Testurteil: "70%"
Test: Einzeltest: König von Japan – Sengoku
Zitat: Pro: + vielfältiger Einstieg möglich
+ zweigleisiger Ressourceneinsatz
+ gelungener historischer Bezug
+ innenpolitisch viel Gestaltungsraum
Kontra: - fehlendes Tutorial
- für Anfänger überfordernd
- fehlender taktischer Tiefgang
- Diplomatiesystem zu schematisch
- autmatisch geführte Kämpfe
- Quantität schlägt Taktik
- kaum Abwechslung im Spielablauf
- mangelnde Übersicht
Es lässt sich bereits erahnen, Sengoku unterscheidet sich von der inhaltlichen Ausrichtung deutlich von Shogun 2: Total War. Der Ansatz mit den beiden Ressourcen Gold und Ehre zu arbeiten, gefällt mir. Wer kein Interesse am eigenen Freitod hat, muss hier stets zweigleisig planen. Die militärische Komplexität ist im Vergleich zu Total War jedoch rudimentär und taktisch wenig anspruchsvoll. Wenn die Entwickler aber bewusst auf diese Komponente verzichten, dann müssen andere Anreize her, um die Spielerschaft zu begeistern. An dieser Stelle fehlt es mir an weiteren Angeboten. Paradox Interactives Titel kann weder mit spielerischer Dynamik noch mit tiefgreifenden strategischen Elementen punkten. Dafür verläuft das Diplomatie-System zu oft nach dem Schema Schere, Stein, Papier. Ist das Verhaltensmuster einmal erkannt, lässt es sich beliebig wiederholen. Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, die politischen Intrigen werden von Meister Zufall bestimmt. Da erscheint mir lediglich der wenig anspruchsvolle Einsatz des Militärs planbarer. Ein teuflischer Kreislauf. Zu allem Überfluss wird einem der Einstieg auch nicht gerade leicht gemacht. Es fehlt ein Tutorial und zu jedem Menüpunkt erscheint lediglich ein erklärender Text. Weitaus gravierender ist jedoch, dass es bei der Übernahme eines mächtigen Clans direkt zu Beginn an allen Fronten lichterloh brennt. Grund dafür sind die bereits ausgesprochenen Kriegserklärungen. Da kann es schnell geschehen, dass Provinz um Provinz verloren geht, ohne dass man selbst davon etwas mitbekommt. Etwas mehr „Usability“ wäre da wünschenswert.