Testurteil: "86%"
Test: Einzeltest: Sherlock Holmes: Crimes & Punishments
Zitat: Gold-Award
Pro: + Fantastische Grafik
+ Innovatives Spielprinzip
+ Gelungene Umsetzung von Ermittlungen
+ Tolle Schauplätze
+ Sehr gute englische Synchronisation
Contra: - Keine deutsche Sprachausgabe (nur Untertitel)
- Story gleitet manchmal etwas stark ins surreale ab
- Alternative Enden machen kaum einen Unterschied
- Letzter Fall etwas blutleer
Was war ich doch skeptisch, als ich zum ersten Mal von den sechs Fällen las, die Sherlock Holmes in Crimes & Punishments unter die Lupe nehmen sollte. In Zeiten, in denen erfolgreiche TV-Serien ihre Geschichten in epischer Bereite über mehrere Staffeln zur Entfaltung bringen, presst Frogwares sechs Geschichtchen in ein einziges Adventure? Doch ich sollte positiv überrascht werden! Für mich brachten die vielen kurzen Fälle gleich zwei Vorteile mit sich. Zunächst natürlich eine enorme Abwechslung. Dieses Füllhorn unterschiedlicher Örtlichkeiten und Charaktere hätte Frogwares innerhalb eines Falles kaum liefern können, ohne dass es konstruiert gewirkt hätte. Und außerdem sorgten die kurzen Fälle dafür, dass ich nicht den Faden verlor. Ich konnte mich an einem Abend für zwei bis drei Stunden gründlich mit einem Fall befassen und diesen auch abschließen ohne mich beim nächsten Mal durch diverse Aufzeichnungen arbeiten zu müssen, um mir die Zusammenhänge wieder ins Gedächtnis zu rufen. So hat mir das Spiel auf jeden Fall ordentlich Spaß gemacht. Gut, anfangs fühlte ich mich ein bisschen so, als würde ich in der Baker Street ein Praktikum machen und dem Meisterdetektiv bei seiner Arbeit lediglich hospitieren. Auf einige von Holmes Herleitungen und Schlussfolgerungen wäre ich alleine niemals gekommen. Aber dieser Detektiv verfügt eben über einen genialen Geist. Auch das Fehlen klassischer Inventarrätsel hat mich nicht gestört. Sogar im Gegenteil, denn so konnte ich mich voll und ganz auf die eigentlichen Fälle konzentrieren. Und das war auch nötig. Ganz besonders beim Abschluss eines Falles. Was habe ich gegrübelt, welchen vermeintlichen Täter ich des Mordes beschuldigen und welche moralische Entscheidung die Beschuldigung nach sich ziehen sollte. Zumal mich das Spiel danach erst einmal im Zweifel ließ, ob ich richtig oder falsch gehandelt hatte. Über jeden Zweifel erhaben ist ganz klar die Präsentation. Besonders die Innenräume sind opulent und authentisch eingerichtet. Authentisch, indem es beispielsweise auch mal unordentlich ist so entsteht der Eindruck, dass tatsächlich alles stehen und liegen gelassen wurde, da sich ein Mord ereignet hat. Sogar mit der vielgescholtenen Vertonung konnte ich mich anfreunden. Zwar reichten meine Englischkenntnisse nicht aus, um auf die deutschen Untertitel zu verzichten. Jedoch verlaufen die Gespräche größtenteils über Nahaufnahmen der Charaktere. Anders als bei der cineastischen Dynamik eines The Walking Dead verpasste ich also vergleichsweise wenig, während ich die Texte las. Meine logische Schlussfolgerung: Kaufempfehlung für Freunde vertrackter Kriminalfälle."Benjamin Klemen "Frogwares beweist mit Crimes & Punishments ein weiteres Mal, dass sie sehr gelungene Sherlock-Holmes-Spiele erstellen können. Grafisch überzeugt es dank neuer Engine nochmals mehr als schon das sehr ansehnliche Testament des Sherlock Holmes, das Rätseldesign bietet erfrischende neue Ansätze und die Entscheidungen am Ende des Falls fordern den Spieler dazu auf, mitzudenken. Ein kleiner Rückschritt sind die spürbar kleineren Areale im Vergleich zum Vorgänger, die fehlende deutsche Lokalisierung und die häufigen Ladezeiten beim Wechsel der Location. Dennoch eine klare Empfehlung meinerseits!"Axel Kothe "Selten hat mich ein Spiel in so verzwickte Situationen gebracht. Am Ende der Ermittlungen brütete ich minutenlang vor dem Bildschirm. Habe ich jetzt Recht mit meinem Verdacht? Habe ich etwas übersehen? Immerhin wird gleich der Falsche gehängt, wenn ich mich vertan habe... Frogwares hat einmal mehr gezeigt, dass sie geniale Sherlock-Spiele auf den Markt bringen und da