Testurteil: "7.3 / 10"
Test: Einzeltest: Too Human
Zitat: Pro: + Unkomplizierte Hack & Slay-Action, übersichtliches Inventarsystem, fünf Charakterklassen, die vielen Ausrüstungsgegenstände lassen sich am detaillierten Helden erkennen, Sammelwut kommt auf, gelungenes Sci-Fi-Szenario, viele mythologische Figuren, kaum Ladezeiten, teils imposante Levelarchitektur, Kombo-System, spektakuläre Angriffe, Erfahrungspunkte motivieren zum Weiterspielen, epischer Soundtrack, gelungene deutsche Sprachausgabe, Online-Koop-Modus für zwei Spieler
Contra: langweilig inszenierte Story, zu hackelige Animationen in Videosequenzen, gewöhnungsbedürftige Steuerung, Probleme bei Zielerfassung, monotones Gameplay, irgendwann sind die Gegnerwellen nur noch lästig, teils mangelhafte Kollisionabfrage, KI-Aussetzer, sehr lineare Level, kaum Geheimnisse zu entdecken, keine Nebenquests, wenig fordernde Rätsel, keine Übersichtskarte, Spielzeit nur 15 Stunden, Bugs verhindern schon mal das Weiterkommen, schwankende Grafikqualität, unkonstante Framerate, extrem nervige und nicht abbrechbare Wiederbelebungssequenz mit der Walküre, nur ein Schwierigkeitsgrad, lange Laufwege, katastrophale Kamera, wenige Feindtypen
Too Human wollte der Anfang eines episches Abenteuers sein, doch das Unterfangen ging zu einem großen Teil leider daneben. Die Mischung aus Mythologie und Sci-Fi-Szenario ist hervorragend gelungen und eine willkommene Abwechslung zum üblichen RPG-Allerlei, doch die Story ist einfach zu plump inszeniert, um daraus womöglich auch noch eine Trilogie zu machen. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn das Gameplay stimmen würde, doch auch hier leistet sich Too Human einen Fauxpas nach dem anderen. Am Ende summieren sich die Unzulänglichkeiten zu einer ziemlich langen Liste. Sei es das lineare und sich massiv wiederholende Gameplay, die gewöhnungsbedürftige Steuerung, die technischen Defizite oder die nervige Wiederbelebungssequenz mit der Walküre, das Spiel wirkt schlicht unfertig. Einige böse Zungen werden womöglich sagen, dass die kurze Spielzeit von etwa 15 Stunden für das monotone Gehacke genau richtig wäre, da man sich ohnehin nicht länger wach halten könnte, allerdings muss man auch zugeben, dass Too Human dennoch seine Reize hat. Nichtsdestotrotz stürzt man sich gerne in die Gegnerhorden, sammelt kräftig Ausrüstungsgegenstände und wartet auf den nächsten Levelaufstieg. Leider läuft Too Human zu unrund, um Baldur und seinen Götterkollegen eine höhere Wertung zu geben. Lichtblicke sind allerdings die teils sehr imposanten Levelarchitekturen, der gelungene Soundtrack mit der deutschen Sprachausgabe sowie der 2-Spieler Koop-Modus, der um ein vielfaches mehr Laune bringt, als die Singleplayer-Variante. Das Fazit vom Fazit: Too Human verschenkt grob fahrlässig viel zu viel vorhandenes Potential, ist für Genre-Liebhaber aber dennoch einen Blick wert.