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Frölich und Kaufmann Arthur Rimbaud. Le Bateau ivre. Das trunkene Schiff. 1290746
Arthur Rimbauds »Le Bateau ivre« ist eines der bedeutendsten Langgedichte der Weltliteratur. Nur drei Tage, die ihn »in Trance« versetzten, reichten Paul Celan aus für das Meisterwerk seiner Übersetzung dieses Gedichtes ins Deutsche: kühn und eigen, und doch so nah am Text, wie es einer Nachdichtung nur möglich ist. Es war Celans Überzeugung, »daß mir hier ein wirklich einzigartiger Wurf geglückt ist«. Zur Wiedergabe von Originaltext und Übertragung in direkter Gegenüberstellung treten aufschlußreiche Zeugnisse, vor allem die Verlagsbriefwechsel, Abbildungen und ein ausführliches Nachwort des Herausgebers. (Text dt., franz.)
Diese Sammlung von 80 Gedichten, Celans sechster Gedichtband, erschien 1967 im Suhrkamp Verlag in Frankfurt am Main. Die Entstehung der darin aufgenommenen Gedichte reicht zurück bis ins Jahr 1963. Die letzten Gedichte entstanden im September 1965. Die zyklische Anordnung in sechs Binnenzyklen entspricht in etwa den Entstehungsphasen. Der erste Zyklus der Sammlung erschien im Herbst 1965 unter dem Titel Atemkristall , mit acht Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange, in einer einmaligen bibliophilen Ausgabe bei Brunidor, Paris. Atemwende fand in der Rezeption beachtliche Resonanz, bei der erneut Unverständnis und der Vorwurf mangelnden Wirklichkeitsbezuges mit der Erkenntnis politischer Implikationen und der Einsicht in den »Realismus« der Gedichte zusammenprallten.
Goldegg Nennen wir ihn Rumpelstilzchen A1053538069
Dieses Buch handelt von schillernden Erscheinungen der Literatur, von Ingeborg Bachmann bis Paul Celan, von Friedrich Torberg und Hans Weigel. Geschichten über Exzentriker, Skandalaposteln und andere schräge Vögel.
Paul Celan is considered one of the most important poets of the German - or any - language to emerge from the Second World War. Born on the outskirts of the Austro-Hungarian Empire in 1920 to Jewish parents, Celan survived the worst catastrophe to European Jewry as his parents and countless others did not. Among the many issues he struggles with in his poetry is the figure of the divine in light of the Shoah. How are we to understand and relate to the holy covenant between the divine and the human after Auschwitz? And how are we equally to understand the covenant that should exist between fellow human beings? This book is not intended as a theological study of faith after Auschwitz, but as an analysis following Celan''s questioning of these fundamental issues in the lyric form. In his works, Celan exposes the radical fragility of religious values in the wake of unspeakable annihilation. Yet suspended in the non-place or u-topia of the lyric poem is an equally fragile hope.
Diese Sammlung von 80 Gedichten, Celans sechster Gedichtband, erschien 1967 im Suhrkamp Verlag in Frankfurt am Main. Die Entstehung der darin aufgenommenen Gedichte reicht zurück bis ins Jahr 1963. Die letzten Gedichte entstanden im September 1965. Die zyklische Anordnung in sechs Binnenzyklen entspricht in etwa den Entstehungsphasen. Der erste Zyklus der Sammlung erschien im Herbst 1965 unter dem Titel Atemkristall , mit acht Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange, in einer einmaligen bibliophilen Ausgabe bei Brunidor, Paris. Atemwende fand in der Rezeption beachtliche Resonanz, bei der erneut Unverständnis und der Vorwurf mangelnden Wirklichkeitsbezuges mit der Erkenntnis politischer Implikationen und der Einsicht in den »Realismus« der Gedichte zusammenprallten.
