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Scheidegger & Spiess Der belagerte Geist
Bruno Giussani war von 2005 bis 2024 globaler Kurator und europäischer Kurator der vielbeachteten TED Konferenzen und TED Talks. In Der belagerte Geist schreibt der international anerkannte Experte für digitale Kultur in klarer und verständlicher Sprache über die «Technologien der Beeinflussung» und hebt ihre sozialen und politischen Auswirkungen hervor. In einer Welt voller Informationen, sozialer Netzwerke, künstlicher Intelligenz und Strategien der kognitiven Beeinflussung ist auch die Integrität unseres Denkens bedroht. Es findet eine Algorithmisierung des Lebens statt, basierend auf Technologien, die sich unsere persönlichen Daten aneignen und unsere Emotionen analysieren und ausbeuten. Es geht längst nicht mehr nur darum, uns durch Desinformation und «fake news» zu beeinflussen: Vielmehr soll unsere Aufmerksamkeit, unsere Wahrnehmung und unsere Denkautonomie kontrolliert und moduliert werden. Giussani entwirft einen wirkungsmächtigen Leitfaden für kollektive und individuelle Strategien zur Entschlüsselung der komplexen Beziehung zwischen uns und den künstlichen Intelligenzen, die zunehmend in unseren Alltag – sowohl im beruflichen wie auch im privaten Bereich – eindringen. Zudem erklärt er die Wirtschafts- und Machtstrukturen, in denen diese Technologien existieren, und zeigt uns auf, wie wir lernen können, KI zu nutzen, ohne von ihr benutzt zu werden.
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Soziologie - Medien, Kunst, Musik, Note: 1,3, Technische Universität Dortmund, Veranstaltung: Geschichte der Rockmusik, Sprache: Deutsch, Abstract: "Vom Bordstein bis zur Skyline", so heißt nicht nur sein erfolgreiches erstes Solo-Album, sondern so könnte man metaphorisch auch seine Karriere beschreiben: Die Rede ist von Bushido, dem Berliner "Rüpel-Rapper", wie er in den Medien häufig tituliert wurde. Seine Liedinhalte und die düsteren Ghetto-Bilder der Musikvideos weisen ihn als Vertreter einer von Drogen, Gewalt und Sex beherrschten Welt aus. Doch schnell drängt sich die Frage auf: Wie authentisch ist Bushido? Was ist an seiner Erscheinung echt und was ist lediglich Teil eines künstlich geschaffenen Images? Inwieweit spiegelt der Rapper tatsächlich ein bestimmtes soziales Milieu wider? Die vorliegende Arbeit möchte Bushido bzw. das von ihm in der Öffentlichkeit vorherrschende Bild kritisch hinterfragen. Es soll überprüft werden, ob die von ihm gezeichneten Ghetto-Szenarien seiner wirklichen Sozialisation entsprechen und ob die diskriminierenden und beleidigenden Liedinhalte mit seinen persönlichen Einstellungen konform gehen.
Kaspar Thalmann führt uns mit seinen Fotografien an einen Ort, den nur wenige je betreten und kaum jemand wirklich kennt: eine Schaltanlage in der Schweiz, ein Knotenpunkt des europäischen Stromnetzes, wo sich nationale und internationale Leitungen kreuzen, gesteuert und reguliert werden. Mit der als Stern von Laufenburg bekannten Anlage gelang es 1958 erstmals, die Stromnetze dreier Länder – Schweiz, Deutschland und Frankreich – miteinander zu verbinden. Damals eine Pioniertat. Die nüchterne Infrastruktur offenbart durch die Linse des Künstlers eine andere Dimension jenseits der reinen Funktionalität. Thalmanns Fotografien sind keine klassische Bestandesaufnahme, sondern eine visuelle Annäherung an eine Infrastruktur, die aus unserem täglichen Leben nicht wegzudenken ist und die zugleich sehr fragil geworden ist. Mit den in höchster Qualität widergegebenen und gestalterisch in Szene gesetzten Bildern lenkt das Buch unseren Blick auf Fragen der Versorgungssicherheit, der Ressourcenabhängigkeit und der europäischen Zusammenarbeit. Die begleitenden Texte vermitteln politische und historische Hintergründe und verorten Thalmanns Fotografien im künstlerischen Kontext.
