Deine Suche ergab leider keine Ergebnisse. Bitte ändere die zuletzt verwendeten Filter und versuche es erneut.
Anzeige
Angebote unserer Partner-Shops
"
ALB
"
Filtern
Sortieren:
Beste Treffer
Beste Treffer
Preis: niedrig bis hoch
Preis: hoch bis niedrig
Ansicht:
Verlag Karl Alber Wir werden sterben
Es wird für den Wert der Beschäftigung mit der frühzeitigen Frage nach Sterben und Tod argumentiert – gegen die Alternative der Verdrängung. Leitend dabei soll nicht die oft trügende Hoffnung sein, sondern die möglichst unvoreingenommene vernünftige Überlegung, bezogen auf die verschiedenen, in Religionen und philosophischer Tradition vertretenen Ansichten und deren Analyse. Das Ergebnis eröffnet verschiedene Einstellungs- und Handlungsoptionen, schließt jedoch – so die begründete These – ein ewiges Leben als wünschenswert oder auch nur ernsthaft vorstellbar aus. Das Buch endet mit Gedanken zu der Frage, was für uns einen guten Tod ausmacht und wieweit wir darauf Einfluß haben.
Vom Traum der ewigen Jugend zum guten Altwerden Die moderne Medizin ist längst nicht mehr nur Heilkunst, sondern immer mehr zugleich auch wunscherfüllender Dienstleistungsmarkt. Sinnbild für diesen Identitätswandel ist die so genannte „Anti-Aging-Medizin"; die die Sehnsüchte vieler Menschen nach der ewigen Jugend bedient und kommerziell ausnutzt. Je mehr sich solche Angebote vom Kernanliegen der Medizin, Krankheiten zu verhindern oder zu behandeln entfernt, desto mehr werfen sie grundlegend anthropologische Fragen auf: Welche Bedeutung hat das Alter für das Menschsein? Wie könnte man ein anthropologisch fundiertes Konzept des guten Alterns formulieren? Was bedeutet es, wenn weite Teile der modernen Medizin das Konzept des guten Alterns auf die Kriterien der Fitness und Leistungsfähigkeit reduzieren? Welche anthropologischen Vorverständnisse verbergen sich hinter solchen Anti-Aging-Angeboten? Mit Beiträgen von Dietrich v. Engelhardt, Peter Gross, Wolfgang Heiß, Wolfgang Mazal, Dorothée Nashan u.a.
Patočkas Reflexionen über Europa sind ein Nach-Denken im echten Sinne: Sie entwerfen eine Idee Europas nach seinem Ende – ohne ein Lamento über Verfall und Untergang zu sein. Im Gegenteil bilden seine Skizzen vom Anfang und Ende Europas, von seiner besonderen Stellung in der Geschichte und als Geschichte, nur den Auftakt für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem, was das Phänomen Europa gerade für die nacheuropäische Welt bedeuten könnte. Weit davon entfernt, eine Apologie Europas nach seinem Scheitern zu sein, werden Patočkas Reflexionen aber auch nicht zur historischen Abrechnung, wie sie heute en vogue ist. „Vielleicht ist der Sinn von Europas Untergang positiv.“ Dieser Satz signalisiert, dass gerade mit der Dezentrierung Europas eine Brücke zu den kulturellen Differenzen der globalisierten Welt gewonnen ist.
Die Frage nach dem Sinn des Lebens gilt vielen Menschen als das philosophische Problem schlechthin. Aber in der akademischen Philosophie hat sich lange Zeit niemand damit beschäftigen wollen. Das wichtigste Ziel dieses Buches ist es deshalb, diese Lücke zu schließen, und zwar in zwei Schritten: Im ersten Schritt muss untersucht werden, welchen Sinn die Frage überhaupt hat. Dafür ist zum einen der systematische Ort dieses Problems innerhalb der Philosophie zu bestimmen: Es ist dies nicht, wie viele meinen, die Ethik, auch nicht die Religionsphilosophie, sondern eine moderne Metaphysik, die in diesem Buch auf kantianischer Grundlage entwickelt wird (I). Zum anderen sind die Begriffe „Leben“ und „Sinn“ sowie deren Zusammenhang zu klären (II). Der zweite Schritt widmet sich der kritischen Analyse vorhandener Antworten. Zunächst werden zwei Ansätze zurückgewiesen, die in der Moderne besonders verbreitet sind: die Sinnsuche mit naturwissenschaftlichen Mitteln und die Idee, wir könnten unserem Leben selbst einen Sinn geben (III). Dagegen wird die Auffassung vertreten, dass wir Sinn nicht entdecken oder stiften, sondern nur über ihn reflektieren können. Gegenstand solcher metaphysischen Reflexionen ist das Negative in der Welt, das früher schon das Theodizee-Problem auslöste: Tod, Leid, Ungerechtigkeit (IV). Am Ende des Buches steht die These, dass wegen dieser Unvollkommenheiten das Leben als Ganzes keinen Sinn hat. Metaphysik kann heute nur noch negativ sein (V).
