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Brill | Schöningh Tsushima 1905 A1059747115
Die Seeschlacht von Tsushima brachte die Entscheidung im Russisch-Japanischen Krieg von 1904/05. Sie hatte einen prägenden Einfluss auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Dieses Buch schildert nicht nur die Hintergründe und den Verlauf der Schlacht, sondern auch, wie die Ereignisse in Ostasien die Weltgeschichte mitbestimmten. Denn der Erste Weltkrieg, die Russische Revolution und sogar Pearl Harbor wurden von den Lehren und Erfahrungen, die sich an Tsushima knüpften, beeinflusst. Der Sieg, den der japanische Admiral Togo in der Koreastraße über das russische Geschwader unter Admiral Rožestvenskij errang, stellte die Weichen für das Ende des Russisch-Japanischen Krieges. Japans Aufstieg zur Großmacht im Pazifikraum nahm seinen Anfang. Das bereits marode Zarenreich hingegen glitt in eine Epoche der Unruhen und Revolutionen. Dass die modern ausgerüsteten und effizient geführten japanischen Streitkräfte der Großmacht Russland eine empfindliche Niederlage beibringen konnten, wurde weltweit von der Öffentlichkeit und den Militärs mit Erstaunen wahrgenommen. Konnte es sein, dass kluge Planung, neueste Militärtechnik und schnelle Mobilisierung den sicheren Sieg über einen an Material und Personal überlegenen Gegner bedeuteten?
Das deutsche Martyrologium sammelt die Biografien katholischer Christen im 20. Jahrhundert, die um ihres Glaubens willen einen gewaltsamen Tod erlitten. Es handelt sich um widerständige Personen aus den Verfolgungen des Nationalsozialismus, des Kommunismus und der Missionsgebiete. Die größte Gruppe bilden die Männer und Frauen aus der Gegnerschaft zur NS-Ideologie. Die Personen stammten aus allen Regionen des Deutschen Reiches, waren Priester und Laien, Junge und Alte aus verschiedensten Berufen und Aufgaben. Mehr als 170 Fachleute aus dem In- und Ausland haben die etwa 1000 Lebensbilder gesammelt und mit einem Werk-, Quellen- und Literaturverzeichnis und, soweit möglich, einem Porträtfoto, versehen. Das zweibändige Werk bietet ein unverzichtbares Nachschlagewerk für Wissenschaft, Kirche und die interessierte Öffentlichkeit.
Dieses Buch analysiert und problematisiert die Grundstrukturen der digitalen Lebenswelt aus ethischer Perspektive. Im Zentrum stehen die technischen Phänomene von Künstlicher Intelligenz, virtueller Realität und Internet. Mit Blick auf das Zusammenspiel dieser neuen digitalen Medien entwirft das Buch eine Ethik der Digitalität, die kritisch zwischen Illusion, Fiktion, Simulation und Realität unterscheidet. Dadurch werden Wege und Orientierungen aufgezeigt, die es uns ermöglichen, individuelle und kollektive Autonomie gerade auch in unserem digitalen Mediengebrauch zu realisieren.
Isaac von Sinclair war eine bedeutende und vielseitige Persönlichkeit der Zeit um 1800: Er war Diplomat, Politiker, Dichter, Dramatiker und Philosoph, war einer der originellsten Fichte-Schüler und Freund von Hölderlin und Hegel im Frankfurter ‚Bund der Geister‘. Seine sogenannten Philosophischen Raisonnements stellen Dieter Henrich zufolge „eines der wesentlichsten Dokumente aus der Frühgeschichte des Idealismus“ dar. Ausgehend von Fichte und Spinoza bietet der Text einen genauso faszinierenden wie komplexen philosophischen Entwurf, der für die weitere Entwicklung der klassischen deutschen Philosophie von erheblichem Gewicht war. Die hier veröffentlichte Ausgabe des Textes basiert zum ersten Mal direkt auf dem Originalmanuskript.
