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Pfeil, F Schwäbische Alb
Die Schwäbische Alb ist die erdgeschichtlich jüngste und oberste Bau- bzw. Landschaftseinheit des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes und – auch geologisch – vielleicht die reizvollste. Das von Quenstedt verliehene Prädikat des 'interessantesten Gebirge Deutschlands' verdient die Schwäbische Alb nicht nur ihrer landschaftlichen Schönheit wegen, sondern besonders auch aus geologischer Sicht, denn sie bietet eine Reihe weiterer Superlative, vor allem: Einzigartige Fossilvorkommen (Posidonienschiefer von Holzmaden und Dotternhausen, Plattenkalke von Nusplingen), sensationelle urgeschichtliche Funde aus der Frühzeit des modernen Menschen vor über 30 000 Jahren (Ach-/Blautal, Lonetal), die größte (Aachtopf) und die schönste (Blautopf) Quelle sowie die bedeutendste Flussversickerung Deutschlands (obere Donau), einen 'schwebenden' periodischen See (Schmiecher See) und die älteste Gruppenwasserversorgung der Welt. Dazu kommen das seit dem letzten Jahrhundert aktivste Erdbebengebiet (Raum Albstadt) und eine der markantesten Erdwärmeanomalien in Zentraleuropa (Raum Bad Urach), das berühmte Urach-Kirchheimer Vulkangebiet mit seinen rund 360 bekannten Vulkanitvorkommen und schließlich die beiden weltberühmten Meteorkrater auf der Ostalb (Ries, Steinheimer Becken). Auf 9 Exkursionen durch die Schwäbische Alb werden die geologischen Besonderheiten und die Fossilfunde erläutert und hervorragend abgebildet. Die Exkursionen sind als Fahrexkursionen von Geotop zu Geotop beschrieben, können aber auch in Abschnitten mithilfe von Wanderkarten, z.B. des Schwäbischen Albvereins, zu Fuß erlebt werden. Wanderungen in die Erdgeschichte (18) Schwäbische Alb Inhalt Vorwort 4 Geotope und ihre Bedeutung für die Regionalentwicklung (Joachim VOGT) 5-7 Die Schwäbische Alb – eine geologische Bilderbuchlandschaft (Eckhard VILLINGER) 8-23 Exkursion 1: Sand, Kies und Kalk – Abbaustätten neu erlebt (Andreas MEGERLE & Joachim VOGT) 24-37 Exkursion 2: Von Höhlen, Quellen, Vulkanen und Eiszeitkunst – Geologischer Streifzug über die Mittlere Alb (Wilfried ROSENDAHL, Wolfgang UFRECHT & Rudolf WALTER) 38-54 Exkursion 3: Karstlandschaft Lonetal – ein Fluss geht in den Untergrund (Günther KRÄMER & Kurt WEHRBEGER) 55-68 Exkursion 4: Vom Schwäbischen Vulkan zum Saurierfriedhof (Günter SCHWEIGERT) 69-80 Exkursion 5: Vom tropischen Paradies zur kosmischen Katastrophe – Geologie auf der Ostalb (Elmar P. J. HEIZMANN, Günter SCHWEIGERT, Martin KAPITZKE & Markus RIETER 81-95 Exkursion 6: Bergbau, Fluss- und Landschaftsgeschichte in Aalen und Umgebung (Theo SIMON) 96-109 Exkursion 7: Von der Donau zum Rhein – Reise zu Jägern und Sammlern, Höhlen und Vulkanen (Thomas HUTH) 110-125 Exkursion 8: Vom Albtrauf ins Reich der Meerengel – Bergrutsch, Riffe und Haie (Armin DIETER, Manfred JÄGER, Günter SCHWEIGERT & Gerd DIETL) 126-143 Exkursion 9: Münster, Ziegel und Zement – eine erdgeschichtliche Wanderung durch Ulm (Matthias GEYER) 144-153 Literaturgesamtverzeichnis 154-157 Anschriften der Herausgeber und Autoren 158. Vorwort Mit diesem Band möchten wir Sie, liebe Leserin und lieber Leser, einladen, eine der geologisch interessantesten und vielfältigsten Landschaften Europas, die Schwäbische Alb, kennen zu lernen. Das Buch soll anregen, sich der Erd- und Landschaftsgeschichte der Schwäbischen Alb zu nähern und Helfer und Begleiter für eine aktive Zeitreise durch diese faszinierende Mittelgebirgslandschaft