Testurteil: "8 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Evolution: The Origin of Species
Zitat: Das Spiel Evolution stammt von einem russischen Verlag, die Anleitung liegt auf Englisch bei. Es gibt jedoch einen deutschen Download, der von ausgezeichneter sprachlicher Qualität ist. Leider schaffen es aber beide Texte nicht, gewisse Sonderfälle aufzulösen oder die Fähigkeiten der Tiere komplett zu erklären. Mit der Info "Manche Fähigkeiten gelten pro Runde einmalig, andere dauerhaft" fange ich nicht viel an, wenn in weiterer Folge nirgends steht welche Eigenschaften zu welcher Gruppe gehören.Um die englische Sprache kommt man nicht ganz herum, da die Kartentexte (bzw. die gesammelten Abbildungen auf der Kartenübersicht) sowie der Beispielzug nicht auf Deutsch vorliegen.Das Spielmaterial würde ich als zweckmäßig bezeichnen. Die Box besteht aus einem dünnen Kartonüberzug, der über ein Innenleben aus Wellkarton geschoben wird. Bei den Spielkarten fällt auf, dass sie eine ungewöhnliche Beschaffenheit haben und etwas schwierig zu mischen sind.Spielspaß kann man Evolution wahrlich nicht absprechen, vor allem weil Spiel für Spiel, ja sogar Runde für Runde andere Fähigkeiten zu einem Wesen zusammenfinden. Natürlich pfuscht einem das Pech beim Würfeln manchmal dazwischen und die mühsam erschaffenen Wesen verhungern, aber so wirklich böse ist da niemand. Klarerweise stürzen sich alle Spieler immer auf den, der aktuell vorne liegt. Fleischfresser sind da sehr angesagt! Schließlich kann sich das Opfer nicht wehren, wenn es zum Angriffszeitpunkt noch keine ausreichenden Verteidigungsfähigkeiten hat. Gegnerische Tiere auf anderem Weg aus dem Verkehr zu ziehen ist eher schwierig, man kann höchstens das Nahrungsangebot entsprechend steuern. Dies tut man, indem man die Reihenfolge seiner Fähigkeitseinsätze wohl überlegt.Taktischer Tipp: Wenn ein Tier übermächtig wird kann man es so gut wie nicht mehr besiegen, während es selbst wächst und wächst und somit Punkte für den Besitzer generiert. Also rechtzeitig darauf achten, dass man solche Wesen im Keim erstickt! Auch wenn es selbst Verluste bedeutet, weil das Tier z.B. die Fähigkeit "giftig" hat (hierdurch stirbt das Tier, das es frisst).Noch ein Tipp: Der Ausgang einer Partie ist lange Zeit offen, da die Futtermenge nicht steigt und nur eine gewisse Anzahl von Kreaturen davon satt wird. Es wogt also zwischen den Spielern hin und her. Wer ständig mit sehr wenigen Karten auskommen muss sollte sich überlegen, ob er nicht lieber "absichtlich" alles verliert und mit einer vollen Kartenhand neu beginnt. Die Siegchancen sind hierbei oft nicht zu verachten!So mischen sich Freude und Schadenfreude, Aufstieg und Fall, leben und leben lassen zu einem unterhaltsamen Kartenspiel. Auch wenn es gewisse Abzüge in der B-Note gibt.