Die Digitalisierung hat längst Einzug in die Kinderzimmer gehalten. Schon Kleinkinder haben ihre eigenen Apps auf Mamas Smartphone oder dürfen auf Papas Laptop bunte Videos anschauen. Doch Geräte für Erwachsene sind für die Kleinen oft schwer zu bedienen und die Inhalte nicht immer kindgerecht. Spezielle Geräte, nur für Kinderhände entworfen, sollen da Abhilfe schaffen. Es gibt sie in allen Farben und Formen, für jedes Alter und in verschiedenen Ausführungen. Beliebte Hersteller sind Vtech, Fisher Price, Ravensburger, Chicco, und Clementoni.
Was ist ein Lerncomputer?
Bei einem Lerncomputer handelt es sich um ein elektronisches Gerät ähnlich einem Tablet oder Laptop, das jedoch speziell auf Kinder zugeschnitten ist. Sie sind stabil und leicht zu bedienen, so dass eine Benutzung auch ohne Aufsicht der Eltern funktionieren kann. Es gibt sie in ganz verschiedenen Ausführungen, von quietschbunt und vollgepackt mit lustigen Spielen bis zum treuen Gefährten für den Schulalltag, der Vokabeln abfragt und Rechtschreibung übt. Welches Modell dabei das richtige ist, kommt ganz auf das Alter des Kindes und das Einsatzgebiet an.
Auch wenn der Fokus auf spielerischem Wissenserwerb liegt, handelt es sich dennoch um Geräte, die digital sind und in die gleiche Kategorie fallen, wie Smartphone, Fernsehen oder Computer. Das sollten Eltern dringen beachten, wenn es um das Thema Bildschirmzeit geht. Wie bei anderen technischen Geräten raten Experten dazu, auch für den Lerncomputer feste Zeiten auszumachen. So können Eltern sichergehen, dass das Kind sich nicht daran gewöhnt, nur vor dem Bildschirm zu sitzen und das Gerät sich nur positiv auf die Entwicklung auswirkt.
Welche Arten von Lerncomputern gibt es?
Lerncomputer lassen sich zunächst einmal in zwei Kategorien unterteilen. Es gibt solche, die in ihrer Art und Bauweise eher einem vollwertigen Laptop für Erwachsene ähneln. Sie lassen sich aufklappen und bieten im Oberteil einen Bildschirm, im unteren Teil eine Tastatur zur Eingabe von Buchstaben und oft auch eine Maus. Dann gibt auch Modelle, die eher einem Tablet ähneln. Sie haben weder Maus noch Tastatur, sondern werden über den Touchscreen bedient.
Außerdem unterscheiden sich Lerncomputer stark nach Altersklasse. Schon für die Jüngsten ab etwa 2 Jahren gibt es geeignete Modelle. Die setzen dann vor allem auf ein buntes Erscheinungsbild und eine robuste Bauweise, um auch mal einen Sturz zu überstehen. Statt Wissensvermittlung steht hier die Unterhaltung im Zentrum, dennoch wird auch das Kleinkind bereits mit Buchstaben und Zahlen vertraut gemacht.
Für ältere Kinder gibt es dann Ausführungen, die auf den Schulstart vorbereiten. Unterhaltsame Aktivitäten regen an, erste Wörter zu lernen und die Grundlagen der Mathematik zu verstehen. Dadurch erhält das Kind wichtige Informationen, die einen guten Start in die erste Klasse fördern können. Die Geräte werden auch komplexer und verfügen über eine vollwertige Tastatur, die das Kennenlernen der Buchstaben unterstützt.
Laptops zum Lernen für Schulkinder setzen noch stärker auf das Vermitteln von Inhalten. Mit diesen Geräten können konkrete Inhalte aus dem Schulalltag vertieft werden. Außerdem sind sie oft im Aufbau sehr nahe an richtigen Laptops, so können die Jungen und Mädchen den Umgang mit Maus und Tastatur üben und einfache Texte erstellen. Oft sind sie mit WLAN ausgestattet und erlauben in einem Browser mit Kindersicherung das Surfen im Internet.
Welche Unterschiede gibt es zwischen einem vollwertigen Laptop und einem Lerncomputer?
Anders als ein vollwertiger Laptop ist der Lerncomputer in seinen Funktionen eingeschränkt. Das Gerät enthält bereits eine Fülle vorinstallierter Spiele und Lernprogramme. Bei einigen Modellen lassen sich zwar nachträglich weitere Spiele installieren, jedoch nur die vom Hersteller eigens dafür entwickelten. Software aus dem Internet oder Apps aus den Stores von Apple oder Google können nicht heruntergeladen und auf den Geräten genutzt werden. Auch das Betriebssystem ist keines der gängigen wie Windows oder iOS, sondern ein auf die Geräte zugeschnittenes, das nicht zu verbreiteter Software kompatibel ist.
