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Bootsport: Verbrauchertipps
Das Schlauch-, Bade- oder Luftboot
Man unterscheidet zwischen voll aufblasbaren Schlauchbooten, den „Badebooten“, voll aufblasbaren Schlauchbooten mit festen Einlegeböden aus Holz, Aluminium oder aufblasbaren Einlegeböden sowie Festrumpfschlauchbooten aus GFK oder Aluminium.
Voll aufblasbare Schlauchboote, egal ob mit oder ohne feste Einlegeböden, werden vom Schiffbauer Inflatables und Festrumpfschlauchboote RIB (Rigid (Hull) Inflatable Boat) genannt. Heutzutage sind die Schläuche und auch die eventuell aufblasbaren Böden meistens in mehrere Kammern unterteilt, um das Sinken bei Beschädigung einer Kammer zu verhindern. Als Antrieb dienen entweder Paddel, eine Mechanik mit Lenkseil und Ruder oder sogar Motoren. Das Material der Schläuche besteht meistens entweder aus Kunststoff-Folie, weichgemachtem PVC, gummiertem Gewebe (z.B. Hypalon) oder synthetischem Gummi (z.B. Polyurethan). Kunststoff-Folien sind zwar sehr billig, aber nur bedingt gasdicht und werden deshalb meist nur für Badeboote eingesetzt. PVC findet heute noch bei vielen Schlauchbooten Verwendung, ist jedoch umstritten, da es im Laufe der Zeit seinen Weichmacher ausdünstet, hart, spröde sowie gasundicht wird und nach etwa 10 Jahren irreparabel beschädigt ist. Hypalon hingegen altert quasi nicht und jeder, der schon einmal einen Fahrradschlauch geflickt hat, kann ein Hypalon-Schlauchboot reparieren. Es ist zwar teuer, hält dafür aber ein paar Jahrzehnte. Polyurethan lässt sich kaum reparieren und hält auch bei pfleglicher Behandlung nur etwa 15 Jahre. Höherwertige Boote werden immer aus Mehrlagenmaterial hergestellt (Hypalon oder Polyurethan mit Neopren) und sind fast beschädigungssicher. Schlauchboote können heute eine Länge von 2,5 bis knapp 20 Meter erreichen. Als Faustregel gilt: Für etwa 4 Personen sollte das Boot 3 Meter, für etwa 6 Personen 4 Meter und für etwa 8 Personen 5 Meter lang sein.
Das Kanu beziehungsweise das Kajak und der Kanadier
Das Wort Kanu ist eigentlich nur der Oberbegriff für alle Wassersportgeräte, die mit Paddeln in Blickrichtung bewegt werden. Dabei sind Kajaks und Kanadier die beiden wesentlichen Untergruppen von Kanus. Kajaks unterscheiden sich von Kanadiern, indem man im Kajak mit ausgestreckten Beinen auf dem Boden sitzt, während man im Kanadier kniet oder auf einem erhöhten Sitz sitzt. Kajaks werden mit Doppelpaddel gepaddelt und Kanadier per Stechpaddel angetrieben. Zudem sind Kanadier meist oben offen, mit viel Platz für Gepäck und Personen, sie können aber mit einer Spritzdecke geschlossen werden. Kajaks hingegen sind geschlossen, bis auf die kleine Öffnung, in welcher der Kajak-Fahrer sitzt. Heute werden Kajaks und Kanadier vor allem aus Royalex, Polyethylen, faserverstärktem Kunststoff und weiteren Kunststoffen, Aluminium oder Holz gefertigt. Aus Royalex gefertigte Kanus sind praktisch wartungsfrei, eigentlich nicht kaputt zu bekommen und können, wenn doch nötig, gut geklebt werden. Bei Polyethylen-Kanus gibt es zwei Arten, von denen die erste von einem Alu-Rahmen versteift ist, dadurch relativ schwer, jedoch fast nicht kaputt zu bekommen ist. Die zweite PE-Kanu-Art besteht aus mehreren PE-Schichten unterschiedlicher Härte und Dichte, ist unsinkbar und fast nicht kaputt zu bekommen. Trotz allem ist ein PE-Kanu ca. 20-30 Prozent schwerer als ein gleichartiges Royalexboot. Bei Kanus aus faserverstärkten Kunststoffen (Glas-, Kohle-, Diolen- oder Kevlarfasern) hat das Material bzw. die Materialzusammensetzung einen größeren Einfluss auf die Nutzung des Bootes auf verschiedenen Gewässern als bei PE- und Royalexkanus, sodass man sich das Boot nach seinen individuellen Wünschen und Einsatzorten auswählen kann. Kanus aus Aluminium brauchen von allen Materialien die wenigste Pflege. Nachteilig ist allerdings, dass sie sich „laut“ paddeln, bei kaltem Wasser kalt sind und in der Sonne sehr heiß werden. Zudem sind bei den meisten Typen Versteifungsrippen integriert, die den Paddlern beim Knien schmerzhafte Druckstellen bescheren. Holz-Kanus sind vor allem durch ihre optische Erscheinung schon sehr behutsam zu behandeln, damit das Aussehen nicht beeinträchtigt wird. Kleinere Schäden sind aber leicht zu reparieren. Insgesamt erfordern diese Boote eine umsichtige, materialschonende Fahrweise und einiges an Pflege. Wenn das allerdings der Fall ist, halten die Boote ein Leben lang. Eine Besonderheit unter den Kanus sind Faltkajaks und Faltkanadier, denn bei diesen Modellen ist die flexible Bootsaußenhaut aus einem starken, mit Gummi oder PVC beschichteten Gewebe auf ein zusammenklappbares Gestänge/Gerüst aus Aluminiumrohren oder Holz gespannt und lässt sich so leicht transportieren.

































