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Audio Media Digital Lieder A1068905776
Lieder ist eine kleine Sammlung von Lyrik aus Heinrich Heines Feder. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts. Er war einer der letzten Vertreter und zugleich einer der Überwinder der Romantik.
"Jennifer" ist eine Erzählung von Angelika Slavik die auf Basis eines Gesprächs mit Margarete Huber (geboren 1967) beruht. Mit fünfzehn las ich einen englischen Kriminalroman. An den Namen des Autors und an den Titel erinnere ich mich nicht. Ich weiß nur noch, dass die weibliche Hauptfigur in diesem Buch Jennifer hieß. Der Name gefiel mir. In einer Zeit der Annas, Marias und Franziskas erschien er mir beinahe revolutionär. Seit damals wusste ich, dass ich meine Tochter Jennifer nennen würde, sollte ich je eine bekommen.
Klothilde und Rosine waren als Kinder befreundet gewesen. In den jungen Mädchenjahren hatte sie das Pensionsleben voneinander getrennt, andere Zufälle hatten diese Trennung so lange ausgedehnt, bis sie sich endlich in jenen ersten Stadien des altjüngferlichen Pessimismus in der Residenz wiederfanden. Sie fanden sich wie zwei, die auf einer einsamen Heidestation beide den Anschluss versäumt haben und denen nun die Pflicht obliegt, sich gegenseitig durch die Langeweile des Wartens durchzurudern. Es kommt auch vor, dass zwei solche Menschen warten und warten und endlich, weil kein Zug mehr kommen will, von dem vergessenen Bahnhof den Weg ins nächste Dorf finden und dort wohnen bleiben. Und in einem ganz besonderen Fall nennt man das Dorf Karbach.
Wer ein Lebenswerk geschaffen hat, dessen Leben muss nicht unbedingt lebenswert gewesen sein. Wichtig zu wissen ist, dass so vieles unwichtig ist. Den meisten inneren Halt haben die Menschen immer noch durch ihre Knochen. Auf die Wünsche der Menschengingen schon ganze Tiergattungen ein. Das Brot dieser Welt reicht für alle −die das Geld haben es zu kaufen.
In alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, lebte einmal ein König, der hatte wunderschöne Töchter. Die jüngste von ihnen war so schön, dass die Sonne selber, die doch so vieles schon gesehen hat, sich verwunderte, sooft sie ihr ins Gesicht schien. Nahe bei dem Schlosse war ein großer, dunkler Wald, und mitten darin, unter einer alten Linde, war ein Brunnen. Wenn nun der Tag recht heiß war, ging die jüngste Prinzessin hinaus in den Wald und setzte sich an den Rand des kühlen Brunnens. Und wenn sie Langeweile hatte, nahm sie eine goldene Kugel, warf sie in die Höhe und fing sie wieder auf.
Den 20. Jänner ging Lenz durchs Gebirge. Die Gipfel und hohen Bergflächen im Schnee, die Täler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen und Tannen. Es war nasskalt; das Wasser rieselte die Felsen hinunter und sprang über den Weg. Die Äste der Tannen hingen schwer herab in die feuchte Luft. Am Himmel zogen graue Wolken, aber alles so dicht - und dann dampfte der Nebel herauf und strich schwer und feucht durch das Gesträuch, so träg, so plump. Büchners grandiose Erzählung schildert einen Lebensabschnitt des psychisch erkrankten Jakob Michael Reinhold Lenz, ermöglicht ein Miterleben seines Wahns. Er zeigt einen Menschen, der krank geworden ist am Leiden der Welt und an der eigenen Unfähigkeit, dieses Leiden zu mildern. Einer der beeindrucktesten Prosatexte der deutschen Literatur.
Der Soldat Woyzeck gehört zur untersten Gesellschaftsschicht, ist arm, ungebildet und fühlt sich hilflos den Schikanen seiner Dienstherren preisgegeben. Der Sold ist so gering, dass er versuchen muss, sich auf jede nur erdenkliche Art Geld zu verdienen. Seinen Hauptmann rasiert er täglich, und hier bekommt er allerhand Sticheleien zu hören, etwa Zitat: Oh. Er ist dumm, ganz abscheulich dumm! Woyzeck. Er ist ein guter Mensch - aber (mit Würde) Woyzeck.
Audio Media Digital Der Generaloberhofzeremonienmeister A1069223978
Der alte König saß auf seinem Thron und regierte. Er hatte eine Krone auf dem Kopf mit einer warmen Unterlage, und an den Füssen trug er Filzpantoffeln. Es war eben schon ein alter König, der sich ein bisschen schonen musste beim Regieren, während sich die Könige ja sonst immer dabei überanstrengen. Außerdem sahen die Filzpantoffeln wirklich sehr hübsch aus, es waren alle sieben Farben daraufgestickt, denn das Land, das der alte König regierte, lag ganz weit von hier irgendwo hinter dem Regenbogen.
In einer Bataille (Die Schlacht von einem Offizier) ist eine 1782 erschienene Ballade, Auszug: Schwer und dumpfig, Eine Wetterwolke, Durch die grüne Ebne schwankt der Marsch. Zum wilden eisernen Würfelspiel Streckt sich unabsehlich das Gefilde. Blicke kriechen niederwärts, An die Rippen pocht das Männerherz, Vorüber an hohlen Todtengesichtern Niederjagt die Front der Major: Halt! Und Regimenter fesselt das starre Kommando.
