Testurteil: "6.5/10"
Test: Einzeltest: Face Noir
Zitat: Pro: + Nette Noir-Atmosphäre
+ Abwechslungsreiche Story
+ Moderates Rätselniveau
Contra: - Teilweise umständliche Bedienung
- Altbackene Grafik
- Wenig Rätselhilfen
- Lange Laufwege
Die klischeebehaftete Story wird durchaus bekömmlich erzählt und kann mit der einen oder anderen Wendung aufwarten, die trotz vorweggenommenem Cliffhanger-Ende die Spannung aufrechterhält. Mangels brauchbarer Hilfestellungen verbringt man jedoch viel Zeit mit Leerlauf, was sich nicht gerade motivationsfördernd auswirkt. Mit seinem linearen und inhaltlich nicht sonderlich anspruchsvollen Rätseldesign ist Face Noir dementsprechend auch eher ein Kandidat für Einsteiger, die einen Haufen Geduld mitbringen. Atmosphärisch wurde das New York der 1930er-Jahre ganz gut eingefangen, technisch fehlt aber der letzte Schliff, um wirklich überzeugen zu können. Alles in allem muss man schon sehr auf Detektiv-Stories im Noir-Stil stehen, um über all die kleinen Unzulänglichkeiten hinwegzusehen. Face Noir ist der Erstling der italienischen Entwickler Mad Orange, und wie der Titel schon unschwer vermuten lässt, geht es bei diesem Adventure in die Film-Noir-Ecke. Genauer gesagt ins New York der 1930er-Jahre, wo man als abgehalfterter Privatschnüffler mit Polizistenvergangenheit in einen mysteriösen Fall verwickelt wird. Mysteriöse Ermittlungen Als Auftakt muss man erst mal zusehen, wie der Protagonist niedergeschossen wird, um dann in einem Flashback zurück zur Spielhandlung zu springen, die letztlich zu diesem Ereignis führen soll. Als hätte Jack Del Nero nicht schon genug Probleme, seine Miete über mies bezahlte Beschattungsjobs aufzubringen, schlittert man in dessen Rolle in einen unübersichtlichen Fall, bei dem er als Mordverdächtiger ins Visier der Polizei gerät. Und das nur, weil er einem ominösen telefonischen Hinweis folgt, dass sein Ex-Kollege, der ihn vor Jahren durch Falschaussage in den Knast gebracht hatte, wieder in der Stadt sei. Während sich das Ganze wie ein klassischer Kriminalfall mit Verschwörungscharakter entwickelt, kommt aber auch noch eine gewisse mysteriöse Komponente hinzu, da Jack offenbar in seinen Träumen Visionen von den Fall betreffenden Ereignissen hat, die bereits Stunden zuvor geschehen sind. Neben Jack gibt es noch ein paar wichtige Nebencharaktere, die alle irgendwie in den Fall involviert sind und recht gut in die Story integriert wurden.