Mandelbaum Die Grossherzogin von Gerolstein, Belletristik von Jacques Offenbach
Meilhac, Henri, Text; Halévy, Ludovic, Text; Hopp, Julius, Übersetzung; Kraus, Karl bearb. Die Grossherzogin von Gerolstein. Ein Klangbuch. Wolfram Berger liest Offenbachs Die Grossherzogin von Gerolstein. Mit seiner vom Klavier begleiteten Lesung der grossen Offenbach-Operette "Die Grossherzogin von Gerolstein" hat Karl Kraus das Verständnis für die Tiefenschichten in der Tollheit Offenbachs geweckt und eine Welt blühenden Unsinns entdeckt. Wolfram Berger hat diese Welt in seiner virtuosen Version der Operette wiedergefunden. Im fiktiven Herzogtum Gerolstein, um 1840: Eine junge Regentin, ein Graf, ein Prinz, Heerführer General Bumm und ein fescher, aber kriegsunwilliger Grenadier stehen im Mittelpunkt der Satire, in der durch Dummheit und Eitelkeit ein Krieg losgetreten wird, der aber einen turbulenten und unerwarteten Verlauf nimmt. In der Übersetzung von Karl Kraus, in der das Stück vom Erhabenen zum Lächerlichen changiert, klingen auch Bruchstücke aus "Die letzten Tage der Menschheit" mit. Wolfram Bergers fulminanter Parforceritt durch alle Rollen des Stücks ist komisch, spannend, absurd und voller Überraschungen. Dem Wortjongleur gelingt eine ebenso dichte, geniale wie blöde, ebenso tiefsinnige wie burleske, jedenfalls brillante Inszenierung. Begleitet wird er dabei von Theocharis Feslikidis am Klavier.