Wenn Herod sich nicht gerade in Tagträumen verliert, sitzt er auf dem Sofa und schaut in die Röhre. Er ist eher unter- als überambitioniert und fiebert schon in jungen Jahren dem Ruhestand entgegen. Doch als er sich Hals über Kopf verliebt, muss auch Herod mal in die Gänge kommen. Ein Privatdetektiv findet die Angebetete, aber hat Daisy auch Augen für den sympathischen Kauz von der Insel?
Daisy funktioniert. Sie steht auf, geht zur Arbeit, lächelt, wenn es erwartet wird. Nach außen wirkt alles normal – doch in ihr breitet sich Leere aus, Müdigkeit, das Gefühl, sich selbst zu verlieren. Zwischen Arbeitstagen, schlaflosen Nächten und flüchtigen Begegnungen sucht sie nach Nähe – nicht aus Leichtigkeit, sondern aus einem tiefen Bedürfnis heraus, gesehen zu werden. Als sie D begegnet, fühlt sich zum ersten Mal seit Langem etwas echt an: warm, lebendig, tragfähig. Doch Nähe ist für Daisy kein sicherer Ort. Sie ist ein Risiko – und sie kostet sie jedes Mal ein Stück von sich selbst. Der Roman erzählt leise und ungeschönt von emotionaler Abhängigkeit, innerer Erschöpfung, dem Wunsch, nicht allein zu sein, und der Angst, sich auf diesem Weg selbst zu verlieren. Er zeigt Menschen, die bleiben, solange es leicht ist – und gehen, wenn es tiefer wird. „Daisy“ ist eine Geschichte über das Funktionieren im Alltag, über geliehene Nähe – und über die Frage, wie man sich selbst hält, wenn man gelernt hat, sich über andere zu definieren.