Testurteil: "7.5 / 10"
Test: Einzeltest: Phantasy Star Zero
Zitat: Pro: + verschiedene Charaktere / Rassen + variable Antwortmöglichkeiten während der Gespräche servieren unterschiedliche Story-Verläufe – damit durchaus ein hoher Wiederspielwert; partiell wunderschöne, detailreiche Grafik (Stichwort Figuren); bekanntes und doch neues Gameplay durch veränderte Variablen; Gegenstände, Schätze und Boni werden erst am Ende eines von Gegner befreitem Gebiet verfügbar; sehr schöne Anime-Sequenzen mit Sprachausgabe; Online-Funktion für bis zu vier Spieler; Koop-Modus
Contra: keine nachjustierbare Kamera- vor allem in Kämpfen sorgt das für unübersichtliche Momente; Grafik/Optik an manchen Stellen sehr eintönig und langweilig; KI manches Mal einfach nur dumm; Queste wiederholen sich schnell; Stylus-Funktion liegt brach; Steuerung z.T. unübersichtlich – bestimmte Funktionen nicht direkt erreichbar; nur englische Sprachausgabe & Texte – keine Anpassung vorhanden
„Phantasy Star Zero“ macht es einem nicht einfach – zumindest so lange nicht, bis man sich mit allem arrangiert als auch eingefunden hat. Denn zum Anfang krankt der Titel einfach daran, dass es zu viele, kleine Unzulänglichkeiten gibt, die den Spielgenuss, der dann folgt, mehr als trüben. Den Anfang macht die gewöhnungsbedürfte Steuerung und die Tatsache, dass der Stylus in keiner Weise genutzt wird – bis auf die Chatfunktion, die man sich, mit Verlaub, hätte schenken können. Auch wenn sich das Handling der Figuren mit der Zeit durchaus sprichwörtlich einspielt, so bleiben kleine Mankos zurück, wie z.B. die Tatsache, dass der Kampf nicht pausiert, wenn man die ergänzenden Aktionen aufrufen will. Dafür funktioniert das Befehle erteilen vor dem Kampf wieder einwandfrei. Mitunter mag man sich auch am sehr linearen Vorgehen stoßen und den begrenzten Arealen, so verschieden sie auch sein mögen (Canyon, Sumpflandschaften oder ein großer, 100stöckiger Turm). Da sich die Abläufe (Aufgaben/Queste) mit der Zeit zum einen doch recht oft wiederholen und zum Anderen die Lauf- bzw. Erkundungswege sehr begrenzt sind, kann das Retten der Welt schon einmal langweilig werden. Erschwerend geht dann und wann die Übersicht verloren, so dass man schon das eine oder andere Mal drüber nachdenkt das Spiel wieder zur Seite zu legen. Aufgefangen wird das allerdings durch das Setzen von kleinen Akzenten, die vorzugsweise im Mehrspieler (Koop und/oder Online) zum Tragen kommen. Da die Gegner in Scharen auftreten, gilt es erst einmal diese zu beseitigen und so folgt die Option, dass die Belohnungen nicht mehr nur von Einzelnen eingesammelt werden (was der Fall wäre, wenn die Gegner die Goodies verlieren), sondern es gescheit aufgeteilt werden kann, da die Item-Kiste erst am Ende des gewonnenen Kampfes auftaucht. Ein Plus ist sicher auch der Einzelspieler-Modus, da man selbigen durch die drei verschiedenen Rassen jeweils anders erlebt. Ebenfalls gekonnt ist auch wieder das vielschichtige Aufbauen der Figuren sowie MAGs. Viele Möglichkeiten und Varianten laden ein, die Geschichte doch bis zum Ende zu erleben und vermitteln das Gefühl, man könnte doch ein bisschen süchtig nach „Phantasy Star Zero“ sein, welches – und das muss man in aller Deutlichkeit sagen – seinem „portablen Kollegen“ auf dem Konkurrenz-Handheld durchaus zeigt, wie man es doch besser machen kann. Der DS-Ableger ist zwar noch lange nicht der Weisheit letzter Schluss, aber durchaus ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn Sega nun noch die Kleinigkeiten ausmerzt und technisch noch ein wenig mehr in die Waagschale schmeißt, könnte der nächste Teil durchaus ganz oben mitspielen. So hat man zunächst „nur“ das gehobene Mittelfeld erreicht und natürlich gutes Futter für alle Fans kredenzt.