriff. Mehr als eine Aufbewahrungsebene verbessert die Übersichtlichkeit im Kofferinneren. Der Koffereinsatz, mindestens aus Schaumstoff, sollte Teil des Lieferumfangs sein.
Soll der Kamerakoffer in tropischen und subtropischen Klimazonen zum Einsatz kommen, ist es sinnvoll, ein wasserdichtes Modell zu wählen. Gradmesser hierfür ist der IP-Code oder International Protection Code. Dieser wird mit einer zweistelligen Zahl angegeben, wobei die zweite Ziffer den Grad des Schutzes gegen eindringendes Wasser angibt. Je höher dieser Wert ist, umso besser ist der Koffereinhalt geschützt. Ein Wert von 4 ist Kennzeichen für den Schutz gegen Spritzwasser. Ab einem Wert von 8 bleibt der Kofferinhalt auch bei dauerhaftem Untertauchen des Koffers vor eindringendem Wasser geschützt; er ist wasserdicht. Die Staubdichtheit des Kamerakoffers ist generell von Vorteil. Bei Nutzung in Wüstenregionen sollte diese Eigenschaft in jedem Falle gegeben sein. Hier ist die erste Ziffer des IP-Codes der entscheidende Indikator. Bei einem Wert von 6 dringt kein Staub in das Kofferinnere ein; der Koffer ist staubdicht.
Für den Einsatz im alpinen und hochalpinen Bereich oder für Vielflieger eignen sich Fotokoffer, die über ein Luftdruckausgleichsventil verfügen. Der Gebrauch unter extremen Witterungsbedingungen erfordert eine hinreichende Temperaturstabilität des Koffermaterials. Hochwertige Modelle halten Temperaturbereichen von Minus 40 bis Plus 80 Grad Celsius stand. Durch Stahl verstärkte Schlossbügel verhindern den ungewollten Zugriff auf den Kofferinhalt. Idealerweise sind diese abschließbar. Schloss und Schlüssel sollten nicht zu filigran ausgeführt sein. Ein im Schloss verbliebener abgebrochener Teil des Schlüssels ist wenig erfreulich.
Fazit
Die Vielfalt der am Markt angebotenen Kamerakoffer ist groß und der Vergleich ist nicht immer einfach. Vor der Kaufentscheidung sollte in jedem Fall die Frage nach dem künftigen Einsatzbereich stehen. Hieraus lässt sich ableiten, ob das Modell der Wahl wasserdicht sein muss, ob ein Koffereinsatz aus herkömmlichen Schaumstoff oder hochwertigen Gewebestrukturen bestehen sollte oder ob eine Ausstattung mit Rollen und teleskopierbarem Griff erforderlich ist. Wesentlich ist, dass das gewählte Modell den jeweiligen Anforderungen vollumfänglich genügt und der Gebrauch Freude bereitet.










































