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Audio Media Digital Romanzen A1068906284
Romanzen ... diese Ausgabe kann ich dem überrheinischen Publikum nicht zuschicken, ohne sie mit freundlichsten Grüßen in ehrlichster Prosa zu begleiten. Ich weiß nicht, welches wunderliche Gefühl mich davon abhält, dergleichen Vorworte, wie es bei Gedichtsammlungen üblich ist, in schönen Rhythmen zu versifizieren. Seit einiger Zeit sträubt sich etwas in mir gegen alle gebundene Rede, und wie ich höre, regt sich bei manchen Zeitgenossen eine ähnliche Abneigung. Es will mich bedünken, als sei in schönen Versen allzu viel gelogen worden, und die Wahrheit scheue sich, in metrischen Gewanden zu erscheinen. – Heinrich Heine Inhalt: Ein Weib / Frühlingsfeier / Childe Harold / Die Beschwörung / Aus einem Briefe / Unstern / Anno 1829 / Anno 1839 / In der Frühe / Ritter Olaf / Die Nixen / Bertand de Born / Frühling / Ali Bei / Psyche / Die Unbekannte / Wechsel / Die Hexe / Fortuna / Klagelied / Lass ab / Frau Mette / Begegnung / König Harald Harfagar / Unterwelt
Als ich eintrat, erzählt unser Freund Ernst, lies ein Diener der so mürrisch aussah wie ein alter Wagen, die Tür hinter mir offen. Na wo ist er denn?, fragte er nach einer kleinen Weile. Wer?, sagte ich. Na ihr Hund ... Eine kuriose Wiener Geschichte die Jung und Alt zum Schmunzeln bringt.
Da wundern sich die Leute, erzählt unser Freund Ernst, das in den Zeitungen Irrtümer vorkommen … wenn man aber einmal selbst zusieht wie sich ein bestimmter Vorfall in den Augen der Anwesenden entstellt und in die abenteuerlichsten Formen kleidet, dann versteht man erst wie schwer es den Berichterstatter der Journale sein mag für ihre Leser die Wahrheit zu ergründen ... Eine kuriose Wiener Geschichte die Jung und Alt zum Schmunzeln bringt.
"Neue Nasen": Die Wiener-Medizinische-Schule verkündet die Kunde der "Neuen Nase". Eine Erzählung von Theodor Herzl, der mit seiner Schreibkunst Berge versetzte.
Audio Media Digital Im letzten Augenblick A1068868823
"Im letzten Augenblick" ist eine Weihnachtsgeschichte von Johannes Epple die auf Basis eines Gesprächs mit David Flattinger beruht. – 800 Euro Lohn für eine Woche Arbeit, nicht schlecht wenn man es auch bekommt!
In den alten Zeiten, da hatte jeder Klang noch Sinn und Bedeutung. Wenn der Hammer des Schmieds ertönte, so rief er: »Smiet mi to! Smiet mi to!« Wenn der Hobel des Tischlers schnarrte, so sprach er: »Dor häst! Dor, dor häst!« Fing das Räderwerk der Mühle an zu klappern, so sprach es: »Help, Herr Gott! Help, Herr Gott!«, und war der Müller ein Betrüger und ließ die Mühle an, so sprach sie hochdeutsch und fragte erst langsam: »Wer ist da? Wer ist da?«, dann antwortete sie schnell: »Der Müller! Der Müller!«, und endlich ganz geschwind: »Stiehlt tapfer, stiehlt tapfer, vom Achtel drei Sechter.«
Es war einmal ein armer Prinz; er hatte nur ein ganz kleines Königreich; aber es war immer groß genug, um sich darauf zu verheiraten, und verheiraten wollte er sich. Nun war es freilich etwas keck von ihm, dass er zur Tochter des Kaisers zu sagen wagte: "Willst du mich haben?" Aber er wagte es doch, denn sein Name war weit und breit berühmt; es gab hundert Prinzessinnen, die gerne ja gesagt hätten; aber ob sie es tat? Nun, wir wollen hören.
Uselkow nahm langsam seine Mütze ab und zeigte der Sonne seine Glatze. Ihm nach nahm auch Schapkin die Mütze ab, und eine zweite Glatze erglänzte in der Sonne. Ringsum eine Grabesstille, als wäre auch die Luft tot ... Die Freunde starrten das Denkmal an und schwiegen, in Gedanken versunken.