Emmanuel Lévinas ist neben Derrida, Deleuze u. a. einer der Hauptvertreter der aktuellen französischen Philosophie. Im Zentrum seiner Reflexion steht die Frage nach dem Ursprung und dem Sinn des europäischen Denkens, nachdem das alte Europa in der Katastrophe des 20. Jahrhunderts untergegangen ist. Gemäß ihrem eigenen historischen Selbstverständnis fragt die Philosophie nach dem Sein. Das Sein kann nur fraglich werden, weil es sich entzogen hat. Den Grund für diesen Entzug sieht Lévinas im Anderen, der das naive Selbstverständnis und den naiven Besitz der Welt in Frage stellt. Für ihn sind wir verantwortlich; an ihm müssen sich unsere Seinsentwürfe, die Ontologie, ausrichten. Damit geht die Ethik der Ontologie voraus. Das Verhältnis zum Anderen wird nicht dem Sein untergeordnet; vielmehr hat das Seinsverständnis seinen kritischen Maßstab an der unaufhebbaren Verantwortung für den Anderen. Mit dieser neuen Interpretation des Seinsentzugs als Ursprung der Philosophie stellt sich Lévinas gegen das traditionelle Verständnis. Dieses sah in der Ontologie die erste Wissenschaft, ihm ging es darum, das Sein wiederzugewinnen. Philosophie ist Heimweh, Rückkehr aus der Zerrissenheit in die Einheit des Seins. Daher die Bereitschaft, den Anderen, den Einzelnen, dem zu opfern, was man für das Sein hielt. Mit seiner Umdeutung der Ontologie und ihrer ethischen Begründung übt Lévinas nicht nur Kritik am bisherigen europäischen Denken, sondern schafft ihm auch ein neues, eigentlicheres Selbstverständnis. Es wird nicht alles verworfen: »Trotz allem, was uns in diesem Jahrhundert begegnet ist«, gab und gibt es »europäische Großmut«, eine Tradition, die nicht nur immer schon Mut forderte, sondern auch für die Zukunft Mut macht. Das Buch knüpft an die Untersuchung »Lévinas. Denker des Anderen« aus dem Jahre 1992 an. Zunächst war nur eine Überarbeitung vorgesehen. Aus der Überarbeitung ist ein neues Buch geworden, wenn auch die Spuren des alten nicht restlos getilgt sind.
Das Buch untersucht die bedeutsame Rolle Heideggers und Nishidas in der Entwicklungsgeschichte der modernen japanischen Philosophie wie auch deren rückwirkenden Einfluss auf das Denken Heideggers. Zentral für das Denken Nishidas und der Kyoto-Schule ist der Begriff des Nichts, den auch Heidegger behandelt. Entlehnt ist dieser Terminus aus dem Zen-Buddhismus, zu dessen Lehre sich Martin Heidegger ebenfalls hingezogen fühlte. Gleichwohl sah Nishida Heideggers Werk durchaus kritisch. In diesem Spannungsverhältnis von wechselseitiger Bewunderung, Beeinflussung und kritischer Rezeption bewegt sich die Beziehung zwischen Heidegger, der modernen japanischen Philosophie und dem Zen-Buddhismus. Mit Beiträgen von Maximiliane Demmel-Bullock | Dagmar Dotting | Rolf Elberfeld | Mine Hideki | Yohei Kageyama | Thorsten Schirmer | Johannes Ernst Seiffert | Dagmar Doko Waskönig | Fernando Wirtz | Hua Zhenzhou
Vor einem halben Jahrhundert hat Derrida sein Bedauern darüber ausgedrückt, daß Levinas »keine systematische und sorgfältige Auseinandersetzung mit Kant« geführt habe. In die Leerstelle dieses Desiderats möchte sich die hier vorgelegte Dissertation nun dadurch einschreiben, daß sie Levinas’ sporadische, zwischen Affirmation und Ablehnung seltsam schwankende Stellungnahmen zur kantischen Philosophie in ihrer spezifischen Ambivalenz erstmals zu systematisieren sucht. Auf der damit gewonnenen Grundlage kann Kants kritische Metaphysik und praktische Religionsphilosophie einer responsiven Relektüre unterzogen, mithin Autonomie als Antwort gedacht werden. Auf der Schwelle zwischen Rekonstruktion und Dekonstruktion wird das Buch zum Versuch, mit Kant gegen Kant und über Kant hinaus zu denken: Kant anders und »besser zu verstehen, als er sich selbst verstand« (Kant).
