Testurteil: "2.5/10"
Test: Einzeltest: Thor - God of Thunder
Zitat: Pro: + Skill-System
+ Gelungene Vertonung (engl. Version)
Contra: - Stupides Dauerkeulen
- Monotone, lineare Levels
- Kaum Abwechslung
- Immer die gleichen Gegner
- Schwachbrüstige Effekte
- Grafik zum Davonlaufen
- Story nicht der Rede wert
- Ruckler, Kameraprobleme
- Träges Kampfsystem
- Fruststellen
Rückblickend scheint es erstaunlich, wie lang mein Spiellaufwerk ausgehalten hat, ohne mir wütend die Disk entgegenzupfeffern - und wie Liquid Entertainment das per se von Fehlern geplagte Rise of the Argonauts noch unterbieten konnte. Es ist erstaunlich, zu welcher Schmach die Unreal-Engine fähig ist und wie sich selbst der Comic-Autor Fritchman Story-Schlappen einfängt. Es ist erstaunlich, wie wenig Herzblut in ein Videospiel fliessen kann. Thor - God of Thunder ist Wasser auf den Mühlen all jener, die beim Thema Lizenzumsetzung das Weite suchen. Mehr kann man bei diesem Spiel ohnehin nicht tun. Er ist der Herrscher über Wind und Donner, Träger des legendären Mjölnir und Sohn des Göttervaters Odin. Er bringt die Luft zum Knistern und die Erde zum Beben. Die skandinavischen Mythen erzählen von einer imposanten Erscheinung; von einem der gefürchtetsten Götter der nordischen Mythologie. Zugleich ist Thor auch ein Superheld, der sich als solcher natürlich wunderbar vermarkten lässt. Allein die Marvel-Comics erfreuen sich bis heute ungebrochener Beliebtheit. Passend zum jüngsten Kinofilm, in dem Chris Hemsworth den blonden Hünen mimt, schleudert Liquid Entertainment das Videospiel auf den Markt. Es ist eines der gefürchtetsten Videospiele der Neuzeit. Zwischen dem Kinofilm und dem Videospiel zu Thor - God of Thunder liegen Welten, ach was, Universen! Nicht nur, dass die zusammengeschusterte Haudrauf-Action nichts mit der Handlung des Films gemein hat - das Spiel macht nicht einmal Spass. Stundenlang knüppeln wir uns durch Scharen monotoner Gegnerfratzen, laufen, springen und kloppen uns weiter, immer weiter durch den Schlauch monotoner Trostlosigkeit. Wenn in diesem Haufen lieblos runtergespulten Programmier-Codes überhaupt ein Gott steckt, dann ist es der Gott der verhunzten Lizenzspiele. Oh ja, und zwar mit einem hämischen Grinsen auf seinem Antlitz.