Mit dieser ersten Monografie wird das zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit geratene künstlerische Schaffen von Erna Schillig (1900–1993) ins Licht gerückt. Im Unterschied zu ihren ebenfalls im Kanton Uri wirkenden engen Weggefährten August Babberger (1885–1936) und Heinrich Danioth (1896–1953) fehlte für Erna Schillig bislang eine kunsthistorische Aufarbeitung und Vermittlung ihrer vielfältigen und beachtenswerten Kunst. In fundierten und reich illustrierten Aufsätzen setzen sich die Autor:innen aus verschiedener Warte mit Themen auseinander, die von Fragen zur Wirkung und Rezeption im damaligen kulturellen Umfeld über die Erörterung des Verhältnisses von Schillig zu ihrem Lehrer und Lebenspartner August Babberger bis zum Stellenwert der Künstlerin für den Aufbruch zur Moderne im Umfeld des «Urner Kreises» reichen. Beleuchtet werden auch die Bedeutung Schilligs als Textilkünstlerin im Kontext der internationalen Avantgarde, die Werkgruppe von Putzmalereien und öffentlichen Wandbildern, Schilligs namhafter Beitrag zur Erneuerung der Paramentik während der 1950er- und 1960er-Jahre sowie ihre Künstlerbücher und druckgrafischen Editionen. Schliesslich werden am Beispiel von Erna Schillig erneut die mannigfaltigen Herausforderungen ergründet, denen Frauen in der Kunstwelt des 20. Jahrhunderts immer wieder gegenüberstanden.
Die Schweiz ist die Heimat bedeutender Seelensucher wie Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) und Carl Gustav Jung (1875–1961). Sie weist historisch und aktuell eine Dichte von Hotspots der Psychiatrie und Psychoanalyse auf wie kaum ein anderes Land. Von Genf bis Zürich, von Kreuzlingen bis zum Monte Verità bei Ascona spannt sich ein dichtes Netz über die Landkarte. So wurde die Schweiz als psycho-geografischer Raum zur Drehscheibe der Psychoanalyse mit weltweiter Ausstrahlung. Anlässlich des 150. Geburtstags von C. G. Jung erscheint dieses Buch, das erstmals das Denken und die Wirkungsmacht Jungs in die gesamte Geschichte der Psyche in der Schweiz einbettet. Zu deren Protagonistinnen und Protagonisten zählen neben Jung unter anderem Ludwig Binswanger mit seiner «Daseinsanalyse», Jean Piaget mit seiner Kinder-Entwicklungspsychologie, Goldy und Paul Parin-Matthèy sowie Fritz Morgenthaler mit der «Ethnopsychoanalyse» in Afrika. 11 thematische Essays sowie ein Interview mit dem britisch-schweizerischen Schriftsteller und Philosophen Alain de Botton werden ergänzt und in Perspektive gesetzt durch historische Schlüsseltexte, Kunstwerke sowie Bildmaterial und Dokumente, viele davon aus bislang kaum zugänglichen Archiven.
Der Erdspieß ist Teil des Kärcher Rain System. Er fixiert den Kärcher Rain System Schlauch und den Tropfschlauch zuverlässig an der gewünschten Stelle und stellt den nötigen Abstand zum Boden her. Der 17 cm lange Erdspieß besitzt eine Markierungshilfe zur bequemen Bestimmung der optimalen Einstecktiefe. Der Gummiring an der Öse gewährleistet eine sichere Fixierung der Schläuche. Das Kärcher Rain System vereint die Vorteile von Micro-Dripping und herkömmlicher Bewässerung. Das höchst effiziente Bewässerungssystem Kärcher Rain System arbeitet mit bis zu 4 bar Druck und bietet einen 1/2- Schlauch mit Tropf- und Sprühmanschetten. Das Kärcher Rain System lässt sich individuell an fast jeden Garten anpassen und arbeitet perfekt mit dem SensoTimer für eine bedarfsabhängige Bewässerungssteuerung zusammen.