Von der Mütterlichkeit zur Partnerschaft, von der Berufung zum Beruf, von der Helferin zur akademischen Fachkraft – den Wandel katholischer Frauenleben von den 1960er- bis zu den 1980er-Jahren untersucht dieser Band. Wie positionieren sich katholische Frauen zwischen Kirche und gesellschaftlichen Entwicklungen? Welche Gestaltungsmacht entwickelten sie und welche Begrenzungen akzeptierten sie? Der Band analysiert erstens das weibliche Rollen- und Berufsverständnis von katholischen Frauen anhand der Zeitschrift „Die christliche Frau”; zweitens den Übergang des Berufs der Seelsorgehelferin zu dem der Gemeindeassistentin/-referentin, drittens die Praxis der theologischen Ausbildung von Frauen zu Gemeindereferentinnen sowie viertens die Erschließung des Hochschulraums der Sozialen Arbeit durch Frauen. Das Untersuchungsfeld der Studien bildet die 1971 gegründete Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen.
Brill | Fink Authentizität nach Pasolini A1063024476
Pier Paolo Pasolini (1922–1975) war ein traditionsverbundener, marxistischer Atheist mit Tendenzen zur christlichen Spiritualität. Er idealisierte vergangene, archaische, ‚einfache‘ Gesellschafts- und Bewusstseinsformen, die sich der Rationalität, Gleichschaltung und Kommerzialisierung moderner, kapitalistischer Welten verwehren. Der Band versammelt 13 Aufsätze internationaler Pasolini-Experten und -Expertinnen, die der Frage nachgehen, inwieweit sich das Konzept der Authentizität eignet, um sich dem Regisseur und seinem Werk zu nähern. Inwiefern hing Pasolini dem ‚Mythos Authentizität‘ nach? Lassen sich künstlerische Mittel bestimmen, die Formen des (In-)Authentischen zum Ausdruck bringen? Vorgelegt werden Analysen zu den Spielfilmen „Accattone“; „Mamma Roma“; „Il Vangelo secondo Matteo“; „Edipo Re“; „Teorema“ und „Medea“; zu den Dokumentationen „Il 12 dicembre“ und „Appunti per un film sull‘India“ sowie zu den unverwirklicht gebliebenen Drehbüchern „L’Histoire du Soldat“ und „Porno-Teo-Kolossal“.
Brill | Schöningh Perspektiven der Ostkirchenkunde A1063224995
Vor dem Hintergrund der Biographien von 20 ausgewählten Ostkirchenkundlern des 20. Jahrhunderts wird deren ostkirchliche Hermeneutik untersucht. Dabei kommen sowohl die Ansätze der evangelischen Ostkirchenkunde als auch die der römisch-katholischen Ostkirchenkunde aus Ost- und aus Westdeutschland in den Blick. Vorgestellt werden so unterschiedliche Zugänge zu den Ostkirchen wie die Hermeneutiken Friedrich Heilers, Fairy von Lilienfelds, Hildegard Schaeders, Hans-Joachim Schulz’ oder Eduard Winters. Neben Beiträgen der beiden Herausgeber enthält der Band auch Beiträge u.a. von Gisa Bauer (Köln), Hacik Gazer (Erlangen), Irena Pavlović (Erlangen) und Robert Rapljenović (Eichstätt).
Wehrwissenschaften - Eine Ideengeschichte des Krieges im 20. Jahrhundert. Mit der Erfahrung des Ersten Weltkrieges wurde das Verhältnis von Krieg, Militär und ziviler Gesellschaft neu verhandelt. Das Deutungsmuster des »totalen Krieges« und die spezifischen Zeitumstände lieferten den Nährboden für Ideen, die unter dem Stichwort Wehrwissenschaften firmierten und sich nur unzureichend mit den Kategorien eines nach Disziplinen geordneten Wissenschaftssystem begreifen ließen. Die Geschichte der Wehrwissenschaften zeigt, wie die Idee des Krieges sich einmal in den Disziplinen manifestierte, aber auch in inter- und transdisziplinäre Räume und Kontaktflächen zu gesellschaftlichen Teilsystemen diffundierte. Diese umfassende Ausrichtung auf den Krieg ist eine Fallstudie zur »Bellifizierung« der Gesellschaft, denn hier zeigt sich die umfassende Selbstmobilisierung ziviler Akteure in Fragen des Krieges im 20. Jahrhundert.