Lange Zeit haben Wirtschaftswissenschaftler, politische Entscheidungsträger und Bürokraten, die mit den Problemen der ärmeren Völker der Welt beschäftigt sind, behauptet, dass die Lebensqualität sich nur dann erhöht, wenn das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf steigt. Anhand dieses groben Maßstabs erhalten auch solche Länder hohe Wertungen, in denen eine besorgniserregende Ungleichheit herrscht und ein Großteil der Bevölkerung nicht in den Genuss der gesamtgesellschaftlichen Verbesserung der Wirtschaftslage kommt. Weil diese Leitvorstellungen zutiefst falsch sind, haben sie die Entwicklungspolitik auf Wege gelenkt, die im Lichte weit verbreiteter menschlicher Werte (wie der Achtung von Gleichheit und Würde) unhaltbar erscheinen müssen. Um diese etablierten, aber unangebrachten Theorien in Frage zu stellen, benötigen wir einen theoretischen Gegenentwurf - wenn wir den politischen Entscheidungen die richtige Richtung geben wollen. Heute gibt es auf dem Feld entwicklungspolitischer Entscheidungen einen neuen Ansatz zur Verbesserung der menschlichen Lebensweise, der auch als Befähigungskonzept (Capability Approach oder Capabilities Approach) bekannt geworden ist. Dieser setzt mit einer sehr einfachen Überlegung an: Was sind Menschen wirklich zu tun und zu sein in der Lage? Über welche wirklichen Chancen verfügen sie? Diese einfachen Fragen sind zugleich komplex: Denn die Qualität eines Menschenlebens umfasst eine Vielzahl von Aspekten, deren wechselseitiger Zusammenhang eine eingehende Untersuchung verlangt. So es ist in der Tat auch und gerade dessen Komplexität, die für den neuen Ansatz spricht. Damit scheint er gut gerüstet, die Vielgestaltigkeit menschlichen Lebens und Strebens zu erfassen.
Wohnen wird lebensweltlich heute zunehmend mit Dingen, Moden und Stilen assoziiert und dann an Oberflächen flüchtiger Lebenspraxen identifiziert. Dabei droht in Vergessenheit zu geraten, was Wohnen als existenzielle Lebensform überhaupt bedeutet. Dies thematisiert der Band im Hinblick auf die Stadt als Wohnraum und auf das Wohnen als Kultur der Gefühle im umfriedeten Raum. Beiträge aus verschiedenen Fachgebieten und Perspektiven liefern Beispiele (z.T. mit Bezügen zu anderen Kulturen) zu aktuellen Formen umfriedeten Wohnens und umreißen so Konzepte zum Nach-Denken der örtlichen und räumlichen Qualitäten des Wohnens in der Stadt.
