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Chronos «Nobelhotel für Versager», Sachbücher von Daniel Deplazes
Ohne Schlafsäle, dafür mit Porzellantellern und weissen Tischdecken im Speisesaal, galt das Zürcher Landerziehungsheim Albisbrunn lange als Musterinstitution, um schwererziehbare Knaben und Jugendliche zu bessern. Albisbrunn hatte den Ruf, ein Nobelhotel für Versager zu sein. Die Studie untersucht, wie Albisbrunn von 1960 bis 1990 als Teil eines weitverzweigten Netzwerks funktionierte. Die Fremdplatzierung von Knaben und Jugendlichen durch Behörden, Gerichte und Eltern war auch in Albisbrunn mit viel Leid verbunden. Sowohl die betroffenen Zöglinge als auch die für die Heimerziehung Verantwortlichen produzierten dabei in vielfältiger Weise Bedeutung, um mit den an sie herangetragenen, schwer zu lösenden Aufgaben und Zumutungen umzugehen. Um sich der verwirrenden Komplexität dieser Bedeutungskonstituierung zu nähern, analysiert die Studie ausgehend vom Fallbeispiel Albisbrunn, wie sich Akteure in Netzwerken zusammenschlossen. Hierfür wird auf die von Bruno Latour und anderen entwickelte Akteur-Netzwerk-Theorie zurückgegriffen. Anhand von fünf für die Akteure bedeutsamen Kontroversen - Buchhaltung, Drogen, Heimforschung, Heimkritik und das Projekt einer pädagogisch-therapeutischen Intensivabteilung - lässt sich studieren, wie die Akteur-Netzwerke funktionierten.
Chronos Das Fleisch und die Metzger, Sachbücher von Peter Haenger
Der Umgang mit Nahrungsmitteln ist einem tiefgreifenden historischen Wandel ausgesetzt. Dies zeigt sich auch und gerade beim Fleisch: Vom gelegentlichen Verzehr gesalzenen oder getrockneten Fleisches in den agrarischen Gesellschaften des europäischen Mittelalters geht die Entwicklung hin zu einem allzeit verfügbaren Konsumartikel, der heutzutage einen der Hauptbestandteile der sich global ausbreitenden Fast-Food-Kultur bildet. Das Buch beschäftigt sich mit den wichtigsten Etappen auf dem Weg zum Massenkonsum von Fleisch. Es beschreibt unter anderem die vorindustriellen Bedingungen der Verarbeitung, die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Hygienisierung des Schlachtens und die Errichtung eines zentralen Schlachthofs am Beispiel der Stadt Basel, das Aufkommen von Fleischkonserven und den Kampf um die Zulassung von Gefrierfleischimporten aus Übersee, die Entstehung von Grossbetrieben und Konsumgenossenschaften sowie die stille Revolution, die Industrialisierung der bäuerlichen Landwirtschaft. Die Leserinnen und Leser werden sehen, dass die Debatten um die Unbedenklichkeit von Fleischprodukten nicht erst seit dem Rinderwahnsinn oder den Hormonskandalen dazu geeignet sind, die Konsumentenschaft aufzuwühlen. Fleisch war nie ein Nahrungsmittel wie jedes andere und sein Verzehr war stets von bedeutungsvollen Umständen begleitet.
Chronos Bürger und Juden, Fachbücher von Erich Keller
Dem Tuchhändler Joseph Wyler aus dem ländlichen Aargau und dem Anwalt Martin Bloch aus St. Gallen gelingt im bürgerlichen Zürich des späten 19. Jahrhunderts ein sozialer Aufstieg, wie er ihren Eltern verwehrt gewesen wäre. Im boomenden Wirtschaftszentrum nehmen sie die über Jahrhunderte verweigerte Integration in die eigenen Hände: Sie werden Bürger und bleiben Juden. Ihren politischen Ambitionen im Freisinn jedoch wird eine Abfuhr erteilt. 1925 heiraten Hugo Wyler, Sohn des Tuchhändlers, und Gertrud "Trudy" Bloch, die Tochter des Anwalts. Doch längst ist alles instabil geworden. Gegen den Widerstand der Familie wird Trudy Wyler-Bloch Zionistin. Ihr Mann tritt in Martin Blochs Kanzlei ein und wird bald darauf Honorarkonsul von Monaco. Politische Wirren rund um Martin Bloch bringen die Anwaltskanzlei aber in arge Schieflage, und der Zweite Weltkrieg setzt auch dem Tuchhandel schwer zu.
