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Brill | Fink Ästhetiken der Tyrannis A1069585507
Tyrannen stehen in Kulturen seit der Antike mit Gewalt, Herrschaft, Willkür und Hybris in Beziehung. Insbesondere ab dem 18. Jahrhundert treten sie in literarischen Texten zudem als narzisstische, gierige und manipulative Männerfiguren in Erscheinung, zeigen sich jedoch auch belehrend oder unbelehrbar und wirken monströs oder kreatürlich. Tyrannenfiguren und die interdependente Gewaltherrschaft der Tyrannis sind politisch und ästhetisch konstruiert. Die interdisziplinäre Studie verschränkt ästhetische Theorien mit der Analyse von politischen Imaginationen der Tyrannis in literarischen Texten und einem Filmbeispiel. Staatstheoretische Erörterungen (Aristoteles, Machiavelli, Hobbes, Arendt), die Reflexion tyrannischer Männlichkeiten (Theweleit, Connell, Bourdieu), die Kulturtheorien von Freud, Benjamin, Elias und Foucault sowie die Ästhetiktheorien von Baumgarten, Schopenhauer, Rosenkranz und Nietzsche bilden die Grundlage für die Untersuchung der Tyrannisfigurationen. Ästhetiken der Tyrannis werden nach einem Rückblick auf Dante in Texten von Gellert, Wieland, Schiller, Bettina von Arnim, George, Thomas und Heinrich Mann, Ebner-Eschenbach, Kafka, Bronnen, Camus und Süskind sowie in Millers Film MAD MAX: FURY ROAD analysiert. Hierbei stehen antike Tyrannen, Künstlertyrannen, Haustyrannen, Lehrertyrannen und dystopische Tyrannen im Fokus, verbunden mit den Themenbereichen Räume, Binnenkunstwerke, Theatralität und Spiel im Spiel sowie Morden und Tyrannenmord. Die Studie untersucht die seit dem 18. Jahrhundert besonders hervortretende Affinität von Kulturen und ihren Ästhetiken zur Gewaltherrschaft und beinhaltet zugleich eine kritische Reflexion der Tyrannis.
Wir leben unser Leben als handelnde Personen – nicht, weil wir ein Gehirn besitzen, dessen Zustände uns in Bewegung setzen, sondern weil wir ein soziales Umfeld haben, das uns in einem steten Fluss praktischer Erwägungen und individueller Verantwortlichkeiten mit sich nimmt. Was das konkret heißen soll und was philosophisch daraus folgt, entwickelt Ralf Stoecker in insgesamt 36 Essays, teils auf Deutsch und teils in englischer Sprache. Der Autor setzt sich mit zentralen Themen der analytischen Handlungstheorie und Philosophie des Geistes auseinander und zieht die Konsequenzen aus seinem „askriptivistischen“ Handlungsverständnis für ethische Fragen (etwa den Unterschied zwischen Töten und Sterbenlassen) und unser Verständnis von Personalität. Das Buch endet wie das Leben: mit dem Thema Tod und der Frage nach dem Sinn.
Katastrophenereignisse bringen menschliche Handlungs- und Deutungsgewissheiten zum Einsturz. Sie stellen bestehende Ordnungen in Frage und konfrontieren die Gegenwart mit einer ungewissen Zukunft. Das institutionalisierte Wissen wird in seinen Deutungsansprüchen herausgefordert; Möglichkeiten der Darstellung und Imaginierbarkeit werden ebenso in Frage gestellt wie ästhetische Konzepte und künstlerische Verfahren. Vor diesem Hintergrund interessiert sich der Sammelband für die affektiven Dimensionen von Katastrophen: Momente des Schocks, der Erschütterung oder des Schreckens, die der Plötzlichkeit des Ereignisses entsprechen; Verunsicherung, Staunen, Neugier und Zweifel, die sich mit der Dauer der wissenschaftlichen oder künstlerischen Bewältigung der Katastrophe verbinden.
Karl Blossfeldts Pflanzenaufnahmen sind heute kanonische Bilder der Fotogeschichte. Als 1928 sein Buch »Urformen der Kunst« erschien, war das ein regelrechtes Medienereignis. Unzählige Tageszeitungen, aber auch Zeitschriften für Kunst und Fotografie sowie hochspezialisierte Fachblätter für Architektur, Biologie, Blumendekoration, Drechslerei, Mode oder Volkskunde berichteten über das Werk des bis dahin unbekannten Fotografen und Pflanzenmodelleurs. Die Edition dokumentiert in reicher Auswahl die Rezensionen seiner Bücher und Ausstellungen bis 1945 und bietet so ein unerlässliches Kompendium zum Studium dieses Klassikers der Moderne. In ihrer vielfältigen Auseinandersetzung mit der Natur leisten die Texte zudem einen wichtigen kulturgeschichtlichen Beitrag zur aktuellen Diskussion rund um das Thema Pflanze.