Kärcher Erdspiess 26452370 - 4039784919716Der Erdspieß ist Teil des Kärcher Rain System. Er fixiert den Kärcher Rain System Schlauch und den Tropfschlauch zuverlässig an der gewünschten Stelle und stellt den nötigen Abstand zum Boden her. Der 17 cm lange Erdspieß besitzt eine Markierungshilfe zur bequemen Bestimmung der optimalen Einstecktiefe. Der Gummiring an der Öse gewährleistet eine sichere Fixierung der Schläuche. Das Kärcher Rain System vereint die Vorteile von Micro-Dripping und herkömmlicher Bewässerung. Das höchst effiziente Bewässerungssystem Kärcher Rain System arbeitet mit bis zu 4 bar Druck und bietet einen 1/2- Schlauch mit Tropf- und Sprühmanschetten. Das Kärcher Rain System lässt sich individuell an fast jeden Garten anpassen und arbeitet perfekt mit dem SensoTimer für eine bedarfsabhängige Bewässerungssteuerung zusammen.""
In Anti-Environments, designer-artist Luis Adrian Borchardt explores how misusing digital tools and alternative design processes can unearth new creative potential and lead to greater autonomy and experimental practice with digital media. This highly unconventional companion on design tools challenges established traditions and methods through friction. Borchardt deliberately examines fields of tension and software limitations to break with conventional ways of use and to open new, unexplored avenues for creativity. He advocates for digital media being understood as dynamic formative systems to be made use of and to be repurposed, rather than as linear processes. Borchardt’s visionary book is itself such an “anti-environment;” produced entirely in Google Sheets and avoiding conventional design programs. In this way, he demonstrates an alternative hybrid publishing approach, allowing readers to print a work from the internet and bind the volume themselves. Borchardt is a trailblazer for a more open, democratic concept of disseminating knowledge and making it accessible. Winner of one of German Stiftung Buchkunst’s 2025 Sponsorship Prizes for Young Book Design and a 2025 International Creative Award. Prize Nominee Work & Excellent Work at the Tokyo TDC Annual Awards 2026. Longlisted at the German forms of publication 2026 competition.
Im Wald. Eine Kulturgeschichte beleuchtet den Wald als Natur- und Kulturraum aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Expertinnen und Experten diverser Fachrichtungen zeichnen die Darstellung des Waldes in bildender Kunst und Literatur nach, fragen nach der Bedeutung der Wälder für das Weltklima und erzählen die Geschichte der Nutzung und der Bewirtschaftung des europäischen Waldes. Naturschützer wie Paul Sarasin und Johann W. Coaz, die sich im 19. Jahrhundert in der Schweiz für Nachhaltigkeit und den Schutz der Wälder engagiert haben, sind dabei ebenso zentral wie Bruno Manser, Armin Caspar oder Anita Guidi, Schweizer Aktivistinnen und Aktivisten des 20. Jahrhunderts, die sich international für die Erhaltung der tropischen Regenwälder und die Rechte der dort lebenden indigenen Bevölkerung einsetzten. Ein wesentlicher Teil des Buches, das anlässlich einer Ausstellung im Landesmuseum Zürich im Frühjahr 2022 erscheint, befasst sich mit Kunst: mit jener von europäischen Künstlerinnen und Künstlern seit der Romantik ebenso wie mit zeitgenössischen Werken von indigenen Malern aus Paraguay, aus der akut von Zerstörung und Kolonisierung bedrohten Region des Gran Chaco.
Holzschnitt, Radierung, Lithografie oder Siebdruck: Im Œuvre vieler Künstlerinnen und Künstler stehen druckgrafische Arbeiten gleichberechtigt neben Malerei, Zeichnung und Plastik. Das reich bebilderte Handbuch mit ausführlichem Sachwort- und Namensregister erläutert die handwerklichen Voraussetzungen, die jahrhundertealten Techniken und Arten künstlerischer Druckverfahren. Hoch-, Tief-, Flach- und Siebdruck werden in ihrer manuellen Tradition beschrieben. Dargestellt ist aber auch die Integration fotografischer und digitaler Vorlagen sowie neue Technologien zur Wiedergabe digitaler Bilddaten wie Inkjet- oder Lambdaprint. Neben technischen Illustrationen zu den verschiedenen Verfahren ergänzen rund 90 Abbildungen den Text, darunter druckgrafische Werke von Dürer, Rembrandt, Toulouse-Lautrec, Picasso, Dieter Roth oder Fischli/Weiss.
