Test: Einzeltest: Enermax Revolution85+ 850W
Zitat: Fest steht, dass das Enermax Revolution85+ 850 Watt mit Preisen ab 215 € ein sehr teures Netzteil ist und nicht jeder diese Leistung benötigt. Fest steht aber auch, dass es nach wie vor ein äußerst potentes und hochwertiges Netzteil ist, dass problemlos mit seinem großen Bruder mithalten kann. Zunächst einmal können wir die üppige Ausstattung und den Lieferumfang loben, der den hohen Preis ebenso rechtfertig wie die vielen parallel geschalteten Komponenten. Von den Befestigungsschrauben über ein mehrsprachiges Benutzerhandbuch bis hin zu sechs Enermax-Kabelbindern ist alles dabei. Mit 12 SATA Anschlüssen liegt das Modell nur etwas hinter der 1050 Watt Variation. (Es sind aber definitiv keine 16 Stück, wie die Preisvergleichsseite geizhals.at/deutschland angibt.) Zudem sind sechs PCIe 6/8-pin Stecker äußerst üppig und werden von einem 4+4-pin und 8-pin Mainboardanschluss begleitet. Die Hauptstränge sind allesamt auf 60 cm ausgeweitet worden, was bei großen Gehäusen sicherlich vorteilhaft ist. Nur den höchsten Molex- und Floppystecker hätte man noch ein wenig länger auslegen können. Sodenn man dieses Netzteil nämlich unten verbaut, ist der Abstand zu den Laufwerken oben relativ groß. Und viele verbauen noch das ein oder andere IDE-Laufwerk im obersten Fach. Der Wirkungsgrad mit knapp 90 % bei 230 VAC mag heute nicht mehr beeindruckend wirken, gehört aber nach wie vor zur Spitze bei den verfügbaren Netzteilen. Gerade ab 850 W gibt es bezüglich 80Plus Silver zwar eine gute Auswahl, die größtenteils aber nicht ganz heranreicht. Wie viele sicherlich bemerkt haben, hat uns auch die üppige Gestaltung des Innenraums sehr gefallen. Vor allem ist das Netzteil sicherheitstechnisch mit Schrumpfschläuchen, ausreichenden Sicherheitsabständen und einem Sicherungschip von Silicon Touch gut ausgelegt. Dazu kommen parallel geschaltete Primärkondensatoren und Gleichrichterdioden sowie zwei synchronisierte Transformatoren. Im Prinzip werden folglich die selben Kapazitäten gewählt wie bei dem 1050 Watt Netzteil. Damit ist ein hohes Leistungsspektrum gewährleistet. Von Marketing-starken Ausdrücken wie "SafeGuard" und "AHD²" etc. sollte man sich aber nicht irritieren lassen. Es ist nicht so, dass andere nicht auch ähnliches bieten könnten. Selbst wenn der primärseitige Schutz sehr umfangreich sein mag. Die Spannungsregulation liegt in einem zufrieden stellenden Bereich, gerade wenn man die Last auf +12 V gleichmäßig aufteilt. Aber auch +3,3 V und +5 V liegen gut innerhalb der Spezifikation und sind ausreichend dimensioniert worden. Wobei insbesondere +3,3 V fast 2,5 % unter den Sollwert sinkt. Trotzdem liegt der Fokus natürlich nach wie vor auf +12 V. Vor allem überzeugte auch der Leistungfaktor, der sehr schnell über 0,95 kam und letzten Endes 0,99 sogar überschreiten konnte, die andere vielleicht nur knapp erreichen. Eine geringe Lautstärke ist für viele wichtig und bis zur mittleren Last ist das Netzteil mit 700 Umdrehungen auch erträglich leise. Erst unter hoher Last, wo es entsprechend viel Wärme abtragen muss, gehen die Drehzahlen in einem steilen Anstieg nach oben auf bis zu 1600 rpm. Mindestens 20 cm Platz sollte man für das Enermax im Gehäuse einrechnen. Rückwirkend hat Enermax bekannt gegeben, dass die Garantiezeit der Serie von 3 Jahren auf 5 Jahre erhöht wird. Ein Schritt, der angesichts der Serviceleistungen bei Konkurrenten nachvollziehbar und sicherlich keine schlechte Nachricht für die Benutzer ist. Die Kosten dieser langen Produktverantwortung haben allerdings schon breite Finanzschneisen in manche Herstellerbudgets geschnitten. Zum Support-starken Image von Enermax, die überwiegend im Endkundenmarkt agieren, passt die Entwicklung aber. Im Zweifel wird man die Garantie nie in Anspruch nehmen müssen und viel wichtiger noch als eine nackte Zahl sind Kulanz und Tempo im Austausch defekter Güter. Wer 850 Watt benötigt und im Falle von Folding@Home vielleicht nicht auf jeden Cent acht...