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Audio Media Digital Undine A1068869149
Undine verbarg sich schamhaft unter ihren Decken, und Huldbrand lag still sinnend vor sich hin. So oft er in dieser Nacht eingeschlafen war, hatten ihn wunderlich-grausende Träume verstört von Gespenstern, die sich heimlich grinsend in schöne Frauen zu verkleiden strebten – von schönen Frauen, die mit einem Male Drachenangesichter bekamen. Und wenn er von den hässlichen Gebilden in die Höhe fuhr, stand das Mondlicht bleich und kalt draußen vor dem Fenster; entsetzt blickte er nach Undine, an deren Busen er eingeschlafen war, und die in unverwandelter Schönheit und Anmut neben ihm ruhte. Friedrich de la Motte Fouqué war einer der ersten deutschen Dichter der Romantik.
Mit 79 gibt Elfriede Vavrik ihre kleine Buchhandlung auf, doch daheim fällt ihr die Decke auf den Kopf. Als sie wegen Schlafstörungen einen Arzt konsultiert, will der ihr kein Pulver verschreiben. Suchen Sie sich lieber einen Mann, rät er ihr. In ihrem Alter? Vavrik hat mit Männern abgeschlossen, als sie sich mit vierzig scheiden ließ. Mit Hilfe eines Inserats tastet sich die alte Dame anfangs schüchtern ins Liebesleben zurück, das bald turbulenter und intensiver wird, als es für sie je war. "Nacktbadestrand" ist eine ebenso überraschende wie provokante wahre Geschichte über Lust, Phantasien und Beziehungsängste im Spätherbst des Lebens. Ungezwungen leuchtet die Autorin die Veränderungen des Körpers und der Libido sowie bisher unbeschriebene Facetten der Männerseele aus.
Die Bürgschaft ist eine Ballade von Friedrich Schiller. Sie entstand im Sommer 1798. Der Ballade liegt die Erzählung von Damon und Phintias zugrunde, die Schiller in der Version des Hyginus Mythographus kannte. Bei ihm heißen die Freunde Möros und Selinuntius.
Als Franz Stadler dieser nachlässigen Welt geboren wurde, schwemmte sich sein Vater, der Drechslermeister, den Holzstaub der Arbeit, den säuerlichen Geruch der armseligen, verwahrlosten Wochenstube und die heulenden Vorwürfe seines kreischenden Weibes mit Bier und billigstem Schnaps hinunter, raufte und grölte sich in der düsteren Spelunke in die Vorstadtpolitik hinein, torkelte dann schwer betrunken durch die Straßen und heulte, auf einem Randstein niedersitzend, den Mond an, der vor seinem Gesicht in einer Regenpfütze ein empörtes Antlitz zeigte und die Ursache war, dass der erboste Drechslermeister mit zornig geballten Fäusten vornüber in die schmutzige Lacke fiel.
Wir klicken uns das Gehirn weg Ohne Computer, Smartphone und Internet geht heute gar nichts. Das birgt immense Gefahren, denn bei intensiver Nutzung baut unser Gehirn ab. Kinder und Jugendliche verbringen mit digitalen Medien mehr als doppelt so viel Zeit wie in der Schule. Die Folgen sind Sprach- und Lernstörungen, Aufmerksamkeitsdefizite, Stress, Depression und zunehmende Gewaltbereitschaft. Der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer zeigt die besorgniserregende Entwicklung auf. Ganz entschieden fordert er von Eltern, den digitalen Zeitvertreib ihrer Kinder zu begrenzen, um sie nicht in die digitale Demenz abdriften zu lassen.
Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. Da saß eine Königin an einem Fenster, das einen Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte, und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee.
Heinrich Heines "Harzreise" gehört zu der Reihe der Reisebilder, die er in sehr frühen Jahren seines literarischen Schaffens schrieb. Es ist ein prosaischer Text voll Ironie und Sarkasmus. In den Text eingewoben sind einige wenige lyrische Abschnitte, die sich bemerkenswert vorzüglich in den Text einfügen. Jeder, der dieses Buch hört, wird es lieben.
Audio Media Digital Der Streckenwächter A1068439806
Die stählerne Spange des Schlafes wollte sich immer fester um sein Gehirn legen. Die Buchstaben der Kalendergeschichte, die er halb bewusstlos in seinen Sinn aufnahm, flohen vor seinen ihnen mühsam nachjagenden Augen und wurden immer kleiner und kleiner. Zwanzig Stunden machte er nun schon ununterbrochen Dienst, nachdem er vorher auch nur vier Stunden geschlafen hatte.
