Als es darum ging, wer sein neues Buch schreiben soll, fiel die Wahl schnell auf ihn: Johannes Floehr. Schließlich ist der preisgekrönte Autor und Comedian genau sein Humor. In FLEURS hat er sich mal wiederfrech seine ganz eigenen Wirklichkeiten ausgedacht: überzeichnete Dialoge, absurde Situationen und surreale Episoden. Nimm das, Realität! Ein bunter Blumenstrauß aus Quatsch, Eskapismus und Poesie. Zwischen den Zeilen die immerwährende Frage nach irgendwas. Satire, direkt vom Autoren. Das gibt es doch gar nicht? Doch! In FLEURS.
»fleurs« – die Blumen, die Blüten, sie geben diesem Buch seinen Titel, lassen an Frühling denken, an laue Lüfte und flatternde Bänder. Doch wer sich auf diese Spur locken lässt, landet nicht auf der lieblichen Blumenwiese, sondern im steinigen und steilen Gelände: »agnus dei die Füszchen zusammengebunden, 1 Büschel weiszer Blumen im Mund«. Das ist der Mayröcker-Sound, wie er ein Dichterleben lang tönt – unsentimental, glasklar, nichts anderem verpflichtet als einer Poesie, die immer nur das Eine will: Bilder von bezwingender Kraft und Anschaulichkeit und eine Sprache, so frei, kühn und unverbraucht, als wäre sie für dieses eine Buch neu erfunden. »fleurs« ist der letzte Teil von Friederike Mayröckers Trilogie, die mit »études« und »cahier« ihren Anfang nahm. fleurs ist Erinnerung und Bilanz, ist Protest und Beschwörung. Und hält fest, was am Ende als Einziges zählt und bleibt – das Ritual, die Lebensversicherung des Schreibens: »Einfach so hinsetzen an die Maschine am Morgen bei wölfischem Heulen, nicht wahr«.