sein. Als Reisevorbereitung sollten Sie zunächst die Einführung in die Landschaftsgeschichte lesen. Hier werden die wichtigsten Etappen der erdgeschichtlichen Entwicklung erläutert und illustriert. Auf dieser Grundlage kann man sich dann auf die ›Wanderung‹ in die einzelnen Regionen entlang der Exkursionsrouten begeben. Zu jeder Tour findet sich zu Beginn eine kurze zusammenfassende Darstellung des Leitthemas, der Exkursionspunkte sowie des Streckenverlaufes. Eine vereinfachte Karte zeigt nochmals den Weg. Wir empfehlen jedoch, sich mit aktuellen und detaillierten Wanderkarten, z.B. v
Das Leben zum Anlaß einer Meditation zu nehmen, läßt die Meditation selber reines Leben werden. Solcher Vollzug ist keiner Theorie verpflichtet, sondern zeigt exemplarisch, daß letztlich jedes Tun in einer inneren Praxis ruht. Die sprachliche Einfachheit will dabei einer grundsätzlichen Besinnung entsprechen, welche sich für jedes individuelle Leben nachvollziehbar erweist. Denn auch die philosophische Reflexion - zumal als phänomenologische Analyse - kommt vor eine letzte Selbstgegebenheit zu stehen, die keiner weiteren Reduktion mehr zu unterliegen vermag. Diese Konsequenz sollte hier nicht erneut für sich reflektiert werden, sondern in die meditative Bejahung übergehen.
"Dieses Buch ist Dokument einer seltenen kreativen Potenz, eines Denkens, das nicht im historischen Interpretieren steckenbleibt, sondern über dieses hinaus den Mut zu weitgreifenden Sachaussagen findet, einer Besinnung, die sich seit langem der Mühe des Verstehens von ganz anderen Denktraditionen im Hinblick auf die heute geforderte Menschheitsphilosophie unterzieht. Es ist gesättigt mit bunten und reichen Analysen, Phänomenologie im besten Sinn des Wortes; aufs Geratewohl seien herausgegriffen die Kapitel über die Zeit, über den Humor, über Interpretation, über das Ressentiment, über Präsenz und Repräsentanz des Sinnes usw. Die stupende Sensibilität und Lernfähigkeit, die das Werk bezeugt, ist Ausdruck der Konsequenz, die den Denkweg Rombachs seit der Entdeckung des Phänomens der Strukturgenese auszeichnet." Gerd Haeffner in Theologie und Philosophie
Die Metaphysik Alfred North Whiteheads stellt zweifellos einen der innovativsten systematischen Entwürfe der Philosophie des 20. Jahrhunderts dar. Dennis Sölch zeigt, dass die Prozessmetaphysik Whiteheads in einer Tradition mit den prozessphilosophischen Entwürfen Henri Bergsons und William James’ steht. Er rekonstruiert die jeweiligen Systematiken und zeigt ihre gemeinsamen Prämissen, ihre argumentativen Schnittstellen und ihre inhaltlichen Differenzen auf. Das Buch bietet damit sowohl neue Impulse für die historisch-systematische Forschung als auch einen Einstieg in die vertiefende Auseinandersetzung mit der Philosophie Whiteheads.
In diesem Band stellt Markus Gabriel seine neuartige philosophische Theorie des menschlichen Selbst vor. Seine Sichtweise, der sogenannte Neo-Existentialismus, ist dabei als anti-naturalistisches Projekt zu begreifen, dem zufolge sich der menschliche Geist der Tatsache bewusst zu werden hat, dass der Mensch nicht in der unbelebten Natur und dem übrigen Tierreich aufgeht, sondern auf ein sich änderndes Bild seines Selbst angewiesen ist, das ihn im größten denkbaren Kontext des Universums verortet. Jocelyn Benoist, Andrea Kern, Jocelyn Maclure und Charles Taylor diskutieren seine Thesen zum Neo-Existentialismus kritisch – Markus Gabriel stellt sich dieser Kritik, indem er seine Argumentation weiter expliziert.