1922 stösst die Schweizer Textilkünstlerin Lise Gujer (1893‒1967) in einem von ihr gemieteten Haus in Davos auf einen alten Webstuhl und beginnt, Erfahrungen im Weben von Tischtüchern zu sammeln. Im gleichen Jahr lernt sie Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) kennen und macht erste Versuche, nach seinen Entwürfen Bildteppiche herzustellen. Daraus entwickelt sich eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden. Gujer erweist sich als ideale kreative Partnerin des Malers, die das Ansinnen Kirchners kongenial aufnimmt und in den Jahren nach dessen Tod eigenständig weiterführt. Anfang der 1950er-Jahre lebt das Interesse an ihren Wirkereien nach Kirchners Entwürfen wieder auf. Sie beginnt mit den bei ihr verbliebenen Originalvorlagen die Produktion wieder aufzunehmen. Diese mehr als zehnjährige Tätigkeit wird von grossem Erfolg und einer wachsenden Nachfrage nach den Wirkereien gekrönt. Diese erste Monografie über Lise Gujer stellt ihr Leben und Wirken umfassend dar. Neben den verschiedenen Fassungen einzelner Wirkereien zeigt das Buch auch die einzigartigen Vorarbeiten, die einen differenzierten Blick auf die Zusammenarbeit mit Kirchner ermöglichen. Abbildungen zahlreicher Dokumente und Bildwerke erhellen den künstlerischen Geist, der diese prägte.
Im Gedächtnis der Schweiz wird die Geschichte des Glarner Textildrucks vor allem mit seiner Blüte im 19. Jahrhundert verbunden. Dieses reich illustrierte Buch zeigt nun in höchst lebendiger Weise, dass das tradierte Bild trügt: Zwischen 1960 und 2000 erlebte die damalige Seidendruckerei Mitloedi AG im Kanton Glarus erneut fantastische Jahre. In einer Zeit, in der viele Schweizer Textildruckereien ihre Produktion einstellten, wurden im Glarner Dorf Mitlödi viele Tausend Meter feinster Stoffe für die internationalen Haute-Couture- und Pret-a-porter-Häuser bedruckt. Modehäuser wie Yves Saint Laurent, Chanel, Ungaro oder Givenchy statteten über viele Jahre ihre Sommer- und Winterkollektionen mit Stoffen aus Mitlödi aus. Aktuelle Aufnahmen des bekannten Berliner Fotografen Volker Kreidler zeigen die Produktionshallen und Gebäude der dortigen Textildruckerei und spannen einen künstlerischen Bogen von den 1960er-Jahren in die Gegenwart. Dies bildet den Rahmen für die abgebildeten Textilien, für Stoffentwürfe und Laufstegfotos. Die hier erstmals publizierten Stoffe, Kleider und Foulards stammen aus der Sammlung des Museums des Landes Glarus und aus dem Betriebsarchiv der Seidendruckerei Mitloedi AG (heute Altra Management AG Textile) und aus Privatsammlungen. Kultur-, sozial- und designgeschichtliche Zusammenhänge werden durch prägnante Texte und ein Zeitzeuginneninterview vermittelt.
Sophie Taeuber (1889–1943) ist weltberühmt als Pionierin der abstrakten Kunst. Zu den wenig bekannten Aspekten ihres äusserst vielseitigen Werks gehört ihre frühe Tätigkeit als Entwerferin für die Textilindustrie. Aufgewachsen in Trogen, unweit der Schweizer «Textilhauptstadt» St. Gallen, lernte sie bereits als Kind verschiedene textile Techniken kennen. In St. Gallen besuchte sie 1904–1905 die private Stauffacher- Schule und 1907–1910 die Zeichnungsschule für Industrie und Gewerbe, die beide Fachkräfte für die lokale Textilindustrie ausbildeten. 1910–1914 setzte sie ihre Ausbildung an den Lehr- und Versuch-Ateliers für angewandte und freie Kunst von Wilhelm von Debschitz in München und der Kunstgewerbeschule Hamburg fort. Bereits ab 1916 unterrichtete sie selber Entwerfen und Sticken an der kunstgewerblichen Abteilung der Gewerbeschule Zürich. Dieses Buch rückt nun das frühe textile Schaffen von Sophie Taeuber in den Vordergrund. Es beleuchtet ihre Ostschweizer Herkunft und ihre Ausbildung und kontextualisiert neu entdeckte Entwürfe für die Ostschweizer Textilindustrie und für Heimarbeiterinnen im Berner Oberland, die Klöppelspitzen herstellten. Zudem werden Taeubers avantgardistische Entwurfsverfahren betrachtet, für die sie sich auch von historischen Textilien inspirieren liess. Der attraktiv gestaltete Band schliesst eine Lücke in der Literatur zu dieser herausragenden Künstlerin.
