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Edition Habermann Die Aufhebung der Lyrik A1067580108
Die Aufhebung der Lyrik, so der Autor, steht unmittelbar bevor, denn – hier folgt er Oswald Spengler – der Untergang des Abendlandes ist unumgänglich. Jeder Widerstand gegen das Verblühen bleibt zwecklos. Fördert man es hingegen, findet man sich im Einklang mit dem notwendigen historischen Prozess. Der einleitende Essay Das Nirwana der Poesie belegt theoretisch die Unumgänglichkeit des Erlöschens europäischer Kultur. Der praktische Teil des Buchs belegt mit zahlreichen Beispieldichtungen den sicheren Niedergang der Lyrik. Neben Oswald Spengler sind u.a. Werk und Wirken von Hermann Conradi, Mao Zedong, Friedrich Nietzsche, Novalis, Claas Relotius und Josip Bros Tito Bezugspunkte der Poetologie Ernst-Steffen Blechkolbes
Unveränderter Nachdruck der Originalausgabe von 1885. Der Verlag Antigonos spezialisiert sich auf die Herausgabe von Nachdrucken historischer Bücher. Wir achten darauf, dass diese Werke der Öffentlichkeit in einem guten Zustand zugänglich gemacht werden, um ihr kulturelles Erbe zu bewahren.
Die Wirkung dieser Gedichte dürfte unschätzbar hoch sein, weil sie alle auf ihre Weise nicht nur zum Weiterlesen animieren, sondern auch zum Weiterdenken ihrer Leerstellen anregen können. Das ausnahmsweise beigefügte Bildmaterial kann da nur als eine Möglichkeit angesehen werden. Entscheidend dürfte sein, wie sich die Leserinnen und die Leser selber im Anspielungskosmos der Gedichte zurechtfinden und ob sie sich auf die evokative Bildsprache der Gedichte einlassen wollen, die das Prinzip der Wiederholung auch auf die Spitze treiben können. Für eine Auseinandersetzung mit Kunst, Natur, Liebe, Sprache sorgt die thematische Variationsbreite, die das Markenzeichen dieses Lyrikers zu sein scheint, der sein Projekt nicht nur mit einer netten Geste der Redewendung abzurunden versteht, sondern seinem Projekt abschließend auch ein biometrisches Sigel aufgedrückt hat. G r ü b e l n, D e n k e n, T r ä u m e n - Hier ist alles drin … Jürgen Kleine, Guitarrist und Künstler
Epubli Gill-Lyrik / Die tanzenden Gärten A1058707485
Der norddeutsche Schriftsteller und Dichter Willie Benzen (1956 - 2021) schreibt in seinem vierten Lyrikband "Die tanzenden Gärten" von Besuchen bekannter öffentlicher Gärten, von seinem geliebten Meer und von einem Mann, der befürchtet blind zu werden. Einfühlsame Momentaufnahmen. Das Titelbild stammt von der bekannten rheinischen Malerin Christa Mülhens-Seidl. Ein Buch aus dem Gill-Verlag Heinrich Heikamp, Kaarst.
Seit über 40 Jahren schreitet das »Jahrbuch der Lyrik« alljährlich die poetischen Landschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab. Für die 35. Ausgabe konnte Christoph Buchwald die vielfach ausgezeichnete Lyrikerin Carolin Callies als Mitherausgeberin gewinnen. Gemeinsam haben sie aus den eingesandten Texten von über 600 Lyrikerinnen und Lyrikern, jungen und alten, bekannten und unbekannten, die besten Gedichte ausgewählt und in thematischen Kapiteln zusammengestellt. Die Dichterinnen und Dichter finden auch 2021 überraschende und eigensinnige Wege, die Natur zu beschreiben, den Blick in eine ungewisse Zukunft oder eine oft seltsam oszillierende Vergangenheit zu richten. Sie gedenken der Toten, der namenlosen und derer, die Vorbilder und Heldinnen waren. Wörter wie ›lungenverzehrend‹ oder ›Seuchenzug‹ haben Konjunktur in den diesjährigen Texten, das poetische Gegenwartssensorium ist hellwach. Im neuen Jahrbuch finden sich auch übersetzte Gedichte sowie Bildgedichte.
