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Audio Media Digital Der Klagbaum A1069062103
Der Klagbaum: Vor fast siebenhundert Jahren brach in Wien eine schreckliche Seuche aus, die aus dem Morgenland eingeschleppt wurde und rasch um sich griff: der Aussatz, eine Krankheit, die den Menschen aufs höchste entstellte. Man wusste kein Mittel, die grässliche Seuche zu bannen.
Audio Media Digital Autobiographisches A1069209103
"Sein Humor hatte eine derbe und eine sublime Seite, und unnachahmlich bleibt die geistige Grazie, mit der er von der einen zur anderen hinüberwechselte." So treffend charakterisierte Alfred Polgar Joachim Ringelnatz, der als Hans Bötticher in Sachsen geboren ward und nach Jahren des hohen Seegangs als Schiffsjunge und Matrose zu hohem Literatenruhm gelangte, als eulenspiegelnder Schriftsteller, Dichter und Kabarettkünstler.
"Wenn es bei euch dunkel ist, wird es bei mir Licht!" So sprach der junge, blinde Bürstenbinder, der mein rechter Bettnachbar im Krankenhaus war. Und ein Lächeln huschte über die krankhaften Kanten seines totgeborenen Gesichtes und machte es gütig und milde.
Reiterlied: Wohlauf Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd! Ins Feld, in die Freiheit gezogen. Im Felde, da ist der Mann noch was werth, Da wird das Herz noch gewogen. Da tritt kein anderer für ihn ein, Auf sich selber steht er da ganz allein.
Audio Media Digital Die Silvesterglocken A1068758393
Toby Veck war nämlich Dienstmann und wartete dort auf seine Aufträge. Im Winter zu warten war's freilich eine windige Stelle, wo man die Gänsehaut bekam, rote Augen und blaue Nasen und sich Zähneklappern und erfrorene Zehen holen konnte. Toby Veck wusste davon ein Lied zu singen. Der Wind blies pfeifend um die Ecke, besonders der Ost. Als wenn er von den äußersten Grenzen der Erde daherkäme, um Toby anzublasen. Und manchmal schien er ihn früher angetroffen zu haben, als er vermutete, denn wenn er um die Ecke kam und an Toby vorüberfuhr, kehrte er plötzlich wieder um, als wollte er sagen, aha, da ist er ja schon. Dann zog er ihm seine kleine, weiße Schürze über den Kopf, wie einem nichtsnutzigen Buben das Röckchen und dann zitterten Toby die Beine und sein kleiner schwacher Rohrstock rang vergebens gegen die Stöße und bog sich auf dem Rücken krumm.
Zwei kleine Cafétische, rund, in einem Eck, vis-à-vis voneinander. - Die Mitzi kommt, setzt sich an den einen Tisch. - Der Kellner: »Fräul'n Mitzi, wollen's nicht an Ihrem gewohnten Tischerl Platz nehmen?« - »Nein, hier bleib' ich!«
"Ein Dichter muss 77mal als Mensch gestorben sein, ehe er als Dichter etwas wert ist." Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum aller ersten Mal wirklich sieht.
Es war einmal ein Mann und eine Frau, die wünschten sich schon lange vergeblich ein Kind, endlich machte sich die Frau Hoffnung, der liebe Gott werde ihren Wunsch erfüllen. Die Leute hatte in ihrem Hinterhaus ein kleines Fenster, daraus konnte man in einen prächtigen Garten sehen, der voll der schönsten Blumen und Kräuter stand; er war aber von einer hohen Mauer umgeben, und niemand wagte hineinzugehen, weil er einer Zauberin gehörte, die große Macht hatte und von aller Welt gefürchtet ward.
Es waren einmal zwei Brüder, die dienten beide als Soldaten, und war der eine reich, der andere arm. Da wollte der Arme sich aus seiner Not helfen, zog den Soldatenrock aus und ward ein Bauer. Also grub und hackte er sein Stückchen Acker und säte Rübsamen. Der Same ging auf, und es wuchs da eine Rübe, die ward groß und stark und zusehends dicker und wollte gar nicht aufhören zu wachsen.
