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Audio Media Digital Rotkäppchen A1069400781
Es war einmal eine kleine süße Dirne, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die wusste gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Samt, und weil ihm das so wohl stand und es nichts anders mehr tragen wollte, hieß es nur das Rotkäppchen. Eines Tages sprach seine Mutter zu ihm: "Komm, Rotkäppchen, da hast du ein Stück Kuchen und eine Flasche Wein, bring das der Großmutter hinaus; sie ist krank und schwach und wird sich daran laben."
Während der Lektüre eines Buchs über das Leben des Buddha fällt der Erzähler in einen unruhigen Traum, in dem er sich im geheimnisvollen Labyrinth des Prager Ghettos wieder findet. In dieser gespenstischen Atmosphäre voller Liebe und Leidenschaft, Intrige, Hass und Verbrechen, Angst und Grauen begegnet er dem Golem, einem von einem weisen Rabbiner aus einem Lehmklumpen geschaffenen künstlichen Menschen. Dieser grandiose Roman entführt den Hörer in eine verwirrend surreale Welt, in der die Grenzen zwischen Traum und Wachen, Wahn und Wirklichkeit auf unheimliche Weise verschwinden.
Die Galgenlieder - vom ästhetischen Wiesel, vom Knie, das durch die Welt geht, vom Lattenzaun oder vom einsamen Hemmed: Sie gehören zum unvergänglichen Vermächtnis Christian Morgensterns und zu den besten seiner lyrischen Grotesken. Seit die Galgenlieder im Jahr 1905 erstmals erschienen, ist es unzähligen Lesern ebenso ergangen wie Kurt Tucholsky: "Man weiß zum Schluss nicht, was man mehr bewundern soll, die Clownerie oder die tiefe Weisheit."
Schniefnase und Triefmäulchen laufen ohne Aufenthalt bis zu ihrem Schlehenbusch zurück. Sie schniefen und schnaufen, als ob sie Pfeffer in die Nase bekommen hätten. Gemeinsam stellen sie fest: das Widerlichste am Menschen ist dieser Tabaksgeruch! Der Förster und der Lehrer aber stellen fest: diese beiden Igel verhalten sich wirklich prachtvoll, gerade als ob sie ahnen, was wir uns wünschen. In vier Wochen spätestens wird es die ersten Kreuzungen zwischen Westigeln und Ostigeln zu sehen geben. Dann heißt es aufpassen, damit man die Igelfamilie erwischt und sich diese Wunderkinder näher anschauen kann.
Daniel Spitzer gilt heute als einer der bedeutendsten Satiriker und Humanisten Wiens. Seine Erzählungen sind humoristisch und apokryphisch, ein echter Genuss. 3. April 1892: Es ist ganz unglaublich wie viele kostbare Zeit man mit dem Kranksein vertrödelt. Man beschäftigt sich nur damit die Zeit totzuschlagen, das heißt, wir glauben sie totzuschlagen, indessen schlägt sie uns tot. Obwohl so viele Dummheiten in der Welt vorgegangen sind, hab ich doch in diesem Jahre noch gar nichts geschrieben und doch muss man sich in unserer Zeit beeilen einen Dummkopf auszulachen, denn morgen ist er vielleicht schon ein sehr einflussreicher Mann. Daniel Spitzer (1835 - 1893) war ein österreichischer Autor, im bürgerlichen Beruf zunächst beamteter Jurist und später Journalist, von dessen Veröffentlichungen in allen schriftstellerischen Bereichen (Novellen, Lyrik, Essay, Feuilleton-Kolumnen) seine humoristischen Satiren und Aphorismen heute am bekanntesten sind.
Das Delikatessen-Geschäft X.Y.Z. ist zugrunde gegangen, obwohl es inmitten der Stadt war und obwohl Frau v. T. stets sagte: »Bei mir kommen nur Delikatessen von X.Y.Z. auf den Tisch, extra solide Ware!« Das Geschäft war »idealistisch«, also »lächerlich in unserem Sinne« geführt, das Beste ist für die Kundschaft gerade gut genug!
Ich erzähle hier eine Geschichte, die uns einmal ein Freund erzählt hat, in der nichts Ungewöhnliches vorkommt, und die ich doch nicht habe vergessen können. Unter zehn Zuhörern werden neun den Mann, der in der Geschichte vorkommt, tadeln, der zehnte wird oft an ihn denken. Die Gelegenheit zu der Geschichte kam von einem Streite, der sich in der Gesellschaft von uns Freunden darüber entspann, wie die Geistesgaben an einem Menschen verteilt sein können. Einige behaupten, es könne ein Mensch mit einer gewissen Gabe außerordentlich bedacht sein, und die andern doch nur in einem geringen Maße besitzen. Man wies dabei auf die sogenannten Virtuosen hin. Adalbert Stifter wurde am 23.10.1805 in Oberplan (Böhmerwald) geboren. Er kam als Sohn eines Leinewebers und Flachshändlers aus einfachen Verhältnissen. Als er 12 Jahre alt war, starb der Vater, und er wurde von da ab von den Großeltern erzogen. Er besuchte von 1818 bis 1826 das Gymnasium und studierte anschließend bis 1830 in Wien zunächst Jura, dann Naturwissenschaften und Geschichte, machte aber keine Abschlussprüfung. Stifter wollte gern Landschaftsmaler werden. Den Lebensunterhalt verdiente er sich als Privatlehrer in Wiener Adelshäusern. 1848 zog Stifter nach Linz und lebte dort die letzten Jahrzehnte seines Lebens. In seinen letzten Lebensjahren war er schwerkrank und litt unter Depressionen. Ob er Selbstmord beging, ist nicht sicher nachzuweisen. Er starb am 28.1.1868.