„Zeitenwende“ wurde zum „Wort des Jahres 2022“ gewählt. Viel wurde darüber gespottet, die Proklamation der „Zeitenwende“ sei stets Ausdruck von Überschätzung der eigenen Epoche gewesen. Tatsächlich ist wohl jeder Zeit ein solches Bedürfnis zuzugestehen: die eigenen Zeiten aktiv zu wenden – an der Zukunft mitzubauen. Dieser Sammelband vereinigt anlässlich seines 60. Geburtstages Beiträge von Weggefährt:innen des Religionsphilosophen und Dogmatikers Karlheinz Ruhstorfer, dessen topologischer Ansatz der Aufgabe des produktiven Bauens in besonderem Maße verpflichtet ist: Seine Intuition – das Gebot der Stunde ist „Konstellation“. Durch Zusammenstellung von Differentem entstehen Kreativitätsprozesse, die produktive Veränderung ermöglichen – eine neue Identität. Der Frage danach, wie eine solche Identität in abgrenzendem Bezug zu bisherigen Identitäten aussehen kann, spürt dieser Band in methodischer, theologisch-philosophischer sowie historischer und spiritueller Hinsicht nach.
Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Kocku von Stuckrad. Vom Schamanismus bis zum Waldbaden: Naturbezogene Spiritualität, exemplarisch verkörpert in Thoreaus »Walden«, hat heute vielerorts die traditionellen Religionen verdrängt. Wenn die Natur als heilig und ihr Schutz als menschliche Pflicht betrachtet wird, entsteht das Phänomen der »dunkelgrünen Religion«. In diesem fundierten und einfühlsamen Werk untersucht Bron Taylor die Entstehung von »grünen Religionen« in Nordamerika, Europa und darüber hinaus. Indem er ein großes Spektrum von Individuen und Gruppen heranzieht – Umweltschützer, Surfer, Künstler, Schriftsteller, Filmemacher, Politiker und Wissenschaftler – zeigt er den zunehmenden globalen Einfluss von naturbezogenen Spiritualitäten. Diese Religionen können »dunkelgrün« werden und sogar Gewaltanwendung in Kauf nehmen, wenn zur Sakralisierung der Natur der aktive persönliche Einsatz für ihren Schutz hinzukommt und dieser zur moralischen Pflicht erklärt wird – man denke an Greenpeace und andere Umweltschutzorganisationen. Die faszinierende Gesamtschau eines Phänomens, das heute mehr Bedeutung hat denn je zuvor.
Blick ins Buch Seine schwerste Niederlage im Siebenjährigen Krieg erlitt Friedrich II. nicht gegen Österreich und die Franzosen, sondern gegen Russland in der Schlacht von Kunersdorf. Die Überheblichkeit des Preußenkönigs und sein schematisches taktisches Vorgehen drohten zum Untergang seines Staates zu führen. Nur die großen politischen und operativen Differenzen auf Seiten der feindlichen Allianz verhinderten, dass sie den Erfolg ausnutzte. So konnte Friedrich II. den Widerstand in einer aussichtslos erscheinenden Lage fortsetzen und schließlich den Krieg mit ungeschmälertem Territorium überstehen. Mit Willenskraft, Geschick und Glück bewältigte er die letzten Kriegsjahre bis zum Ausscheiden Russlands aus der gegnerischen Koalition und verwandelte so das militärische Desaster von Kunersdorf am Ende in einen moralischen Triumph.