Der sechste Band des "falsafa. Jahrbuchs für islamische Religionsphilosophie" widmet sich der Frage nach dem Frieden – seinem Denken, seiner Möglichkeit, seiner Störung, seiner Verheißung. Gefragt wird nach dem Frieden zwischen Mensch und Mensch, aber auch nach dem Frieden mit der Welt, mit sich selbst, mit Gott. Besonders in einer Zeit, in der politische, kulturelle und religiöse Spannungen zunehmen, braucht es eine neue Friedensbildung – nicht nur institutionell oder rechtlich, sondern auch spirituell und kulturell. Anhand von Beiträgen, die sich der Friedensfrage in ihrer theologischen und philosophischen Dimension annähern, will dieser Band dazu beitragen, aus unterschiedlichen Perspektiven heraus auf die Möglichkeit und Wirklichkeit des Friedens zu blicken. Mit Beiträgen von Raid Al-Daghistani | Yasemin Amber | Cora Bieß | Veronika Bock | Wolfgang Dietrich | Selman Dilek | Zülkifl Gencer | Emre Ilgaz | Ferhat Kafali | Ahmad Milad Karimi | Gregor Lang-Wojtasik | Laura Pusch | Reza Shah-Kazem | Ömer Türker | Marcel Vondermassen
Ortega y Gasset ist nicht nur, einem Diktum Albert Camus' zufolge, „vielleicht der größte europäische Schriftsteller nach Nietzsche", sondern auch ein bedeutender philosophischer Systemdenker. Als ein solcher zeigt er sich gerade in seinen Universitätsvorlesungen, die Schlüsseltexte zum Verständnis seines gesamten Werkes darstellen. Im Zentrum von Ortegas Denken steht die Überwindung der Dichotomie von Vernunft und Leben. Seine Kernthese, dass Vernunft überhaupt nur gelebt werden kann, insofern das Leben an sich selbst vernünftig verfaßt ist, kommt in den hier vorliegenden, erstmals in die deutsche Sprache übertragenen Vorlesungen, in äußerst prägnanter Weise zum tragen. Dabei wird das genuin Typische seines Ansatzes nicht zuletzt in seiner Auseinandersetzung mit Diltheys Deutung der Geschichtlichkeit des Lebensprozesses ersichtlich.
In der vorwiegend analytisch geprägten philosophischen Emotionsdebatte der Gegenwart findet die Erlebnisdimension von Emotionen bislang wenig Beachtung. Dieses Buch möchte einen neuen Impuls setzen, indem es die liebes- und hassphänomenologischen Entwürfe von Max Scheler und Aurel Kolnai für den aktuellen Diskurs fruchtbar macht und alternative Begriffe von Liebe und Hass entwickelt, die sich primär an der emotionalen Erfahrung orientieren. Zentrale Bedeutung kommt hierbei dem besonderen Wertbezug dieser beiden Emotionen sowie der Person als ihrem spezifischen Objekt zu.
Verlag Karl Alber Das Gute, das Schöne und das Heilige
Die Reihe der Personen, Dinge, Sachverhalte und Verhaltensformen, die danach befragt werden können, ob sie „gut“; „schön“ bzw. „heilig“ sind, scheint unbegrenzt zu sein. Doch wie können wir wissen, ob etwas „gut“; „schön“ oder „heilig“ ist? Schon Sokrates hat gezeigt, wie schwierig es ist, uns da sicher zu sein und Kriterien dafür anzugeben. Richard Schaeffler untersucht in diesem Buch verschiedene Arten von Erfahrung, und zwar die sittliche, ästhetische und religiöse Erfahrung. Mittels eines phänomenologischen Zugangs prüft er die Bedingungen dafür, dass sich uns etwas in der Qualität des Schönen, Guten bzw. Heiligen zeigt, wie auch die Bedingungen, die wir selber erfüllen müssen, wenn es möglich sein soll, dass die Sache uns diese ihre Aspekte zeigen soll. Im Weiteren geht es um den Schritt von dem, was sich uns zeigt, zu unserer Erfahrung. Dazu bedarf es der Anwendung von Begriffen. So macht erst die Anwendung des Begriffs des Guten es möglich, vom subjektiven moralischen Erleben zur objektiv gültigen sittlichen Erfahrung überzugehen. Ähnlich ermöglicht erst der Begriff des Schönen die ästhetische Erfahrung, erst der Begriff des Heiligen die religiöse Erfahrung.
In der Gegenwart verlieren die gesellschaftlichen Formen der Verbundenheit, politische Parteien, Gewerkschaften, Vereine oder Kirchen, an Bedeutung. Eine leibphilosophische Analyse zeigt, dass Menschen aber nicht nur selbstbestimmte Individuen, sondern immer auch existentiell miteinander verbundene Wesen sind. Das spiegelt sich in ihrer Suche nach Gemeinschaft und Solidarität. Welche Formen der Verbundenheit können in der Zukunft Bedeutung erlangen? Diskutiert werden traditionelle Gemeinschaften, die Solidarität in emanzipatorischen Kämpfen, die Verbundenheit in Religionsgemeinschaften und in digitalen Netzwerken.
