Testurteil: "7 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Slavika
Zitat: Gleich vorweg: Irgendwie hatte ich mir mehr erwartet. Das liegt aber bestimmt nicht daran, dass es sich bei Slavika um ein schlechtes Spiel handelt (siehe Wertung). Eher waren meine Erwartungen recht hoch. Der Name ließ auf ein Setting hoffen, das ich sehr mag, allerdings hat das Spiel selbst dann gar nichts mit den slawischen Ländern und deren Geschichte zu tun (wenngleich die Monster durchaus der slawischen Sagenwelt entstammen), die Handlung ist pure Fiktion und könnte genauso gut in einem Fantasie-Königreich stattfinden.
Die Illustrationen sind passend düster und das Material ansprechend verarbeitet. Die Regeln sind allerdings mäßig verständlich. Man kommt zu Rande, muss aber den einen oder anderen Absatz gleich mehrmals lesen, bis sein Inhalt angekommen ist.
Was mich aber am meisten stört, ist die Langatmigkeit des Spiels. Spielt man zu fünft, können schon einige Minuten ins Land ziehen, bis man wieder an der Reihe ist. Schade, weil zwar viel Denkarbeit und Anpassung an die neue Situation nötig ist, aber das Spielgeschehen verglichen mit anderen Strategiespielen doch relativ eintönig ist. Kleiner Tipp: auf weniger Monde spielen, drei reichen eigentlich. Das beschleunigt das Spiel und lässt die Herstellerangabe von 30 Minuten Spielzeit wieder annähernd realistisch werden. Unter einer Stunde sind wir aber trotzdem nie fertig geworden.
Ansonsten liegt hier aber ein gut funktionierendes, balanciertes Spiel vor. Ja, es hat seine Längen, bis zu einem gewissen Grad kann man diesen aber vorbeugen. Und sobald Slavika sich ein wenig leichtfüßiger spielt (kommt auch mit der Zeit, wenn man die Karten schon besser kennt), macht es für die eine oder andere Partie zwischendurch auch wirklich Spaß.