Testurteil: "73%"
Test: Einzeltest: Trashig, charmant, kurzweilig
Zitat: Pro: + über 50 Missionen
+ launiger Coop-Modus
+ benutzbare Fahrzeuge
+ zerstörbare Umgebung
+ haushohe Riesengegner
+ gelungenes Gegnerdesign
+ Bildschirm füllende Explosionen
+ zahllose unterschiedliche Waffen
Kontra: - technisch antiquiert
- keine Missionsvielfalt
- sehr wenige Gegnertypen
- hin und wieder Ruckler & Soundaussetzer
- nur zwei Waffen pro Mission mitführbar
In einer Branche, die neue Grafikengines wie Feuerholz verheizt, wirkt Earth Defence Force fast wie ein luftdicht konserviertes Überbleibsel der "alten" Tage. Vergleicht man das Spiel auf rein technischer Ebene mit den all den Grafikkartenfressern der letzten Monate, zeichnet sich ein klares Bild ab: Schwache Texturen, schwache Animationen, schwaches Leveldesign. Die Missionsziele beschränken sich auf "Ballere einfach alles über den Haufen" und die Soundkulisse ruft bestenfalls nostalgisch verklärte Gefühle hervor. Aber seltsamerweise sorgt EDF besonders im Coop-Modus für jede Menge Kurzweil. Das liegt vor allem daran, dass es nicht auf Biegen und Brechen versucht, das Prädikat "cineastisch" einzuheimsen und dabei auf halber Strecke scheitert. Hinzu kommen die schnörkellose Inszenierung und der aus allen Bits und Bytes strömende B-Movie-Geruch. Wenn rote Riesenameisen und stählerne Giganten eine ganze Stadt überrennen, kommt richtig Stimmung auf. Besonders wenn ihr zusammen mit einem Freund das umfangreiche Waffenarsenal ausreizt und dabei ganze Häuserblöcke in Schutt und Asche legt. Manchmal sind es eben die einfachsten Dinge, die den grauen Alltag vertreiben. Auch wenn es sehr schade ist, dass es keine "richtigen" Zwischensequenzen zu sehen gibt, bleibt EDF sehr trashige, sehr witzige und unheimlich simpel gestrickte Ballerunterhaltung für zwei Spieler.