Bestenfalls Hochsitz Spezialist - ein detaillierter Test.Vielleicht ist es ein Fluch, wenn man die Gelegenheit hatte, ausgiebig mit Profi-Geräten im hohen vier- bis fünfstelligen Preisbereich zu arbeiten. Selbst solche besseren Hobbygeräte, die immerhin auch schon ein stattliches Sümmchen kosten, haben im Vergleich nicht mal Spielzeug Charakter. Aber der Reihe nach:Äußerlich macht das macht das Minox einen ganz ordentlichen Eindruck.Der Formfaktor ist "Standard", da sind die Unterschiede in der Preisregion marginal.Das Gerät kommt mit einer Neopren Tasche - sehr löblich. Die beiliegende Handschlaufe fällt allerdings in die Kategorie billigst und ist der Marke Minox nicht würdig.Die griffige stumpfmatte Gummierung macht einen wertigen Eindruck, ist aber sehr Schmutzempfindlich, gerade in der "Wildnis" ist das vielleicht eher suboptimal.Die Bedienung gelingt selbst mit Fäustlingen ;)Die Scharfstellung am Objektiv geht mühelos, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu zäh, obgleich das dafür ein versehentliches verstellen verhindert.Die Tasten sind riesig und selbst für die ärgsten Wurstfinger überdimensioniert. Mir wäre etwas kleiner, dafür mit einem deutlich spürbaren Rand lieber, das würde die Bedienung im Dunkeln erleichtern. Hier schwimmen die Finger über die Riesige Fläche und versuchen durch vorsichtiges abzählen die richtige Taste zu treffen.Die "angekettete" Objektivkappe erfüllt ihren Zweck. Das ist jetzt Geschmackssache: Mir ist die Kappe zu bündig mit dem Objektiv abschließend. Ohne irgend einen Rand läßt sich das Teil nur schwer abnehmen. Dafür, gar keine Frage, wird sie sich wohl kaum jemals versehentlich lösen. Vielleicht könnte Minox bei einem Update einen klassischen Foto-Objektivdeckel spendieren - mit Griffmulde und Verriegelung.Durch die riesige, kaum geschützte Taste besteht die Gefahr, daß sich das Gerät versehentlich einschaltet. Einen mechanischen wie auch elektronischen sogenannten "Lock-out" Modus habe ich keinen gefunden. Daher kann ich nur empfehlen, das Gerät ohne eingelegte Batterien zu transportieren.Standardmäßig wird das Minox mit 4 AA (Mignon) Zellen betrieben. Zum Glück besteht die Möglichkeit auch, das Gerät über die USB Buchse mittels Powerbank mit Strom zu versorgen. Warum der Hersteller dies allerdings verschweigt ist mir ein Rätsel.Der Batteriewechsel gestaltet sich bei Dunkelheit etwas fummelig. Einerseits sind die Markierungen in welcher Richtung die Bestückung zu erfolgen hat nur klein geprägt und ohne farbliche Unterlegung, andererseits ist das aufsetzen des Batteriedeckels in korrekter Ausrichtung zuweilen ein Geduldsspiel.Gegenüber der Tasten, also auf der anderen Flanke, befindet sich die Klappe hinter der sich "TV-out", Mini-USB-Buchse, SDHC Kartenschlitz sowie der Umschalter zwischen Video- und Fotoaufnahme befindet. So richtig dicht scheint diese Abdeckung nicht zu sein, bereits bei mehr wie leichtem Nieselregen hätte ich da bedenken. Suboptimal ist auf alle Fälle, daß sich auch der USB Anschluss dahinter befindet.Bei externer Stromversorgung steht die Klappe sperrangelweit offen. Das Stört im Betrieb erheblich, zudem ist alles dahinter solange gänzlich ungeschützt. Besser wäre, wenn die Buchse separat stehen würde.Die Weaver Schiene an der Oberseite ist grundsätzlich nicht verkehrt. So läßt sich mit Montageringen (wie ein Zielfernrohr am Gewehr) eine Zusätzliche Infrarotlampe montieren. Gerade da die interne IR Lichtquelle recht flächig strahlt, ließe sich mit einer externen Lichtquelle einerseits fokussierter ausleuchten und zudem noch massiv Strom im Nachtsichtgerät sparen.Andererseits macht die Schiene das Gerät doch deutlich unhandlicher und - machen wir uns nix vor - wird nur ein geringer Bruchteil der Nutzer tatsächlich je eine Externe