GRIN Psychologische Anforderungen und Stress bei Schiedsrichtern
Fachbuch aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Gesundheit - Sport - Sportpsychologie, , Sprache: Deutsch, Abstract: Durch den Suizid des Torwarts von Hannover 96 und der deutschen Nationalmannschaft Robert Enke am 10.11.2009 wurde in den sich anschließenden Tagen und Wochenin einer Vielzahl von Talkshows und Zeitungsartikeln über die psychischen Belastungen, die sich den Profifußballern stellen, diskutiert. ¿Ent-Tabuisierung¿ war das Stichwort, ebenso wie ¿mehr Menschlichkeit¿ im Fußball. Unabhängig von der Nachhaltigkeit dieser Aussagen wurden die mentalen Belastungen für die Schiedsrichter des Fußballsports weder besprochen noch die Verhaltensweisen der beteiligten Akteure ihnen gegenüber hinterfragt. Das jüngste Beispiel der Beleidigungen des Bielefelder Trainerteams gegenüber Zweitliga-Schiedsrichter Georg Schalk(Bielefelds Co-Trainer bezeichnete ihn als ¿schwule Saü und Trainer Gerstner forderte,dass das SR-Gespann ¿kein Spiel mehr auf deutschem Boden¿ leitet) bezeugen dies eindrucksvoll. Die Vorkommnisse in den professionellen Ligen des DFB können jedochwohl nur als ¿Spitze des Eisbergs¿ betrachtet werden. Gerade in den unteren Ligen, der sogenannten ¿Basis¿, treten die Stressfaktoren häufiger und direkter auf. Problematisch dabei ist, dass den Kreisliga-SR keine intensive Betreuung durch die hierarchische Organisation des DFB zukommt bzw. logistisch wie organisatorisch auch nur bedingt zukommen könnte. An dieser Stelle setzt der Vortrag an. Er versucht semi-professionell ein Bewusstsein für die psychischen Belastungen, die sich durch den Fußball für die Schiedsrichter stellen,zu schaffen und eine stärkere Diskussion im Kreis bzgl. Betreuungsmöglichkeiten auf unterster Ebene anzuregen. Der Umgang mit Stresssituationen ist wichtig und gerade Jung-SR müssen behutsam an die Aufgabe herangeführt werden, um sie nicht zu überfordern.
GRIN Der Videobeweis. Fluch oder Segen für den Fußball-Schiedsrichter?
Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Gesundheit - Sport - Sportgeschichte, Note: 1,0, Bauhaus-Universität Weimar (Fakultät Medien), Veranstaltung: Medienrecht, Sprache: Deutsch, Abstract: Juli 1966, Fußball-WM-Finale: Geoff Hurst, Stürmer der englischen Nationalmannschaft, nimmt den Ball im gegnerischen Strafraum an und befördert diesen mit einem gewaltigen Volleyschuss an die Unterlatte des Tores. Von dort aus springt das Spielgerät wieder auf den Rasen. Für den Zuschauer ist nicht erkennbar, ob er mit vollem Umfang hinter der weißen Linie landet, ehe der deutsche Verteidiger Wolfgang Weber die Gefahrensituation klärt. Während die englischen Kicker ein Tor fordern, bespricht sich der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst mit seinem sowjetischen Linienrichter, der anhand der Reaktionen der Spieler für ein Tor plädiert, und erkennt den Treffer an. Durch diesen spielentscheidenden und spektakulären Entschluss wird die Fußball-Nation England Weltmeister. Selbst Jahre nach dem Finalspiel blieb ungeklärt, ob der Ball die Linie passiert hat, da die Fernsehaufnahmen die genaue Situation auch im Nachhinein nicht aufdecken konnten. Durch wissenschaftliche Experimente und Studien wurden im Mai 2006 Erkenntnisse veröffentlicht, die beweisen, dass das Tor nicht hätte gegeben werden dürfen. Dieses historische Ereignis gilt als Ursprung der Diskussionen um technische Hilfsmittel im Fußballsport. Die Kritik an den Schiedsrichtern nahm in den Folgejahren enorm zu. Moderne Technologien ¿ so wurde postuliert ¿ könnten ihre Arbeit unterstützen. Doch der Weltverband FIFA ließ bislang den Videobeweis im Fußball nicht zu, diskutierte stattdessen über einen Computerchip im Ball, mit dem dessen lokale Daten genau bestimmbar wären. Obwohl technische Hilfsmittel seit 2007 vom Weltverband in kleineren Turnieren getestet wurden, hat man sich bisher nicht zu ihrem offiziellen Einsatz durchringen können. In den diesbezüglichen Diskussionen stand zumeist der Disput zwischen Technik und Natur, Perfektionismus und Menschlichkeit, Modernität und Tradition im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. FIFA-Präsident Joseph Blatter spricht sich nach wie vor gegen die Technologie und für die Autorität der Schiedsrichter aus. Er will ¿das menschliche Gesicht [des Fußballs] wahren¿. Trotzdem hat sich der Fußballweltverband entschlossen bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien eine Torlinientechnik anzuwenden. Wie ist das Verhältnis des Schiedsrichters zu solcher Technik? Ist der Videobeweis eher Fluch oder Segen für ihn?
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