Die internationale Zeitschrift Schelling-Studien bietet ein Forum für wissenschaftliche Arbeiten zur Philosophie Schellings und für übergreifende Fragestellungen des Idealismus und seiner Wirkungsgeschichte. Sie versammelt aktuelle internationale Beiträge der Forschung in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache. Neben einer offenen Sektion werden auch Beiträge zu thematischen Schwerpunkten präsentiert. Eine wichtige Rolle nimmt die Rubrik „Dokumente“ ein. Hier werden Berichte über neu entdeckte oder erschlossene Dokumente zur Philosophie Schellings abgedruckt und kürzere historische Dokumente publiziert. Rezensionen der wichtigsten internationalen Neuerscheinungen runden jeden Band ab. Die Zeitschrift Schelling-Studien wird ergänzt durch die Reihe Beiträge zur Schelling-Forschung. Der neunte Band der Schelling-Studien enthält neben Beiträgen aus der internationalen Forschung Texte zu F. W. J. Schelling und J. Kepler, die anlässlich des 450. Geburtstags des letzteren im Jahr 2021 gehalten wurden, sowie einen Bericht zur „Aktualität der Naturphilosophie um 1800“. Rezensionen von internationalen Neuerscheinungen runden den Band ab.
Was interessiert unterschiedliche Wissenschaften, wenn sie den Menschen und dessen Menschsein in den Blick nehmen? Dieser Band gibt anhand der Betrachtung exemplarischer Phänomene des Menschlichen Einsicht in die unterschiedlichen Fragerichtungen und -horizonte von Theologie, Kulturanthropologie, Soziologie, Sprachwissenschaft und Journalistik. Dabei werden sowohl Aspekte aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz oder des Transhumanismus wie auch Fragen nach Vergebung, Selbstliebe, Trost, Demut oder Selbstgerechtigkeit erörtert. Über die Wirklichkeit des Bösen bis zur Bedeutung von Ritualen, über nicht-idealen Sprachgebrauch wie "Bullshitten" oder Lügen bis zu voyeuristischen Bedürfnissen des Menschen thematisiert die Aufsatzsammlung eine Bandbreite dessen, was es heißt, zu menscheln. Mit Beiträgen von Sascha Dickel | Andreas Fincke | Jörg Meibauer | Ulrike Peisker | Michael Roth | Jochen Schmidt | Gerhard Schreiber | Tanjev Schultz | Samuel Shearn | Mirko Uhlig | Kinga Zeller
Das Buch bietet eine Darstellung und Analyse der Lebensphilosophie und ihrer Geschichte von den Anfängen bei Nietzsche, Dilthey und Bergson bis zu ihren Höhepunkten bei Simmel, Th. Lessing, Klages, Spengler und Ortega y Gasset. Es lässt ihre Interpreten, vor allem Scheler, Misch und Bollnow, und Kritiker wie Rickert und Lukács zu Wort kommen. Dass lebensphilosophische Ansätze auch im 21. Jahrhundert rezipiert werden, ist vor allem einem breit gefächerten ökologischen Denken zu verdanken, aber auch der Weiterführung lebensphilosophischer Ideen durch Michel Henry in dessen Radikaler Lebensphänomenologie.