»Amerikas Ikone« DIE ZEIT Allen Ginsbergs wichtigste Gedichte und Prosastücke. Allen Ginsberg war die große Leitfigur der Beat Generation. Mit seinen Werken sorgte er immer wieder für Kontroversen, indem er Drogen, Sex und Politik direkt thematisierte. Wie konnte aus einem gepeinigten jungen Mann einer der einflussreichsten Intellektuellen und Künstler der Nachkriegszeit werden? Ginsberg hat keine Autobiographie veröffentlicht in der Überzeugung, dass sein Werk alles Wesentliche enthält. Namhafte deutsche Lyriker:innen nähern sich dem Dichter nun, indem sie seine Texte neu und zum Teil erstmals übersetzen. Das vielschichtige Porträt, das sich so zusammensetzt, kann nicht alle Lebenswidersprüche auflösen, aber dem bisherigen Bild neue Facetten hinzufügen. Vor allem zeigt es, wie sehr es sich lohnt, sich neu mit Ginsberg und seinem herausragenden Werk zu beschäftigen. Die Gedichte werden neu übersetzt von Carolin Callies, Nora Gomringer, Alexander Graeff, Durs Grünbein, Caroline Hartge, Jonis Hartmann, Stefan Hyner, Anja Kampmann, Michael Kellner, Odile Kennel, Sibylle Klefinghaus, Georg Leß, Hans-Ulrich Möhring, Arne Rautenberg, Monika Rinck, Clemens J. Setz, Jürgen Schmidt, Michelle Steinbeck, Anke Stelling, Sibylla Vričić Hausmann und Ron Winkler. Die Prosa liegt erstmals auf Deutsch vor, übersetz und mit einem Nachwort versehen von Michael Kellner. Mit bislang unveröffentlichten Fotos zum 25. Todestag des Dichters am 5. April 2022.
Hansebooks Deutsche Lyrik seit Liliencron A1047619273
Deutsche Lyrik seit Liliencron ist ein unveränderter, hochwertiger Nachdruck der Originalausgabe. Hansebooks ist Herausgeber von Literatur zu unterschiedlichen Themengebieten wie Forschung und Wissenschaft, Reisen und Expeditionen, Kochen und Ernährung, Medizin und weiteren Genres. Der Schwerpunkt des Verlages liegt auf dem Erhalt historischer Literatur. Viele Werke historischer Schriftsteller und Wissenschaftler sind heute nur noch als Antiquitäten erhältlich. Hansebooks verlegt diese Bücher neu und trägt damit zum Erhalt selten gewordener Literatur und historischem Wissen auch für die Zukunft bei.
In diesem Buch sind meine gesamten, in den sozialen Netzwerken bereits veröffentlichten Gedichte, zu einer Sammlung zusammengefasst. Die Gedichte umfassen verschiedene Themengebiete und diverse Stimmungslagen der Autorin kommen zum Vorschein. Die Anthologie umfasst mehr als 250 Seiten.
Stefan George, 1933 bei Locarno verstorben, gehört zu den bekanntesten und am heftigsten kritisierten deutschen Lyrikern. Dieser Band beinhaltet einen umfassenden Querschnitt durch sein poetisches Schaffen.
Leseklassiker Hausbuch Deutscher Lyrik A1028247087
"Ein Begleiter sollte dies Hausbuch werden durch die Gotteswelt draußen vom Erblühn bis zum Verschnein, aber auch durch die Gotteswelt drinnen vom Reifen der Seele durch Liebescherz und Liebesernst und Ehe, durch Freude und Trauer und Zweifel und Festigung bis zum Scheiden und bis zu dem Ausblick darüber hin auf das Bleibende." Die Gedichtsammlung von Ferdinand Avenarius, Gründer der Zeitschrift "Der Kunstwart", erhebt keinen literaturwissenschatlichen Anspruch, sondern möchte Lyrik für den "Hausgebrauch" zugänglich machen. Die themenbezogene Zusammenstellung der Gedichte ermöglicht den Lesern ausgewählte Texte zu Jahreszeiten und zu verschiedenen Lebenssituationen von Goethe, Mörike, Droste-Hülshoff, Storm, Fontane und vielen weiteren Dichtern zu lesen. Nachdruck der Originalausgabe von 1902.