Lichtquelle anschließen.Mir wäre daher eine bündige, geschraubte Abdeckung lieber, mit der Möglichkeit diese, durch eine optionale Schiene zu ersetzen.Gerade die weiblichen Nutzer mit tendenziell kleineren Händen würden dies sicherlich zu schätzen wissen.Aber kommen wir endlich zum Praxistest :)Soll keiner sagen ich hätte es dem Testkandidaten besonders schwer gemacht:Eine klare Vollmondnacht im Winter in vornehmlich Laubwald. Zudem noch in City-Randlage mit reichlich Lichtverschmutzung.Die Sicht mit bloßem Auge war erstaunlich gut. Mit nachtadaptierter Sicht war auf 3-5 Meter Distanz noch sehr viel zu erkennen, eine gemütliche Fortbewegung ohne Hilfsmittel noch problemlos möglich. Selbst auf Distanzen bis 8-10 Meter war noch einiges, wenn auch schemenhaft auszumachen.Mit dem Minox - oh jeh!Ohne Infrarotbeleuchtung konnte man zwar feststellen, daß das Gerät sich redlich mühte, das (schwarze) Bild aufzuhellen, mehr wie ein Bildrauschen kam jedoch nicht zustande. Sicht praktisch null.Das ist halt das Problem mit den meisten Bild-Chips und grundsätzlich wohl in dieser Preisklasse. Dunkelheit aufzuhellen überfordert sie gänzlich.Mit zugeschalteter Infrarotbeleuchtung, bereits auf Stufe 1/3, der eingebaute Scheinwerfer ist brachial, wurde zumindest das Bild heller - und offenbarte weitere Schwächen am Gerät.So löblich es sein mag, die Lichtschwäche durch eine großzügig dimensionierte Leuchte zu kompensieren, so ergeben sich daraus auch andere Probleme:- Die Lichtreflexion im Nahbereich ist enorm. Bereits ein paar (im Winter eh schon nackte) dünne Äste im Nahbereich bilden regelrecht eine Sichtschutzwand. Stämme mutieren zu wahren Blendgranaten.Beim Einsatz ist daher darauf zu achten, daß auf kürzere Entfernung (~5m) rein gar nichts und im Anschluß (bis ~ 10-15m) möglichst wenig im Weg steht. Das schränkt die Verwendung stark ein. Eine Tier Beobachtung auf Feldern mag noch problemlos funktionieren, im Wald beschränkt sich der sinnvolle Einsatz nur auf den Hochsitz. In unmittelbarer Umgebung steht dort meist nichts was blenden könnte und meist ist ja hier auch für ein freies Schuss- wie auch Sichtfeld gesorgt.Und genau dort, kann man auch mit den anderen Schwächen des Gerätes am besten leben bzw. sie reduzieren:Hohe Vergrößerung - sehr kleines Sichtfeld - starkes wackeln.6-fach, das klingt nach nicht viel, ist aber in Anbetracht des _sehr_ bescheidenen Bildwinkels, man lasse sich da nicht von dem 50er Objektiv irritieren, schon enorm. Vermutlich wäre ein fiktives 6x12(!) Fernglas ein regelrechtes Weitwinkel dagegen.Und gerade dieser enge "Röhrenblick" sorgt dafür, daß das Bild subjektiv sehr stark wackelt, was nebenbei ein korrektes scharf stellen zur Herausforderung macht.Ohne Anlehnung oder besser Stativ ist das Gerät kaum nutzbar, auf dem Hochsitz ist das aber eher ein geringeres Problem.Schwierig ist grundsätzlich schon die Erfassung eines Wildtieres. In der Regel hat man ja anfangs nur ein Geräusch in der Ferne.Ohne Eulen-Ohren ist für uns Menschen eine Lokalisierung ja nur sehr grob möglich, eine seriöse Distanz Abschätzung ist meist gar nicht drin. Viel Spaß bei der Suche :)Man muß sich das vorstellen wie ein zittriger Greis ohne Sehhilfe, der Versucht durch den Blick eines Strohhalmes, ein Tier "irgendwo da" auszumachen. Soll heißen: Irgendwie versucht man mit den zittrigen, unscharfen und ohnehin dürftigen Bild mit winzigen Betrachtungswinkel die Umgebung Zeile für Zeile abzuscannen, in der Hoffnung, irgend etwas zu erhaschen, was tierisch ausschaut. Hoffentlich hat das Tier viel Geduld mit Euch ;)Wie gesagt, auf einem Hochsitz relativiert sich das zumindest etwas. Gerade auch die Beobachtung einer Kirre ist noch relativ einfach, da der Suchradius tendenziell kleiner ist.Letzter Punkt: Stromversorgung.Die