Lichtzwang war der erste Gedichtband Celans, der nach dem Tod des Autors im Suhrkamp Verlag in Frankfurt am Main erschien, versehen mit einer schwarzen Banderole und dem Aufdruck »Paul Celans letztes Gedichtbuch«. Es handelt sich also um eine Publikation aus dem Nachlass. Die Gedichte dieses Bandes entstanden zwischen dem 9. Juni und dem 6. Dezember 1967. Es besteht eine enge entstehungsgeschichtliche Verzahnung der Gedichtbände Fadensonnen , Lichtzwang und Schneepart, wobei alle drei Bände als jeweils kompositorische Einheit mit zyklischer Gliederung in Erscheinung treten. Der Nachlass zu Lichtzwang zeigt das Bild eines Autors, der bestrebt ist, den Vorgang der sprachlichen Fixierung seiner Gedichte auf das genaueste zu dokumentieren.
Vittorio Klostermann Keinmaleins, Fachbücher von Werner Hamacher, Jean-Luc Nancy
Der 2017 verstorbene Werner Hamacher geniesst auch über die engeren Grenzen seines Faches hinaus einen legendären Ruf. Durch seine Verbindung von solidester germanistischer Philologie und deutsch-französischer Philosophie hat er sich in seinen Texten eine einzigartige, international gehörte Stimme gegeben. Eine überaus entwickelte Selbstkritik hat ihn zu Lebzeiten davon abgehalten, seiner Bedeutung mit einer angemessenen Anzahl von Publikationen Nachdruck zu verschaffen. "Keinmaleins" bringt nun Hamachers Texte zur Dichtung Paul Celans, einer Dichtung, die Hamacher zeit seines Lebens erstaunlich intensiv interpretierte. Der Band wird von einem Vorwort des französischen Philosophen Jean-Luc Nancy eingeleitet. "Erstmals liegen auch die gesammelten Aufsätze zu Celan von Werner Hamacher, dem 2017 verstorbenen Meisterphilologen, unter dem Titel 'Keinmaleins' vor, anregend auf jeder Seite, deutungsdicht und dabei eminent lesbar, das eigentliche Geschenk zum Celan-Jahr." Rüdiger Görner, in: Die Presse. "Herausragende Zeugnisse der Lesekunst Hamachers [...] Die Akribie, mit der er jeder Spur nachgeht, erschliesst die Gedichte deutend, ohne ihr dunkles Leuchten im triumphalen Licht eindeutiger Erkenntnis aufzulösen." Gerhard Poppenberg, in: literaturkritik.de.
J.B. Metzler, Part of Springer Nature - Springer-Verlag GmbH Heine-Jahrbuch 2002
Einzelne Werke Heines stehen im Mittelpunkt des Heine-Jahrbuchs 2002: Stuart Ferguson befasst sich mit den "Bädern von Lucca", Christine Mielke mit den "Florentinischen Nächten" und Renate Schlesier mit dem Gedicht "Diesseits und jenseits des Rheins". John Pizer untersucht Heines Verhältnis zu Goethes Begriff "Weltliteratur", Stefan Neuhaus Heines Dekonstruktion des Mythos Deutschland. Ralf Schnell, Karlheinz Fingerhut und Inge Rippmann beschäftigen sich mit der spezifisch jüdischen Selbstreflexion am Beispiels Heines, Börnes, Kafkas und Celans. Die Arbeit des Heinrich-Heine-Instituts wird mit zwei Reden anlässlich der Ausstellungen zu Josef Beuys und Paul Celan dokumentiert.
Lichtzwang war der erste Gedichtband Celans, der nach dem Tod des Autors im Suhrkamp Verlag in Frankfurt am Main erschien, versehen mit einer schwarzen Banderole und dem Aufdruck »Paul Celans letztes Gedichtbuch«. Es handelt sich also um eine Publikation aus dem Nachlass. Die Gedichte dieses Bandes entstanden zwischen dem 9. Juni und dem 6. Dezember 1967. Es besteht eine enge entstehungsgeschichtliche Verzahnung der Gedichtbände Fadensonnen , Lichtzwang und Schneepart, wobei alle drei Bände als jeweils kompositorische Einheit mit zyklischer Gliederung in Erscheinung treten. Der Nachlass zu Lichtzwang zeigt das Bild eines Autors, der bestrebt ist, den Vorgang der sprachlichen Fixierung seiner Gedichte auf das genaueste zu dokumentieren.
