Panic Station - Das kleinere Battlestar Galactica
Für mich war und ist Panic Station das kleinere Battlestar Galactica. Man hat einige Elemente, die man auch in Battlestar Galactica wiederfinden kann. Nur ist es nicht ganz so komplex und lässt sich zudem schneller durchspielen. Leider ist Panic Station ein stark unterschätztes Spiel. Viele Stimmen sprechen sich gegen Panic Station aus, was wohl auch dazu führte, dass weder Erweiterungen noch weitere Bonuskarten erschienen sind. Was ich persönlich sehr schade finde, da es sehr viel Potential hat. Klar einige Punkte sind nicht ganz schlüssig und weisen Logikfehler auf.Zum Beispiel kam in unseren Runden immer die Frage auf, wieso eigentlich nur die Menschen das Nest zerstören können. Denn wenn es mal doof läuft, dann bleiben nur noch Androiden übrig.Meine Lösung des Problems ist folgende:Es ist einfach eine kleine Hilfe für den Infizierten. Denn wenn jeder zwei Charaktere spielt, gibt es einfach zu viele Möglichkeiten für die nicht Infizierten das Spiel zu gewinnen. Es würde also gar nichts bringen, dass der Wirt oder einer der anderen Infizierten einen Charakter tötet, denn es wären einfach zu viele noch im Spiel enthalten. Außerdem werden so die Spieler gezwungen richtig zu agieren. Sie sollten sich zumindest ihre Züge gut überlegen und mit den Lebenspunkten wirtschaften.Es ist ja auch nicht so, dass es für die nicht infizierten Menschen unmöglich ist, das Spiel zu gewinnen. Von daher stellt diese Regel kein riesiges bzw. unüberwindbares Problem dar. Das ist natürlich völlig anders im Bezug zu Battlestar Galactica. Da ist es echt knackig schwer für die Menschen gegen die Zylonen zu gewinnen.Eine weitere Diskussion stellt die Eigenschaft der Androiden dar. Wieso nur sie von Anfang an Schusswaffen tragen und wieso sie keine Munition besitzen. Ähnliche Antwort meiner Meinung nach, denn auch hier will man es den nicht infizierten Menschen nicht zu einfach machen.Ich kann diese Diskussionen nachvollziehen, bin aber der Meinung, dass man auch mal die Kirche im Dorf stehen lassen sollte. Es ist ein nettes, kleines, kooperatives Brettspiel, inkl. Verräterprinzip. Mit Panic Station haben wir schon einige nette Abende verbracht und mir persönlich macht es immer wieder sehr viel Spaß. Gerade die Paranoia entstehen hier richtig gut. In der passenden Runde ist es manchmal sogar so, dass man absolut keinen Plan mehr hat, wer wer ist und wem man überhaupt noch trauen kann.Witzige Situation war beispielsweise, dass mittlerweile alle bis auf einer infiziert waren. Damit hatte die Person aber zu dem Zeitpunkt noch nicht gerechnet. Erst der Thermocheck gab den Hinweis. Da sieht man mal, wie wichtig die Spieler bei Panic Station sind. Denn wenn es welche gibt, die zu offen spielen oder sich nicht viel Mühe beim Verdecken geben, dann fällt auch die Stimmung. Das verdeckte Spielen ist auf jeden Fall essentiell für Panic Station.Aber man kann es nicht verschweigen, Panic Station ist wirklich nicht für jeden etwas. Was schade ist, aber eben nicht änderbar. Und eigentlich hat ja jeder so ein bis zwei Spiele, die er einfach nicht mag. Und dann sucht man sich eben etwas anderes. Mir persönlich und dem Großteil meiner Spielerunde, gefällt Panic Station sehr gut. Denn es ist von der Spielzeit nicht super lang und trotzdem bietet es genug tiefe, um sich in die Situation hineinversetzen zu können, um viele Paranoia zu schüren. Falls ihr es irgendwo noch bekommt (denn es wurde leider nicht mehr nachproduziert), schaut es euch mal an und testet es. Blind kaufen, würde ich es jetzt nicht, denn es ist wirklich eine Frage des Geschmacks. Panic Station steigt und fällt eben auch mit den Leuten, die mit euch am Tisch sitzen. Wie gesagt, bei uns hat es funktioniert (zum Glück), denn Panic Station ist ein recht solides kooperatives Brettspiel mit Verrätermechanismus.Kleiner Hinweis noch... bei dem Spiel kann man ausscheiden. Wenn man bei Battlestar exekutiert wird, darf man sich ja einen neuen Charakter aussuchen (je nach Sprungentfernung). Bei Panic Station ist Schluss, sobald man beide Charaktere verloren hat. Daher sollte man die beiden nie zusammen laufen lassen, bzw. in ein und denselben Raum stellen. Zumindest nicht auf Dauer. Ja, denn sonst kann das Spiel für einen schnell vorbei sein. Nicht, dass mir dies schon irgendwann einmal passiert wäre...Das Ausscheiden ist natürlich ein Kritikpunkt, der wirklich zieht. Denn wenn es blöd läuft kann man relativ am Anfang schon rausfallen.Aber ansonsten ist Panic Station, mit leichten Einschränkungen, empfehlenswert.Versucht es einfach mal ;)
Geliefert in 1A Qualität, wie beschrieben.