Sterben ist eingebettet in soziale Praktiken, Regeln, Rituale, Gegenstände und Bilder, die kulturell und historisch variabel sind. Die gestiegene Lebenserwartung und die Fortschritte der Medizin bringen es zudem mit sich, dass Sterben stärker voraussehbar, planbar und damit gestaltbarer wird. Insbesondere in der Palliative Care sind heute eine Vielzahl von professionellen Akteurinnen und Akteuren mit unterschiedlichen Interessen und Wertvorstellungen an der Gestaltung des Sterbens beteiligt. Dies wirft Fragen auf: Wer gestaltet was, wie, für wen und aus welcher Position und Motivation heraus? Die Beiträge in diesem Buch analysieren Möglichkeiten, die aus der alltäglichen Praxis der Palliative Care hervorgehen, sie untersuchen Aspekte der Geschlechterdifferenz und erkunden Zukunftsvisionen des Sterbens. Abgerundet wird der Band durch neue Vorschläge für Produktdesign und visuelle Kommunikation: Gebrauchsgegenstände der Palliativpflege, Signaletik, Grusskarten für Sterbende und ihnen nahestehende Menschen sowie neue Bilder des Sterbens.
Rund 600 Brücken sind Teil des Schienennetzes der Rhätischen Bahn, darunter weltberühmte Bauwerke wie der Landwasserviadukt bei Filisur, der Teil des Unesco-Weltkulturerbes ist. Viele dieser über 100-jährigen Bauten müssen erneuert werden. Der Erhalt der historischen Substanz ist ein Spagat zwischen betrieblichen Anforderungen, denkmalspezifischen Bedürfnissen und ingenieurtechnischen Herausforderungen. Die Rhätische Bahn hat dafür eine Bauweise erarbeitet, die alle diese Aspekte abdeckt. Dadurch sind die historischen Brücken immer noch Teil des effizient funktionierenden Streckennetzes und bleiben zugleich als Erbe technischer Meisterleistungen erhalten. Auch für zwingend notwendige Neubauten hat sich ein sensibilisiertes Verfahren etabliert: In Wettbewerben werden Projektentwürfe gesucht, die sich sowohl sensibel in die Berglandschaft einfügen als auch den hohen Anforderungen des aktuellen Bahnbetriebs genügen. So können sie wiederum zu modernen Zeitzeugen mit engem Bezug zu ihren historischen Vorgängern werden. Dieses Buch dokumentiert diese komplexen Ingenieurleistungen erstmals umfassend. Es bündelt grosses Fachwissen für Baufachleute sowie baukulturell und eisenbahntechnisch interessierten Laien und bewahrt es für die Zukunft. Texte und zahlreiche neue und historische Fotografien sowie Pläne beleuchten dabei nicht nur die technischen Aspekte der Ausführung und Planung, sondern rücken auch denkmalpflegerische und bauhistorische Gesichtspunkte ins Licht.
Hans Krüsi (1920–1995) tauchte in den späten 1970er-Jahren scheinbar aus dem Nichts am Firmament des Schweizer Kunsthimmels auf. Das Publikum staunte ebenso über sein Werk wie über seine Person, die beide weder den Konventionen der Kunstszene noch jenen der Gesellschaft entsprachen. Krüsi, einer der wichtigsten Vertreter der Aussenseiterkunst in der Schweiz, war ein irrlichterndes Phänomen, das bis heute zu faszinieren vermag. 1981 wurde Krüsis aussergewöhnliches Schaffen von der damals in St. Gallen beheimateten Buchmann Galerie erstmals öffentlich ausgestellt, und er erlangte rasch Berühmtheit als ernstzunehmender Künstler. Andere Kunstschaffende erkannten schnell, dass er eine jener seltenen Persönlichkeiten war, die aktuelle Kunststrategien intuitiv erfassen, um höchst eigenständige Bilduniversen zu erschaffen. Er war einer von ihnen. Einer, der ohne Rücksicht auf Regeln und Konventionen an der Erneuerung der Kunst arbeitete. Nach mehr als zwei Jahrzehnten erscheint mit diesem Buch erstmals wieder eine umfassende Monografie zu Hans Krüsi. Sie präsentiert sein Schaffen in dessen ganzer Breite mit rund 300 durchgehend farbigen Abbildungen.