Brill | Fink Mein Schmerz und die Anderen A1074553461
Schmerz ist ein Beziehungsgeschehen. Gefühle der Einsamkeit und Isolation bedingen, dass man dem Verhältnis zu anderen Menschen und ihrer Bedeutung für den Schmerz kaum Aufmerksamkeit schenkt. Dass es jedoch im Erleben einer leidvollen Situation einen großen Unterschied macht, ob man mitfühlend berührt und getröstet oder ob man ignoriert wird, zeigt die Erfahrung. Diese Beobachtung verlangt nach einer Reflexion über die Intersubjektivität und Alterität der Schmerzerfahrung. Durch die Untersuchung ausgewählter Phänomene, u. a. von Folter, Selbstverletzung oder Geburtsschmerz, wird ausgelotet, wie das Empfinden durch andere beeinflusst wird und die konkrete Situation das individuelle Erleben von Nähe und Distanz verändert. Umgekehrt ist zu prüfen, inwieweit Empathie oder ihr Fehlen das Erleben von Schmerz modifizieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Analyse zwischenmenschlicher Beziehungen, die sich in extremer affektiver Betroffenheit besonders verdichten, für eine Phänomenologie des Schmerzes unentbehrlich ist.
Brauchen wir eine digitale Aufklärung? Am Übergang von der Kulturtechnik der skripturalen zu einer digitalen Literalität, in der eine „Lesbarkeit der Welt“ der Maschinenlesbarkeit des Datenuniversums weicht, stellt sich diese Frage akut, ebenso, wie diese aussehen könnte. Der vorliegende Band sammelt erste Resultate der philosophischen Digitalitätsforschung zu diesem Thema, die aus der gemeinsamen Tagung der AG Digitalitätsforschung der Deutschen Gesellschaft für Philosophie (DGPhil) mit dem Käte Hamburger Kolleg „Cultures of Research“ (c:o/re) vom 15. bis 17. April 2025 an der RWTH Aachen hervorgegangen sind.
Ziel des Buches ist es, das Individuum zu sprengen. Jedes Individuum muss dem Anspruch nachgeben, sich zu definieren. Dadurch aber erstarrt es im Dinghaften und mit ihm auch das Denken: reproduzierbares Wissen und das Verlangen nach durchgängiger Verständlichkeit – kurz: die Banalität – obsiegen. Gilles Deleuze und Martin Heidegger relativieren den pessimistischen Charakter dieses Gedankens, indem sie in der Banalität eine Zweideutigkeit ausmachen: Die Banalität ist nicht nur lähmend, sie kann auch produktiv werden und zwar dort, wo sie unerträglich wird. An diesem Punkt nämlich zwingt sie uns zu einer Überschreitung ins Ungewisse und erst dann wird das Denken geboren. Da nun jedes Individuum von seiner Geschichte abhängt und umgekehrt, siegt auch in der Geschichte die Banalität. Es fragt sich also im größeren Maßstab: Ist heute der geschichtliche Augenblick gekommen, das Individuum zu sprengen? Womöglich. In jedem Fall gilt: In der Zweideutigkeit liegt die Sprengkraft geborgen.
