Smarte Videotürklingeln machen das eigene Zuhause nicht nur sicherer, sondern auch komfortabler. Dabei ist die Auswahl an smarten Türklingeln auf dem Markt inzwischen riesig und bietet für jeden Bedarf das Passende. Zu den beliebtesten Herstellern von Videotürklingeln gehören dabei unter anderem Arlo, Netatmo, Ring, Eufy, und Google.
Was ist eine smarte Videotürklingel?
Eine smarte Videotürklingel ist mehr als nur eine Gegensprechanlage mit einem Bildschirm: Die Türklingel mit Kamera lässt sich mit einem Smart-Home-System verbinden und mithilfe einer App vom Smartphone oder Tablet aus steuern. Klingelt es an der Tür, erhält der Bewohner sofort eine Benachrichtigung und kann über die App eine Videoaufnahme sehen, die das Geschehen vor der Haustür zeigt. Dafür greift das System zur Übertragung auf das Internet und das heimische WLAN zu.
Bei einigen Herstellern gibt es Erweiterungsmodule für normale Türsprechanlagen, welche ältere Klingeln smart und videofähig machen können. Nutzern stehen dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte zur Auswahl, die mit diversen Funktionen und Alleinstellungsmerkmalen wie Nachrichtenübermittlung an Besucher oder die Integration von Sprachassistenten überzeugen wollen.
Was bieten smarte Videotürklingeln von Ring, Google Nest und Eufy?
Vergleicht man die verschiedenen Modelle der smarten Videoklingeln von Ring, Google Nest und Eufy miteinander, zeigt sich schnell, dass es insbesondere hinsichtlich des Funktionsumfangs große Unterschiede gibt. Einige Modelle sind mit einem separaten Display ausgestattet, die den Besucher vor der Tür zeigen. Andere schicken ein Live-Bild direkt auf das Smartphone, das sich dann über eine App abrufen lässt. Einige Varianten arbeiten mit Batterien oder Akku, andere beziehen ihren Strom dagegen per Kabel und Netzteil. Ebenso gibt es Türklingeln mit Kamera, welche Videoaufnahmen lokal oder in der Cloud speichern, womit sie sich besonders für den Schutz vor Diebstahl und Einbruch eignen. Deshalb ist es umso wichtiger, sich vorab einige Gedanken darüber zu machen, welche Funktionen einem persönlich am wichtigsten sind.
Ring: Ring, ein Unternehmen von Amazon, bietet eine breite Palette an smarten Videotürklingeln an. Die Modelle unterstützen eine Vielzahl von Funktionen wie personalisierte Bewegungszonen, Zwei-Wege-Audio mit Rauschunterdrückung und Kompatibilität mit Amazon Alexa. Modelle von Ring gibt es sowohl batteriebetrieben als auch kabelgebunden. Eine Besonderheit von Ring ist das optionale Ring-Protect-Abonnement, das zusätzliche Funktionen wie Videoaufzeichnung und -speicherung, erweiterte Garantie und professionelle Überwachung für Ring-Alarmsysteme beinhaltet.
Google Nest: Die intelligente Türklingel mit Kamera namens Google Nest Hello liefert hochauflösendes Video mit HDR und Nachtsicht. Sie verfügt außerdem über eine Funktion zur Erkennung von Personen, Fahrzeugen und Paketen mit personalisierten Warnmeldungen. Ein Alleinstellungsmerkmal von Google Nest ist die voreingestellte Schnellantwort, womit die Klingel den Besucher mit einer ausgewählten Nachricht begrüßt, wenn man selbst das Klingeln nicht beantworten kann. Google Nest Hello erfordert jedoch eine permanente Verkabelung und kann nicht mit Batterien betrieben werden. Für erweiterte Funktionen wie Videoaufzeichnung und Gesichtserkennung ist ein kostenpflichtiges Abonnement von Nest Aware erforderlich.
