Durch die Konkurrenz der allseits verfügbaren Handy-Kamera waren die digitalen Videokameras etwas ins Hintertreffen geraten. Das hat sich aber in den vergangenen Jahren gründlich geändert. Denn die Hersteller sind sich der Situation bewusst und halten mit technischen Neuerungen dagegen. Inzwischen legen sie besonderen Wert auf die Abstimmung der Beleuchtung, der Mikrofone und der Effekte. Das Filmen wird so zu einem wahren Erlebnis, und die Videos erreichen aufgrund der umfangreichen Ausstattung fast schon Profi-Niveau. Besonders gefragt sind die Camcorder von Sony, Canon, Panasonic, JVC, Medion. Aiptek und Grundig.
Was ist ein Camcorder?
Wie der Name schon sagt: Der Camcorder besteht aus einer digitalen Kamera (Cam) und einem Recorder. Im Gegensatz zum Handy, das häufig nur Filme von maximal 10 bis 30 Minuten Länge aufnehmen kann, ist die Aufnahmedauer bei einem Camcorder nur begrenzt durch die Kapazität des Akkus und der eingebauten Speicherkarte.
Welche Arten von Camcordern gibt es?
Bei der Anschaffung eines Camcorders sollte sich der Filmemacher zunächst über die zukünftige Verwendung im Klaren sein. Denn nicht jede Videokamera eignet sich für jeden Zweck.
Der Pocket-Camcorder: Diese Kleingeräte überzeugen mit ihrer einfachen Handhabung, sie sind handlich und vielseitig verwendbar. Die Bedienung ist äußerst einfach, Belichtung, Zoom und Fokus sind automatisiert, sodass sich der Kameramann beim Aufnehmen um die technischen Details nicht kümmern muss. Das heißt aber auch, dass sich seine Gestaltungsmöglichkeiten in Grenzen halten. Leider können bei der Bildqualität nicht alle Kameras überzeugen. Beim Pocket-Camcorder kommt es also durchaus zu Überschneidungen mit dem Smartphone.
Camcorder mit Full HD: Die Geräte mit Full HD bieten eine zeitgemäße Auflösung der Videofilme. Die Technik ist über die Jahre gereift und bietet eine ganze Reihe von Funktionen. Im Handel findet sich eine große Auswahl an Produkten der oben bereits genannten Markenhersteller. Mitunter störend wirkt ein etwas kleiner Bildsensor, und auch das integrierte Mikrofon entspricht nicht bei allen Produkten den Erwartungen.
Camcorder mit 4k: Videos in einer derart hohen Auflösung werden auch noch in einigen Jahren den Zuschauer beeindrucken. Hinzu kommt die Möglichkeit, Videos auch beim Downgraden auf Full HD ohne Verlust zuschneiden zu können. Bemerkenswert bei fast allen Produkten ist ihre hochwertige Optik. Negativ zu Buche schlägt der hohe Anschaffungspreis, 4k-Geräte sind im Vergleich zu einer Full-HD-Kamera doppelt so teuer. Außerdem benötigen die Aufnahmen trotz Kompression viel Speicherplatz. Für die Nachbearbeitung ist ein leistungsstarker Computer erforderlich.
Prosumer-Camcorder: Diese Premium-Geräte bieten eine sehr hohe Bildqualität, denn der große Bildsensor liefert eine gestochen scharfe Auflösung. Der Film-Enthusiast verfügt bei der Aufnahme über etliche Einstellungs-Möglichkeiten, ebenso unterstützt ihn ein optischer Bild-Stabilisator. All diese hoch entwickelte Technik ist selbstredend nicht billig zu haben, überdies kann die Fülle der Funktionen Einsteiger überfordern.
Welche Kaufkriterien gibt es?
Auf der Suche nach einem Camcorder, der den persönlichen Anforderungen entspricht, empfiehlt sich die Beachtung von einigen Ausstattungs-Merkmalen der Geräte.
Das Objektiv: Das Objektiv ist die optische Zentrale einer Kamera. Mehrere hintereinander angeordnete Linsen geben das Bild an den Sensor im Camcorder weiter. Die Lichtempfindlichkeit (Zahl der Blenden) und die Brennweite sind seine wichtigen Merkmale. Erkennbar sind sie zum Beispiel an einer Ziffernfolge wie „8,8 – 36,8 mm 1:1, 1.2,8“. Dann hat das Objektiv eine Brennweite zwischen 8,8 und 36,8 Millimetern, die Lichtstärke liegt zwischen 1,1 und 2,8.
Die Auflösung der Bilder: Viele kennen den Begriff von ihrem Computer-Monitor. Die Anzahl der digitalen Bildpunkte einer Darstellung gibt die Auflösung an. Videos wirken umso brillanter, je mehr von diesen Pixeln – bei gleichbleibendem Bildformat – vorhanden sind. Ein Camcorder mit Full HD bietet eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln.
Für den privaten Gebrauch reichen diese Produkte meist völlig aus. Bei beruflicher Nutzung, etwa für Werbezwecke oder das aktuelle Video auf YouTube, sind Geräte mit 4k Auflösung 3840 x 2160) jedoch besser geeignet.
Der Bildstabilisator: Häufig führt man die Kamera mit der Hand, und es kommt zu verwackelten Aufnahmen. Der Stabilisator wirkt dem entgegen und korrigiert die Bewegungen. Nicht jeder Hersteller gibt an, ob diese Funktion in seinem jeweiligen Produkt enthalten ist. Wer sich also beim Filmen viel bewegt, sollte auf diese Ausstattung achten.
Der Sucher: Wer viel im Freien filmt, sollte auf den Sucher achten. Denn in einer sehr hellen Umgebung kann es vorkommen, dass das Display die Aufnahmen nicht optimal wiedergibt. Der Sucher gleicht derartige Verzerrungen aus.
Das Display: Das Display muss hochauflösend und ausreichend groß sein. Als Mindestmaß gelten 460.000 Pixel und 3 Zoll. Es sollte ausreichend flexibel einstellbar sein.
Der Speicher: Der Speicherplatz auf den digitalen Videogeräten reicht oft nicht aus, und meist werden auch nur Speicherkarten bis 256 GB unterstützt. Es gibt Modelle, in die man zwei Zusatzspeicher einlegen kann. Bei hoher Auflösung in 4k stößt der ambitionierte Filmer dann bald an seine Grenzen.
Fazit
Der Einsatzzweck entscheidet, welche Kamera im Einzelfall infrage kommt. Immerhin wird der Filmer beim Kauf mit einer hoch entwickelten und umfangreichen Technik konfrontiert. Die Entscheidung will sorgsam bedacht sein. Bei einem ausführlichen Produktvergleich anhand der genannten Kriterien kommt es auf die Prüfung vieler Einzelheiten an, damit das Produkt auch über längere Zeit zufriedenstellt.







