Daneben unterscheidet die Hardware sich von vollwertigen Laptops. Die Bildschirme sind meist deutlich kleiner, zudem handelt es sich vor allem bei den Geräten für die Kleinsten meist um sehr einfache LCD-Bildschirme. Lautsprecher, Tastatur und Maus gleichen in ihrem Funktionsumfang den vollwertigen Modellen zum Teil, kommen aber nie an die Vorbilder heran. Zudem werden die meisten Geräte mit Batterien betrieben.
Ein Internetzugang ist nicht oder nur sehr eingeschränkt vorhanden. Bei Modellen für Kleinkinder fehlt er überwiegend völlig. Die Geräte für Schüler verfügen teilweise über WLAN und ermöglichen in einigen Fällen auch das Surfen im Internet, jedoch nur in sehr begrenztem, kindgerechtem Rahmen. Über einen sicheren Browser und eine von den Eltern betreute Whitelist wird sichergestellt, dass nur geeignete Seiten aufgerufen werden können. Ein freies Surfen im Internet ist nicht möglich.
Auch optisch und was die Bauweise betrifft, unterscheiden sich die Kinderlaptops stark von vollwertigen Modellen. Bei Geräten mit einer sehr jungen Zielgruppe bedeutet das vor allem viel buntes, robustes Plastik. Geräte für ältere Kinder nähern sich in ihrem Aussehen schon mehr dem normalen Laptop für Erwachsene an. Aber auch hier ist das Design darauf ausgelegt, ein junges Publikum anzusprechen. Bunte Farben und bei den Jüngsten populäre Motive wie Einhörner machen eine Zuordnung eindeutig.
Welche Vorteile bieten Lerncomputer?
Wenn der Nachwuchs die Eltern an PC oder Tablet arbeiten und spielen sieht, will er sich auch gerne digital austoben. Geräte für Erwachsene sind jedoch zum einen empfindlich und können in Kinderhänden leicht zu Bruch gehen. Zum anderen sind Software und Betriebssystem nicht auf eine Nutzung durch Kinder ausgelegt, die mit der Bedienung überfordert sind, nicht finden, was sie suchen oder aus Versehen Einstellungen verändern. Zudem sollten die Kleinen mit Geräten, die über einen Internetzugang verfügen, nicht allein gelassen werden, da viele Inhalte nicht kindgerecht sind. Der Lerncomputer löst alle diese Probleme, indem er genau auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse von den Jüngsten zugeschnitten ist. Hier können sie sich auch ohne Kontrolle und Anleitung von Erwachsenen vergnügen, ohne Angst vor Frustration oder Schäden am Gerät. Dabei lernen sie von klein auf spielerisch den Umgang mit Geräten, die heutzutage aus Schule und Beruf nicht mehr wegzudenken sind. Und das alles in einer Umgebung, die perfekt auf sie zugeschnitten ist.
Der andere große Vorteil dieser Geräte liegt in der spielerischen Wissensvermittlung. Nicht alle Schüler brennen darauf, lesen und schreiben zu können. Mit einem Lernlaptop werden sie mit viel Spaß an Gebiete herangeführt, mit denen sie sich spätestens in der Schule gezwungenermaßen auseinandersetzen müssen. Je nach Altersstufe gelingt so eine gute Vorbereitung auf die Schulzeit. Schulkinder haben eine unterhaltsame Möglichkeit, gelernten Stoff zu wiederholen und einzuüben. Dabei ist es erwiesen, dass ein Lerncomputer helfen kann, wichtige Anlagen zu entwickeln. Die Geräte fördern nicht nur die Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern regen auch zu kreativem und problemlösendem Denken an.
Für wen eignen sich Lerncomputer?
Lerncomputer eignen sich für Kinder ab einem Alter von 2 Jahren, die grundsätzlich Interesse an technischen Geräten zeigen. Dank der verschiedenen Ausführungen für unterschiedliche Altersstufen können die Kleinen sie nutzen, bis sie alt genug sind, um einen herkömmlichen Laptop zu verwenden. Das ist etwa ab einem Alter von 10 Jahren der Fall, wenn sie sich ein eigenes Smartphone wünschen und sich ohnehin mit der Komplexität eines solchen Gerätes und den Gefahren des Internets auseinandersetzen müssen.