Zwei wunderschöne, philosophische Erzählungen über den Frühling von Theodor Herzl, der mit seiner Schreibkunst Berge versetzte. mächtig berührend, der Markt und aller Verkehr wird davon beeinflusst. In Wien hieß eine Gasse "Im Elend", der junge Grillparzer hat glaub ich da gewohnt. Auf der nördlichen Halbkugel der Erde spielt sich jetzt eine der merkwürdigsten Begebenheiten ab. Es gibt wenig politische Ereignisse die sich damit an Bedeutung messen können, tief greift es in die Schicksale der Völker ein, dabei auch den Einzelnen an Leib und Seele…
Zwei Königssöhne gingen einmal auf Abenteuer und gerieten in ein wildes, wüstes Leben, so dass sie gar nicht wieder nach Haus kamen. Der jüngste, welcher der Dummling hieß, machte sich auf und suchte seine Brüder. Aber wie er sie endlich fand, verspotteten sie ihn, dass er mit seiner Einfalt sich durch die Welt schlagen wollte, und sie zwei könnten nicht durchkommen und wären doch viel klüger.
Es war einmal ein Sammler, der sammelte allerlei Seltsamkeiten aus fernen Ländern. Er sammelte auch alltägliche Dinge, aber dann hatten sie einen besonderen Sinn und ihre besondere Geschichte. Diese Geschichte der Dinge verstand der Sammler zu lesen, wie wenige es verstehen, denn es ist keine leichte Kunst. So saß er Tage und Nächte unter all seinen Seltsamkeiten und las ihre Schicksale, und er wusste, dass es Menschenschicksale waren, die daran hingen.
Es war einmal eine kleine Elfe, die tanzte mit ihren Elfenschwestern am Wiesenrain, wo der Holderbaum steht, in den die Liebenden ihre Herzen und die Zwerge ihre Runenzeichen schneiden. Die Elfen tanzen gerne am Holderbaum, aber es ist gar nicht so ungefährlich, da zu tanzen, denn schon manche Elfe hat dabei ihren Schleier verloren. Der Mond schien dazu, und auch die Irrlichter leuchteten, obwohl das gar nicht nötig war, denn wenn der Mond scheint, ist es für einen Elfentanz gerade hell genug.
Es war ein Hirtenjunge, Fritz mit Namen, den seine Genossen Sau-Fritz nannten, weil er die Schweine hütete. Einst schwemmte er seine Herde im klaren Wasser der fränkischen Saale. Da fand er einen Stein, womit er sich rieb, und der machte ihn fest gegen Hieb und Stich. Er ging in den Krieg und tat, zumal er unverwundbar war, Taten der Tapferkeit, und erwarb Rang und Reichtum.
Da schrie der große Mann: "Diese Burschen muss man züchtigen", und der Lehrer schrie: "Ruhe, sonst bekommt ihr ein paar Ohrfeigen!" Der Fritz sagte: "Sie können's schon probieren, wenn Sie einen Schneid haben." Da hat sich der Lehrer nicht getraut, und er hat gesagt: "Man darf keinen mehr auf den Kopf hauen, sonst wird man selbst gestraft." Und der große Mann sagte: "Lassen Sie es gehen, ich werde diese Burschen schon kriegen." Er hat das Fenster aufgemacht und hat gebrüllt: "Konduktör, Konduktör!"
Audio Media Digital Das Pantoffelmännchen A1069223832
Es war einmal ein kleines Männchen, das war ganz klein, und außerdem war es unsichtbar, so dass man nicht einmal sehen konnte, wie klein es eigentlich war. Es hätte sich auch gar nicht gelohnt, es zu sehen, denn es war wirklich nichts weiter dran. Es lief nur immer herum und war eben da. Bloß so.
Er hieß mich einen verruchten Lügner, der den Zorn des Himmels auf sich zieht. Aber ich sagte: "Ich weiß doch gar nichts." Und dann fragte er alle in der Klasse, ob sie nichts gegen mich aussagen können, aber niemand wusste nichts.
Unser Klaßprofessor Bindinger hatte es auf meine Schwester Marie abgesehen. Ich merkte es bald, aber daheim taten alle so geheimnisvoll, dass ich nichts erfahre. Der Bindinger konnte mich nie leiden, und ich ihn auch nicht. Die andern schimpfte er, aber mich sperrte er ein, und er sagte immer: "Du wirst nie ein nützliches Glied der Gesellschaft, elender Bursche!"
Es war einmal ein Bär, der hieß Thaddäus Tatzentupf, und seine Frau hieß Thisbe Tatzentupf. Sie hatten zwei Kinder, die kleinen Tatzentupfs, und sie wohnten alle zusammen in einer Höhle im Walde. Es war eine sehr schöne und behagliche Höhle, wie ein jeder bestätigen konnte, der Tatzentupfs besuchte – denn Tatzentupfs hatten ein Schlafzimmer und ein Kinderzimmer, eine kühle Vorratskammer und einen Wohnraum mit einer schattigen und einer sonnigen Ecke. Taddäus Tatzentupf hatte seine Wohnung auch immer sehr hübsch gefunden, nur in letzter Zeit fand er allerlei daran auszusetzen.
Die Klag' ist eine Erscheinung, die niemand vergisst, dem sie begegnet. Wenn's manchmal um Mitternacht in einem Hause zu schlurren und zu winseln anfängt, als ob ein schwerer Körper über die Steintreppe geschleift würde, so dass man Ruck für Ruck hört und ein Geächze vernimmt, wie das eines sterbenden, so ist das die Klag'.