»Was diese Gedichte an Irritationen, an Desorientierung auch ausdrücken mögen, sie zeigen alle die Unbeirrbarkeit an der Fähigkeit dieses Ausdrückenkönnens. Sie zeigen eine Meisterschaft in der Beherrschung der Mittel, die Celan ausgebildet hat, wie kaum ein Band von ihm vorher.« Helmut Heißenbüttel
Paul Celan (1920-70) is one of the best-known German poets of the Holocaust; many of his poems, admired for their spare, precise diction, deal directly with its stark themes. Austrian writer Ingeborg Bachmann (1926-73) is recognized as one of post-World War II German literature's most important novelists, poets and playwrights. It seems only appropriate that these two contemporaries and masters of language were at one time lovers, and they shared a lengthy, artful and passionate correspondence. Collected here for the first time in English are their letters written between 1948 and 1961. Their correspondence forms a moving testimony of the discourse of love in the age after Auschwitz, with all the symptomatic disturbances and crises caused by their conflicting backgrounds and their hard-to-reconcile designs for living-as a woman, as a man, as writers. In addition to the almost 200 letters, the volume includes an important exchange between Bachmann and Gisèle Celan-Lestrange, who married Celan in 1951, as well as the letters between Paul Celan and Swiss writer Max Frisch, who was Bachmann's lover for four years.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Dichtung als «Heimkehr» A1071406293
Diese Studien zielen darauf ab, eine sinnvolle Lesart des Celanschen ‘Mutterdiskurses’ zu entwickeln, welcher mit den seit Bachofen in der deutschen Literaturgeschichte – gelegentlich verdeckt, aber noch konstant – virulenten Theorien des Weiblichen zusammenhängt. Daraus geht ein ‘neuer Celan’ hervor. Zumal im Blick auf die ‘verdeckte’ Utopie seiner ‘Dichtung nach Auschwitz’; die hinter den katastrophischen Bereich des Menschlichen und der Geschichte zurückgreift, um biologisch-biosophische Naturkonzepte und eine darin begründete Idee des Lebendigen und seines Aprioris der Maternalität zu entwerfen. Sie wird hier von Celan emphatisch als Ort der Herkunft (Ursprung) und zugleich sentimentalisch als utopisches Ziel aufgefaßt und damit als einzig tragfähiges Fundament möglicher Humanität. Die Unterscheidung zwischen Utopie und Katastrophe wird dabei mit den Indizes ‘weiblich’ und ‘männlich’ markiert.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Dichtung als «Heimkehr»
Diese Studien zielen darauf ab, eine sinnvolle Lesart des Celanschen ‘Mutterdiskurses’ zu entwickeln, welcher mit den seit Bachofen in der deutschen Literaturgeschichte – gelegentlich verdeckt, aber noch konstant – virulenten Theorien des Weiblichen zusammenhängt. Daraus geht ein ‘neuer Celan’ hervor. Zumal im Blick auf die ‘verdeckte’ Utopie seiner ‘Dichtung nach Auschwitz’; die hinter den katastrophischen Bereich des Menschlichen und der Geschichte zurückgreift, um biologisch-biosophische Naturkonzepte und eine darin begründete Idee des Lebendigen und seines Aprioris der Maternalität zu entwerfen. Sie wird hier von Celan emphatisch als Ort der Herkunft (Ursprung) und zugleich sentimentalisch als utopisches Ziel aufgefaßt und damit als einzig tragfähiges Fundament möglicher Humanität. Die Unterscheidung zwischen Utopie und Katastrophe wird dabei mit den Indizes ‘weiblich’ und ‘männlich’ markiert.