Aus den Debatten der Philosophie des Geistes und der Phänomenologie kaum wegzudenken, hat sich die begriffliche Erforschung des „Selbst“ hier eine Bedeutung erkämpft, deren Spuren in den psychopathologischen Klassifikationssystemen kaum wiederzufinden sind. Erst in jüngster Zeit werden Versuche unternommen, die durch diesen Begriff und seine philosophische Erforschung eröffnete Dimension des Verstehens auf psychiatrische Störungsbilder wie etwa der Schizophrenie anzuwenden, deren Erleben sich einem deskriptiven Zugang immer wieder entzieht. Welche Arten des Selbsterlebens, welche „Selbste“ lassen sich aber konzeptuell und phänomenal unterscheiden? Wie ist es um die psychologischen Korrelata dieser Beschreibungen bestellt und welche Erkenntnisse hinsichtlich der Stabilität dieser Strukturen halten gerade jene Psychopathologien bereit, die teilweise oder gänzlich Selbsterfahrungen beeinträchtigen? Neben grundsätzlichen philosophischen Auseinandersetzungen mit der Thematik von Selbst und Selbststörungen vereint der Sammelband auch psychiatrische Forschungen, die interdisziplinäre Anschlüsse ermöglichen. So bieten gerade Störungen des Selbsterlebens der Philosophie die Möglichkeit, als Prüfsteine für ihre interpretativen Begriffe des Selbst zu fungieren. Mit Beiträgen von Thomas Fuchs, Mads Gram Henriksen/Joseph Parnas, Alice Holzhey-Kunz, Wouter Kusters, Stefano Micali, Philipp Schmidt, Alexander Schnell, László Tengelyi und Zeno Van Duppen.
Braucht die Philosophie eine eigene Fachsprache oder Terminologie? Wären ohne Fachsprache philosophische Fragen, Gedanken und Theorien in der Normalsprache formuliert? Speziell die Philosophie vereinnahmt Alltagswörter für terminologische Zwecke und lässt sie in Fachdiskussionen zum Medium oder zum Gegenstand subtiler Sachprobleme werden. Sollten philosophische Termini mit ihren mal deutlichen, mal subtilen Bedeutungsverschiebungen esoterisch sein oder aber leicht verständlich, um auch in Popularisierungen einfließen zu können? Inwieweit ist philosophisches Orientierungswissen von philosophischen Ausdrucksmitteln abhängig? Das Buch thematisiert die Sprache der Philosophie unter historischen und systematischen Aspekten. Untersuchungen zu den Konstituenten der philosophischen Terminologie, z.B. Übersetzung, Etymologie, Metaphorik, verbinden sich mit exemplarischen Fallstudien und Analysen aus zentralen Teilbereichen der Philosophie sowie mit einschlägigen Perspektiven klassischer Fachvertreter von Platon über Bacon, Locke, Kant und Hegel, Peirce, Whitehead und Heidegger bis zu Carnap, Wittgenstein und Ryle.
Im Jahr 2025 stehen zwei große Jubiläen an. Neben dem 800. Geburtstag des wohl größten christlichen Theologen, Philosophen und Interpreten der Schriften des Aristoteles, Thomas von Aquin (1225-1274), begehen wir auch den 100. Todestag des Begründers der modernen Logik und Sprachphilosophie, Gottlob Frege (1848-1925). Anlass genug, um zwei der wichtigsten Figuren der (analytischen) Philosophie des 20. Jahrhunderts, Elisabeth Anscombe (1919-2001) und Peter Geach (1916-2023) mit diesen philosophischen Klassikern ins Gespräch zu bringen und unter Rückgriff auf die Kategorienschrift und Metaphysik des Aristoteles, die Summa theologica des Thomas von Aquin und die Logik Freges mit der fundamentalen Frage nach der Natur dessen, was existiert, zu konfrontieren. Übersetzt und eingeleitet von Martin Hähnel, präsentiert sich der vorliegende Band dabei nicht nur als exzellente, weil problemorientierte Einführung in das Denken dieser drei Geistesgrößen, sondern er bietet den Leserinnen und Leser auch eine hervorragende Anleitung für den richtigen Gebrauch metaphysischer Begriffe (z.B. Substanz, Form, Materie, Gott) und sprachlogischer Konzepte (z.B. Funktion, Bedeutung, Begriff).
