Testurteil: "90%"
Test: Einzeltest: Reboot geglückt?! Tomb Raider
Zitat: Pro: + gelungener Neustart der Reihe
+ actionreiches Gameplay
+ auch nach der Kampagne gibt es viel Content (Insel erkunden
+ Relikte finden
+ etc.)
+ tolle Optik
+ Kampagne unterhält 12 bis 15 Stunden
+ atmosphärische Inselumgebung
Kontra: - was nicht jedem alten Fan gefallen wird
- deutsche Synchro nicht ganz gelungen
Rein nüchtern betrachtet ist Tomb Raider nur ein weiteres Beispiel dafür, wie sich Spiele-Entwickler immer mehr an das scheinbar action-vernarrte Publikum anbiedern. Der ganze PR-Bohei, der sich im Vorfeld um die Entwicklung von Lara zur Überlebenskünstlerin, den Survival-Aspekt und das Schutzbedürfnis des Heldin drehte, verpufft innerhalb der ersten Spielstunde und macht Platz für ein edel durchgestyltes Action-Abenteuer, das uns eine neue Lara Croft präsentiert, die Nathan Drake vermutlich das Grinsen aus dem Gesicht prügeln oder schlichtweg einen Napalm-Pfeil ins Herz jagen würde. Und auch wenn die eigentlich titelgebenden Höhlen nun eher zu einer schnell gelösten Nebenaufgabe verkommen, so hatte ich mit Tomb Raider so viel Spaß wie noch mit keinem ihrer Vorgänger: Crystal Dynamics hat die 3rd Person Action in meinen Augen sogar abwechslungsreicher gelöst als Naughty Dog mit seiner Uncharted-Reihe, bei der heimliches Vorgehen nie eine echte Option ist. Damit ist das Spiel jetzt eindeutig nicht mehr der Geschicklichkeitsmarathon der alten Tage sondern reinrassiges Action-Kino mit einem atmosphärischen und grafisch gelungenen Insel-Setting und einer Heldin, die wir in Zeitraffer-Tempo zur gnadenlosen Action-Ikone heranwachsen sehen. Das wird nicht jedem alten Fan gefallen, der vermutlich immer noch verzweifelt nach der Handstand-Funktion sucht. Für mich ist Tomb Raider allerdings das bisher unterhaltsamste Spiel des noch jungen Jahres 2013. Und viel wichtiger: Ich will in Zukunft mehr von dieser Lara sehen! Und ja, die Neun vor der Null in der Wertung entstand trotz der deutschen Synchro und nicht etwa wegen Nora Tschirners Vertonung von Lara, die mir stets etwas zu trotzig und kindlich erscheint. Sorry.