Kaum jemand würde im realen Leben darauf kommen, sich freiwillig in den Dunstkreis seiner persönlichen Ängste zu begeben. Was aber treibt uns dazu, unsere Nase in ein blutrünstiges Buch zu stecken, oder sich vor die große Leinwand zu lümmeln, um sich den Grausamkeiten von Monstern, Tod und Teufel auszusetzen? Und warum macht es so viel Spaß, all diese Dinge auf sein Publikum loszulassen? Dieser Sache wollten wir auf den modrigen Grund gehen und sprachen mit "Opfern" und "Tätern" dieser medialen Scheußlichkeiten. Filmfreaks, Filmschaffende, Filmkomponisten, Autoren, Synchronsprecher und Spezialeffektekünstler stellen sich und ihre Arbeit vor, lassen uns hinter die Kulissen blicken und erzählen darüber, wie sie auf die Seite der dunklen Künste gezogen wurden, was "Horror" ausmacht und was seit über 130 Jahren daran so fasziniert. "Hier wird der Kinosessel zum Elektrischen Stuhl!" - Deutscher Werbetext für EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL -
Die Funktion des Hauses besteht darin, dass wir in ihm leben. Das Haus überschreibt damit jedoch nur eine existenzielle Disposition, die im leiblich-körperlichen Vollzug ihr erstes „In“ ausbildet. Dieses Vollziehen ist nicht nur stets präsent, sondern wir können nicht anders, als in ihm zu sein. Dieses ursprüngliche Leben bekommt selten eine Stimme, gewöhnlich richten wir uns auf das, was durch dieses Leben ermöglicht wird. Selbst Individualität verstehen wir zumeist von dem sozialen Kontext her, in den wir hineingeboren sind – und leben in allen Bezügen doch unser singuläres, individuelles Leben. Im Rückgang auf das nicht zu eliminierende Insein des Individuellen wird explizit, wie Leiblichkeit unsere kulturellen Sinnräume konfiguriert.
In diesem Jahrbuchband wird die Frage erörtert, in welchem Umfang die individualisierten Gesellschaftsmitglieder bereit und in der Lage sind, Verantwortungsgemeinschaften zu bilden, durch die sie in die Lage versetzt werden, für alle eine sinnstiftende Teilhabe zu ermöglichen. Dabei gilt es vor allem, für die neue Gruppe der 'Überflüssigen' Verantwortung zu übernehmen, für chronisch 'verrückte' oder suchtkranke Menschen, demente Menschen, Straftäter auf dem Weg zurück in die 'Gesellschaft' oder Flüchtlinge, die bei uns um eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben für sich und ihre Familie bitten.