Twentysix Tierisch-menschliches in Lyrik und Prosa A1040482516
Von A - Z, von Alderode bis zum Zabre, nicht ganz ernst zu nehmende Gedichte, begleitet von kurzen Geschichten aus dem fast wahren Leben der Autoren, aufgelockert durch bunte Illustrationen.
Tredition Japanische Kalligrafie und Lyrik im Wandel
Japanische Kalligrafie und Lyrik im Wandel – Die wunderbare Welt von Pinsel und Poesie Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der japanischen Kalligrafie und Lyrik! Dieses Buch vereint die zeitlose Schönheit der japanischen Schriftkunst mit der tiefgründigen Poesie traditioneller Haikus und Tanka. Erfahren Sie, wie sich Kalligrafie und Lyrik im Laufe der Jahrhunderte verändert haben und entdecken Sie die Verbindung von ästhetischer Eleganz, meditativer Kunst und poetischer Ausdruckskraft. Wieder einmal erweist sich der Autor Hermann Candahashi als Kenner der japanischen Kultur und das er zu Recht einen Namen mit internationalem Renomee besitzt. Perfekt für Kalligrafie-Liebhaber, Japan-Fans und Lyrik-Begeisterte Inspirierende Einblicke in die japanische Kunst, Kultur und Schriftgeschichte Zen und Schrift - Eine harmonische Verbindung von Tradition und Moderne Ideal für Meditation, Achtsamkeit und kreative Inspiration Ob Sie Künstler, Schriftliebhaber oder einfach fasziniert von der japanischen Kultur sind – dieses Buch entführt Sie auf verständliche Weise in eine Welt voller Poesie, Harmonie und kunstvoller Pinselstriche. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie auf philosophische Weise die Schönheit der japanischen Schriftkunst! Pinsel gleitet sacht, Worte tanzen auf Papier, Stille wird Gedicht. Ihr Hermann Candahashi
Tectum Wissenschaftsverlag Verfilmung von Lyrik A1011939212
Verfilmte Gedichte – gibt es das? Ja und ob! Weltweit erfreuen sich Poetryfilme aus der filmisch-literarischen Subkultur einer wachsenden Popularität. Das „ZEBRA Poetry Film Festival“ in Berlin ist eines ihrer wichtigsten Foren. In den Feuilletons jedoch ist man sich als Schützer des ‚Hochkulturguts Lyrik’ uneinig, was davon zu halten sei, während innovative Lehrer eine Chance sehen, Dichtung ihren multimedial versierten Schülern von heute nahe zu bringen. Gedichte verfilmen – wie funktioniert das überhaupt? Wie können sprachliche Kunstwerke verfilmt werden, die keinerlei Handlung aufweisen, subjektive Gefühlswelten zur Schau stellen und sich dazu noch reimen? In der Forschung wurde das Phänomen Poetryfilm bisher weitgehend ignoriert, weder Literatur- noch Medienwissenschaften fühlten sich für den interdisziplinären Gegenstand zuständig. Simin Nina Littschwager schließt nun diese Lücke, indem sie medienspezifische Zweifel ausräumt und die Herausforderungen aufzeigt, denen sich ein Regisseur stellen muss, um die als unübersetzbar geltende Gattung Lyrik in bewegte Bilder umzuwandeln. In Analogie zu Literaturverfilmungen stellt sie zentrale Gedichtstrukturen heraus, die sich für eine filmische Interpretation eignen. Exemplarisch verdeutlicht wird dies an Filmclips aus Ralf Schmerbergs Film 'Poem'. Darüber hinaus geht die Autorin der Frage nach, inwiefern historische Verbindungen zwischen Film und Lyrik bestehen. Schon Bernardo Bertolucci wusste: „Cinema is the true poetic language”.
