Test: Einzeltest: Kriminologie
Zitat: Oh mann, wieder ein Vertreter der Theorie, dass Spurensuche gleichzusetzen ist mit Ermittlungstätigkeit. Aber leider wurde ja mit CSI der Grundstein gelegt, dass ein Ermittler grundsätzlich alles mögliche kann und wie ein moderner Superheld einen Fall fast schon von allein lösen kann. Dem Spiel kann man diese negative Tendenz an Realismus natürlich nicht anlasten, Entwickler Nobilis schwimmt halt - wie so viele andere - auf der beliebten CSI-Welle rum und versucht auch ein Stück vom Kuchen zu ergattern. So schlecht haben sich die Entwickler dabei gar nicht angestellt, denn die dargestellten Charaktere sind durchaus sympathisch, die Fälle abwechslungsreich und die Mischung aus Spurensicherung und Ermittlungsarbeit ist - wenngleich jetzt nicht wirklich neu - so umgesetzt, dass keine Langeweile aufkommt und man auch ein wenig zum Mitdenken aufgefordert wird. Leider kränkelt das Spiel einerseits daran, dass die für die Spurensicherung in Verwendung stehenden Minispiele recht schnell eintönig sind und nerven (oh Gott, wenn ich noch mal Blutplättchen mit dem Laser abknallen muss, knall ich selbst wen ab!) und andererseits, dass ihre Steuerung nicht das Gelbe vom Ei ist und zuweilen träge oder gar nicht reagiert, was dann ebenfalls zu Verlusten auf der wertvollen Ermittlerleiste führt. Der wohl gravierendste Negativ-Aspekt ist aber, dass man trotz eingebauten Hilfssystems und Hinweisen der anderen Figuren etc. manchmal keine Ahnung hat, was man eigentlich wirklich tun soll. Das heißt, man weiß schon was man tun sollte, man hat nur keinen Schimmer, wie man es mit den zur Verfügung stehenden Mitteln erreichen soll: Eine Sicherung der Spur läuft einfach nicht so, wie man es bis dato gelernt oder vermutet hat, was eben zum einen Teil wiederum auf die hakelige Steuerung bei den Minispielen zurückzuführen ist und zum anderen an die schlechte Erklärung des Einsatzes der einzelnen Hilfsmittel und der Erläuterung der ihnen zugrundeliegenden Minispiele.