Testurteil: "70%"
Test: Einzeltest: Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden
Zitat: Pro: + motivierendes Suchen und Sammeln
+ ein kleiner Hauch von Baldur´s Gate
+ online kooperativ zu dritt spielbar
+ zufriedenstellender Rollenspielpart
+ viele bekannte Gesichter und Orte
+ stellenweise recht hübsche Grafik
+ solide Lokalisierung und Stimmen
Contra: - langfristig eintöniges Dauergemetzel
- sehr linear gestaltete Umgebungen
- Kampfsystem fehlt es an Tiefgang
- Partner-KI stellt sich oft dumm an
- Gegner-KI stürmt blind in den Kampf
- Handlung verschenkt viel Potenzial
- PS3 friert im geteilten Bildschirm häufig ein
- viel zu wenige verschiedene Feinde
- zu viel Action, zu wenig Rollenspiel
- wenige grafische Höhen, viele Tiefen
- gelegentliche Kameraprobleme
Das war also alles? Schade. Von einem Spiel mit "Herr der Ringe" im Namen hätte ich mehr erwartet: mehr Abwechslung, mehr Handlung, mehr Spannung, mehr Spielspaß. Und vor allem: mehr Dramatik. Die Geschichte der drei Protagonisten im Kampf gegen den bösen Agandaûr ist weitaus unspektakulärer, als es die Beschreibung vermuten lässt. Jedenfalls fehlte mir über weite Strecken das typische Flair der Filmtrilogie. Abgesehen davon bietet Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden solide, aber nur durchschnittliche Fließband-Action und motivierende Rollenspielanteile, was aber insgesamt nicht reicht, um den Titel auf ein gutes Niveau zu heben. Kooperativ hatte ich meinen Spaß, alleine dagegen gab es Höhen und Tiefen. In seinen besten Momenten weckt der Titel Erinnerungen an Baldur´s Gate, eines der besten Spiele, die ich je gespielt habe – in seinen Tiefpunkten allerdings fühlte ich mich wie in einem gewöhnlichen Dynasty Warriors. Wer zwei Freunde zur Hand hat und schon immer mal im "Herr-der-Ringe"-Universum nach Herzenslust metzeln und schnetzeln wollte, wird lange Zeit angemessen unterhalten. Ein tolles Spiel ist Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden aber leider nicht geworden.