"Du hast nichts zu befürchten, mein lieber, süßer Junge", sagte Fanny eines schönen Abends zu mir, als ihr Mann eben nach Hause gekommen war, "denn die Ehemänner sind im großen und ganzen nur so lange eifersüchtig, als sie keinen Grund dazu haben. Von dem Augenblick an, wo ihnen wirklich Grund zur Eifersucht gegeben ist, sind sie wie mit unheilbarer Blindheit geschlagen." Frank Wedekind (* 24. Juli 1864 in Hannover; † 9. März 1918 in München; eigentlich Benjamin Franklin Wedekind) war ein deutscher Schriftsteller und Schauspieler. Wedekind, der der Familie Wedekind zur Horst angehört, wuchs ab 1872 in Lenzburg in der Schweiz auf. Sein Vater, der pensionierte Gynäkologe Dr. med. Friedrich Wilhelm Wedekind, war aus Opposition gegen das neu gegründete preußisch-deutsche Reich mit seiner Familie dorthin emigriert. Schon nach der gescheiterten Märzrevolution 1848/49 war er zunächst nach San Francisco ausgewandert (wo er Emilie Kammerer, die Tochter des Erfinders der Streichhölzer Friedrich Kammerer, heiratete), 1864 aber nach Deutschland zurückgekehrt. Er kaufte das Schloss Lenzburg, und sein Sohn Frank verbrachte dort seine Jugendzeit. Seit Herbst 1872 ging Frank in die Lenzburger Gemeindeknabenschule, die dortige Bezirksschule. 1879 wechselte er auf die Kantonsschule in Aarau. Hier gründete er den Dichterbund Senatus Poeticus zusammen mit W. Laué, A. Vögtlin und O. Schibler. Für seine Schwester Emilie entstand das Kinderepos Der Hänseken, mit Zeichnungen des Bruders Armin (EA 1896). Nach Abschluss der Schule und einem abgebrochenem Jurastudium arbeitete Frank Wedekind unter anderem als Journalist, Chef der Werbeabteilung bei Maggi und Sekretär. 1889 siedelte er nach München über, wo er ab 1896 die Zeitschrift Simplicissimus mitbegründete, in der er auch unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte. Wegen "Majestätsbeleidigung" in dieser Zeitschrift wurde er 1899 verurteilt und verbrachte sechs Monate in Festungshaft. 1901/02 wirkte er im Münchner Kabarett Die Elf Scharfrichter mit, dort sang er nach eigenen Kompositionen seine Lieder zur Gitarre. Wedekind trat auch als Schauspieler in eigenen Stücken auf. Er schrieb gegen das Bürgertum und dessen Scheinmoral. Mit der Schauspielerin Tilly Newes hatte Wedekind zwei Töchter, Pamela und Kadidja. Grabstelle Waldfriedhof Solln, München. Seine Dramen Erdgeist und Die Büchse der Pandora dienten als Vorlage für die Oper Lulu von Alban Berg und dem Stummfilm Die Büchse der Pandora von Georg Wilhelm Pabst (Deutschland, 1929).
Wolodja nahm Abschied, ohne jemand anzublicken, und ging aus dem Esszimmer. Nach zehn Minuten war er schon auf dem Wege zur Station und freute sich darüber. Jetzt spürte er weder Angst noch Scham und atmete leicht und frei.
Seliger Weihnachtstag, da die Kleinen mit vor Ungeduld trippelnden Beinchen und leuchtenden Augen an der verschlossenen Türe lauschen, hinter der sich helle, duftende Wunder vorbereiten, mit wichtiger Miene der Mutter zusehen, die den Festtagsfisch schmort für das Abendessen, und, alte Lieder auf den frischen Lippen, zum Großmütterchen, das im hohen Ohrenstuhl am plaudernden Feuer träumt, hüpfen und ihm die sanften, faltigen Hände küssen. Und dann kommt wohl auch der Vater heim und bringt, Schneeperlen im Barte, ein tüchtig Stück Winter mit und erzählt vom Christkind, das ihm auf verwehten Wegen begegnet ist, und dass es Haare wie eitel Gold hat und die Hände voll bunter, prächtiger Dinge.