Die Knochenmarkspende von Kindern für Geschwister, die an Leukämie erkrankt sind, ist eine lebensrettende Therapie. Kinder sind aber noch nicht in der Lage, selbst eine Einwilligung zu geben. Wie sollen Kinder beteiligt werden? Welche ethischen Fragen stellen sich? Die Beiträge diskutieren moralische, rechtliche, psychologische, philosophische und gesellschaftliche Aspekte: Fragen zur Freiwilligkeit bei der Einwilligung zu einer Spende, zur Verletzlichkeit des Kindes und zu Verstrickungen in Familienbeziehungen, zum Verhältnis von Recht und Ethik, zur möglichen Diskrepanz von Kindeswohl und Kindeswille und zu den Kinderrechten. Wie sich zeigt, geht es um mehr als um die Einwilligung selbst, nämlich um das Integrierenkönnen der Spende (oder in seltenen Fällen der Entscheidung gegen sie) in die Biographie des Spenderkindes, um die psychische und narrative Verarbeitung innerhalb der Familiengeschichte, um die Sicht auf die Geschehnisse aus der Retrospektive Jahre später. Diese Aspekte haben Implikationen für das Verständnis und die Bedeutung von 'Zustimmung und Zumutung' auch in anderen Bereichen der Medizin, in denen eine rettende Behandlung kaum abzulehnen ist.
Die phänomenologische Diversität diabolischer Protagonisten und die diskursive Fülle ihrer Gestaltungsmöglichkeiten in der Literatur und anderen Künsten machen deutlich, dass Teufel und Form aufs Engste miteinander verwoben und mithin aufeinander bezogen sind. Die mehrheitlich romanistischen Beiträge des Sammelbandes analysieren exemplarische figürliche Manifestationen des Teuflischen und deren teuflische Gattungsausprägungen erstmals auf systematische Weise. Dabei steht die Formenvielfalt in diachroner Sicht vom Mittelalter bis in die Gegenwart und in medialer Perspektive in narrativen, reflexiven, dramatisch-darstellerischen und lyrisch-poetischen Textzeugnissen im Fokus.
Wie lässt sich mit typographischer Gestaltung die Gehirntätigkeit steuern? Warum kaufen Menschen im Supermarkt plötzlich die doppelte Menge an Dosensuppen? Und was bewirkt der Halo-Effekt beim Branding? Es gibt viel, was Design und Marketing von Neurowissenschaften und Psychologie lernen können. Dieses Buch will Designern und Marketingexperten einen Zugang zu diesem wichtigen Bereich ermöglichen. Dazu führt es in die Grundlagen des Neuro-Designs ein und vermittelt konkrete Techniken für die Berufspraxis.
There is no doubt that our world is becoming increasingly more connected through digital technologies. For meaningful participation in this environment we need to be digitally literate, yet there are many children in developing countries who have yet to touch a computer because of social disadvantage. For these children, schools are the only place where they can build this capacity. Regrettably, many schools in these communities are under resourced. They do not have sufficient and relevant library books, let alone digital resources. As a consequence, teaching and learning strategies have remained unchanged for decades. The field of critical pedagogy evolved through the initial work of Paulo Freire. This theory is underpinned by critical thinking about societal issues followed by action and reflection. When citizens are armed with such knowledge and skills, they can positively impact on the lives of the underprivileged. Critical pedagogy, however, is still struggling to find its meaningful place, particularly in higher education. This is largely due to the lack of effective strategies and critical educators. Share Engage Educate is an auto-ethnography which presents accounts of the initiatives that were undertaken to promote print and digital literacy in rural and remote schools in eight developing countries. It highlights the experiences of school leaders, teachers, university staff and students, and globally minded citizens working alongside local communities to enhance the quality of education for over 15,000 children in these schools. This book explores how critical pedagogy can unfold in educational spaces through knowledge sharing, engaging and in the process educating all stakeholders.
