Testurteil: "6.5/10"
Test: Einzeltest: Sudden Strike 4
Zitat: Pro: + Schicke Optik
+ Guter Sound
+ Abwechslung bei den Schauplätzen
+ Nachschub und Schadensreparatur
Contra: - Fixe Kameraperspektive
- Wegfindungsprobleme
- Stark geskriptete Missionen
- KI-Schwächen
- Niedrige Sichtweite
- Geringer Mehrspielerumfang
Nach dem ersten Perspektivenschock – hier erwarte ich im Jahr 2017 bei einem 3D-Titel schon eine frei dreh- und zoombare Ansicht – konnte Sudden Strike 4 mit seiner leichten Zugänglichkeit bei mir punkten. Auch wenn ich mich früher gerne stundenlang in Taktikspielen vertieft habe, so kann ich mich nunmehr auch für einen Actionhappen begeistern, bei dem ich mal eine halbe Stunde nur für eine Mission brauche. Doch dann kommt der alte Fuchs dennoch in mir hoch und fängt an zu meckern. Das gibt es nicht (mehr), hier ist zu viel Fummelei nötig, das wurde zu umständlich umgesetzt, hier wäre atmosphärisch mehr drin gewesen. So richtig warm bin ich schlussendlich nicht geworden mit Sudden Strike 4, sicherlich auch mangels eines guten Mehrspielermodus. Da bleibe ich dann wohl doch lieber bei meinen alten 2D-Gefechts-Taktikspielen, auch wenn ich heute nur noch eine Mission am Abend spiele, statt wie früher drei oder vier. Echtzeitstrategietitel haben es noch nie leicht gehabt, eine breite Schicht an Spielern zu begeistern. Machen es die Entwickler zu diffizil, ist es den einen zu schwierig und zu langatmig, den anderen gefällt die taktische Tiefe und Vielfalt. Gestaltet man das Gameplay mehr actionlastig, ist es den Strategieprofis oft zu anspruchslos. Hier die richtige Balance für alle zu finden, ist geradezu ein Ding der Unmöglichkeit. Und doch hat Kite Games mit Sudden Strike 4 genau das versucht und will ein tolles Comeback nach dem eher schwachen dritten Teil der Serie feiern. Solo hui, Multi pfui? Optisch sieht das Spiel für einen Vertreter des Genres gut aus, allerdings müssen sich die Entwickler die Frage gefallen lassen, was sie sich bei der fixen und in drei Zoomstufen vorhandenen Kameraperspektive gedacht haben. Es gibt nur die Option, kurz in einem 90-Grad-Winkel mal zur Seite zu schwenken. Dabei ist die Grafik sonst toll anzuschauen, etwa wenn eure Fahrzeuge und Panzer sich durch Felder bewegen oder wenn es mit schicken Effekten zur Sache geht. Liebevolle Kleinigkeiten wie Soldaten, die beim Nichtstun mal eben zur Kippe greifen, gibt es hier aber nicht mehr. So etwas hatte die Sudden-Strike-Reihe früher mal zu bieten.