Perfekter Einstieg in ein semi-kooperatives Spiel
Mit Panicstation hält man eines der vielleicht besten Spiele für den Einstieg in ein semi-kooperatives Spiel in den Händen. Als Gruppe auf einer Raumstation abgesetzt, ist es das Ziel der Spieler – jeweils mit einem Menschen und einem Androiden – durch geschickte Aktionen an Ausrüstung zu gelangen um auf der Raumstation beheimatete Parasiten zu vernichten. Dabei wird jedoch einer der Spieler infiziert und verfolgt das Ziel, dies entsprechend zu verhindern und die anderen Spieler ebenfalls zu infizieren.Das Besondere an dem Szenario ist, dass der infizierte unerkannt ist und im Idealfall auch unerkannt bleibt. Während man die Räume durchsucht, um das Nest der Parasiten zu finden sowie die notwendigen Benzinkanister, um es zu verbrennen, begegnen sich die Figuren immer wieder und tauschen – wenn vom aktiven Spieler gewünscht – Gegenstände aus. Durch die Weitergabe von Blut kann der infizierte Spieler dabei andere Spieler infizieren, während diese sich durch die Weitergabe von Benzinkanistern schützen können und dabei das eigene Missionsziel in Gefahr bringen.Da der Mechanismus relativ einfach ist, finden sich auch Gelegenheitsspieler in diesem Umfeld zurecht, während man mit zunehmender Erfahrung und als Vielspieler schnell seine eigene Taktik entwickeln wird, um zum Erfolg zu kommen. Der Spielspaß ist dabei für alle Spieler gegeben und das Spiel funktioniert auch in bunt gemischten Gruppen sehr gut.
Hallo zusammen,da ich mir in den letzten 2 Jahren verhältnismäßig viele Spiele zugelegt habe, und ich noch immer nicht für jede Situation das richtige Spiel gefunden habe. Dachte ich, es wäre doch angebracht, dass ich von meinen Erfahrungen berichte.Im generellen ist die Idee von Panic Station simpel. Man geht in die Raumstation, sucht das Aliennest und vernichtet es gemeinsam mit seinen Kameraden. Dabei findet man vielerlei Gegenstände wie Waffen, Nachtsichtgerät und die wichtigen Benzinkanister mit denen man das Aliennest zerstört.So weit, so gut, wäre da nicht einer uns, dem man nicht trauen kann. Ganz recht, einer ist von diesen Parasiten besessen und setzt alles daran, über Lug und Trug seinen Schein zu wahre und seine Kameraden zu infizieren, oder im Bedarfsfall auch ganz zu beseitigen.Ein heißer Kampf entbrennt in der Raumstation; nicht nur zwischen den kleinen Parasiten und den Menschen, sondern auch die Menschen untereinander Kämpfen. Wem kann man noch trauen? Wer ist mein Verbündeter? Panik steigt auf, denn keinem kann man mehr so recht trauen.Generell klingt das alles sehr verlockend und spannend. Doch um es vorweg zu nehmen. Der vom Parasit besessene Spieler hat es nicht leicht. Vor allem dann wenn er ein b*********** Lügner ist. Doch ist es nicht unmöglich für den Parasiten zu gewinnen, da hier stark die eigenen menschlichen Fähigkeiten mit reinspielen.Das reinarbeiten in das Spiel ist verhältnismäßig hart, was nicht nur an den vielen Feinheiten der Regeln liegt sondern auch an den vielen Gegenständen die man bekommen kann, für welche es nur ein Infoblatt gibt. Dies führt oft dazu, dass Neulinge schon fast ein glaubhaftes Alibi haben, wenn sie nach dem Infoblatt fragen um nachzusehen was ihr neuer Gegenstand eigentlich kann.Ist die Gruppe jedoch eingespielt, fängt der strategische Spaß erst richtig an. Denn nach ein paar runden kennt man das Verhaltensmuster der Mitspieler, und man muss dann als Parasit einfach mal die normalen Verhaltensweisen brechen, oder perfektionieren um nicht aufzufallen.Schade finde ich, dass die Karten, aus denen man die Raumstation baut so dünn sind. So verrutschen sie leicht oder überlappen sich dann.Ein andere Kritikpunkt am Material ist, dass die Figuren, wenn sie mal in ihren Fußsockeln stecken nicht mehr entfernt werden sollten, da die Sockel so eng sind, dass das Design Schäden davon trägt wenn man es entfernt. Dies ist jedoch zu verschmerzen, da die Schachtel genug Platz hat um alle Figuren mit Fuß hinein zu legen.Sehr schön finde ich wiederum, dass für jeden Spieler eine Übersichtskarte da ist, mit der er sieht welche Aktionsmöglichkeiten er hat und was welches Raumsymbol bedeutet. (Warum ging das nicht für die Gegenständeliste?)Schön finde ich auch das Design der Karten, vor allem der Räume, da sie eine gute Atmosphäre andeuten.Die anderen Karten hingegen wirken eher zweckmäßig, sind aber so ganz OK und stören nicht am Spielspaß.Fazit: Wenn die Gruppe komplett unerfahren ist, oder alle gut eingespielt sind macht es wohl am meisten Spaß. Man sollte nur ein Gruppe haben die nicht davor zurückschreckt seine besten Freunde (für das Spiel) anzulügen. Und mindestens einer sollte vorher die Anleitung ausgiebig studiert haben.
mehr Ergebnisse anzeigen