Die Sache hat sich nämlich folgendermaßen begeben. Kaum einer weiß das. Ich denke, zum siebzigsten Geburtstag darf man sie erzählen. Peter Patzak, geboren in Wien; Studium der Kunstgeschichte, Psychologie und Malerei in Wien; seit 1971 arbeitet er als Regisseur und ist seit 1993 o. Univ. Prof. an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien; einem großen Publikum wurde er mit seiner Parodie auf das Kriminalgenre mit der Serie "Kottan ermittelt" bekannt; Peter Patzak erhielt eine Vielzahl an Auszeichnungen, so u. a. Adolf Grimme Preis, UNESCO Preis, Goldene Kamera, Romy.
Die letzten Habseligkeiten des Sargmachers Adrian Prochorow waren auf den Leichenwagen gelegt, und ein Paar magerer Pferde schleppte diesen zum vierten Mal von der Basmannaja in die Nikitskaja, wohin der Sargmacher mit seinem ganzen Haushalt umzog. Er machte seinen Laden zu, nagelte eine Anzeige an die Tür, dass das Haus zu verkaufen und zu vermieten sei, und begab sich zu Fuß nach seiner neuen Wohnung. Als er sich dem gelben Häuschen näherte, das schon lange seine Phantasie gereizt und das er endlich für eine bedeutende Summe erworben hatte, fühlte der alte Sargmacher mit Erstaunen, dass sein Herz sich gar nicht freute. Alexander Puschkin wurde am 06.06.1799 in Moskau geboren, gestorben am 10.02.1837 in St. Petersburg. Puschkin stammte väterlicherseits aus einem alten Adelsgeschlecht, sein Urgroßvater mütterlicherseits war ein äthiopischer Sklave, der dem Zaren Peter dem Großen geschenkt und sein Patenkind wurde. Nach dem Abschluss des Lyzeum 1817 wurde Puschkin in St. Petersburg als Beamter im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten angestellt. Er interessierte sich stark für das Theater, wurde Mitglied literarischer Gesellschaften und setzte sich für die Weiterentwicklung der russischen Sprache ein. Beeinflusst von den Ideen der französischen Revolution griff er in politischen Spottgedichten den Zaren und einige Minister an und wurde deshalb 1820 nach Südrussland verbannt. In der Verbannung schrieb Puschkin seine romantische Poeme "Der Gefangene im Kaukasus" (1821), "Die Zigeuner"(1924) und "Die Raubbrüder". Nach dem Tod des Zaren Alexander I. 1825 wurde Puschkin begnadigt und durfte wieder nach Moskau und St. Petersburg zurückkehren. Wegen Puschkins Verbindung zu den Dekabristen (adeligen Rebellen, die wegen ihres Protestes gegen das absolutistische Regime verfolgt wurden), wurde nicht nur seine Arbeit, sondern auch sein Leben streng überwacht. 1830 beendet er sein bedeutendstes Werk, das Versepos Eugen Onegin, das er 1825 begonnen hatte. Im Jahr 1831 heiratete er Natalia Gontscharowa, mit der er vier Kinder hatte. Das Paar zog nach Petersburg, wo es nur durch Unterstützung von Gontscharowas wohlhabender Verwandtschaft am mondänen Leben des Zarenhofes teilnehmen konnte. Im Winter des Jahres 1837 duelliert er sich in Folge einer Intrige mit dem französischen Gardeoffizier George d'Anthès, wird dabei schwer verletzt und stirbt zwei Tage später an den Folgen der erlittenen Schussverletzung.
Der Taucher ist eine 1797 vom deutschen Dichter Friedrich Schiller im Balladenjahr verfasste Ballade. Sie beschreibt den Wagemut eines Edelknaben, der sich nach Aufforderung seines Königs in einen Gezeitenstrudel stürzt, um einen vom König hinein geworfenen goldenen Becher wieder zu holen. Es gelingt, und er berichtet davon (Es freue sich, wer da atmet im rosichten Licht. / Doch der Mensch versuche die Götter nicht…). Die Hybris des Königs, der es ein zweites Mal sehen will und seine Tochter dafür gebe, steckt auch den Jüngling an, und er versucht es abermals, ohne Wiederkehr. Goethe urteilte über den Taucher: "Die Ballade selbst stellt uns den Kampf des Menschen mit einer furchtbaren Naturkraft vor Augen, und trägt daher den Charakter des Erhabenen."
