Als der Organist Heiner Helmbrecht in die Kirche seines Dorfes kommt, erfährt er, dass der Mesner, der von seinen Bekannten stets „Küster Bertram“ genannt wird, schwer verletzt im Krankenhaus liegt. Heiner besucht Bertram auf der Intensivstation. Dort erfährt er in einer Nacht die Geschichte von Bertram und Agathe, einer jungen Frau, die er während seines Mesnerdienstes kennengelernt hatte. Bertram führte als Mesner eher ein unbeachtetes Schattendasein in der Kirchengemeinde. Durch ein Missgeschick, das ihm bei einem Gottesdienst während der Einsetzungsworte zum Abendmahl passiert, wird Agathe auf ihn aufmerksam und verliebt sich in ihn. Eine heimliche Liebesbeziehung beginnt. Als Agathe eines Tages in der Kirche auf Bertram wartet, ereignet sich in Folge seiner Unachtsamkeit ein Unglück, bei dem Agathe ums Leben kommt. Bertram gerät völlig außer sich und trifft eine falsche Entscheidung – mit fatalen Folgen.
Seit zehn Jahren spürt Mathias Bertram in Berlin und auf Reisen surreal anmutende Bilder und Strukturen am Straßenrand auf und hält sie auf seinen mitunter rätselhaften Fotografien fest. Auf verwitterten Hauswänden entdeckt er romantische Landschaften, in abgenutzten Straßenmarkierungen merkwürdige Fabelwesen, auf Baucontainern Karten unbekannter Kontinente oder in zerborstenen Treppenstufen virtuose Tänzer. Auf den ersten Blick könnte man die Fotografien für Grafiken oder Gemälde halten, doch geschaffen hat all diese Motive und Gebilde allein die Zeit, die an den Dingen nagt. Wasser, Wind und Luft lassen sie altern, Korrosionen und Kollisionen zerstören sie. Doch während sich die Dinge auflösen, entsteht mitunter etwas Neues, das dem Prozess des Alterns Würde verschaffen und Schönheit verleihen kann – ein „Werden im Vergehen“. Bertrams Fotografien lösen die trivialen Gegenstände aus ihrem natürlichen Kontext und fordern so dazu auf, sie ästhetisch wahrzunehmen. Eine Schule des Sehens, die den Blick für die Sensationen des Alltags schärft.
Marie von Ebner-Eschenbach: Bertram Vogelweid Erstdruck: Berlin, Paetel, 1896 Vollständige Neuausgabe mit einer Biographie der Autorin. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2015. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Edvard Munch, Der Autor Hans Jäger, 1889. Gesetzt aus Minion Pro, 11 pt. Über die Autorin: 1830 als Freiin von Dubsky auf Schloß Zdislavic bei Kremsier in Mähren geboren, genießt Marie eine klassische geistige Bildung, bereits mit siebzehn unternimmt sie erste literarische Versuche. Nach der Heirat mit ihrem Vetter Moritz Freiherr von Ebner-Eschenbach lebt sie bis 1856 in Klosterbruck in Mähren, danach bis zu ihrem Lebensende in Wien, wo sie 1879 eine Ausbildung als Uhrmacherin absolviert. Nach erfolglosen dramatischen Versuchen, veröffentlicht sie 1876 - ermutigt von Franz Grillparzer - den heute als eines ihrer Hauptwerke bekannten Roman über die Magd "Bozena", der jedoch zunächst nur zögerlich Anerkennung findet. Ihren Durchbruch erreicht sie 1880 mit "Lotti, die Uhrmacherin", der die größeren Erzählungen "Das Gemeindekind" und "Unsühnbar", sowie die "Dorf- und Schloßgeschichten" (darin u.a. "Krambambuli") folgen. Humanitär gesinnt schildert sie Adel wie Kleinbürgertum in so scharfsinniger wie kritischer Detailtreue. Marie von Ebner-Eschenbach ist als bedeutende Vertreterin des kritischen Realismus eine der großen Autorinnen des 19. Jahrhunderts. Von der Universität Wien zum Ehrendoktor der Philosopie ernannt und als erste Frau überhaupt mit dem Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet, stirbt sie am 12. März 1916 im Alter von 85 Jahren in Wien.
