Das Cintiq 24HD im täglichen Einsatz - Arbeitsplatzergonomie
Arbeiten am CintiqDa die allgemeinen Vorteile des Cintiq 24 HD Touch bekannt sein dürften, möchte ich in dieser Rezension mehr die Arbeitsplatzergonomie betrachten.Ich arbeite an einem Mac Pro mit dem Cintiq als einzigen Monitor. Ich habe keine Maus oder Touchpad. Zur Steuerung des Mauszeigers wird der Stift oder die Touch-Funktion des Cintiq genutzt.Der normale Cintiq Nutzer ist Zeichner und nutzt das Stift-Display hauptsächlich für diesen Zweck. Ich bin völlig normaler Anwender. Ich schreibe Texte, Mails, sortiere Dateien, bearbeite Fotos, schneide Videos, erstelle Ablaufdiagramme, bearbeite Listen, surfe viel im Web, schaue Videos an und ja, ich zeichne auch am Cintiq, aber das ist Hobby und kein Schwerpunkt.Ich wollte herausfinden, ob das Arbeiten mit einem Cintiq in allen Belangen Vorteile bringt und nicht nur in der Präzision beim Zeichnen.Meine ersten Erfahrungen bestätigen diese Ansicht. Die Kombination aus Stift und Touchbedienung ist einmalig. Wenn ich präzise mit dem Stift arbeiten muss und der Touch unbeabsichtigte Aktionen auslöst, wird er halt ausgeschaltet. Beim Surfen und in der normalen Anwendung (Text, Mail, Web) ist der Touch super. Die gesamte Bedienung läuft flüssig und intuitiv. Natürlich muss man sich an die richtigen „Trefferzonen“ gewöhnen, aber das ist beim iPad nichts anderes. Ich denke, zusammenfassend sind die Klicks schneller geworden. Und das Umschalten des Touch geht so schnell, dass es kaum auffällt. Hier wäre eine Beleuchtung dieser drei oberen Schaltflächen (Info, Tastatur und Touch) sicher eine Hilfe gewesen, doch es geht auch so. Man kann sich ja rantasten.Hervorheben möchte ich den schnellen Wechsel von einer Sitzposition des Stiftdisplays in eine Stehposition. Das sind nur wenige Handgriffe und ich kann im Stehen arbeiten, was ich gerne beim Telefonieren mache. Dann kann ich mir mit Cocopad oder Bamboo-Dock Notizen machen und ja, ich habe nun gar keine Zettel mehr neben dem Rechner liegen. Alle kleine Notizen werden direkt auf dem Monitor aufgeschrieben, was meine Handschrift positiv unterstützt. Der häufige Wechsel vom Sitzen zum Stehen wird von den meisten Ergo-Therapeuten empfohlen. Die beste Position ist immer die Nächste, oder so ähnlich. Mit dem Cintiq kann ich dieser Empfehlung ohne teuren Schreibtisch folgen. Wenn man die Kosten so eines Schreibtisches (ca. 1.500 - 3.000 Euro, je nach Modell) dagegen rechnet ist das Cintiq geradezu günstig.Erwähnen möchte ich auch noch die Bildschirmtastatur des Cintiq. Die ist toll, wenn man nur ein paar Kleinigkeiten, wie z.B. Ebenenbenennung in Painter oder Photoshop, eingeben möchte. Ich komme sehr gut damit zurecht. Lange Texte schreibe ich natürlich weiterhin mit 10 Fingern an der normalen Tastatur. Doch, wenn die Tastatur nicht gebraucht wird, weil gezeichnet wird und das Programm (z.B. Sketchbook) alle Funktionen für den Stift bereit stellt, dann ist die virtuelle Tastatur für gelegentliche Eingaben richtig gut.Normalerweise habe ich das Cintiq leicht schräg mit den kleinen Füßen auf dem Schreibtisch stehen, die Tastatur steht davor. Dieses Bild sollte aus den Produktbeschreibungen bekannt sein. Auch, wenn das leicht schräge Display ungewohnt ist, komme ich doch sehr gut damit zurecht. Die meisten Aktionen laufen im unteren Drittel oder eben in der Bildschirmmitte ab. Somit habe ich einen guten Fixpunkt. Und für die Augen sind diverse Tiefen nicht verkehrt. Auch, wenn es nur ein paar cm sind, so muss das Auge anders fokussieren, als bei einem „geraden“ Monitor.Befürchtet habe ich Schulter-, Nacken-, und Handgelenkprobleme auf Grund der ungewohnten Arbeitshaltung. Bisher ist nichts davon eingetreten. Auch nach 8-10 Stunden am Rechner, in wechselnden Arbeitspositionen und mit entsprechenden Bewegungspausen, sind keinerlei Beschwerden aufgetreten. Rein ergonomisch kann ich das Arbeiten am Cintiq 24 HD Touch derzeit also nur positiv bewerten.Das Display kann 1 Mrd. Farben darstellen. Natürlich nur, wenn die Grafikkarte diese Daten zur Verfügung stellen