Chronos Das Gebäude als Akteur, Fachbücher von Anke Rees
"Das Gebäude als Akteur" ist ein Fachbuch, das sich mit der Wechselwirkung zwischen Gebäuden und Menschen auseinandersetzt. Es bietet eine umfassende Analyse der Rolle von Architektur als aktiven Akteur in sozialen und kulturellen Kontexten. Die Autorin Anke Rees untersucht verschiedene theoretische Zugänge und Methoden, um die Beziehung zwischen gebauten Strukturen und deren Nutzern zu beleuchten. Das Buch gliedert sich in mehrere Kapitel, die von der Einführung in das Atmosphären-Netzwerk-Modell bis hin zu spezifischen Fallstudien, wie der Schiller-Oper, reichen. Es wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der volkskundliche, kulturwissenschaftliche und technische Perspektiven integriert. Die Leserinnen und Leser erhalten Einblicke in die Wahrnehmung von Räumen und deren Einfluss auf das menschliche Verhalten sowie in die Bedeutung von Gebäuden als kulturelle Artefakte. Mit 360 Seiten bietet das Buch eine fundierte Grundlage für alle, die sich für Architektur und deren gesellschaftliche Relevanz interessieren.
Chronos Die Bühne als Kanzel, Fachbücher von Jakob Funcklin
"Die Bühne als Kanzel" ist eine umfassende Studie, die sich mit einem oft vernachlässigten Aspekt der Reformationsgeschichte beschäftigt. Anstatt sich auf die bekannten Figuren wie Luther und Zwingli zu konzentrieren, rückt das Werk die zweite Priestergarde in den Vordergrund, die eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung der neuen Glaubenslehre spielte. Insbesondere die Kanzelpredigten dieser Priester waren von grosser Bedeutung, wobei einige von ihnen auch literarische Medien nutzten, um ihre Botschaften zu verbreiten. Jakob Funcklin, ein herausragender Vertreter dieser Gruppe, wird als zentrale Figur betrachtet. Seine vielfältigen sozialen Rollen in Biel, von Prediger bis Chorrichter, sowie seine literarischen Beiträge, insbesondere die inszenierten Bibeldramen, werden eingehend beleuchtet. Diese Studie bietet nicht nur einen tiefen Einblick in Funcklins Leben, sondern auch in die gesellschaftlichen und kulturellen Strömungen seiner Zeit.
Chronos Design, Sachbücher von Folkers, Gerd/Schmid, Martin
Das Buch "Design" von Chronos bietet eine umfassende Analyse des Begriffs Design im akademischen Kontext, insbesondere an der ETH Zürich. Es beleuchtet die vielfältigen Interpretationen von Design, die von der theoretischen Beschreibung von Materialeigenschaften bis hin zu experimentellen Tests reichen. Die Themen umfassen unter anderem die Entwicklung von Flugzeugen, Robotern und den dazugehörigen Steuerungscodes. Darüber hinaus wird die Rolle des Designs in der Simulation menschlichen Verhaltens, der Entwicklung neuer Lern- und Lehrsysteme sowie der Planung zukünftiger Abfallentsorgungssysteme thematisiert. Die Diskussion über die Qualifikation von Design wird als eine Frage der Bewertung durch die Forschenden dargestellt, was zu einer tiefgehenden Reflexion über die Natur des Designs anregt.
Chronos Groteske Ökonomien, Fachbücher von Christian Kiening
Ökonomische Phänomene spielen in der Literatur der frühen Neuzeit eine zunehmend wichtige Rolle. Sie begegnen dort aber oft im Modus der Verzerrung. Es interessieren die Möglichkeiten des Täuschens und Trügens, der Camouflage, des Körpereinsatzes. Der homo oeconomicus ist eine schelmische, narrative Experimentalfigur, die nicht in mittel- oder längerfristigen Zusammenhängen beleuchtet wird, sondern im Augenblick, im Ereignis, in der Situation. Auch das Geld hat spielerische Züge: ein universales Medium, der Nerv aller Dinge, die Basis der Wunschbefriedigung, ist es ebenso eine Gefahr, eine Plage, ein Hort der Unsicherheit. Den kleinen Transaktionen korrespondieren kleine narrative Formen, gerichtet auf das Okkasionelle, die Kommunikation, die Pointierung. An Schwankromanen und -sammlungen, Faust- und Lalengeschichten kann sich zeigen, wie im Grotesken das schillernde Verhältnis von Ökonomie und Narration je neu verhandelt wird.