Gudula Linck untersucht in dieser komplett überarbeiteten Neuausgabe des Buches aus dem Jahr 2001 die traditionellen Vorstellungen von Leib und Körper in China, indem sie mit Hilfe des Ansatzes von Hermann Schmitz die Verhältnisse von „Leib und Körper“; „Leib und Gefühl“ und „Mensch und Welt“ analysiert. Herausgearbeitet werden dabei im Selbst- und Weltverständnis sowohl die monistische Grundhaltung als auch dualistische Einflüsse, die das vormoderne China prägen. Von daher wird auch gefragt, inwieweit eine unmittelbarere Leiberfahrung und ein ganzheitlicheres Erleben in der chinesischen Tradition beobachtet werden können. Zur Sprache kommen in diesem Zusammenhang u.a. die Bedeutung des Herzens für das chinesische Menschenbild, die Macht der Gefühle, Techniken der Leibbeherrschung und die Beziehung des menschlichen Körpers zum Kosmos.
Ausgehend von einer radikalen Phänomenologie des Lebens fragt dieses Buch nicht, ob das Christentum wahr oder falsch sei, sondern welche Art von Wahrheit es zu denken aufgibt und den Menschen zu ihrem Heil anbietet. Da der Mensch nicht aus der Welt hervorgeht, sondern im Leben Gottes gezeugt wird, ist er dessen „Sohn". Dieses Leben Gottes ist zugleich die Selbstoffenbarung des Lebens als Wesen Gottes, so dass der Mensch als „Lebendiger" letztlich von dieser Selbstoffenbarung her verstanden werden muss, nämlich als „Sohn" im transzendentalen „Ur-Sohn"; in Christus. Eine Phänomenologie Christi Zeit genauer, wie dieser als ewiges, selbstaffektives „Wort" des „Vaters" gezeugt wird, um in seiner Ur-Ipseität als „Erst-Lebendigem" den konkreten Zugang eines jeden „Ich" zum Leben zu bilden. Diese Geburt des „Menschen" als „Sohn im Sohn kehrt nicht nur alle gegebenen Auffassungen vom Menschen als kausalem Wesen um, sondern sie enthält auch eine Ethik der Intersubjektivität und des Weltbezugs, in der Gesetz und Sorge als handlungsbestimmend den „Werken der Barmherzigkeit" weichen. Diese Ethik des neutestamentlichen „Liebesgebotes" entspricht der Ontologie des rein phänomenologischen Lebens selbst, nämlich in einer je möglichen „zweiten Geburt" das absolute Leben Gottes als nie abwesenden Grund unserer lebendigen Affektionen zu erproben und ihm zu entsprechen
Aristoteles zeigt im achten und neunten Buch der Nikomachischen Ethik die systematische Bedeutung der Freundschaft innerhalb des Strebens des Menschen nach seinem obersten Gut, der eudaimonia. Die Untersuchung der Freundschaft macht als längste Einzeluntersuchung innerhalb der Nikomachischen Ethik von ihrem Umfang her etwa ein Fünftel des Werkes aus. Dennoch haben die Ausführungen über die Freundschaft verglichen mit anderen Themen der Nikomachischen Ethik in der Geschichte der Kommentierung und der systematischen moralphilosophischen Diskussion weniger Beachtung gefunden. Es stellt sich die Frage, ob die geringere Auseinandersetzung mit dem für Aristoteles offensichtlich wichtigen Phänomen der Freundschaft nicht eine verkürzte Sicht seiner Ethik und Sozialphilosophie zur Folge hat. Die Autorin macht es sich deswegen zur Aufgabe, den Bezug der Freundschaftsthematik zu anderen großen Fragestellungen der Nikomachischen Ethik zu klären. Sie zeigt, daß die Freundschaft ohne Rekurs auf Begriffe wie den der Handlung, der Tugend, des Charakters, der Gemeinschaft oder der Lust nicht verständlich ist. Gleichzeitig macht sie deutlich, daß die Nikomachische Ethik als Ganze ohne Kenntnis der Freundschaft nicht umfassend erläutert werden kann: Das Streben des Menschen nach eudaimonia kann ohne den Besitz von Freunden nicht gelingen. Das hier vorgelegte Buch leistet eine systematische Zusammenschau anscheinend disparater Themen der Nikomachischen Ethik, die der sozialen Dimension der aristotelischen Ethik ein neues Gewicht verleiht. Damit liefert dieses Buch nicht nur einen Beitrag zur Interpretation der Nikomachischen Ethik, sondern auch zur systematischen moralphilosophischen Diskussion.