Deiner Gerechtigkeit sicher, sehne ich mich nach Deiner Lossprechung. Ich bin im Jahre 1829 geboren auf unsrem Schlosse Niedernbach. Ich habe von meinem Vater eine eiserne Gesundheit und eine eiserne Willenskraft geerbt. Meiner Mutter verdanke ich den Abscheu vor allem Unreinen, der mich schon im Obergymnasium dem Spotte fünfzehnjähriger Jungen preisgab. Sie lachten über mich und nannten mich einen heiligen Antonius; ich verachtete sie und nannte sie angefaultes Grünzeug. Ich war nicht dumm, aber ich lernte schwer. Gott weiß, welche Mühe es mich gekostet hat, immer der Erste in der Klasse zu sein. Während der acht ersten Studienjahre (mein Vater hatte mich für die staatsmännische Laufbahn bestimmt) wohnte ich in der Hauptstadt unserer Provinz bei einem Gymnasialprofessor. Er war ein guter und gescheiter Mann, ließ sich aber ganz beherrschen von seiner hübschen, um viele Jahre jüngeren Frau. Albern und missgünstig, machte sie ihm und auch mir das Leben schwer.
Die hellblaue Dämmerung der Mittsommernacht hatte sich über Wald und Wiesen gebreitet, und die Fledermäuse waren fleißig umhergeflattert und hatten es überall gemeldet, dass heute zur Sonnenwende die Elfen im Elfenring tanzen würden. Und als die Nacht tiefblau geworden war und die Sterne über ihr hingen wie goldene Ampeln, da traten die Elfen in den Elfenring und fassten sich bei den Händen.
Die Milsburg oder Milseburg ist ein mächtiger Klingsteinberg der Rhön, den man in weiter Ferne mit seiner eigentümlichen Form über seine Nachbarberge emporragen sieht. Diese Form gleicht einem der hoch getürmten Heuwagen, welche im Juni so zahlreich von den grasreichen Flächen des Hochgebirges in die näheren und ferneren Talorte fahren, und heißt deshalb das Heufuder. Ludwig Bechstein (* 24. November 1801 in Weimar; † 14. Mai 1860 in Meiningen) war ein deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker. Er ist heute vor allem durch die von ihm herausgegebene Sammlung deutscher Volksmärchen bekannt.
Es war einmal ein alter Keller, und in dem alten Keller wohnten fleißige und friedliche Mäuse. Diese Mäuse führten ein mustergültiges Familienleben und teilten alles miteinander. Eines Tages aber fanden sie ein Fässchen mit Butter, und es war eine große piepsende Freude unter ihnen, und sie beschlossen, ein Butterfest zu feiern und einen Mausball zu veranstalten. "Wenn nur der Kater dabei nicht einen von uns erwischt", meinte eine kleine und etwas ängstliche Maus, "es wäre dann doch gleich einer weniger beim Tanzen, und es wäre auch schade."
Audio Media Digital Der Großinquisitor A1068578558
Jesus kehrt zu den Menschen zurück und das zur Zeit der spanischen Inquisition. Er trifft dort auf den greisen Großinquisitor, der ihn zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilen will. Der Großinquisitor verhört den Gefangenen, wenn er ihn auch dabei kein Wort sprechen lässt. Er wirft Jesus vor, er habe seine Kirche im Stich gelassen. Ohne Klerus wäre die Menschheit nicht lebensfähig. Freiheit, so der alternde Mann, sei nicht in der Natur des Menschen verankert, sie würde nur Chaos verursachen. Menschen brauchen Hirten, denn sie sind wie Schafe und so müssen eben jene Kardinäle und Inquisitoren die schwere Bürde auf sich nehmen, über die Menschen zu richten.
Das Huhn Dorothea Silberbein trat aus der Scheune und begrüßte leise gackernd den Morgen. Der Torbogen spannte sich hoch und weit über ihm – ein Riesenrahmen, der, wie so oft im Leben, in keinem Verhältnis stand zur Kleinheit seines Darstellungsobjekts. Das Huhn merkte nichts davon. Es sah sich friedlich und freundlich nach allen Seiten um, voller Wohlwollen gegen alle Welt und voller Befriedigung über das eigene, eiererfüllte Dasein.
"Ich sitze zum ersten Male mit einem Dichter", sagte sie und erschauerte gleichsam innerlich. Peter Altenberg, eigentlich Richard Engländer, war ein österreichischer Schriftsteller. Sein Pseudonym wählte er nach dem Rufnamen "Peter" seiner Jugendliebe Berta Lecher, die in Altenberg an der Donauwohnte.
Die Glücklichsten sind die Schwäne am Gmundner See. Sie genießen alle Vorteile der Zivilisation, der noblen Protektion durch die Menschen, und alle Vorteile der Freiheit, indem sie an den schilfbewachsenen Ufern eines zwölf Kilometer langen Sees wohnen! Im Winter wird ihnen von der Gemeinde aus Futter gestreut, im Herbste fliegen sie über den See mit tönendem singendem Flügelschlage, ihre Verstecke werden geschont und ihre Jungen mit Respekt behandelt.
Lieder ist eine kleine Sammlung von Lyrik aus Heinrich Heines Feder. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts. Er war einer der letzten Vertreter und zugleich einer der Überwinder der Romantik.