Es war einmal eine Frau, die sich sehr nach einem kleinen Kinde sehnte, aber sie wusste nicht, woher sie es nehmen sollte. Da ging sie zu einer alten Hexe und sagte zu ihr: »Ich möchte herzlich gern ein kleines Kind haben, willst du mir nicht sagen, woher ich das bekommen kann?«
In der Hinterlassenschaft eines zwielichtigen alten Seebären macht der junge Jim Hawkins eine aufregende Entdeckung: die geheimnisvolle Landkarte einer Südseeinsel, wo die Beute des berüchtigten Seeräubers Flint versteckt ist. So beginnt eine abenteuerliche Schatzsuche, in deren Verlauf Jim Hawkins mehr als einmal um sein Leben und um das seiner Freunde kämpfen muss. Mit Mut und Tapferkeit gelingt es den Männern schließlich, das gefährliche Unternehmen zu einem glücklichen Ende zu bringen. Dieser Abenteuerroman ist eines der berühmtesten Werke der Weltliteratur, packend und spannend bis zuletzt.
Audio Media Digital Geistererscheinung A1069472465
Im Anfange des Herbstes 1809 verbreitete sich in der Gegend von Schlan (einem Städtchen vier Meilen von Prag auf der Straße nach Sachsen) das Gerücht einer Geistererscheinung, die ein Bauernknabe aus Stredokluk (einem Dorfe auf dem halben Wege von Schlan nach Prag) gehabt habe. Dies Gerücht ward endlich so allgemein und so laut, dass endlich ein Hochlöbl. Kreisamt zu Schlan eine gerichtliche Untersuchung der ganzen Sache beschloss, und demzufolge eine eigene Kommission ernannte, aus deren Akten zum Teil, und zum Teil aus mündlichen Berichten an Ort und Stelle, nachstehende Geschichte gezogen ist.
"Heimkehr" entstand von 1823-24: Es geht wieder um Leidenschaft und unglückliche Liebe, aber auch um den Stellenwert solcher "Sentimente". Das lyrische Ich kehrt nach unbestimmter Zeit in die Stadt am Meer zurück (Lübeck), in der einst sein Liebchen lebte, die nun ausgezogen oder sonst wie ungreifbar ist. Die Stadt ist für ihn nun leer, kalt, unwirklich und voll schmerzlicher Erinnerungen. Das lyrische Ich hat seine Geliebte wohl nur still und heimlich angebetet, ohne es ihr zu gestehen oder seine Liebe zu zeigen. Liebe ist am schönsten als Sehnsucht, als Verlangen und Schmachten, dessen Erfüllung nicht unbedingt erwünscht ist. Erfüllung findet stattdessen im Traum statt, und so ist es auch am schönsten. Das lyrische Ich reflektiert nun seine Gefühle stärker und versucht, eine distanzierte Perspektive zu gewinnen: Spott, Ironie, aber auch Resignation und Gefühlskälte. Außerdem mit: Götterdämmerung, Ratcliff, Doña Clara, Almansor , Die Wallfahrt nach Kevlaar.
Bevor ich sage, wer Schlafittchen war, muss ich erst etwas von der Gletscherfrau erzählen. Die Gletscherfrau wohnte hoch oben in den Bergen auf einem Gletscher und war ganz aus Eis. Nur auf dem Kopf hatte sie ein bisschen Schnee, da, wo andre Leute die Haare haben. Das konnte nicht anders sein, denn sonst hätte sie nicht immer oben auf dem Gletscher leben können.
Audio Media Digital Meistererzählungen A1069407628
Drei Generationen lang war Marie von Ebner-Eschenbach eine leidenschaftliche Beobachterin des Menschen, unbeirrt das Leben in seiner ganzen Fülle bejahend, bewundernd, wo sie Größe entdeckt, mitleidend, wo sie den Menschen in Not, und zornig entflammt, wo sie ihn eng und verhärtet findet. Mit diesen Geschichten gelang Marie von Ebner-Eschenbach der Durchbruch und sie gilt heute als die bedeutendste deutschsprachige Erzählerin des 19. Jahrhunderts. Inhalt: Der Säger / Er lasst die Hand küssen / Unverbesserlich / Das Schädliche
Meine wunderschöne Mama trug ein weites Kleid aus dunkelbraunem Tüll mit hellbraunen Samtbändchen durchzogen. Man sagte, der Hofmeister der Familie W. mache ihr riesig den Hof. Wir verstanden das Wort »Hof« nicht. Eines Vormittags wurden wir zu dem Viadukt von vierzig Metern Höhe über dem Schwarzatal geführt, wo zwei Lastenzüge aufeinander aufgefahren waren. Die eine Berglokomotive hatte die andere direkt bestiegen. Wir nahmen zum Andenken sehr viel Zigarettenpapierschachteln mit, die einem Waggon entstürzt waren. Wir waren erstaunt, keine Leichen zu sehen. Selbst der Lokomotivführer war »mit dem Schrecken davongekommen«. Papa schenkte ihm einen Gulden. Als Belohnung, davongekommen zu sein.