Marie von Ebner-Eschenbach: Bertram Vogelweid Erstdruck: Berlin, Paetel, 1896 Vollständige Neuausgabe mit einer Biographie der Autorin. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2015. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Edvard Munch, Der Autor Hans Jäger, 1889. Gesetzt aus Minion Pro, 11 pt. Über die Autorin: 1830 als Freiin von Dubsky auf Schloß Zdislavic bei Kremsier in Mähren geboren, genießt Marie eine klassische geistige Bildung, bereits mit siebzehn unternimmt sie erste literarische Versuche. Nach der Heirat mit ihrem Vetter Moritz Freiherr von Ebner-Eschenbach lebt sie bis 1856 in Klosterbruck in Mähren, danach bis zu ihrem Lebensende in Wien, wo sie 1879 eine Ausbildung als Uhrmacherin absolviert. Nach erfolglosen dramatischen Versuchen, veröffentlicht sie 1876 - ermutigt von Franz Grillparzer - den heute als eines ihrer Hauptwerke bekannten Roman über die Magd "Bozena", der jedoch zunächst nur zögerlich Anerkennung findet. Ihren Durchbruch erreicht sie 1880 mit "Lotti, die Uhrmacherin", der die größeren Erzählungen "Das Gemeindekind" und "Unsühnbar", sowie die "Dorf- und Schloßgeschichten" (darin u.a. "Krambambuli") folgen. Humanitär gesinnt schildert sie Adel wie Kleinbürgertum in so scharfsinniger wie kritischer Detailtreue. Marie von Ebner-Eschenbach ist als bedeutende Vertreterin des kritischen Realismus eine der großen Autorinnen des 19. Jahrhunderts. Von der Universität Wien zum Ehrendoktor der Philosopie ernannt und als erste Frau überhaupt mit dem Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet, stirbt sie am 12. März 1916 im Alter von 85 Jahren in Wien.
Adolf Kardinal Bertram (1859-1945) gehört zu den bedeutendsten, aber auch umstrittensten Kirchenfürsten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Viele Nachkriegshistoriker werfen ihm vor, er habe eine Politik der Anpassung betrieben und sei damit indirekt zur Stütze des NS-Regimes geworden. Johannes Gottwald legt die erste vollständige Biographie Bertrams vor. Sie nimmt nicht nur das politische Verhalten in den Blick, sondern würdigt auch seine Verdienste als Kirchenhistoriker, religiöser Schriftsteller und Seelsorger. Gottwald macht deutlich, dass Bertram kein bequemer Ja-Sager und Opportunist war, sondern eine hohe Auffassung von seinem Priestertum hatte und seine moralische Wächterrolle als Bischof ernst nahm. Zwar verzichtete er auf lautstarke Proteste, führte stattdessen jedoch einen zähen Abwehrkampf hinter den Kulissen, unterstützte zahlreiche Juden und setzte sich für die verfolgte Kirche in Polen ein.
Im Zentrum stehen Porträt und Figur Im Zentrum des Werks von Bertram Hasenauer steht das Porträt bzw. die Figur, wobei diese, vor monochromem weißen oder dunklen Hintergrund platziert, nicht primär als (naturalistisches) Abbild fungiert, sondern die Idee des Porträts als solchem zu vermitteln sucht. Damit eröffnet uns Bertram Hasenauer zugleich eine höchst differenzierte, das Bleibende betonende Sicht auf die jeweiligen jungen Personen, alles Spontane und Dynamische ist von ihnen gewichen, sie wirken androgyn und scheinen im Raum zu schweben. In der Kunstkritik wird angesichts der fast metaphysisch wirkenden Realitätsferne, in die die Figuren gerückt scheinen, der Begriff des Magischen Realismus bemüht, der vom Künstler um eine Spirale des Enigmatischen erweitert worden sei. Als Arbeitsgrundlage dienen Bertram Hasenauer Bilder aus Zeitschriften und Magazinen. Seine Farben trägt er wie einen dünnen Film auf fein strukturierter Grundierung auf. Der rätselhafte Eindruck dessen, was, so der Künstler, »wie ein Porträt erscheint, erweist sich als die Idee zu einer möglichen porträtierten Figur; was wie das Bild einer menschlichen Figur erscheint, entschwindet sofort in die vagen Sphären der Erinnerung an eine Figur.« Ausstellungen: Kunsthalle Memmingen, 1/4 – 23/7/2023 Galerie Ebensperger, Wien, 28/3 – 30/6/2023