kann. Das können im Moment aber nur ein paar Profikarten und ich habe diese nicht. So konnte ich keinen Unterschied zwischen Displayport und DVI feststellen, aber es ist gut zu wissen, dass das Display es könnte, wenn ich eine andere Grafikkarte kaufen würde. Die Darstellung ist aber auch so schon super. Das Display ist matt und so etwas angenehmer als das Glossy-Display vom iMac vorher. Die Farben sind wunderbar satt und kräftig. Teilweise habe ich das Gefühl sie seinen übersättigt, aber die normalen Fotos sehen normal aus, also muss es wohl richtig sein. Ich erstelle Webseiten und konnte nun schon mehrfach feststellen, dass andere Displays offensichtlich nicht so sauber abgestimmt Farben darstellen. Nur so sind die unterschiedlichen Farben z.B. in Schaltflächen zu erklären. Auf einem normalen Monitor fällt es nicht auf, auf dem Cintiq sieht man die Farbunterschiede. Klarer Pluspunkt für dieses Display.Die Auflösung (1920 x 1200) ist für mich absolut in Ordnung. Sie war sogar der Grund für den Wechsel weg vom iMac 27 Zoll (2560 x 1440). Natürlich ist diese Superauflösung nett, aber mir waren die Buchstaben zum Beispiel im Menü einfach zu klein. Das ist nun wieder in Ordnung. Dank der Funktionen vom Apple Betriebssystem komme ich auch sehr gut damit zurecht, nur noch einen Monitor zu haben. Und auch die Größe ist absolut ausreichend. Also mehr wäre glaube ich zu viel. Das sind so auch schon „Wege“, die ich zurücklegen muss von einer Ecke zur Anderen. Da ich alles auf dem Monitor treffen können muss, sind es schon etliche Handbewegungen, die da über den Tag zusammen kommen. Wäre der Monitor noch größer, müsste ich den Arm mehr strecken und mich sicher auch verbiegen. Daher empfinde ich diese Größe als absolut ausgewogen und passend.Bliebe noch zu erwähnen, dass durch die Expresskeys und dem Rahmen das Ding ja echt riesig ist. Fast 77 cm x 45 cm sind auf dem normalen Schreibtisch echt ausfüllend. Ich habe da rechts und links gerade noch Platz fürs Telefon und einen Lautsprecher. Auch das Gewicht ist nicht zu unterschätzen. Doch der Aufwand lohnt. Der Monitor ist beim Zeichnen in jeder Position echt fest und wackelt nicht. Man kann beruhig die Hand auflegen und präzise mit dem Stift arbeiten.Der Monitor ist recht lichtstark. Ich habe die Einstellungen runter geregelt, weil der Monitor in einem abgedunkelten Raum schon fast blendet. Ach, und beim Video schauen stören die kleinen weißen LEDs die neben den Touchringen sind. Generell sind die recht hell, wenn es im Raum dunkel ist.Die Einstellungen des Monitors sind sehr umfangreich. Und das gilt nicht nur für die Farben. Auch die Schärfe kann präzise gesteuert werden. Ebenso gibt es einen Eco-Modus und eine Einstellung für den Schwarzwert. Beides habe ich noch nicht näher erforscht, da ich auch so zufrieden bin :)Kommen wir zu den Schattenseiten. Das Stiftdisplay hat Lüfter. Warum muss man heute noch Lüfter verbauen? Es gibt auch andere Techniken zum Kühlen. Lüfter sind immer eine Fehlerquelle und das wird beim Cintiq nichts anderes sein. Mein nagelneuer Mac Pro Lüfter vom Netzteil läuft vom ersten Moment an unrund. Nun können die Lüfter des Monitors mit dem Lüfter vom Mac um die Wette Krach machen. Das ist von der ständigen „Lärmbelästigung“ sicher negativ zu beurteilen. Zum Glück ist es nicht zu laut. Aber ohne Hintergrundmusik mag ich fast nicht mehr arbeiten, weil das Lüfterrauschen eben nervig ist. Gute Übung für Selbstkontrolle und Gelassenheit. Hier kann man das Ausblenden von störenden Faktoren trainieren. Meiner Meinung nach hätte das in dieser Preisklasse besser gelöst werden können.Tja, das war es auch schon. Alles andere arbeitet den Anforderungen gemäß perfekt. Ich bin zufrieden. Trotzdem kann ich nur 4 von 5 Sternen vergeben, weil die Lüfter tatsächlich störend sind und ein Arbeiten in ruhiger Arbeitsumgebung erschweren.Da ich nirgends Erfahrungen zur Ergonomie mit dem Cintiq gefunden habe, stehe ich gerne für Rückfragen über dieses Forum zur Verfügung. Sollte ich noch weitere Erfahrungen mitteilen wollen, werde ich diese Rezension ergänzen.Ich