Brill | Schöningh Die Rache ist Mein allein A1060796236
Blick ins Buch Dina Porat präsentiert erstmals umfassend die Geschichte von 50 jungen Frauen und Männern, die als Untergrundkämpfer in Osteuropa die Schoa überlebten und nach dem Krieg beschlossen, sechs Millionen Deutsche zu töten. Angeführt von dem bewunderten Dichter und Partisanen Abba Kovner, wollten sie sich an der Nation rächen, die sie für die Ermordung von sechs Millionen Juden verantwortlich machten. Die Welt sollte sehen, dass jüdisches Blut nicht ungestraft vergossen werden dürfe. Auf Grundlage einer Fülle von Zeugenaussagen und von Quellen, die bisher in Archiven, in Broschüren oder in den Häusern der ehemaligen Mitglieder der Nakam-Gruppe verborgen lagen, wird das Geschehen in vielen erstaunlichen Einzelheiten ans Licht der Öffentlichkeit gebracht. Eingeflochten in die packende Erzählung sind die vom Rachethema unvermeidlich aufgeworfenen moralischen Fragen. " [The] book is totally engrossing; it reads like the best detective novel, although it is a first class work of historical research. " - Prof. Saul Friedländer, UCLA „ Das Buch beschäftigt sich mit einem der aufregendsten, kompliziertesten und verzweifeltsten Kapitel, das die Schoa und ihre Schatten der israelischen Gesellschaft bis heute auferlegt haben. Eine wissenschaftliche Meisterleistung, spannend und originell erzählt, die mit vielen neuen Erkenntnissen aufwartet. “ - Prof. Tuvia Frilig, Ben-Gurion-Universität des Negev
Brill | Schöningh Neue Perspektiven der Unternehmensgeschichte A1070245004
Der Band reflektiert systematisch das Verhältnis der Unternehmensgeschichte zu anderen Disziplinen der Geschichtswissenschaft, indem die Beiträge die methodischen wie inhaltlichen Schnittpunkte für zukünftige Forschungen aufzeigen – etwa zwischen Unternehmensgeschichte und Sozialgeschichte, Kulturgeschichte, Geschlechtergeschichte, Umweltgeschichte, Kolonialgeschichte, Wissenschaftsgeschichte oder Rechtsgeschichte. Jedes der instruktiven Kapitel gibt Anregungen dafür, wie die Unternehmensgeschichte in besonderer Weise dazu beitragen kann, wirtschaftliche Themen auch fernab quantitativer Verfahren für Historiker:innen verständlich zu machen und so maßgeblich zur ökonomischen Fundierung der Geschichtswissenschaft beizutragen.
This volume explores the phenomenon of Christian martyrdom and ideas of “following Christ”; in particular focusing on theological and pragmatic difficulties in the early Christian period. How can martyrs successfully follow Christ without themselves entering into a competition with him? What happens when the idea of following Christ so faithfully as to experience martyrdom becomes impossible because of the fundamentally different living situation of the faithful? How do Christian concepts of the model and of imitation compare to pagan traditions of “exempla”? Contributions from classical philology, ancient history, theology, and art history suggest some answers to these questions, drawing equally on ancient literature and material culture.
Brill | Fink Die Schrift im Dokumentartheater A1068855521
Tätowiert auf Körper, gedruckt auf Papier; mit Schriftzeichen und Ziffern wird die Wirklichkeit bestimmt, werden Macht und Gewalt ausgeübt – so zeichnen es die Stücke des Dokumentartheaters, die sich der Aufarbeitung von Holocaust und Totalitarismus, von individueller und kollektiver Schuld verschrieben haben. Den Anspruch, aufzuklären und Wahrheit zu vermitteln, unterstreichen die Dramentexte, wenn sie wiederum selbst auf schriftliche Quellen verweisen, auf Dokumente und Augenzeugenberichte. Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Mediums Schrift, die Bedeutung des Schreibens und Lesens in Dramentexten des dokumentarischen Theaters der 1960er und 1970er Jahre, und zwar in thematischer wie in formaler Hinsicht. Sie sucht damit einen völlig anderen Zugang zum Dokumentartheater zu erschließen und versteht sich als Beitrag zur Definitionsproblematik der Gattung, die bis heute besteht.
Brill | Schöningh "Euthanasie" und Holocaust A1060695776
Neben dem Holocaust zählt die „Euthanasie“ zu den großen NS-Massenverbrechen. In diesem Band werden die Verflechtungen der beiden Verbrechenskomplexe auf Basis neuester Forschungsergebnisse intensiv untersucht. Die Zusammenhänge zwischen der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und dem Holocaust sind noch immer nicht vollständig erforscht. Der Sammelband, zu dem namhafte Forscherinnen und Forscher beigetragen haben, beschäftigt sich mit den Beziehungen zwischen den beiden Mordprogrammen. Er benennt Kontinuitäten, Kausalitäten und parallele Entwicklungen. Dabei geht es um Themen wie Biopolitik, Eugenik und Zwangssterilisation, die Judenverfolgung in der Vorkriegszeit, die Morde im Rahmen der „Aktion T4“; die Krankenmorde in den Konzentrationslagern und im besetzten Polen, die „Aktion Reinhardt“ sowie die justizielle Ahndung der Verbrechen nach 1945. Die Untersuchungen erweitern unser Verständnis von den Verbrechen im Nationalsozialismus insgesamt und speziell zum Verhältnis von „Euthanasie“ und Holocaust.
