Test: Einzeltest: Anno 2205
Zitat: Anno 2205 richtet sich vor allem an jene Spieler, die bei Strategiespielen nicht zu sehr in die Tiefe gehen möchten oder noch neu in diesem Genre sind. Die Entschlackung des Spielsystems führt dazu, dass die Menüs stets übersichtlich bleiben und der Spieler nie verloren wirkt.
Für erfahrene Spieler fehlt hingegen ein wenig die Herausforderung. Zwar kann ein höherer Schwierigkeitsgrad gewählt werden, dieser limitiert aber hauptsächlich die Geldmittel. Wenn die Wirtschaft einmal läuft, dann läuft sie. Und das tut sie ziemlich bald. Meistens sind nur kleine Regulierungen wie das Hinzufügen von Plantagen nötig, um die wachsende Bevölkerung weiterhin durchfüttern zu können. Fehlplanungen haben kaum Konsequenzen und sind sehr schnell wieder ausgebügelt.
Und trotzdem wird das Spiel nie langweilig. Immer gibt es irgendwo noch ein Zonenprojekt zu erfüllen oder eine Transferroute zu optimieren. Auch, dass Gebäude nun selbst nach dem Bau frei verschoben werden können und nicht abgerissen und neu gebaut werden müssen, trägt sehr dazu bei, selbst das nachträgliche Schrauben an einer Stadt nicht unnötig mühsam zu machen. Lediglich eine “Überbauen”-Funktion hätten wir uns gewünscht, spätestens nachdem wir auf einer mit Häusern zugepflasterten Karte durch den Bau eines riesigen Stadions das Bedürfnis nach Unterhaltung stillen müssen.
Wer also nicht zu tief in die Materie eindringen möchte, ist mit Anno 2205 ausgezeichnet bedient. Serien- und Strategiespiel-Veteranen könnten manchmal ein wenig unterfordert sein, was aber dem Spaß an dem Spiel nicht im Weg stehen dürfte.