hoffe, ich konnte damit anderen helfen, die noch auf der Suche sind.Ergänzung (04.12.2013)Auch nach ein paar Monaten ist noch alles TIPTOP! Ich habe keinerlei Probleme hinsichtlich der Arbeitsplatzergonomie feststellen können. Die Bewegungen sind eingespielt. Durch das Update der Treiber von Wacom muss ich die Touch-Funktion nur noch selten ausschalten. Meistens beim Zeichnen in Photoshop oder bei InDesign. Ansonsten läuft die Touchfunktion verlässlich im Hintergrund und ist gerade beim Surfen ein echter Genuss. So muss intuitive Bedienung sein. Allerdings möchte ich auch nicht verschweigen, dass ich schon etliche Male auf dem iMac meiner Frau getouched habe, was ärgerliche Fingerspuren hinterlässt auf dem Glossydisplay. Das passiert halt, wenn man so eine Steuerung gewohnt ist :)Was die Helligkeit angeht, habe ich diese nun höher eingestellt, da ich meine Zimmer-Beleuchtung direkt über dem Display installiert habe. Aber ich nutze die Displayhelligkeit immer noch nicht voll aus, sondern zu 70-80%. Die Leuchtstärke ist echt enorm.Mir ist noch aufgefallen, dass die Touch-Funktion auch am Rand des Displays funktioniert. Also außerhalb des eigentlichen Displays. Das macht natürlich Sinn, aber ich finde es toll, dass die Techniker von Wacom diese Kleinigkeit auch berücksichtigen.Die Schwarzwert-Anpassung und die Eco-Stufen habe ich zwar getestet, mich aber dann doch für die Grundeinstellungen entschieden. Damit ist das Schwarz schön satt und die Eco-funktion brauche ich nicht, da ich die Helligkeit manuell geregelt habe. Trotzdem nett, dass man diese Einstellungen schnell über das Menü vornehmen könnte.Nach wie vor kann ich das Gerät uneingeschränkt empfehlen. Was ich mir noch wünschen würde: Eine Steuerung der Lüfter, um diese - auf eigenes Risiko - weiter runter regeln zu können. Es gibt nur zwei Stufen. So laut wie immer oder volle Kanne! Das sind nicht wirklich Alternativen. Außerdem würde ich die LEDs an den Seiten gerne ausschalten können.Falls das hier mal ein Wacom-Techniker liest. Bitte :) Danke.Und noch ein abschließender Hinweis für Spieler: Ich habe nur Deus Ex installiert gehabt. Aber dieses ist nicht lauffähig mit diesem Monitor. Keine Ahnung warum, aber es startet nicht mal und bietet als Auflösung nur 800x600 px an. Daher gehe ich davon aus, dass dieses Stift-Eingabegerät nicht zum Spielen geeignet ist.Sollte ich weitere Erkenntnisse haben, ergänze ich die Rezension noch mal. Bis dahin, alles Gute für die Suchenden :)
Bei dem Wacom Cintiq 24HD handelt es sich um ein 24 Zoll großes Grafiktablet aus dem Hause Wacom. Dieser Herstelle hat sich in dieser Branche etablieren können und viele Profis setzen auf diese Marke. Der enorme Anschaffungspreis zeigt schon, dass man dieses Tablet, welches eine Auflösung von 1920x1200 besitzt, für die professionelle Anwendung konzipiert wurde. Im Lieferumfang ist neben dem Tablet selbst, ein Stift zum Zeichnen, ein Standfuß und diverse Anleitungen enthalten. Insgesamt hat es ein Gesamtgewicht von etwa 30 Kilogramm.
Ich finde, dass dieses Tablet von der Verarbeitung her sehr überzeugen kann. Die Materialien sind dabei sehr robust und fühlen sich gut an. Das edle Aussehen erwartet man aber auch als Kunde, wenn man so viel Geld investiert. Ich selber nutze das Tablet in Kombination mit Photoshop und dessen Zusatzinhalten. Dafür ist das Tablet wirklich sehr gut geeignet. Es funktioniert alles sauber und präzise. Aufgrund der Detailtreue des Display werden die Farben sehr natürlich und brillant gezeigt. Die Bedienung mit dem Stift ist dabei sehr innovativ und gelingt genauso gut. Ich kann besser damit arbeiten als mit einer herkömmlichen Maus. Das Resultat einer Arbeitet lässt sich auf dem Tablet auch gut präsentieren, weil es einen enormen Betrachtungswinkel besitzt.
Nachteile gibt es bei dem Produkt meiner Meinung nicht. Nur sollte man als Anwender darauf achten, dass solch ein Tablet viel mehr Strom zieht, als ein herkömmliches Arbeitsgerät. Darüberhinaus sollte man im Raum genug Platz haben zum Arbeiten, damit man die Vorzüge auch wirklichen erleben kann.