Ein Aufprall mit dem Kopf auf dem Boden kann bekanntlich zu schweren Verletzungen führen, weshalb Motorradfahrer schon seit Jahrzehnten Helme tragen müssen. Bei Radfahrern ist dies keine Pflicht, egal in welchem Alter sie sind. Dennoch hat es sich durchgesetzt, dass kleine Fahrradfahrer einen Helm tragen. Entsprechende Helme gibt es schon für das Alter ab 2 Jahren. Die passende Größe muss im Fahrradladen oder zu Hause korrekt vermessen werden, sonst nutzen die Helme wenig. Bekannte Hersteller sind Uvex, Cratoni, Abus, Alpina, Fischer und Limar.
Verstellsystem
Neben der richtigen Größe, die sich am Kopfumfang des Kindes bemisst, ist auch ein gutes Verstellsystem wichtig, um die Halbschale sicher und vor allem korrekt am Kinderkopf zu befestigen. Wie eine Schiebermütze getragene Helme mögen niedlich aussehen, helfen dem Kind jedoch nicht. Auch zur Seite verrutschte Helme zeigen nur, dass sie nicht richtig befestigt sind oder nicht passen. Der Helm ist so konstruiert, dass beim Tragen über den Augenbrauen des Kindes nur 1 bis 2 cm Platz ist. Die Stirn sollte also praktisch nicht zu sehen sein. Der Fahrradhelm sollte waagerecht sitzen.
Um die richtige Helmgröße zu ermitteln, muss zunächst der Kopfumfang entweder mit einem flexiblen Maßband oder mit einer Schnur gemessen werden. Egal welches Instrument verwendet wird, muss es etwa einen Zentimeter oberhalb der Augenbrauen einmal waagerecht um den Kopf herumgeführt werden. Das Maßband sollte knapp über den Ohren am Kopf verlaufen, um die breiteste Ausdehnung zu erfassen. Die Helmgröße ergibt sich aus den Empfehlungen des Herstellers, passend zum Kopfumfang. Liegt das Messergebnis auf der Grenze zwischen zwei Größen, sollte stets die größere Variante gewählt werden. Das Verschlusssystem sollte genutzt werden können, ohne die Haut einzuklemmen. Magnetverschlüsse sind meist angenehmer zu öffnen und zu schließen als Schnallen oder Druckknöpfe.
Belüftungsöffnungen & Insektengitter
Auch wenn das Kind selbst vielleicht noch gar nicht in die Pedale tritt, so scheint in der warmen Jahreszeit die Sonne erbarmungslos auf den Fahrradhelm, was schnell sehr warm werden kann. Deshalb sind große Belüftungsöffnungen wichtig, um die Luft zirkulieren zu lassen. Das gilt erst recht, wenn das Kind selbst fährt. Manche Helme verfügen über Insektengitter an den Belüftungsöffnungen, damit keine Stechinsekten bei schneller Fahrt aus Versehen in den Öffnungen gelangen können. In der Praxis ist diese Gefahr jedoch weitaus geringer. Richtig unangenehm können große Öffnungen vor allem bei kalter Luft werden. Auch für Kinder gibt es Helmmützen, die unter dem Helm getragen werden können, und Zug verhindern sollen.
Gewicht
Besonders leichte Fahrradhelme schützen nicht? Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Es kommt eher darauf an, wie der Helm grundsätzlich konstruiert ist. Unangenehm kann ein schwerer Helm jedoch für Kinder werden, die noch über eine wenig ausgeprägte Nackenmuskulatur verfügen. Besonders bei holpriger Strecke schlägt der Kopf dann, noch verstärkt durch einen Helm, stärker aus und kann zum Unwohlsein beitragen.
Pflege
Ein Helm benötigt keine größere Pflege, außer dass er bei grober Verschmutzung abgewischt werden sollte. Vorher sollte das Innenfutter entnommen werden, das meist mit Klettverschlüssen am Inneren des Helms befestigt wird und separat gewaschen und getrocknet werden sollte. Allzu stabil sind diese Kunststoff-Pads allerdings nicht und sollten daher mit der Hand gewaschen werden. Achten Sie darauf, dass der Hersteller das Innenfutter auch separat verkauft, damit nicht jedes Mal ein neuer Helm fällig ist, wenn die Polsterung unansehnlich oder kaputtgegangen ist.
Besonderheiten
Einige Helme sind an der Außenseite nicht nur mit einer auffälligen Lackierung, sondern auch mit Aufklebern versehen, die im Dunkeln reflektieren können. Ist das Kind in der Dämmerung oder der Dunkelheit unterwegs, sind Reflektoren sinnvoll, um die Silhouette zu betonen. Einige wenige Helme verfügen auch über ein oder zwei eingebaute LEDs, um den gleichen Effekt zu erzielen wie ein Rücklicht oder ein Frontlicht. Erlaubt sind solche Beleuchtungen, ob sie wirklich gesehen werden, ist angesichts der niedrigen Körperhöhe der Kinder allerdings nicht sicher. Zudem müssen sie mit frischen Batterien versorgt werden, was den Wartungsaufwand erhöht und wenig nachhaltig ist. Eine gute Lichtanlage am Fahrrad und Reflektoren schützen unserer Erfahrung nach genauso gut.
Fazit
Ein Kinderhelm ist sinnvoll, muss aber exakt passen und korrekt getragen werden, um seine Schutzwirkung zu erzielen. Doch nicht nur Kinder sollten einen Schutzhelm tragen. Sind die Eltern gute Vorbilder und tragen auch Helm, dürfte sich das Helmtrageverhalten der Kinder in späteren Jahren ebenfalls ändern.
schützt vor Kopfverletzungen
erhöht die Sichtbarkeit im Straßenverkehr
leichtes Gewicht
bei falscher Größe (ineffektiv)
Überhitzung möglich
Wartungsaufwand (LEDs)













