In den Jahren 1929 bis 1935 unternahm der Schweizer Maler und Zeichner Giuseppe Haas-Triverio (1889–1963) zusammen mit seinem Künstlerfreund, dem zu Weltruhm gelangten Niederländer M. C. Escher (1898–1972) fünf Studienreisen in Italien und auf Korsika. Im Fokus dieses Buchs stehen während dieser Reisen entstandene Zeichnungen und danach geschaffene Holzschnitte von Haas-Triverio. Sie werden hier erstmals in einen erhellenden Dialog mit gleichzeitig entstandenen Holzschnitten und Lithografien M. C. Eschers gestellt. Die kunsthistorische Analyse dieser Werke wird ergänzt durch die hier ebenfalls zum ersten Mal veröffentlichten, kommentierten und aus dem Italienischen übersetzten Reisetagebücher von Haas-Triverio von 1929 und 1932. Giuseppe Haas-Triverio war ein hervorragender Künstler seiner Zeit, der mittlerweile weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Geboren im Schweizer Kanton Obwalden, absolvierte er nach dem Besuch der Primar- und Realschule eine Lehre als Flachmaler. Nach Gesellenwanderungen nach Süddeutschland und Genf lebte und arbeitete er ab 1911 in Rom, zuerst als Maler und Dekorateur im Grand Hotel Excelsior, ab 1923 als freischaffender Künstler. 1941 kehrte er in die Schweiz zurück und liess sich wieder in seinem Heimatdorf Sachseln nieder, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete.
Françoise Pétrovitch, geboren 1964, zählt zu den bekanntesten Namen der zeitgenössischen Kunst in Frankreich. In ihrem Schaffen enthüllt sie mehrdeutige, gerne grenzüberschreitende Welten, die mit konventionellen Grenzen spielen und sich jeglicher Interpretation entziehen. Das Intime, das Fragment, das Verschwinden und Themen wie Doppelgänger, Übergang und Grausamkeit durchziehen ihre Werke, die von Tieren, Blumen und Wesen bevölkert sind und deren Atmosphäre, abwechselnd hell oder nächtlich, uns kaum unberührt lässt. Eingefasst vom Thema Abwesenheit präsentiert dieses Buch Zeichnungen, Druckgrafiken und Videoarbeiten von Françoise Pétrovitch. Abwesenheit kann quälend, eine Tragödie sein. Als Gegenstück zur Präsenz ist sie von Sehnsucht und Projektion geprägt. Sie beschreibt das Vergehen der Zeit, die Distanz und den Mangel. Auch die Malerei selbst ist von Abwesenheit geprägt: Die Künstlerin, das Modell, die Landschaft oder der vergangene Moment sind nicht wirklich präsent. Reich illustriert und mit Essays zu Pétrovitchs Kunst und den verschiedenen Techniken, die sie verwendet, bietet der Band einen tiefen Blick in die von ihr erschaffenen Welten.
2005 erstmals erschienen und 2008 und 2012 jeweils neu aufgelegt, ist das Schweizer Möbellexikon eine Erfolgsgeschichte. Die überarbeitete und erweiterte Neuausgabe verzeichnet chronologisch nach Jahrzehnten gegliedert mehr als 390 Objekte, die seit 1920 entstanden und auf den Markt gekommen sind, mit Bild, kurzem Text und weiteren detaillierten Angaben und Daten. Ergänzt werden die Einträge durch einen einordnenden Essay. Es ist ebenso ein handliches Nachschlagewerk für Innenarchitektinnen und Fachhändler als auch Ratgeber und Inspiration für Sammlerinnen und Designfans. Die Neuausgabe wird zudem ergänzt durch den zusätzlichen zweiten Band Neue Schweizer Möbel – Aktuelle Positionen . Dieser wirft einen vertieften Blick auf das aktuelle Schaffen zeitgenössischer Designerinnen und Designer. Er zeigt deren oftmals prozessuale Herangehensweise und ihr Ausloten unterschiedlichster gestalterischer Möglichkeiten. Dies bringt immer wieder innovative Lösungen hervor, die sich den Zwängen einer seriellen Produktion entziehen. Eine spürbare Lust am Experimentieren, auch mit neuen und ungewohnten Materialien, belebt diese Szene, in der spezialisiertes Handwerk und Gestaltungswissen in der Suche nach kreativen Lösungen zusammenfinden.