Eufy: Eufy, eine Marke von Anker, smarte Videotürklingeln mit Funktionen wie 2K-HD-Video, Verzerrungskorrektur und optionaler drahtloser Nutzung. Ein Vorteil von Eufy ist, dass keine monatlichen Gebühren für die Videoaufzeichnung anfallen. Die Videos können lokal auf der mitgelieferten HomeBase gespeichert werden, die auch als Türklingel fungiert. Die Eufy Video-Türklingel unterstützt auch Sprachassistenten wie Google Assistant und Amazon Alexa.
Womit und wie verbindet man smarte Videoklingeln?
Intelligente Türklingeln mit Kamera, auch bekannt als Smart Doorbells, verbinden sich typischerweise mit dem heimischen WLAN-Netzwerk. Diese Verbindung erlaubt das Streamen von Live-Videos per App auf das eigene Smartphone, Tablet oder andere vernetzte Geräte und ermöglicht Benachrichtigungen bei Aktivitäten an der Tür. Die Einrichtung eines solchen Systems erfolgt in der Regel unkompliziert und ist auch ohne besondere technische Vorkenntnisse möglich, wenn man einige grundlegende Schritte zur Verbindung einer intelligenten Videoklingel erledigt.
Installation der Hardware: Die physische Installation der intelligenten Videotürklingel steht an erster Stelle. Dabei ist möglicherweise der Anschluss an vorhandene Klingeldrähte erforderlich für Modelle, die eine permanente Stromversorgung benötigen. Eine batteriebetriebene Klingel lässt sich hingegen in der Regel an einem beliebigen Ort anbringen.
Verbindung mit dem WLAN: Die meisten smarten Türklingeln mit Kamera verwenden eine mobile App zur Einrichtung und Verwaltung. Nach dem Herunterladen der App wird der Benutzer aufgefordert, die Türklingel mit dem Router im WLAN-Netzwerk zu verbinden. Für die Verbindung muss das WLAN-Passwort eingegeben werden.
Verknüpfung mit einem Konto: Nach der erfolgreichen WLAN-Verbindung ist üblicherweise die Erstellung eines Benutzerkontos oder die Anmeldung bei einem bestehenden Konto notwendig, um die Klingel zu registrieren und mit dem Smartphone oder Tablet zu verbinden. Das Speichern von Videos in der Cloud erfordert unter Umständen ein kostenpflichtiges Abo.
Konfiguration der Einstellungen: Sobald die Verbindung hergestellt ist, können die Einstellungen der intelligenten Videotürklingel konfiguriert werden. Mögliche Einstellungen sind die Empfindlichkeit des Bewegungssensors, die Länge der aufgezeichneten Videos und die Benachrichtigungseinstellungen.
Verbindung mit anderen Geräten: Viele intelligente Videotürklingeln können auch mit anderen Smart-Home-Geräten wie intelligenten Schlössern, der Beleuchtung und vorhandenen Sprachassistenzsystemen verbunden werden. Dazu müssen in der Regel die entsprechenden Geräte in der App der Doorbell hinzugefügt werden.
Was ist bei der Nutzung zu beachten?
Zunächst einmal gilt: Eine Überwachung per Video des Eigentums ist grundsätzlich jederzeit erlaubt. Wer also beispielsweise mit einer Türklingel mit Kamera den Bereich seines Vorgartens filmt, bekommt aus rechtlicher Sicht keine Probleme. Dennoch sollten alle Personen, die das eigene Grundstück oder auch die Wohnung betreten, darüber in Kenntnis gesetzt werden. Denn die Videoaufnahme stellt einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte dar. Inzwischen bieten viele Hersteller Sticker an, die sie direkt mit ihren Produkten mitliefern und die beispielsweise an der Hausfassade befestigt werden können.
Im Hinblick auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist es darüber hinaus sinnvoll, auch ein Hinweisschild zu installieren. Dadurch wissen nicht nur Besucher, sondern auch Einbrecher direkt, dass sie aufgezeichnet werden – und das kann insbesondere Kriminelle schnell abschrecken.