Chronos Auf den Spuren der Arbeitstiere, Fachbücher von Hans-Ulrich Schiedt
Die Arbeitstiere – in unseren Breitengraden Pferde, Esel, Maultiere, Hunde und Rinder – waren auf dem Land und in den grösser werdenden Städten allgegenwärtig. Sie waren in der untersuchten Zeit wichtige Teile des sozialen Lebens und hinterliessen Spuren in der Gesellschaft, in der von und mit ihnen geschaffenen Welt sowie in den Archiven. Aus ihren produktiven Potenzialen und aus den Bedingungen ihrer Reproduktion ergaben sich bestimmte Lebensformen, Wirtschaftsweisen und Raumordnungen. Das facettenreiche gemeinsame Leben der Menschen und ihrer Arbeitstiere sowie der von ihnen geteilte Raum sind bis anhin erst in Ansätzen als eine gemeinsame Geschichte wahrgenommen und geschrieben worden. Der Autor folgt den sozial-, agrar-, wirtschafts-, verkehrs- und kulturgeschichtlichen Fährten der Arbeitstiere durch die Gesellschaft. Auf diesen treffen wir nicht nur Tiere und Menschen an, sondern mit den mensch-tierlichen Gespannen jene Form der Kooperation, in der das Handeln und das Wirken beider zu einem vielfach evidenten Dritten wurde. Die damit verbundenen Fragen nach Vernunft, Intelligenz, Willen und nach Handlungs- oder Wirkmacht der Tiere sind nicht neu. Sie haben die sich mit Tieren befassenden Akteure seit je umgetrieben. Die Spuren führen weg vom gewöhnlich unterstellten Natur-Kultur- oder vom Subjekt-Objekt-Gegensatz und weg von den Prämissen der sogenannten anthropologischen Differenz in eine Welt, in der Menschen und Tiere nah miteinander verbunden waren und mehr voneinander wussten.
Chronos Los von Berlin!, Fachbücher von Ursula, Amrein
Die Schweiz war von der Gleichschaltung der Künste im Dritten Reich unmittelbar betroffen. Oft war sie die erste Anlaufstelle für Emigrantinnen und Emigranten, die sich hier eine neue Existenz aufzubauen suchten. Gleichzeitig bemühten sich hochrangige Vertreter des nationalsozialistischen Regimes, über die Schaffung von Loyalitätsbeziehungen Einfluss auf die Literatur der Schweiz zu gewinnen. Die schweizerische Bildungselite kam solchen Bestrebungen vielfach entgegen. Fasziniert von der Effizienz, mit der Deutschland die Nationalisierung der Literatur und des Theaters vorantrieb, verlangte der Schweizerische Schriftstellerverein vom Bund schliesslich vergleichbare Massnahmen zur Förderung des nationalen Literaturschaffens. Die Anstrengungen der Autoren kulminierten 1938 in der Gründung der Kulturstiftung Pro Helvetia. Gestützt auf weitgehend unbekannte Materialien rekonstruiert die Arbeit.
Chronos Die Unterwerfung der Zeichen, Fachbücher von Stefan Geyer
Zur Konstitution von Herrschaftsrecht durch das Krönungszeremoniell im späten Mittelalter am Beispiel der Krönung in den Königreichen Aragon und Frankreich.
"Artifizielle Körper - lebendige Technik" ist ein Fachbuch, das sich mit der Symbiose von Mensch und Maschine im Kontext des Posthumanismus auseinandersetzt. In einer Zeit, in der technologische Entwicklungen wie künstliche Intelligenz, Neuroprothetik und Nanotechnologie rasant voranschreiten, beleuchtet das Werk die Herausforderungen und Chancen, die sich aus dieser Vereinigung ergeben. Die Autoren argumentieren, dass der menschliche Körper nicht vollständig technisierbar ist und dass es Grenzen gibt, die nicht überschritten werden sollten. Diese Perspektive wird durch eine kritische Analyse der Geschichte der Körpertechnologien untermauert, die den Spannungsbogen zwischen Realität und Fiktion aufzeigt. Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für die ethischen, philosophischen und praktischen Implikationen der Verschmelzung von Mensch und Technik interessieren und bietet einen tiefen Einblick in die aktuellen Diskurse zu diesem Thema.