Um in Zukunft ältere Menschen adäquat versorgen und eine gute Qualität von Pflege und Pflegearbeit sicherstellen zu können, müssen neue Formen sektorenübergreifender Zusammenarbeit gefunden und politisch gesichert werden. In sechs Fallstudien werden unterschiedliche Pflegemixmodelle untersucht und daran anschließend Empfehlungen für Strukturen einer sorgenden Gesellschaft erarbeitet. Als ethische Schlüsselkriterien werden die Förderung und der Erhalt der Selbstbestimmung von Pflegenden und Pflegebedürftigen sowie der Schutz ihrer psychischen und physischen Integrität zugrunde gelegt. Anhand dieser Maßstäbe werden sozialethische Desiderate identifiziert und gesellschaftliche Ressourcen evaluiert, die subsidiär verzahnt eine gedeihliche Organisation der Versorgung für Pflegende und Pflegebedürftige ermöglichen.
Brill | mentis Moraltheorien und Erfahrungswissen A1073582201
Ethische Theorien befassen sich mit grundlegenden Fragen wie die nach der Begründung und Bestimmung des guten Lebens, der Bildung eines moralischen Charakters und sittlicher Grundhaltungen, der Ausgestaltung gerechter Normen, der Ermittlung des größtmöglichen Nutzens, der Identifizierung grundlegender Güter, der Formulierung von Pflichten oder der Rekonstruktion bewährter Normen und Werte. Dabei werden die epistemische Bedeutung und normative Relevanz der Empirie für ethische Theorien unterschiedlich konzipiert. Der Band behandelt in systematischer Absicht die empirischen Implikationen und Annahmen zentraler Moraltheorien (Tugendethik, Pflichtenethik/Deontologie, Güterethik, Utilitarismus, Kontraktualismus, Diskursethik, Gefühlsethik, Konsequentialismus, Kohärentismus, Kommunitarismus, Pragmatismus, Hermeneutische Ethik, Analytische Ethik).
Brill | Schöningh Narrativität in der Sozialethik A1073582605
In diesem Buch wird erprobt, was ein narrationstheoretischer Ansatz für eine Christliche Sozialethik leisten kann. Konkret wird dies vor dem Hintergrund der stil- und bewusstseinsprägenden Paradigmen der Mainstream Management Studies erarbeitet, die zu sozialen und ökologischen Fehlentwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Der Studie liegt die These zugrunde, dass der Narrativität des Ethischen auch sozialethisch programmatische Bedeutung zukommt, dem ‚narrative turn‘ der Human-, Sozial- und Kulturwissenschaften bisher jedoch in der Christlichen Sozialethik zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Die Untersuchung will das Potenzial narrationstheoretischer Forschung für die Christliche Sozialethik auf einer anthropologischen, sozialtheoretischen und moralphilosophischen Ebene herausarbeiten und mit Bezug auf die Management Studies exemplarisch fruchtbar machen.
Die Beiträge des Bandes erörtern philosophische, theologische und sozialwissenschaftliche Aspekte des Care-Diskurses, deren Potential für die theologische Ethik und das Potential theologischer Impulse für die Care-Ethik. Im Fokus stehen die Bedeutung der Sorge im menschlichen Leben sowie die Beziehungs- und die politische Dimension der Sorge. Haltungsethische und normative Reflexionen des Sorgens sowie institutionenbezogene und sozialpolitische Bedingungen gelingender Sorgeleistungen prägen die Beiträge. Konkrete Handlungsfelder von Krankensorge, Altenpflege und Sozialer Arbeit bis zur Ökologie werden aus der Perspektive eines Sorgehandelns und gerechter Sorgebedingungen diskutiert, unter anderem mit Blick auf die geschlechterasymmetrische Sorgearbeitsteilung und die damit verbundenen Probleme der Geschlechtergerechtigkeit. Der Band dokumentiert Erträge des 41. Kongresses der Internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik in Münster im Herbst 2023.