Allerdings gibt es auch Einschränkungen bei der Benutzung von Türklingeln mit Kameras. Unzulässig wird die Nutzung zum Beispiel dann, wenn damit öffentliche Flächen gefilmt werden. Das kann zum Beispiel das Nachbargrundstück oder auch der Hausflur in einem Mehrfamilienhaus sein. Gehwege, gemeinschaftlich genutzte Parkplätze oder Einfahrten dürfen ebenso nicht mit der smarten Videotürklingel gefilmt werden. Aus rechtlicher Sicht spielt es diesbezüglich keine Rolle, ob die Aufnahmen dann im Anschluss abgespeichert oder nur als Liveübertragung kurzzeitig angezeigt werden.
Wie unterscheiden sich fest integrierte und Lösungen zum Nachrüsten?
Prinzipiell setzt sich eine Türsprechanlage aus zwei Bestandteilen zusammen, nämlich einerseits aus der Außenstation, andererseits aus der Innenstation für die Wohnung. In älteren Gebäuden sind moderne Türsprechanlagen mit einer hochauflösenden Videoübertragung eher eine Seltenheit. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich entsprechende Produkte nicht nachrüsten lassen, beispielsweise in Form einer modularen Lösung.
Fest integrierte Türsprechanlagen mit Videoübertragung werden dagegen heutzutage oft schon im Zuge eines Neubaus verbaut. Wird also ein Haus neu errichtet, kann eine Verkabelung zur Zentrale eines Smart-Home-Systems direkt beim Hausbau erfolgen. Die nachträgliche Installation einer solchen fest integrierten Anlage ist ohne größere Umbauten nicht möglich, allerdings gibt es hierfür alternative Lösungen.
Eine mögliche Variante ist beispielsweise eine Türklingel in Form einer kompakten Box, die außen angebracht wird. Die Modelle von Amazon Ring, Eufy oder Google Nest bieten genau solche Lösungen. Der Besucher klingelt an der Tür und die Videoübertragung wird umgehend gestartet. Der Bewohner erhält dann eine Push-Benachrichtigung auf sein Handy und kann entsprechend reagieren. Solche Systeme sind zu relativ erschwinglichen Preisen erhältlich und lassen sich auch ohne größeren Aufwand problemlos nachrüsten. Die Modelle von Ring, Google Nest und Eufy gehören zu diesen komfortablen und preisgünstigen Lösungen.
Welche Kaufkriterien gibt es?
Sicherheit: Der wichtigste Aspekt einer smarten Türsprechanlage ist ohne Zweifel die Sicherheit. Moderne Videotürklingeln verfügen nicht nur über eine hochauflösende Kamera, sondern sind auch mit Bewegungssensoren versehen. Nähert sich zum Beispiel eine Person der Haustür, kann der Nutzer bereits eine Benachrichtigung per App auf sein Smartphone erhalten. Das ist wohl der deutlichste Unterschied zwischen einer normalen Türsprechanlage und einer smarten Klingel mit Kamera. Die Infrarottechnologie gewährleistet darüber hinaus, dass die Überwachungsfunktion auch im Dunkeln problemlos funktioniert.
Ungebetene Besucher können auf diese Weise somit angesprochen werden, ehe sie klingeln - und dazu muss man noch nicht einmal vor Ort sein. Klingelt jemand mit bösen Absichten an der Tür, um zu überprüfen, ob jemand zu Hause ist, kann man durch die Sprachfunktion sogar aus der Ferne vorgeben, man sei zu Hause - so fungiert eine Türklingel mit Kamera sogar oft als effektiver Einbruchschutz.
Weitwinkelobjektiv: Die meisten Türklingeln mit Kamera überblicken normalerweise einen Winkel zwischen 160 und 180 Grad bei einem Radius von 2 bis 9 Metern wie es etwa bei der Eufy Videotürklingel der Fall ist. Über den Bewegungsmelder lässt sich festlegen, welcher Bereich des eigenen Grundstücks dabei überwacht werden soll. In der Regel lassen sich sogar einzelne Bereiche ein- oder ausblenden, wenn man nicht möchte, dass bei jedem vorbeifahrenden Auto eine Übertragung gestartet wird.