J.B. Metzler, Part of Springer Nature - Springer-Verlag GmbH Heine-Jahrbuch 2002 A1000232565
Einzelne Werke Heines stehen im Mittelpunkt des Heine-Jahrbuchs 2002: Stuart Ferguson befasst sich mit den "Bädern von Lucca", Christine Mielke mit den "Florentinischen Nächten" und Renate Schlesier mit dem Gedicht "Diesseits und jenseits des Rheins". John Pizer untersucht Heines Verhältnis zu Goethes Begriff "Weltliteratur", Stefan Neuhaus Heines Dekonstruktion des Mythos Deutschland. Ralf Schnell, Karlheinz Fingerhut und Inge Rippmann beschäftigen sich mit der spezifisch jüdischen Selbstreflexion am Beispiels Heines, Börnes, Kafkas und Celans. Die Arbeit des Heinrich-Heine-Instituts wird mit zwei Reden anlässlich der Ausstellungen zu Josef Beuys und Paul Celan dokumentiert.
Hartung-Gorre Immanuel Weissglas (1920- 979) A1013488530
Zu den Gedichten Immanuel Weissglas im Österreichischen Literaturarchiv. Exkurs: Immanuel Weissglas an der "Epochenschwelle", Gedichte von Immanuel Weissglas, Die Wiederbegegnung mit mir selber" - Briefe von Immanuel Weissglas an, Gerhart Baumann. Samt Briefen von Beatrice Alexiu-Weissglas und, Dokumenten., Frau Claire Zholkiver-Weissglas im Gespräch mit Helmut Kusdat Wien, 5. Februar 2010, "Vergessen Sie nicht Europa und Ihren alten James Imm. Weissglas". Rose Ausländers Kontakte zu Immanuel Weissglas, Celans "Plagiate" und die Neue Literatur, Zu Immanuel Weissglas und Paul Celan, "Ich drück auf dich, mein Land, den Todeskuss" Immanuel Weissglas Gedichtzyklus Gottes Mühlen in Berlin, Die Elegie der Bukowina: Immanuel Weissglas - Babylonische Klage, Der Czernowitzer Gymnasiast Weissglas im Jahre 1937: Literarisches Debüt etc.
Der fünfbändigen Ausgabe der ›Gesammelten Werke‹ Paul Celans und der Ausgabe ›Das Frühwerk‹ folgen nun ›Die Gedichte aus dem Nachlaß‹. Paul Celan hat kaum 500 Gedichte zur Veröffentlichung bestimmt - fast noch einmal so viele haben sich nach seinem Tod im Nachlaß gefunden. Ein solches Verhältnis zwischen dem vom Autor anerkannten Werk und der tatsächlichen literarischen Produktion zeigt den hohen Anspruch, den er an die Gedichte gestellt hat. einen Anspruch, den zu ermessen erst durch den Nachlaß möglich wird: was wurde für die Veröffentlichung ausgewählt, was nicht, und warum? Die Entscheidung darüber, welche Gedichte er, und in welchem Kontext, zur Veröffentlichung freigeben wollte, hat Paul Celan in den verschiedenen Phasen seines Schaffens in unterschiedlicher Weise getroffen, Unpublizierte Gedichte sind zwar aus allen Werkepochen erhalten. Während aber in manche Gedichtbände, etwa ›Von Schwelle zu Schwelle‹. ›Sprachgitter‹; ›Atemwende‹ oder ›Lichtzwang‹; von wenigen Ausnahmen abgesehen, jeweils alle Gedichte der Zeit, so scheint es, Aufnahme gefunden haben, gibt es in anderen Perioden große Komplexe von Unveröffentlichtem, die im Umfang fast an den der gleichzeitig entstandenen Veröffentlichungen heranreichen. Neben dem Frühwerk und der ersten Pariser Zeit. in der die Entscheidungen für die endgültige Gestalt von Mohn und Gedächtnis getroffen wurden, ist hier vor allem an die Jahre 1959-1963 zu denken, in denen ›Die Niemandsrose‹ entstand: an die Gedichte aus dem Frühjahr und dem Sommer 19)66, die, obwohl zeitlich den ›Fadensonnen‹ zuzuordnen, unabhängige Zyklen bilden: an die im überaus fruchtbaren Sommer 1968 zeitgleich mit den beiden letzten Zyklen von ›Schneepart‹ geschriebenen Gedichte; und schließlich an das nach dern Spätsommer 1968 Entstandene, das Paul Celan selbst nicht mehr zu Zyklen geordnet und für eine Veröffentlichung vorbereitet hat. Für eine kleine Gruppe von Gedichten aus dem Nachlaß hatte Paul Celan eine Publikation erwogen, wenn auch nicht realisiert. Ein Band schwebte ihm vor, in dem zu bereits veröffentlichten »Versen« - so seine Gattungsbezeichnung für Gedichte wie etwa die ›Abzählreime‹ - und eventuell Aphorismen auch unveröffentlichte Gelegenheitsgedichte (zu recht unterschiedlichen Gelegenheiten) treten sollten. Gerade den umfangreichen Nachlaß der beiden letzten Lebensjahre jedoch hat er mit apodiktischen Etiketten belegt wie »Nicht veröffentlichen!«. »Niemals veröffentlichen!«, »Unveröffentlichbar«. Vernichtet, wie er es mit anderen Arbeiten ganz offensichtlich getan hat - (das zeigen Spuren, von den Resten herausgerissener Notizbuch-Manuskripte bis zu verwaisten Titeln -. hat Paul Celan diese Gedichte jedoch nicht. Vielmehr hat er sie aufbewahrt. z.T. sogar wohlgeordnet und mit allen ihren Vorstufen. Beides, das Publikationsverbot wie der Akt des Bewahrens, muß als Teil des einen letzten Willens gesehen werden. So wird die vorliegende Publikation von 218 Nachlaßgedichten, die sich in Teilbereichen über einen ausdrücklich geäußerten Willen hinwegsetzt, gerade auch durch jene Ambivalenz im Umgang mit dem eigenen Werk legitimiert.
BoD – Books on Demand Späte Expression A1045101408
"Späte Expression" setzt eine frühere voraus (Trakl, Lasker- Schüler); ebenso eine fortgesetzte (Bachmann, Celan), welche wie Standuhrengewichte an diesen Gedichten hängen; Lyrik, die auf der Haut liegt, unter die Haut geht, mehr noch, die das Sprachzentrum häutet, Lyrik aus Fleisch und Blut und Nervensträngen.
»Was diese Gedichte an Irritationen, an Desorientierung auch ausdrücken mögen, sie zeigen alle die Unbeirrbarkeit an der Fähigkeit dieses Ausdrückenkönnens. Sie zeigen eine Meisterschaft in der Beherrschung der Mittel, die Celan ausgebildet hat, wie kaum ein Band von ihm vorher.« Helmut Heißenbüttel
Der fünfbändigen Ausgabe der ›Gesammelten Werke‹ Paul Celans und der Ausgabe ›Das Frühwerk‹ folgen nun ›Die Gedichte aus dem Nachlaß‹. Paul Celan hat kaum 500 Gedichte zur Veröffentlichung bestimmt - fast noch einmal so viele haben sich nach seinem Tod im Nachlaß gefunden. Ein solches Verhältnis zwischen dem vom Autor anerkannten Werk und der tatsächlichen literarischen Produktion zeigt den hohen Anspruch, den er an die Gedichte gestellt hat. einen Anspruch, den zu ermessen erst durch den Nachlaß möglich wird: was wurde für die Veröffentlichung ausgewählt, was nicht, und warum? Die Entscheidung darüber, welche Gedichte er, und in welchem Kontext, zur Veröffentlichung freigeben wollte, hat Paul Celan in den verschiedenen Phasen seines Schaffens in unterschiedlicher Weise getroffen, Unpublizierte Gedichte sind