Kamera selber ist, glaube ich, sogar recht genügsam, aber ohne IR Scheinwerfer wie gesagt kaum nutzbar.Und dieser wiederum ist bereits auf kleinster Stufe ein wahrer Schluckspecht.Rund 30 Minuten je nach Einstellungen sind mit einem Satz Batterien nur drin. Nicht nur aus Umweltaspekten empfehle ich deshalb den Einsatz hochwertiger Akkus (Stichwort: Eneloop) sondern auch weil das Minox Primärzellen gar nicht vollständig leert.Bei solchen hohen Strömen sackt die Spannung bei Batterien erheblich schneller ab wie bei Akkus. Im Batteriebetrieb wähnt das Gerät den Stromspeicher daher zu früh leer und schaltet sich vorzeitig ab.Aber auch im Akkubetrieb kommt keine wahre Freude auf. Naturbeobachtung ist eine Geduldssache und eine Stunde Betrieb eindeutig zu kurz. Was gut funktioniert und der Hersteller verschweigt ist der Betrieb mit einer externen Powerbank. Ordentlich dimensioniert ist das Thema Stromversorgung damit Geschichte. Diesen "Luxus" erkauft man sich dann halt aber mit einer offenen Zubehörklappe und einem per Kabel verbundenen - tendenziell schweren - Zusatzagregat.Irgendwie erinnert mich das an die Zeit der allerersten Camcorder, wo man noch in einer Umhängetasche einen ausgewachsenen Videorekorder mit herum schleppen musste.Ein Nachfolger sollte unbedingt auf einen leistungsfähigen (wechselbaren) Lithium Akku, beispielsweise einen 21700er, ausgelegt werden. Die Kapazität wäre ein mehrfaches höher und der Wechsel einer einzelnen Zelle bei weiten nicht so fummelig. Das ginge dann sogar im Dunkeln blind.Auf Foto- & Video-Tests habe ich verzichtet. Ohne Stativ wäre das sinnbefreit gewesen.Zeit für ein Fazit: Ja, das klang jetzt grausam, aber glaubt mir, es geht noch deutlich schlechter.Einen Blick drauf werfen sollten bestenfalls Waidmänner. Und auch diese sollten sich überlegen, ob sie das Geld nicht besser sparen und das Geld als Grundstock für den Kauf eines richtig lichtstarken Nachtfernglases verwenden sollten.3 Sterne nur zähneknirschend, weil es schlicht und ergreifend IMHO nichts besseres in dem Preissegment gibt.Richtig klasse ist allerdings der Infrarotstrahler. Leistung satt bei fleckenfreier Ausleuchtung. Den sollte Minox separat anbieten.Vor 30 Jahren kamen durch die Wende mit russischen Nachtsichtgeräten die ersten für den Privatmarkt bezahlbaren Geräte auf den Markt. Seitdem ist die Entwicklung wohl auf der stelle getreten.
Habe das NVD 650 seit Herbst 2019 im Gebrauch für Nachtansitz/Jagd. Wenn das Fernglas in der Dämmerung keine Sicht mehr erlaubt, liefert das NVD 650 ein klares Bild. Gerät bietet vielfache Einstellmöglichkeiten und die Menüführung benötigt etwas Eingewöhnungszeit (z.B. Helligkeitseinstellung Sichtfeld, IR Einstellung, u.w.). Auspacken und sofort einsetzen, ohne vorher sich mit dem Gerät intensiv zu beschäftigen, wird nicht gut funktionieren. Wenn die Grundeinstellung individuell angepasst ist kommt ein saubetrs Bild zustande. Positiv: Gute Haptik, grosse und gut sitzende Einstelltasten, schneller Start, für diese Preisliga aus meiner Sicht gute Detailschärfe, kommt von Minox. Negativ: Batterien halten nur begrenzt (Ersatzbatterien mitnehmen). Fazit: Der Profi wird zu deutlich teureren Geräten greifen, die noch besser abbilden. Die, die mit dem Gedanken spielen sich ein gutes und günstiges Nachtsichtgerät zu kaufen, werden mit dem Minox sehr zufrieden sein.
gute Leistung, z.T. Softwaremängel
das Gerät hat in der Grundfunktion gute Leistung, die Nutzung der Gesamtsoftware ist z.T. durch Fehler und Blockierungen gezeichnet, die Blockierungen nerven, oft konnte man das Gerät nicht ausschalten! Folge: Batterien hatten nur einige Minuten Standzeit,
Preis Leistung ok, aber nachts ist das Display viel zu hell. Stress das Auge sehr stark und auf Dauer unangenehm. Finger weg!!