Die für diesen Band ausgewählten Werke Franz Rosenzweigs zu Sprache, Dialog und Übersetzung sollen die philosophischen Kerngedanken dieses revolutionären Denkers herausstellen. Der Schwerpunkt ist dabei auf solche Aufsätze gelegt, die im direkten Umfeld seines Hauptwerkes »Stern der Erlösung« stehen. Darüber hinaus sind zwei Aufsätze zur Übersetzung, insbesondere zur Bibelübersetzung, ausgewählt worden. In einem weiteren Text zu Bildungsfragen mit dem Titel »Volksschule und Reichsschule« spricht sich Rosenzweig für die Bewahrung von Sprachvielfalt aus und zeigt die Gefahren einer Verarmung der Sprachlandschaft auf, wie sie gerade heute durch die Propagierung von Weltsprachen mehr denn je drohen. Diesen Aufsatz hatte er besonders wertgeschätzt und für seinen Nachlass bestimmt. Nicht zur Publikation vorgesehen hatte er dagegen den Text »Vom gesunden und kranken Menschenverstand«, der deshalb auch nicht in Rosenzweigs »Gesammelte Schriften« aufgenommen wurde. Die Ausgabe von Nahum Norbert Glatzer von 1964, die 1989 noch einmal aufgelegt wurde, macht aber deutlich, wie wichtig dieser Text für die Erschließung seines schwierigen Denkens auch heute noch ist. Dieser wichtige, seit vielen Jahren vergriffene Text wird deshalb den Lesern hier wieder zugänglich gemacht. Inhalt: Das Büchlein vom gesunden und kranken Menschenverstand »Urzelle« des Stern der Erlösung Das neue Denken Die Schrift und das Wort Die Schrift und Luther Das Formgeheimnis der biblischen Erzählungen Volksschule und Reichsschule
Nach G:ttes Namen gefragt, antwortete G:tt: Ich bin der „Ich-bin-da“ (Ex 3,14). G:tt ist also da, G:tt ist uns und der gesamten Schöpfung nahe, steht mit allem in Beziehung. Wer mit allem in Beziehung steht, muss aber auch sehr flexibel sein, verändert andere und lässt sich verändern. Diese biblisch fundierte Überzeugung eines Glaubens an eine höchst soziale G:ttheit wird unter anderem von den Prozesstheologien vertreten. Klassische Eigenschaften G:ttes wie jene der Allmacht, Allwissenheit und Allgegenwärtigkeit werden neu erkundet – stets mit dem Anspruch einer angemessenen, vernünftigen, zeitgemäßen und verständlichen G:ttesrede. Das vorliegende Werk versteht sich als eine Einführung in die Prozesstheologie für eine theologisch interessierte Leser:innenschaft. Julia Enxings Prozesstheologie verleiht der Theologie eine überraschend neue Glaubwürdigkeit. Ihre „Realitätskompatibilität“ G:ttes überwindet sowohl verblendete Gewissheit als auch ausweichende Geheimnishaftigkeit. Stattdessen entfaltet Enxing eine dynamische Vielgestaltigkeit des Gottesbildes, die sich in der schöpferischen Relationalität von Gott und Welt ausdrückt. Jenseits klassischer Allmacht und fern jeder Ohnmacht überrascht ihre bewegte und bewegende, stets liebende Gottheit immer wieder aufs Neue. Enxings Prozesstheologie bietet eine brillante Einführung in die Prozesstheologie, fein abgestimmt auf den europäischen Kontext, und leistet zugleich einen Beitrag zur kosmopolitischen Zukunft der Theologie selbst. Catherine Keller. George T. Cobb Professor of Constructive Theology, Drew Theological School, USA Julia Enxing bietet eine eindrucksvolle Erklärung der vielleicht wichtigsten Theologie unserer Zeit: der Prozesstheologie. Dieses Buch setzt sich mit zentralen Vorstellungen über Gott und das Universum auseinander, die nicht nur intellektuell überzeugend sind, sondern – wenn sie auf unser Leben angewandt werden – auch dazu beitragen können, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. In diesen Zeiten des Übergangs brauchen wir Enxings Vorschläge. Thomas Jay Oord; Autor von Gott kann das nicht!
»Eine neue Barbarei durchdringt unsere Gesellschaft, da erstmals Wissen und Kultur auseinanderfallen. Seit dem ›Galileischen Projekt‹ will die Naturwissenschaft die allein objektive Erkenntnis sein und klammert die sinnlichen Naturqualitäten wie die damit verbundene Subjektivität aus: d.h. unser Leben selbst. Weil die Kultur besonders die Lebensselbststeigerung als Kunst, Religion und Ethik ist, findet sie sich so aus der Moderne ausgeschlossen. Diese prinzipielle Lebensverneinung, die Husserls Lebensweltrehabilitierung tiefer sehen lässt, vollendet sich im Technikprozess, der dem Individuum in seinem unaufhebbaren Lebenspathos nur die ›mediale Existenz‹ des Audiovisuellen als Fluchtort für seinen Bedürfnisaustausch lässt.« Michel Henry Henrys Kulturkritik kulminiert in seiner Kritik an der Zerstörung der Universität und an der Verdummung durch die Massenmedien, vor allem durch das Fernsehen. Vor dreißig Jahren geschrieben, trifft seine Kritik heute, da die Ökonomisierung in der Zwischenzeit unaufhaltsam fortgeschritten ist, erst recht ins Schwarze.