zwar aus allen Werkepochen erhalten. Während aber in manche Gedichtbände, etwa ›Von Schwelle zu Schwelle‹. ›Sprachgitter‹; ›Atemwende‹ oder ›Lichtzwang‹; von wenigen Ausnahmen abgesehen, jeweils alle Gedichte der Zeit, so scheint es, Aufnahme gefunden haben, gibt es in anderen Perioden große Komplexe von Unveröffentlichtem, die im Umfang fast an den der gleichzeitig entstandenen Veröffentlichungen heranreichen. Neben dem Frühwerk und der ersten Pariser Zeit. in der die Entscheidungen für die endgültige Gestalt von Mohn und Gedächtnis getroffen wurden, ist hier vor allem an die Jahre 1959-1963 zu denken, in denen ›Die Niemandsrose‹ entstand: an die Gedichte aus dem Frühjahr und dem Sommer 19)66, die, obwohl zeitlich den ›Fadensonnen‹ zuzuordnen, unabhängige Zyklen bilden: an die im überaus fruchtbaren Sommer 1968 zeitgleich mit den beiden letzten Zyklen von ›Schneepart‹ geschriebenen Gedichte; und schließlich an das nach dern Spätsommer 1968 Entstandene, das Paul Celan selbst nicht mehr zu Zyklen geordnet und für eine Veröffentlichung vorbereitet hat. Für eine kleine Gruppe von Gedichten aus dem Nachlaß hatte Paul Celan eine Publikation erwogen, wenn auch nicht realisiert. Ein Band schwebte ihm vor, in dem zu bereits veröffentlichten »Versen« - so seine Gattungsbezeichnung für Gedichte wie etwa die ›Abzählreime‹ - und eventuell Aphorismen auch unveröffentlichte Gelegenheitsgedichte (zu recht unterschiedlichen Gelegenheiten) treten sollten. Gerade den umfangreichen Nachlaß der beiden letzten Lebensjahre jedoch hat er mit apodiktischen Etiketten belegt wie »Nicht veröffentlichen!«. »Niemals veröffentlichen!«, »Unveröffentlichbar«. Vernichtet, wie er es mit anderen Arbeiten ganz offensichtlich getan hat - (das zeigen Spuren, von den Resten herausgerissener Notizbuch-Manuskripte bis zu verwaisten Titeln -. hat Paul Celan diese Gedichte jedoch nicht. Vielmehr hat er sie aufbewahrt. z.T. sogar wohlgeordnet und mit allen ihren Vorstufen. Beides, das Publikationsverbot wie der Akt des Bewahrens, muß als Teil des einen letzten Willens gesehen werden. So wird die vorliegende Publikation von 218 Nachlaßgedichten, die sich in Teilbereichen über einen ausdrücklich geäußerten Willen hinwegsetzt, gerade auch durch jene Ambivalenz im Umgang mit dem eigenen Werk legitimiert.
Zu den Gedichten Immanuel Weissglas im Österreichischen Literaturarchiv. Exkurs: Immanuel Weissglas an der "Epochenschwelle", Gedichte von Immanuel Weissglas, Die Wiederbegegnung mit mir selber" - Briefe von Immanuel Weissglas an, Gerhart Baumann. Samt Briefen von Beatrice Alexiu-Weissglas und, Dokumenten., Frau Claire Zholkiver-Weissglas im Gespräch mit Helmut Kusdat Wien, 5. Februar 2010, "Vergessen Sie nicht Europa und Ihren alten James Imm. Weissglas". Rose Ausländers Kontakte zu Immanuel Weissglas, Celans "Plagiate" und die Neue Literatur, Zu Immanuel Weissglas und Paul Celan, "Ich drück auf dich, mein Land, den Todeskuss" Immanuel Weissglas Gedichtzyklus Gottes Mühlen in Berlin, Die Elegie der Bukowina: Immanuel Weissglas - Babylonische Klage, Der Czernowitzer Gymnasiast Weissglas im Jahre 1937: Literarisches Debüt etc.