Chronos Paraschriftliche Zeichen in südgermanischen Runeninschriften, Fachbücher
Aus einer kurzen Zeitspanne zwischen dem letzten Drittel des sechsten und den ersten Jahrzehnten des siebten Jahrhunderts sind aus dem heutigen süddeutschen und nordschweizerischen Raum ca. 80 Runendenkmäler überliefert, meist kurze Inschriften auf Metallgegenständen wie Fibeln oder Waffen. Der historisch-kulturelle Hintergrund dieses räumlich verhältnismässig isolierten Phänomens ist bis heute in mancherlei Hinsicht rätselhaft. Aus schrift- und schriftlichkeitsgeschichtlicher Perspektive sowie aus einem typologisch-vergleichenden Blickwinkel heraus bieten die Inschriften jedoch ein vielseitig lohnenswertes Untersuchungsfeld. In der Studie werden nach einem ausführlichen Übersichtsteil, der die Spezifika der südgermanischen Denkmäler vor dem Hintergrund der gesamten frühen Runenüberlieferung in den Blick nimmt, ausgewählte Inschriften einer gesonderten Untersuchung unterzogen. Im Fokus stehen Zeichen und Zeichenkomplexe, die sich einer herkömmlichen graphematischen und etymologischen Analyse entziehen. In ihnen erweist sich, dass sich vergleichbare ideographische Schriftverwendungsweisen anderer Kulturen und Epochen sowie phonographische der lateinisch-christlichen Buchkultur zu einer Wesenheit des Schriftlichen verdichtet haben, die stärker als anderswo als eigenständiges Gepräge fassbar wird. Schriftimitate, -experimente, etablierte Symbole usw. sowie bekannte Runenzeichen können in den Denkmälern nebeneinander stehen und vermitteln so ein Bild von Schriftverständnis in einer weitestgehend illiteraten Umwelt. Dieses ist einerseits geprägt von der Instabilität der denotativen Sinnhaftigkeit von Schrift allgemein, andererseits von ihrer gleichzeitig bindenden Kraft, insofern sie in der dinglichen Integration von Schriftzeichen und beschrifteter Fläche begründet liegt.
Chronos Textur der Gestaltung, Sachbücher von Denise, Ruisinger
Zürich zählte um 1880 zu den weltweit grössten Seidenstoffproduzenten. Doch die Nachfrage nach den uniformen „Zürcher Artikeln“ schwand zusehends. Als die Branche die Mode zu ihrem Geschäft machen wollte, musste sie daher tiefgreifend umgestaltet werden. Denise Ruisinger schildert, wie an der Zürcherischen Seidenwebschule Textil- und Modewissen verstanden, gelehrt und interpretiert wurde, wie Dessinateure, Disponenten und Patroneure in die Fabriken einzogen, wie Unternehmen Modeinformationen einholten, sammelten und auswerteten und wie das firmeneigene Produktionsgedächtnis verwaltet und strategisch nutzbar gemacht wurde. Die Zürcher Seidenstoffindustrie erhielt eine neue Gestalt und entwickelte dabei eine ganz neue Praxis der industriellen Gestaltung ihrer Produkte.
Geschichte ist gefragt und Dienerin mancher Herren. Es werden ihr Eigenschaften und Fähigkeiten verliehen; man verehrt oder fürchtet sie. An der Existenz der Geschichte zweifelt kaum jemand und viele stellen sie sich als höhere Macht vor. Die Geschichtsgläubigkeit des modernen Menschen ist an die Seite oder an die Stelle des traditionellen Gottesglaubens getreten – die Geschichtsphilosophen an die der Theologen. Die Sakralisierer der Geschichte imitieren die Riten, tragen die Gewänder, benutzen die Bilder und reden die Sprache der kirchlichen Religiosität, mutatis mutandis. Gehuldigt wird der Geschichte in den Nationalstaaten: Jeder von ihnen schafft sich seine Geschichte, schart die Bürger um sie und pflanzt sie deren Kindern ein. Das Buch fragt, wie wir mit dem Wort «Geschichte» umgehen und wie wir der Gottheit «Geschichte» huldigen. Näher betrachtet werden der omnipräsente Leninkult in der UdSSR und die vielfältigen Formen des «Geschichtsdienstes» in der Schweiz: Denkmäler, Historiengemälde und -filme, historische Museen, Romane und Bühnenwerke, Jubiläen und Gedenkmünzen, historischen Persönlichkeiten gewidmete Banknoten und Briefmarken, Namen von Strassen und Plätzen, Geschichtsvereine. Zum Schluss wird nach der Antwort der Historiker auf die verführerischen Erzählungen der Geschichtsmythen gefragt.