Studienarbeit aus dem Jahr 1997 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: -, Universität Potsdam (Institut für Germanistik), Veranstaltung: Experimentelle Lyrik, Sprache: Deutsch, Abstract: Als im Januar 1974 im Hamburger Strafjustizgebäude Funk, Film, Fernsehen und Presse mit Blitzlichtgewitter auf den kommenden Prozess warteten, hätte man annehmen können, es handele sich um einen Mord, Terrorismus oder Ähnliches. Aber es ging um Beleidigung. Angeklagter war ein bekannter Schriftsteller, Sachverständiger war ein Nobelpreisträger für Literatur. Im Spiegel 7/1972 war ein Leserbrief abgedruckt, in dem der Polizeibeamte, der den 24jährigen Georg von Rauch im Dezember 1971 in West-Berlin erschossen hatte, des "Vorbeugemordes" beschuldigt wurde. Der damalige West-Berliner Polizeipräsident sah darin eine Beleidigung und stellte Strafantrag. Erich Fried war der Schreiber des Leserbriefes und mit ihm wurde die damals für die Leserbriefe verantwortliche Redakteurin angeklagt. Der Sachverständige war Heinrich Böll. Der Leserbrief war ein Nebenprodukt zu dem eigentlichen Text "Schneibarkeit" zum Tod von Georg von Rauch. Erich Fried hat den Polizeibeamten, der den 24jährigen erschossen hat, nicht beleidigen wollen. Wie der Schriftsteller selber sagte, galt das Wort "Vorbeugemord" dem Kompetenzenwirrwarr in West-Berlin. Damals gab es eine "blindwütige Volksfahndung", der Terrorismus war eine ständige Bedrohung. Heinrich Böll, zum ersten Mal Sachverständiger vor Gericht, sieht einen Zusammenhang zwischen "Notwehr" und "Vorbeugen". Er plädiert aber "nicht für eine ungehemmte Verbalität, für Privilegien" für die Schreibenden, wenn er auch daran erinnert, dass der Ausdruck eines Autors etwas anders ist, als jener der Legislative. Der Fall ist ein Beispiel dafür, welche Verwirrungen Sprache anrichten kann.Um die "neue" Sprache, um experimentelle Literatur und um Erich Fried soll es in meinem Aufsatz gehen. An zwei Beispielen möchte ich Ausprägungsformen der experimentellen Literatur bei Fried und seine "friedschen" Besonderheiten zeigen. Eine an den Anfang gestellte Definition des Begriffs "Experimentelle Lyrik" darf natürlich nicht fehlen.
In einem Paradigmengebet und einer Reimrede verarbeitet Hensel Lebenter, ein Nürnberger Kandelgießer, seine Haft im Schuldturm und schildert in seiner „Lochordnung“ die Bedingungen in den Nürnberger Lochgefängnissen unter dem Rathaus. Diese dilettantische Gefängnisdichtung des ‚kleinen Mannes‘; datierbar auf die Zeit zwischen 1500 und 1530, ist zwar keine ‚große‘ Literatur, sie beeindruckt jedoch, weil sich darin die Grenzen zwischen literarischer Inszenierung und tatsächlichem Erlebnis angesichts des Schreckens und der glaubhaft vermittelten Bestürzung über die Grausamkeiten reichsstädtischer Strafjustiz fortwährend überlagern. Die Texte zeigen, zu welchen Argumentations- und Bewältigungsstrategien ein ungebildeter Mann ‚von der Straße‘ greift, um seine Hafterlebnisse am Abgrund stadtbürgerlicher Existenz dichterisch zu vermitteln. Lebenters Texte sind eine wertvolle Quelle für die Sprach- und Rechtsgeschichte. Sie geben nämlich Einblick in das um geschriebene bzw. gesprochene Nürnbergisch und enthalten teils detailreiche Anspielungen auf Gepflogenheiten und Abläufe der Gefängnishaft (Personal, Folterwerkzeuge, Räumlichkeiten). Literaturgeschichtlich von Interesse sind die Inszenierung von Autorschaft, die Rezeption durch das städtische Publikum und Bezüge zu mittelalterlicher Gefängnisliteratur (prison writing) auch außerhalb Nürnbergs
Seit fast 40 Jahren gibt das »Jahrbuch der Lyrik« Einblick in neueste Entwicklungen der Poesie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für die 32. Ausgabe konnte Christoph Buchwald den vielfach ausgezeichneten Lyriker Nico Bleutge als Mitherausgeber gewinnen. Gemeinsam haben sie die besten zeitgenössischen Gedichte gefunden und in thematischen Kapiteln zusammengestellt. Das Gedicht ist der Ort, wo sich Einzelheiten zu Landschaft ausweiten. Es eilt über Terrassen, besucht Museen oder wandert durch sprachliche Wurzelsysteme. Alles kann hier zu Rhythmus werden: Marder, Falken und Pottwale, die verschiedenen Formen der Liebe ebenso wie die Orte zwischen Kleingartensiedlung und ländlichem »mundraum«. Dichterinnen und Dichter der unterschiedlichsten Generationen machen das Knacken in den Kapseln des Alltags fühlbar und zeigen uns die Spuren der Geschichte – auf dass die Wörter leuchten. Vervollständigt wird der Band durch ein Kapitel mit von Lyrikern übersetzten Gedichten und der Bibliografie der neuesten erschienenen Lyrikbände.