Dass offenbar ein beachtlicher Teil der Manager mit traditionellen Vorstellungen von Moral und Sittlichkeit nicht mehr viel anzufangen weiß, kann vor allem der katholischen Kirche nicht gefallen. Gregor Ulrich Henckel Donnersmarck, 65, Abt des Stifts Heiligenkreuz, kennt das Managerleben aus eigener Erfahrung: Er studierte zunächst Welthandel in Wien und startete dann eine Karriere beim Logistikunternehmen Schenker in Frankfurt.
"Die Gruft" ist eine fiktive Kurzgeschichte des amerikanischen Schriftstellers H. P. Lovecraft, die im Juni 1917 geschrieben und erstmals in der Märzausgabe 1922 von The Vagrant veröffentlicht wurde. Es erzählt die Geschichte von Jervas Dudley, der von einem Mausoleum in der Nähe seines Elternhauses besessen ist.
Ich kann den Blick nicht von dir wenden. Denn über deinem Mann vom Dienst hängst du mit sanft verschränkten Händen und grienst. Tucholsky zählte zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journalist und zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Die Weltbühne erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der Tradition Heinrich Heines. Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor und Lyriker. Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Pazifist und Antimilitarist und warnte vor antidemokratischen Tendenzen und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus.
Wieder einmal hat Klein gekündigt, nachdem er bei einem Streit mit seinem Vorgesetzten in einen Bottich voll Öl gefallen ist. Sogar bei der Gewerkschaft hat er sich beschwert, doch die hat ihm auch nicht weiter geholfen. Auf dem Heimweg merkt Klein, dass es nichts bringt immer wieder seinen Arbeitsplatz zu kündigen und dann zu denken, die Welt habe sich zum Positiven verändert. Spätestens, wenn er den Weg zur Arbeit auswendig kennt, ist es Zeit für ihn den Arbeitsplatz zu wechseln. Aber irgendwann wird ihn keine Firma mehr aufnehmen. Immer öfter versucht Klein herauszufinden, was ihn von den Fabriksarbeitern unterscheidet, die anscheinend nichts dagegen haben, ihr ganzes Leben nur Arbeiter zu sein.
Der Ingenieur Tom Wuff nimmt eines Tages ein Kätzchen und ein Hündchen mit nach Hause, die er auf der Straße ausgesetzt findet. Verändert dies zunächst sein Leben nur im Kleinen, so steht Größeres bevor. Er begibt sich auf eine Weltraummission, um den Quell des Lebens zu entdecken…
Wanjka faltete das beschriebene Blatt Papier vierfach zusammen und steckte es in den Umschlag, den er am Abend zuvor für eine Kopeke gekauft hatte ... Dann dachte er ein wenig nach, tauchte die Feder ein und schrieb die Adresse: "Ins Dorf für Großväterchen."
Eine unheimliche Mordserie erschüttert die Habsburger- Monarchie. Der Kirche kommt das gelegen. Sie deutet die Morde als Werke des Teufels und als seine Antwort auf die vermeintlich ketzerische Politik des aufklärerischen Kaisers Joseph II. Um seine Macht zu wahren, muss der Monarch handeln. Er schickt zwei Ermittler in ein kleines steirisches Dorf, die den wahren Täter fassen sollen. Nicht weniger als die Zukunft der Monarchie liegt in ihren Händen. Ein packender historischer Krimi, der auf wahren Begebenheiten beruht.
Als der junge Handlungsreisende Gregor Samsa eines Morgens aus seinen Träumen erwacht, findet er sich plötzlich als ungeheures Insekt wieder. Gregor, der zwar unter der Trostlosigkeit und der Härte seiner Umwelt zu leiden hat, denkt jedoch zu aller erst daran, dass er wohl zu spät zur Arbeit kommen wird. Natürlich ist auch Gregors Familie angewidert von seinem Anblick, lässt den Sohn aber solange bei sich wohnen, bis schließlich... Gregor Samsa, von vielen als literarisches alter ego Franz Kafkas betrachtet, lässt Sie nicht mehr los, wenn sich seine Gedanken um seine Metamorphose entfesseln.