Brill | Schöningh Der Tempel der Gerechtigkeit A1068068753
Dieser Band präsentiert zunächst die Morphologie der 432 Titel der Pandekten als weitgehend rhetorisch komponiert, woraufhin diese Einsicht in eine systematische Hermeneutik übersetzt wird: die Titel der Pandekten sind – auch – systematisch auszulegen. Friedrich Bluhmes Massentheorie erscheint daher richtig, aber unvollständig und beweist nicht, dass das räumliche Nacheinander der die Titel ausmachenden Leges die unabsichtliche Folge des zeitlichen Nacheinanders des Exzerpierens ist. Es scheint vielmehr die absichtliche Folge eines Kompositionsbestrebens zu sein. Bei einer konsequenten Anwendung von Bluhmes eigener Methode käme man zu dem Ergebnis, dass etwa ein Viertel der Leges nicht dort alloziert sind, wo sie theoretisch stehen müssten. Durch diese ‚Versetzungen‘ werden semantische Systeme mit den umgebenden Stellen etabliert, indem die Kompilatoren mittels der Leittextmethode in einen textlichen Hauptstrang Nebenstränge einflechten.
Die Metaethik als Disziplin kann auf eine vergleichsweise kurze Vergangenheit zurückblicken. Datiert wird ihre Geburtsstunde zumeist auf das Erscheinen der Principia Ethica (1903) von G. E. Moore. Seitdem hat sie jedoch einen rasanten Aufstieg erlebt. So müssen sich ihre Publikationszahlen, auch im deutschsprachigen Raum, nicht vor denen der angewandten Ethik oder politischen Philosophie verstecken. Diesem Interesse steht ein auffälliges »Schweigen« gegenüber, das Forschungsfeld entsprechend zu strukturieren und überblicksartig darzustellen. Insbesondere im deutschsprachigen Raum finden wir aktuell nur wenig einführende Literatur, die dieser Zielsetzung folgt. Diesem Desiderat möchte der »Grundkurs Metaethik« abhelfen. Konzeptionell ist er als ein Einführungswerk zu verstehen, das versucht, einen Überblick über die Grundlagen, Positionen und Schlüsselkontroversen der Metaethik anzubieten. Es richtet sich an Studierende der Philosophie, an Lehrende in der Schule und Universität, sowie an alle, die an Fragen interessiert sind, die mit den Grundlagen der Moral zusammenhängen. Die einzelnen Kapitel können unabhängig voneinander studiert werden, am Ende jedes Kapitels werden Literaturhinweise zur vertiefenden Beschäftigung mit dem Thema gegeben.
Die Beiträge des Bands analysieren die vielen Gesichter der Gewalt und fragen nach übergreifenden Wesenszügen des Phänomens Gewalt. In phänomenologischer Perspektive rücken sie das erfahrende Subjekt ins Zentrum der Analyse. Der Band fokussiert Gewalt als ein perspektivisches Phänomen, als erlittene, verübte oder aus der Perspektive Dritter erfahrene, etwa bezeugte Gewalt, ohne zu unterstellen, dass sich schlicht von der Gewalt reden ließe. Dass der Sinn der Gewalt immer perspektivisch erfahren wird, besagt nicht, dass zwischen Gewalt als Widerfahrnis, als Intention und als sozialem Ereignis ein unüberbrückbarer analytischer Abgrund bestünde, wie er handlungs- und diskurstheoretische Ansätze traditionell trennt. Vielmehr ist dem Sinn der Gewalt nur im Rückgang auf jenes Zwischenreich von subjektivem Sinn und objektiven Ordnungen auf die Spur zu kommen, in dem wir als leibliche Wesen der Welt Sinn abgewinnen, in dem aber auch unsere vielfältige Verletzlichkeit gründet.
Die Armen sind immer die Menge der Armen – aber wie wird diese Menge in Literatur und Kulturgeschichte dargestellt? Was heißt es, die Menge der Armen zu repräsentieren oder für sie Partei zu ergreifen? Die Beiträge dieses Bandes nähern sich dem Phänomen aus unterschiedlichen Blickwinkeln und fragen nach dem Bild und den Repräsentationsmöglichkeiten der Armen in Europa und Lateinamerika; den Konstellationen und Konvergenzen von Menge und Masse; den Sichtbarkeiten von Subjekten in der Menge und der Menge als (politisches) Subjekt. Der Band untersucht die Begriffe, Praktiken und Ästhetiken, die sich im Verhältnis von Menge und Armut überschneiden.