Energieversorgung: Die Energieversorgung der Klingel spielt für den Kauf eine wichtige Rolle. Nutzer können zwischen Auf- und Unterputzvarianten wählen, die sich entweder fest verkabeln oder auch mit Batterien oder Akkus betreiben lassen, wie beispielsweise die Ring Battery Video Doorbell. Akkus weisen im Durchschnitt eine Haltbarkeit von sechs bis neun Monaten auf. Über die Akkukapazität muss man sich bei fest verdrahteten Stationen dagegen keine Gedanken machen. Viele smarte Systeme lassen sich außerdem problemlos an bereits vorhandene Verdrahtungen koppeln.
Signalübertragung: Die Übertragung des Signals von der Videotürklingel erfolgt in den meisten Fällen per WLAN. Deshalb ist eine schnelle Internetverbindung empfehlenswert, sodass Videos möglichst ohne Verzögerungen auf das Handy übertragen werden können. Außerdem sollte man im Vorfeld prüfen, ob der entsprechende WLAN-Standard von Klingel und hauseigenem Router gleichermaßen unterstützt wird. Zu guter Letzt reicht das Signal dres Routers in manchen Fällen nicht bis vor die Haustür. Dann kann ein zusätzlicher WLAN-Repeater dieses verstärken.
Videospeicherung: Wer Videos nicht nur live abspielen, sondern auch abspeichern und sie später erneut abspielen möchte, benötigt dafür ein System mit Cloud-Funktion. Dann werden Videos für einen bestimmten Zeitraum in der Cloud gespeichert und lassen sich auch später erneut ansehen. Das ist beispielsweise besonders nach einem Einbruch zur nachträglichen Beweissicherung sehr wichtig. Für das Speichern der Aufnahmen in der Cloud ist oftmals ein Abo nötig. Die Modelle von Eufy kommen ohne Abonnement aus, sondern speichern Videos auf der Micro-SD-Karte in der HomeBase E.
Türöffner per Smartphone: Eine wichtige Funktion, die jede smarte Videotürklingel besitzen sollte, ist die Türöffnung aus der Ferne. Steht zum Beispiel die Mutter zum Blumen gießen vor der Tür, während man selbst im Urlaub ist, kann man ihr aus der Ferne per App bequem die Tür öffnen. Das macht das Smart System auch für Ferienhäuser, die sich nicht am eigenen Wohnort befinden, nützlich: Treffen die Feriengäste ein, begrüßt man sie einfach über den Lautsprecher der Videoklingel und öffnet ihnen die Tür aus der Ferne.
Welche Funktionen für einen beim Kauf einer Videoklingel selbst wichtig sind, hängt stets von den persönlichen Präferenzen ab. Deshalb empfehlen wir, im Vorfeld stets einen Vergleich verschiedener Modelle durchzuführen, um sich erst einmal einen Überblick über das Angebot auf dem Markt zu verschaffen. Teurere Modelle bieten in der Regel einen größeren Leistungsumfang. Günstige smarte Türklingeln sind im Vergleich dazu schon für wenige Euro erhältlich, zeichnen sich dagegen allerdings nur durch einen begrenzten Funktionsumfang aus. Je mehr Komfort man sich bei der Bedienung einer Smart Videoklingel wünscht, desto mehr sollte man auch investieren.
Fazit
Ohne Zweifel bietet eine smarte Türklingel mit Kamera, die sich per App steuern lässt, viele Vorteile. Dennoch ist die Auswahl an verschiedenen Modellen inzwischen riesig und erfordert einen gründlichen Vergleich. Hier sollte man sich zunächst die Frage stellen, welche Funktionen eine smarte Videotürklingel erfüllen sollte. Möchte man sie lediglich nutzen, um sich nicht immer vom Sofa zur Haustür bewegen zu müssen? Oder möchte man das Geschehen vor der eigenen Haustür auch vom Liegestuhl am Strand aus beobachten können? Für fast alle Zwecke gibt es passende Varianten – eine smarte Videotürklingel ist somit in jedem Fall eine Investition, die sich langfristig lohnt.
erhöhte Sicherheit
Türöffnung per Smartphone
Einbruchschutz-Funktion
rechtliche Einschränkungen und Datenschutzbedenken
Funktionen abhängig vom WLAN
Bedienung teilweise kompliziert





















