Am Gebirgsfluss Isonzo – auf Slowenisch Soča – verlief vom Frühjahr 1915 bis zum Herbst 1917 die Hauptfront zwischen dem Kaiserreich Österreich-Ungarn und dem jungen Nationalstaat Italien. Nachdem der italienische Generalstabschef Luigi Cadorna in elf Offensiven gegen die österreichischen Stellungen nur wenig Geländegewinn erzielt hatte, waren die Streitkräfte der Mittelmächte im Oktober 1917 in der Lage, die Linien des Gegners zu durchbrechen. Das italienische Heer musste sich 150 Kilometer weit nach Westen bis zum Piave zurückziehen. Für Habsburg erwies sich der militärische Erfolg als Pyrrhussieg. Rom begann, die Nationalitäten der Donaumonarchie im Kampf um die Eigenstaatlichkeit zu unterstützen. Die verlustreichen Materialschlachten am Isonzo sind eng verwoben mit Ereignissen von globalgeschichtlichem Rang: dem Zerfall der Habsburgermonarchie und der Errichtung des Mussolini-Regimes. Rolf Wörsdörfers Buch basiert auf Briefwechseln, Erinnerungen und Tagebuchnotizen von Soldaten, Krankenschwestern, Ärzten, Feldkaplänen, Journalistinnen, Politikern und Alpinisten. Der Verfasser wertet Texte österreichischer, deutscher, italienischer, slowenischer, tschechischer, kroatischer und ungarischer Herkunft aus, um sie vor dem Hintergrund des internationalen Forschungsstandes zu diskutieren. Auf diese Weise entsteht ein zugleich facettenreiches und realitätsnahes Bild der Völkerschlachten am Gebirgsfluss, die zu den bedeutendsten und folgenreichsten Großereignissen des Ersten Weltkriegs zählen.
Anna Wasa (1568–1625) war die Tochter des schwedischen Königs Johann III. und der polnischen Prinzessin Katarina Jagellonica. Sie wurde katholisch erzogen, konvertierte jedoch bereits 1583 zum Protestantismus und blieb bis an ihr Lebensende eine glühende Lutheranerin. Sie war eine umfassend gebildete und wissenschaftlich interssierte Frau, die in der Literatur auch „Königin der polnischen Botanik“ genannt wird. Als ihr Bruder zum König Sigismund III. von Polen wurde, begleitete sie ihn dorthin und starb ledig. Diese mit einer ausführlichen Einleitung versehene Edition versammelt erstmals Anna Wasas Korrespondenz – ein für die Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit bedeutsamer Quellenbestand. Die auf Schwedisch, Deutsch und Polnisch verfassten Briefe werden alle durch Regesten in deutscher Sprache erschlossen.
Verspricht das ‚Home-Office‘ eine neue Arbeitsform, treten häufig Spannungen zwischen ‚Home‘ als Raum des Privaten und ‚Office‘ als Sphäre des Bürokratischen auf. Das Private erzeugt Widerstände, die es einzuschränken gilt, um dem Arbeiten (mehr) Raum zu geben. Mit solchen Machtkämpfen am bzw. um den Schreibtisch befasst sich der 32. Band der ZGDS-Reihe. Etymologisch wird Bürokratie als Schreibtisch-Herrschaft in zwei Richtungen verstanden: Einerseits wird vom Schreibtisch aus Macht verübt, andererseits werden am Tisch Herrschaftsverhältnisse im Schreiben ausgefochten. Schreibtische werden zu Bühnen des Bürokratischen, die aus medien-, theater- und literaturwissenschaftlicher Perspektive betrachtet werden. Als „Imperative ihrer Inszenierung“ (Campe) wird sich der Bürokratie in Schreibszenen gewidmet, die ihre Imperative nicht nur implizit beinhalten, sondern auch solche Imperative innerhalb einer Machtstruktur explizit im Szenischen lesbar machen.
Guardini hat den Menschen als Werdenden begriffen. Diese dynamische Anthropologie kristallisiert sich musterhaft in der „Gegensatzdynamik“ heraus, welche Guardinis Philosophie eigen ist und mittels derer er menschliche Entwicklungsprozesse beschrieben sowie angeleitet hat. Dies belegt diese Studie nicht nur dank einer so bisher noch nicht erfolgten Analyse von Guardinis philosophischem Hauptwerk „Der Gegensatz“; sondern auch mit Blick auf dessen voluminöses restliches Werk und die relevante Sekundärliteratur. Damit liefert diese Untersuchung eine neuartige Interpretationsgrundlage für Guardinis philosophische Anthropologie, denn „mit dieser Beziehung auf Zeit als dem tragenden Element des Werdens erreicht die Dissertation eine neue Phase künftiger Auslegung Guardinis“ (H.-B. Gerl-Falkovitz).