Es tut gut, dass es sie gibt. Deine tröstlichen, achtsamen, zärtlichen Worte. Deine Worte der Hoffnung und der Liebe, die unseren Alltag erhellen, wenn Gewalt, Terror und Krieg die Welt verdunkeln. Es tut gut, dass es sie gibt. Deine nachdenklichen, leisen, zuweilen auch traurigen Töne. Wenn die Oberflächlichen, Lauten und Mächtigen die Wahrheit verdrehen, um Profit zu schlagen. Es tut gut, dass es dich gibt. Den Poeten, den Sehnsüchtigen, den Sanften, der uns berührt. Wenn alles Menschliche, Heile und Gute zu ersticken droht. Danke dir von Herzen, Peter Pauswek, für deine Beständigkeit, Zuversicht und Weisheit, die du uns so großzügig schenkst. Claudia Rossbacher/Wien, im Juli 2017
Dieses Buch beschreibt die Entwicklung der deutschsprachigen Lyrik vom 10. bis ins 21. Jahrhundert. Es ordnet Gedichte allgemeinen historischen Prozessen zu, berücksichtigt aber genauso die Individualität der Autoren, die in ihren Texten die Suche nach Lebenssinn betreiben. Repräsentative Gedichte werden in ihrer Formsprache und ihrem Inhalt eingehender besprochen. Neben aller Information möchte dieses Buch auch das Vergnügen an den großen Leistungen der deutschen Lyrik wecken oder steigern. Die Geschichte der deutschsprachigen Lyrik beginnt im 10. Jahrhundert mit kurzen Texten für den Gebrauch: mit dem Petruslied und den Merseburger Zaubersprüchen. Von hier spannt sich ein weiter Bogen bis zur Gegenwart: über die hinreißenden und witzigen Liebesgedichte des Hochmittelalters, über die Sonette, in denen Andreas Gryphius um eine Ordnung der Welt ringt bis zu Klopstocks freien Rhythmen, in denen er ein neues Lebensgefühl feiert; von Goethes zahlreichen, in ihrer Fülle kaum glaublichen Formen der Ich-Aussprache über Hölderlins prophetische Rede bis zu Heines ironischen Scherzen; von Droste- Hülshoffs schmerzhaft-genauem Blick über Georges Machtsprüche und seine traurigen Lieder bis zu Benns Aufschwüngen und Lakonien; von Celans magischen Klängen über Enzensbergers Furor bis zu Rühmkorfs schönen Melancholien. Immer wieder wird in den Gedichten um ein Selbstverständnis gerungen, um die Frage, wie sich der einzelne Mensch in der ihn umgebenden Welt beschreiben und bestimmen kann; was gibt ihm Halt, wovon wendet er sich ab, was glaubt, und woran zweifelt er? Dabei entstehen ganz verschiedene Gedichttypen und höchst unterschiedliche Rhythmen. Diese Formen sind kein Zufall, sondern stehen in einem Verhältnis zur historischen Situation, aus der sie hervorgehen, verkörpern eine Weltdeutung. Die Geschichte der deutschen Lyrik als Zusammenhang darzustellen und gleichzeitig die Besonderheit ihrer vielen Stimmen zu entdecken - das ist Aufgabe dieses Buches.