Die Geräte eignen sich besonders für Vorschüler und Schüler, denen das Lernen nicht ganz leichtfällt und die zusätzliche Motivation benötigen. Durch die spielerische Art der Wissensvermittlung fühlt sich die Nutzung mehr nach Spaß und Freizeit an, die Kleinen merken gar nicht, dass sie nebenbei etwas dazulernen. Auch für sehr neugierige Schüler, die gerne neben dem normalen Stoff noch mehr üben möchten, können Lernspiele eine gute Ergänzung darstellen.
Weiterhin sind die Geräte gut geeignet für Eltern, die ihrem Nachwuchs frühzeitig einen kompetenten und doch verantwortungsvollen Umgang mit elektronischen Geräten beibringen wollen. In einem sicheren Rahmen können die Kleinen von der Bedienung bis zum Aufrufen bestimmter Webseiten alles üben, was sie brauchen, um sich später einmal sicher in einer Welt bewegen zu können, die zunehmend digital wird.
Welche Kaufkriterien gibt es?
Zunächst einmal sollten Eltern das Alter des Kindes bei der Wahl des richtigen Geräts beachten. Denn die Kleinen sollen gefordert werden, aber auch nicht überfordert. Ein Vorschulkind muss noch keine schwierigen Rechenaufgaben lösen können, genau wie ein 7-Jähriger von bunten Tieren vielleicht schnell gelangweilt ist. Die Alterskategorie ist deutlich angegeben, sie lässt sich aber auch leicht aus der Gestaltung des Geräts ableiten. Bei besonders begabten Jungs und Mädchen oder solchen, die etwas langsamer sind als Altersgenossen, können Eltern natürlich von den Vorgaben abweichen.
Der Funktionsumfang ist ein weiteres starkes Kriterium, denn hier unterscheiden sich die Modelle zum Teil enorm. Manche bieten ein breites Spektrum an abgedeckten Lernbereichen. Andere spezialisieren sich auf ein Thema, gehen hier dafür mehr in die Tiefe. Es kommt also darauf an, in welchen Bereichen das Kind die Unterstützung durch einen Lernlaptop gebrauchen kann. Wenn es ein konkretes Problemfeld gibt, etwa wenn das Lesenlernen schwerfällt, dann sind Eltern gut beraten mit einem Gerät, das spannende Geschichten bereithält und motiviert, sich mit Texten auseinanderzusetzen.
Auch der Preis dürfte bei den meisten Kaufentscheidungen eine gewichtige Rolle spielen. Hier ist für jeden Geldbeutel ein passendes Modell dabei. Von günstigen Geräten für 20€ bis 30€ bis hin zu deutlich über 100€ reicht die Preisspanne. Wer viel Geld investiert, sollte sicher sein, dass das Gerät dann nicht ungenutzt in der Ecke liegt. Zudem gilt zu beachten, dass die Lernlaptops nur für eine gewisse Alterspanne geeignet sind, das Kind also unweigerlich herauswachsen wird und im Zweifel ein neues Modell möchte.
Gerade bei den Ausführungen für Kleinere spielt die Robustheit eine Rolle. Kleinkinder verfügen einfach nicht über die motorischen und geistigen Fähigkeiten, um mit empfindlichen Geräten sorgsam umzugehen. Das wissen Eltern, deren Smartphone schon des Öfteren unsanft auf dem Boden gelandet ist. Eltern, deren Nachwuchs auch mal unbeaufsichtigt mit dem Lernlaptop spielen soll, sind daher mit stabilen, bruchfesten Geräten gut beraten. Auch feste Griffe und Formen, um die sich kleine Kinderfinger sicher schließen können, verhindern Stürze und sorgen für eine lange Lebenszeit.
Für das Kind selbst kein unwichtiges Kriterium ist die Optik. Die Geräte gibt es in zahlreichen verschiedenen Ausführungen und Farben. Damit das Kind besonders viel Spaß und Motivation zur Benutzung aufbringt, sollte es in die Entscheidung mit einbezogen werden und aus einer von den Eltern vorgegeben Auswahl das Gerät aussuchen, das ihm am besten gefällt.
Fazit
Lerncomputer können eine gute Ergänzung zu Kindergarten und Schulunterricht sein. Vor allem ein Kind, das sich sehr für Technik interessiert und wenig Spaß im Unterricht hat, wird sich für die innovative Form der Wissensvermittlung begeistern können. Eltern müssen aber bei der Auswahl eines Lernlaptops genau hinschauen, um ein passendes Gerät zu finden. Dann steht der spielerischen Wissensvermittlung nichts mehr im Weg.
fördern die Entwicklung
großer Funktionsumfang beim Lernmaterial
Batteriebetrieb möglich
sind erst ab einem bestimmten Alter sinnvoll
kleinerer Bildschirm als bei einem richtigen Laptop
in der Regel kein Internetzugang




