'Mannigfache Weisen des Nichts und der Nichthaftigkeit unterlaufen und durchstimmen alle Dinge so, wie sie konkret in der Welt sind: Menschen verlassen uns, wir verlieren Dinge und Geschehnisse aus den Augen. Lichter verlöschen in der Finsternis. Eine Gelegenheit kehrt nicht wieder. Ein Stein kommt ins Rollen, ein Blatt löst sich vom Baum. Eine Hoffnung wird enttäuscht. Eine Wunde schmerzt. Oder auch: ein Licht blitzt auf. Ein Traum geht in Erfüllung. Eine Begegnung wiederholt sich. Ein Stern fällt. Das Nichthafte ist weder bloß nichtig noch bloß negativ. Es ist im Anheben und Aufhören, im Anderen und Fremden, im Bestimmtsein, in Gegensatz und Widerspruch. Es ist in der Distanz und im Zwischenraum, ist zwischen den Jeweiligen und in jedem Einzelnen selbst. Das Nichthafte bedroht und tröstet, bewegt und unterbricht, ist im Erinnern und im Vergessen. Wo etwas ist, da ist auch Nichthaftigkeit, um es herum und in ihm; kein Sein begegnet, ohne dass da nicht ein Raum des Nichts wäre, aus dem und in dem es ist.' Im Ausgang von kurzen Textausschnitten und von Gedichten (z. B. japanischen Haiku) werden in diesem Buch unterschiedliche Weisen, wie es 'Nichts' gibt, sichtbar gemacht. In den ersten beiden Teilen steht der Bezug zwischen dem Jeweiligen, Erstaunlichen und dem Raum der Nichthaftigkeit im Vordergrund. Der dritte Teil thematisiert das Nichts unausdrücklich, insofern es um das Zwischen von Himmel und Erde geht und damit auch um die Nichthaftigkeit des sinnlich-sinnhaften Inder-Welt-Seins. Der vierte Teil betrifft Aspekte der besonderen Zeitlichkeit des Menschen, sein Altwerden und seinen Tod.
Man spricht manchmal davon, dass man 'ins Freie' wolle, wenn man vorübergehend die Städte hinter sich lässt und sich aufs Land begibt. Gemeint ist mit dem Freien nicht das Landleben, vielmehr begegnen wir ihm dort, wo das begrenzte, vermessene, verbaute, bewirtschaftete Land mit seinen besonderen Ortschaften und Wegschaften zurücktritt, um etwas schlechthin Unverfügbares und Unbewohnbares aufzudecken, das ihm zu Grunde liegt: die Landschaft. Sie lässt sich gerade nicht auf das Geographische ihrer Reliefs reduzieren, auf die Arten ihrer Gesteine, Gewächse oder Gewässer, schon deshalb nicht, weil die Himmel mit ihren wechselnden Wettern, Lichtern und Dunkelheiten, ihren Kälte- und Wärmeströmungen, die Erden mit ihren Nässen und Dürren, Überflutungen und Erschütterungen, Versumpfungen und Verwüstungen je mit zur Erscheinung der Landschaften gehören. Vor allem aber tauchen Landschaften dort auf, wo die Länder auf bestimmte Weise entgrenzt werden: Sie überschreiten nicht nur die Orte ins Ortlose, die Wege ins Weglose, sondern sie transzendieren die Beschränkungen auf das Nahe und Enge, Niedrige und Flächige, um sich, über die Horizonte hinweg, schlechthin der Ferne zu, der Weite, der Höhe, der Tiefe zu öffnen. Gleichwohl sind Landschaften nicht grenzenlos, sie gestalten sich sogar zu gleitenden individuellen Besonderheiten. - Ein Landstrich mag uns vertraut und zur Heimat werden, Landschaften aber strahlen in ihrer Freie stets eine geheimnisvolle Fremdheit aus. Hans-Dieter Bahr geht dem Verstehen der Landschaft in der europäischen Tradition nach, um ihre grundlegende Differenz hervorzuheben zum Land mit seinen bestimmten Gebieten, zum Territorium, von dem schon das römische Recht erklärte, es bestehe aus 'terra' und 'terror', und zumal auch zu den 'Öko-Systemen' des 'Landschafts- und Naturschutzes '. So erst wird sie als das Freie im Blick auf ihre verschiedensten Horizonte verständlich werden.