Sie wissen alles. Ich schreibe Dir unter Tränen. Der Vater hat mich geschlagen. Es ist schrecklich. Jetzt lassen sie mich nie mehr allein ausgehen. Du hast recht. Komm fort. Nach Amerika oder wohin du willst. Ich bin morgen früh um sechs Uhr auf der Bahn. Da geht ein Zug. Vater fährt immer auf die Jagd damit. Wohin weiß ich nicht. Ich schließe. Es kommt jemand. Also erwarte mich. Bestimmt. Morgen um sechs. Bis in den Tod Deine Anna.
Die Bauern standen daneben in einem Haufen, taten nichts und sahen sich das Feuer an. Niemand wusste, was er anfangen sollte, niemand verstand etwas, und ringsherum waren Getreide- und Heuhaufen, Schuppen, Haufen trockenen Reisigs. Auch Kirjak und der alte Ossip, sein Vater, standen da, beide angeheitert.
Ich kam viel zeitiger nachhause und verriegelte sofort meine Türe. Als die neunte Abendstunde heranrückte, kam sie. Da sie die Tür versperrt fand, ging sie wieder weg; sie mochte wähnen ich sei nicht zuhause. Aber ich war unvorsichtig. Ich schob den schweren Schreibtischsessel etwas jäh zurück. Das musste sie vernommen haben. Im nächsten Augenblicke pochte es. Ich blieb still. Noch einmal. Dann ungeduldig ohne Unterlass. Jetzt hörte ich sie schluchzen lange, lange ... Die halbe Nacht musste sie an meiner Türe verbracht haben. Aber ich war stark geblieben; ich fühlte, dass dieses Ausharren den Zauber gebrochen hatte.
Die gute Nachricht zur Wirtschaftskrise: Ökonomische Desaster waren fast immer Vorboten nachhaltiger Veränderungen zum Positiven und treibende Kräfte sozialer und politischer Quantensprünge. Die Entwicklung der Demokratie, des Sozialstaates, der gerechteren Marktwirtschaft – all dem gingen schwere Krisen voraus. Oliver Tanzer spannt mit Ko-Autor Markus Wolschlager einen Bogen vom Mittelalter bis in die Neuzeit, von frühchristlichen Konzilen bis zur Großen Depression der 1930er-Jahre. Meist haben Politiker und Völker Krisen als Keimzellen für eine bessere Welt genutzt – aber manchmal haben sie die Chance auch vertan. Werden wir sie diesmal nutzen? Die Autoren analysieren die aktuelle Rezession, erklären ihre Ursachen und zeigen, wie auch diese Krise unsere Gesellschaft auf Dauer sicherer und gerechter machen könnte. Ein Buch für alle, die wissen wollen, was nach Krisenangst und Panik kommt. Oliver Tanzer, geb. 1967, ist leitender Redakteur der Wochenzeitung Die Furche. Markus Wolschlager, geb.1979, ist Politikwissenschaftler und Journalist.
Hoffmanns berühmteste spätromantische Erzählung aus den "Nachtstücken" von 1817 thematisiert die Nachtseiten eines bürgerlichen Lebens und beschreibt lange vor den Erkenntnissen der Psychoanalyse den vergeblichen Versuch des männlichen Individuums, Ängste, Träume, Wünsche und Fantasien zu verdrängen. Im Sandmann hält der Student Nathanael eine geniale Erfindung, den "Automaten" Olimpia, für die verständnisvollere und liebreizendere Gefährtin, wodurch er die Beziehung zu seiner Verlobten Clara zerstört. Die Lektüre der Erzählung als Reaktion auf die historische Epoche der Restauration und Industrialisierung ist ebenso gewinnbringend wie eine überhistorische Anknüpfung an das breite Themenspektrum wie Natur und Maschine, Realitäts- und Identitätsverlust, Genialität und Krankheit und das Verhältnis der Geschlechter.