Chronos Die heile Welt der Blütentropfen, Ratgeber von Jacqueline Schärli
In zahlreichen Kursen und Büchern wird die Grundidee des walisischen Arztes Edward Bach vermittelt, mit Blütenessenzen „negative“ Gefühle in „positive“ zu verwandeln. Die Bachblütentherapie boomt. Jacqueline Schärli hat sich in ihrer volkskundlichen Analyse dem Phänomen „Bachblüten“, das immer mehr Einfluss auf die Medizin gewinnt, kritisch genähert und dabei festgestellt, dass es vor allem Frauen sind, die sich mit dieser Alternativmedizin beschäftigen. In Interviews mit 17 Personen zwischen dreissig und sechzig Jahren hat sie vor allem die Fragen nach dem Zugang zur Therapie, die Einstellung zu Gesundheit und Krankheit sowie zu Spiritualität und Politik gestellt. Die Bach-Blütentherapie bietet sich vor allem im Augenblick der Krise an, weil sie einen Sinneswandel verspricht und Nachdenken über das Symptom verlangt: Krankheit bedeutet hier etwas und macht Sinn. Die gesteigerte Verwendung dieser Therapie weist nach Schärli auf Bedürfnisse hin, die von der Schulmedizin nicht mehr gedeckt werden.
Chronos Bedrohte Grenzregion, Sachbücher von Matthias Wipf
Während des Zweiten Weltkrieges wirkte sich die geographisch stark exponierte Lage des Kantons Schaffhausen, der nördlich des Rheins weitläufig und unübersichtlich ins deutsche Territorium hineinragt, ganz speziell aus. Wie reagierten Behörden und Bevölkerung auf diese Bedrohungslage? Wie erlebten sie jene krisenhaften Jahre, und welche Massnahmen trafen sie? Die vorliegende Studie eines jungen Schweizer Historikers skizziert einerseits die militärische Gefahr und deren Wahrnehmung in der Grenzregion und schildert andererseits die daraus resultierenden Evakuationspläne für die Zivilbevölkerung sowie für Banken und Kulturgüter. Im Zentrum steht dabei die Situation im "heissen" Mai 1940, als im Zusammenhang mit dem deutschen Westfeldzug eine Invasion der Schweiz weitherum erwartet wurde. Das Gefühl, Schaffhausen werde militärisch gar nicht mehr verteidigt, der Wirbel um die sogenannten Pfi.
Chronos Die Welt neu erfinden, Sachbücher von Hans-Ulrich, Schiedt
Der Sohn eines Grosskaufmanns und Seidenfabrikanten des Zürcher Patriziats wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem der wichtigen schweizerischen Sozialisten. Frühe Zusammenhänge seines abenteuerlichen Lebens waren der Radikalismus der 1830er Jahre, eine Lehre als Gerber, die vorrevolutionäre Zeit in Paris und die Rezeption des frühsozialistischen Fourierismus. Damals eignete er sich profunde und vielseitige Kenntnisse theoretischen Denkens an. Speziell überzeugte er sich von den Vorzügen genossenschaftlicher Produktionsweisen. Diese setzte er zuerst als Gründer des Zürcher Konsumvereins in Praxis um. Dann beteiligte er sich an einem genossenschaftlichen Grossprojekt in Texas, aus welchem nichts weniger als ein sozialistischer Staat entstehen sollte. Nach dem schnellen Scheitern kehrte er als Wirt ins Zürcher Niederdorf zurück. Hier wurde er in den 1860er Jahren einflussreicher.
Chronos Die Internationalität der Eisenbahn 1850 - 1970, Fachbücher
Die Entwicklung der Eisenbahnen im 19. und 20. Jahrhundert ist eng mit der Entwicklung von Nationalstaaten verbunden gewesen. In der Regel waren es nationale Gesellschaften, die nationale Verkehrsnetze in einem nationalen Raum betrieben. Die Geschichte des Eisenbahnverkehrs bewegt sich deshalb häufig innerhalb nationaler Kontexte. Selten wird die Frage gestellt, wie sich nationale Institutionen, Technikstile und Organisationsformen auf internationaler Ebene koordinieren liessen, sodass aus verschiedenen nationalen Eisenbahnen ein internationales Verkehrssystem entstehen konnte. Der Sammelband 'Die Internationalität der Eisenbahn 1850-1970' - das Ergebnis einer vom Verkehrshaus der Schweiz in Luzern und von der Professur für Technikgeschichte der ETH Zürich gemeinsam durchgeführten Tagung - nimmt sich dieser Fragen an.