Test: Einzeltest: Divinity: Dragon Commander
Zitat: Es ist immer wieder angenehm, wenn man unvoreingenommen an ein weitgehend unbekanntes Spiel herangehen kann und dann positiv überrascht wird. Divinity: Dragon Commander ist für mich persönlich ein solcher Überraschungstitel. Das Flair des Spiels hat mich dank der tollen Charaktere und der stimmigen Steampunkumsetzung von der ersten Sekunde begeistert. Leider gibt´s für mich einige Kritikpunkte, was es aus der Riege der Top-Spiele disqualifiziert. Es ist zu keinem Zeitpunkt anspruchsvoll oder fordernd. Dabei helfen die vier Schwierikeitsgrade leider auch nicht. Das Problem ist wohl im wesentlichen der KI geschuldet, die weder auf der Weltkarte noch in den Echtzeitkämpfen eine überzeugende Figur macht. Nächster Punkt: Die Echtzeitkämpfe. Sie können ewig dauern, wenn viele Einheiten ausgespielt werden müssen oder aber für beide Fraktionen nahezu endlos viele Rekruten zur Verfügung stehen. Als besonders lästig empfand ich das leider häufiger notwendige Transportieren von Landeinheiten in Richtung stark befestigter Inseln. Man musste alle Einheiten händisch auf klein dimensionierte Transporter laden, um sie am Kampfschauplatz angekommen alle einzeln wieder abladen zu dürfen. Natürlich müssen auch alle wieder manuell eingeladen, verschifft und wieder ausgeladen werden, wenn man die Insel einmal eingenommen hat: äußerst lästig und unnötig umständlich. Auch die Rundenwechsel gefielen mir nicht so, das dauerte doch recht lang und man hatte die für einen relevanten Geschehnisse schon wieder aus dem Auge verloren. Dass die KI durch Truppenbewegung vor Kampfstart auf meinen Angriff reagieren konnte, umgekehrt ich aber nicht, empfand ich auch als störend. Letztes Manko ist die Spielzeit im Storymodus, der schon nach vier Stunden abgeschlossen sein kann. Immerhin kann man zusätzlich einige Szenarien gegen die KI oder menschliche Spieler starten, bei denen sich dann aber leider die politischen Dialoge und Entscheidungen wiederholen.
Mir hat das Testen trotzdem sehr viel Spaß bereitet. Die meisten Teilbereiche sind mir aus Star Wars: Empire at War bekannt, wo sie meiner Meinung nach auch besser umgesetzt waren, aber die Vielschichtigkeit und die Vernetzungen im Spielsystem von Divinity: Dragon Commander haben mir trotz einiger Kritikpunkte sehr gut gefallen.
Anmerkung:
Steam erforderlich