Der Prozessor ist die Komponente, welche für die Informationsverarbeitung zuständig ist. Je schneller und effizienter ein Prozessor ist, umso besser, doch desto höher ist auch der Preis.
Was ist ein Prozessor?
Der Prozessor, nach dem englischen Begriff auch CPU (Central Processing Unit) genannt, ist ein Halbleiter-Chipsatz, der im PC die zentrale Einheit für die Informationsverarbeitung darstellt. Er sitzt auf dem Mainboard.
Ein Prozessor kann Informationen mit einer bestimmten Taktrate verarbeiten. Dieser Takt wird in Gigahertz (GHz) angegeben. Ein GHz entspricht einer Milliarde Hertz, also einer Milliarde Schwingungen pro Sekunde. Das bedeutet, ein Prozessor mit 1 GHz Taktung kann in der Sekunde eine Milliarde Rechenoperationen ausführen.
Lange Zeit konnte die Leistung eines Prozessors nur durch Steigerung der Taktfrequenz verbessert werden. Um die Jahrtausendwende war diese Entwicklung jedoch in einer Sackgasse angelangt. Eine weitere Steigerung des Takts ging mit erheblichen Nachteilen in der Wärmeentwicklung und im Stromverbrauch einher.
Die Lösung war die Entwicklung von Mehrkern-Prozessoren. Diese kommen heute bei praktisch allen PCs zum Einsatz. Den Anfang machte der Dual-Core-Prozessor von Intel mit zwei Kernen. Dieser Prozessor hatte den Vorteil, dass er ohne Erhöhung der Taktfrequenz doppelt so viele Rechenoperationen ausführen konnte wie ein Single-Core-Prozessor. Heutige CPUs haben vier, acht oder noch mehr Kerne.
Der Vorteil von mehreren Kernen liegt darin, dass verschiedene Aufgaben gleichzeitig durchgeführt werden können. Während ein Single-Core sehr stark beeinträchtigt wird, wenn er mit mehreren Programmen konfrontiert wird, teilen sich bei Multi-Core CPUs alle Kerne die Arbeit. Ein Video dekodieren, Dateien kopieren und gleichzeitig Musik hören ist damit kein Problem. Wird allerdings nur ein Programm genutzt, dann ist der Leistungsunterschied gegenüber dem Single-Core oft gar nicht so groß. Spezielle Programme zur Foto-, Video- und Musikproduktion sind allerdings in der Lage, die Leistung von Mehrkern-Prozessoren zu bündeln.
Was ist der Unterschied zwischen Intel Core und AMD Ryzen Prozessoren?
Intel und AMD gehören zu den größten Herstellern von Mikrochips und CPUs. Die Prozessoren von Intel werden unter dem Namen Intel Core gehandelt. Die Intel-Varianten haben die Bezeichnungen i3, i5, i7 und i9. Je höher die Zahl, umso höher üblicherweise der Takt, die Zahl der Kerne und die Größe des Cache. Die Zahl selbst sagt jedoch nichts über die Kernzahl. So hat ein i5 oftmals vier Kerne, ein i9 bis zu 24 Kerne.
Die Version i3 findet sich im unteren Preissegment und wird mittlerweile immer weniger nachgefragt. Die Modelle i5 und i7 bilden das Mittelfeld. Der i9 ist im Highend-Bereich einzuordnen. Natürlich ist auch die Generation entscheidend. Ein aktueller i5 ist deutlich schneller als das gleiche Modell vor 10 Jahren.
AMD unterteilt seine Prozessoren der Ryzen-Familie ebenfalls in die Varianten 3, 5, 7 und 9. Die Prozessoren von Intel sind zumeist schneller und haben dazu noch ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Intel Prozessoren sind daher eine gute Wahl für einen Gaming-PC. Die AMD Prozessoren punkten dafür mit etwas mehr Effizienz. Allerdings war Intel gegenüber AMD bei der Einführung von DDR5-Speicher voraus. Hier hat AMD erst kürzlich nachgeholt.
Welche Kaufkriterien gibt es bei Prozessoren?
Welcher Prozessor sinnvoll und notwendig ist, hängt stark vom Anforderungsprofil ab. Wer lediglich Office-Arbeiten ausführt, für den genügt theoretisch auch ein Single-Core. Da diese heute kaum noch zu finden sind, sollte es zumindest ein Dual-Core sein. Hiermit steht genug Leistung zur Verfügung, um auch Videos zu schauen und Bilder zu bearbeiten sowie einfache Computerspiele laufen zu lassen.
Bei gehobenen Ansprüchen sollte mindestens zu einem Quad-Core gegriffen werden. Mit vier Kernen bietet er enorme Vorteile, insofern Programme genutzt werden, welche die Leistung auch bündeln können. Für die meisten Heimanwender im Foto- und Videobereich ist dies völlig ausreichend. Wer 4K- oder sogar 8K-Videos bearbeiten will, der sollte zu einem Acht-, Zehn- oder Zwölfkernprozessor greifen.
Neben den Kernen ist auch die Taktung relevant. Für einfache Anwendungen genügen Taktraten im Bereich von 2 bis 3 GHz vollkommen. Für Gaming-Computer sind hohe Taktraten von 3 bis 4 GHz üblich. Highend-Geräte haben sogar Takraten bis 5 GHz. Viele CPUs haben außerdem einen Turbo- oder Boostmodus, bei dem sie den Takt kurzfristig steigern können.
Neben dem Takt ist auch der Cache wichtig. Das ist der Speicher, der die kurzfristig benötigten Informationen enthält. Je größer der Cache, umso besser, denn desto mehr Reserven hat die CPU, ohne Daten aus dem Hauptspeicher laden zu müssen.
Wichtig ist auch, auf welchem Mainboard das Produkt installiert werden soll, denn hier sind Intel- und AMD-Produkte nicht frei austauschbar.
Fazit
Wer sich einen Intel-Core-Prozessor anschaffen möchte, sollte sich im Vorfeld über den konkreten Anwendungsbereich im Klaren sein. Bei Berücksichtigung der verschiedenen Kaufkriterien findet aber jeder Nutzer für den eigenen Bedarf das passende CPU-Modell.









































