Geiles Teil! Ob Clean oder Distortion...die Sound sind sehr cool.
Es ist ein nettes Spielzeug von dessen Sounds 2 ganz gut auch Live brauchbar sind. Es ist etwas tricky mit dem Anschlag, aber das lernt man nach der Zeit. Für den Preis echt ok. Aber kein Ersatz für ein Electric Harmonix.
nicht musikalisch einsetzbar
Leider, leider, ein Flop... Ich hatte viel Hoffnung in das kleine Teil gesetzt und wurde enttäuscht. Spätestens seit den 80ern schauen wir Gitarristen nun neidisch auf die Keyboarder und wünschen uns den einen oder anderen klassischen Synthie-Sound auf die Saiten. Und jeder, der einen Expander wie den Roland JV1010 (mit 1023 polyphonen Patches!) noch zu Hause oder im Proberaum rumliegen hat, hat sich bestimmt schon gewundert warum das bis anno 2020 nicht möglich ist auf diese Klangvielfalt über eine normale Gitarre zuzugereifen. Abgesehen von halbgaren Lösungen wie dem Sonuus G2M (nur monophon, sehr viele Fehlinterpretationen der Töne und damit eigentlich unbrauchbar), den zwingend mit Gitarrenumbau verbundenen und in sich geschlossenen Systemen (kein richtiges Midi out!) wie Fishman Triple Play oder dem Boss Hex-Pickup-System, tat sich lange nichts. Bis dann allerdings 2017 das Synth 9 von EHX veröffentlicht wurde und wirklich gut ankam. Boss zog mit der kleinen Version von SY-300, dem SY-1 nach und einige Boutique Hersteller wie Source Audio (C4) und Meris (Enzo) und Keeley (Synth-1) hofften auf ein Revival der Gitarrensynthies. Natürlich steht und fällt der Erfolg mit der Qualität und Vielfalt der Sounds, der Zugänglichkeit und dem praktischen Nutzen im Live- und Studio-Setup. Um es vorneweg zu sagen, meiner Meinung nach gibt es mit Stand 6/2020 kein durchweg überzeugendes Synthie-Pedal auf dem Markt und dies wird sich auch mit dem hier rezensierten E7 Synth von Mooer nicht ändern. Die Firma Mooer hat sich eigentlich in den letzten Jahren mit sehr guten Micro-Pedalen auch abseits der gängigen Tube-Screamer und Boss Chorus - Klone einen Namen gemacht und gehört schon lange nicht mehr nur in die Reihe der chinesischen Budget Pedale. Gerade das Synth 7 erscheint auf dem Papier vielversprechend und geradezu einzigartig: 7 unterschiedliche Synth Sounds, plus zuschaltbarem Arpeggiator, mit High und Low-Pass Filtern für Klangtüftler, speicherbaren Presets und Flangereffekten auf einigen Sounds. Das spricht vor allen diejenigen an, die die Klänge des EHX Synth 9 mochten aber Presets und Speichermöglichkeiten der einzelnen Modi vermissten. Doch bereits 10 Minuten mit dem Pedal auf dem Board machen klar: Das Teil ist unbrauchbar und klingt grauenhaft. Zunächst fällt der enorme Lautstärkeunterschied auf. Da das Pedal nicht über einen Volume-Regler verfügt, dröhnt das Teil unbezähmbar in den Amp, man müsste eigentlich einen EQ, einen Kompressor oder ein Volumepedal drumrum basteln. Oder alle anderen Pedale, Gitarre und Amp an das E7 anpassen. Aber warum sollte man ein fein eingepegeltes Setup so verbiegen ? Lohnen sich die Klänge ? Klares nein ! Alle 7 Sounds greifen auf einen Klangsynthesetyp zurück der, gelinde gesagt, unmusikalisch, sägend, höhenlastig und teilweise schmerzhaft klirrend ist. Wenn wir Gitarristen von Synthies träumen dann wollen wir "Jump" auf der Gitarre spielen oder das Intro von a-has "Take on me". Wir wollen Klänge die an Moog, DX7, Prophet und Juno angelehnt sind. Das hier klingt nur nach Kopfschmerzen. Nach Durchschalten der Patches habe ich den Eindruck, die Designer von Mooer wollten hier eine skurile Eigenkreation für die muskalische Nische Nintendocore / Chiptune / LoFi rausbringen. Eines der wenigen Youtube Reviews spielt auch das Super Mario Theme, dafür reicht's gerade noch. Könnte man doch nur über den USB-Port auf die Patches zugreiffen, dann könnte man per Editor vielleicht noch was retten. Zumindest könnte man den fiesen und viel zu aufdringlichen Flanger-Sweep der auf mehreren Patches fest drüberliegt ausschalten oder dämpfen. Das gleiche gilt für den Arpeggiator, welcher mit unveränderlichem Tempo per Zufall Töne drüberlegt von denen das Pedal glaubt es passe zu dem Akkord den man gerade spielt. Auch wenn man nur eine Single Note spielt gibt es Zufallsgezwitscher aus der entsprechenden Dur-Tonleiter und diese auch viel zu laut und ohne Möglichkeit nachzuregeln. So einen Effekt hatte ich mal in den 90er in meinem Zoom4040 Multieffekt und schon damals war das echt übel.Leider erfüllt der USB-Port nun aber keine Funktion. Firmware Updates sind nicht in Sicht und darauf zu hoffen, daß jemand das Teil hackt und einen Homebrew-Editor online stellt wage ich nicht. Sehr verschenktes Potential an dieser Stelle ! Das Tracking ist OK, kein Unterschied zur 9er Reihe von EHX, Akkorde können theoretisch erkannt werden, die Klänge sind aber klar auf Lead /Solo ausgelegt. Ein Flächen / Pad-Sound oder etwas annähernd streicherähnliches ist hier nicht zu finden. Zudem kommt der Arpeggiator in Schwierigkeiten sobald man mehr als 3 Töne eines Akkords spielt, da er wohl nicht richtig zuordnen kann zu welchem "Geschlecht" der Akkord gehört. Fazit: nur 1 der 7 Sounds ist mit viel Veränderung im Setup, ausgeschaltetem Arpeggiator und als Solo-Stimme im Idealfall auf nur einer Saite gespielt nutzbar. Sorry, das reicht nicht. Die nächstbeste Alternative wäre das Boss SY-1. Leider hat auch dieses einen sehr eigenen und in meinen Ohren sehr scharfen Klangcharakter und auch hier finden sich nicht genug Pads die man als Begleitung unter einen Akkord legen könnte. Am ehesten kann ich das Mel 9 von EHX als Pedal zur Untermalung oder für kurze Solo-Passagen empfehlen. Das simulierte Mellotron eiert zwar naturgemäß etwas und klingt nicht "modern", aber gerade in einem Akustikgitarren & Singer-Songwriter-Setup funktioniert das erstaunlich gut. So ziemlich jeder Song on den Eels zum Beispiel kann damit gespielt werden und mit einem Volume Pedal kann man Streicher und Chöre schön einschwellen. Überspringt das E7 von Mooer und schaut euch das Mel 9 an.