Test: Einzeltest: Bound By Flame
Zitat: Bound By Flame ist... das okay-este Game, das ich kenne. Alle Spielelemente sind grundsätzlich funktionstüchtig, aber überall haben sich kleinere Denk- und/oder Programmierfehler eingeschlichen. Warum können wir beim Ausweichen nur nach hinten springen? Eine Fassrolle hätte mir das eine oder andere Mal den Arsch gerettet. Warum gibt es Händler, die alles um vieles teurer verscherbeln, als ich es selbst herstellen kann? Warum wird der Held immer wieder als DER Sprengstoff- und Fallenexperte schlechthin dargestellt, kommt aber nicht über die allererste Falle hinaus, die man noch dazu kaum aufrüsten kann? Warum kann ich meinen Helden umbenennen, wenn er dann trotzdem das ganze Spiel über als Vulcan angesprochen wird?
Das sind alles kleine Dinge, über die man hinweg sehen kann, trotz allem macht Bound By Flame nämlich Spaß, und sei es nur wegen der Herausforderung – Zuckerschlecken ist´s nämlich keines!
Was einem Rollenspiel aber wirklich nicht passieren sollte, ist eine Story, die dermaßen lasch vor sich hinplätschert und leider auch von den Sprechern völlig teilnahmslos rübergebracht wird (leider vor allem von unserem Helden bzw. unserer Heldin), wie das wild zusammengeklaute Setting von Bound By Flame . Ob die White Wanderers, äh, pardon, die Totwandler und ihre bösartigen Herren unsere Spielwelt Vertiel in einen riesigen Eisklotz verwandeln, war mir am Ende schon ziemlich schnuppe – Hauptsache die Frisur sitzt.
Zum Abschluss möchte ich gerne meinen Kollegen Maurice Weber von GamePro zitieren: Das brennt nicht, das köchelt nur. Da wäre irgendwie mehr rauszuholen gewesen! Schade, weil die Grundzüge wirklich in Ordnung sind. Wer sich schwierigkeitsgradmäßig mal ordenlich die Kante geben will, hat hier auf der höchsten Schwierigkeitsstufe genug Gelegenheit und die Kämpfe sind auch recht unterhaltsam – darüber hinaus gibt das Spiel leider wenig Fleisch her.
+ fordernd
+ gutes Kampfsystem
+ kreative, leider aber wenige Gegnertypen
+ atmosphärisch packende Musik
- völlig banales Storytelling
- lustlose und fehlbesetzte Sprecher
- inkonsequente Entscheidungs-Auswirkungen
- etwas haklige Steuerung