Geradeaus sah man eine Türspalte, durch die helles Licht fiel; durch die Tür drangen gedämpfte Klänge einer schwermütigen Mazurka. Hier standen, ebenso wie im Saal, die Fenster weit offen und es roch nach Pappeln, Flieder und Rosen ... Rjabowitsch blieb, in Gedanken versunken, stehen ... In diesem Augenblick erschallten, ganz unerwartet für ihn, eilige Schritte und das Rauschen eines Kleides.
Die Koronen, ein kriegerisches, außerirdisches Volk will an die Atmosphäre der Erde. Die Koronen haben aber nicht mit dem Kampfwillen der Menschen gerechnet. Eine vier Mann starke Besatzung im "Traumschiff" liefert den Koronen eine galaktische Weltraumschlacht, wo es am Ende nur einen Sieger geben kann.
Das Schiff lief an und die Zöllner kamen mit ihren Tafeln in der Hand an Bord. Auf dem Kai bildeten römische Soldaten ein Eisengitter um den ungeheuren Pöbelauflauf, der den ganzen Platz zwischen der Stadt und dem Hafen ausfüllte. Es war ein Haufen in Lumpen gekleideter oder nackter Männer und Weiber - von denen mehrere an den schlaffen Brüsten Säuglinge hielten - mit abgezehrten Mienen, brennenden, eingesunkenen Augen und knöchernen Armen, die sie drohend erhoben, während von allen Seiten her die Rufe erschollen: "Brot, Brot!" Mitten im Spannungsfeld Rom - Hellas - Judäa die authentische Schilderung von Lieben und Leiden: Literaturnobelpreisträger Karl Adolph Gjellerup erzählt das packende Leben von Antigonos von Larissa, des 6. Nachfolgers von Petrus.
Die Luft ist vollkommen staubfrei, die Wasserfläche ist wie ein weiter See. Die Insel besteht aus Weiden und Donausand. Es ist ein Labyrinth von Weiden, ein Urwald, ein Riesengeflechtwerk. Schützet diese Insel wie ein Lebensheiligtum, das Lebensenergien zubringt dem Leib des armen Städters! In der Praterstraße ist noch das Gift der Großstadt, und eine Viertelstunde später kannst du dich reinbaden von allen Schädlichkeiten!
Sie konnte den Pudel nicht mit in das Theater nehmen. So blieb der Pudel bei mir im Café und wir erwarteten die Herrin. Peter Altenberg, eigentlich Richard Engländer, war ein österreichischer Schriftsteller. Sein Pseudonym wählte er nach dem Rufnamen "Peter" seiner Jugendliebe Berta Lecher, die in Altenberg an der Donau (heute Ortsteil der Gemeinde St. Andrä-Wördern) wohnte.
Eine wunderschöne, philosophische Erzählung von Theodor Herzl, der mit seiner Schreibkunst Berge versetzte. Wenn man uns das vor zehn Jahren gesagt hätte, nein, noch vor fünf oder drei oder zwei Jahren, ernsthafte Leute würden sich das als respektwidrige Zumutung, mit einer gewissen Trockenheit verbeten haben. Es war die allzu muntere Leibesübung junger Burschen oder lächerlicher Sportsnarren. Und heute sieht man ehrenfeste unjunge Leute auf dem Zweirade durch die Gassen jagen und sie machen dazu ganz ernsthafte Mienen… Theodor Herzl (1860 – 1904) war ein österreichischer Schriftsteller, Publizist, Journalist und zionistischer Politiker. Seine hebräischen Vornamen waren Binyamin Ze'ev. Er schrieb 1896 anlässlich antisemitischer Tendenzen in Paris sein Buch Der Judenstaat, das wesentlich zur Gründung des modernen Staates Israel im Jahr 1948 beitrug.
Gussew hört gar nicht zu und blickt zum Fensterchen hinaus. Auf dem durchsichtigen, zarttürkisfarbenen Wasser schaukelte ein Boot, von der blendenden und heißen Sonne ganz überflutet. In ihm stehen nackte Chinesen, heben Käfige mit Kanarienvögeln hoch und schreien: "Er singt! Er singt!"
Der Wunderspiegel: Vor vielen vielen Jahren war einmal im Ennstaler Gebirge ein Mann unterwegs. Da fand er zufällig, wie man ja manchmal etwas findet, einen kleinen Spiegel, er hob ihn auf und blickte hinein. Aber was wunder, er sah drin nicht sich selbst, sondern einen steilen felsigen Berghang, der voll goldener und silberner Zapfen hing…
Helene zuckte unmerklich zusammen. Dann aber lächelte sie und reichte ihm die Hand. "Ich bin mit meinem kleinen Triumphe ganz zufrieden, und nun lassen Sie mich gehen. Auf Wiedersehen will ich Ihnen nicht sagen, denn Ihre Sympathie für mich ist nun wohl vorbei. Leben Sie wohl." Sie nahm Hut und Schleier vom Klavier. "Und nun bedenken Sie nur", setzte sie fort, während sie die Nadel durch den Hut steckte, "wenn Sie mich nun liebten! Wenn wir voneinander Abschied nehmen müssten, auf immer vielleicht? So scheiden wir lächelnd, und das ist eigentlich viel schöner." Arthur Schnitzler wurde am 15. Mai 1862 in Wien geboren, starb am 21. Oktober 1931 ebenda. Epiker und Dramatiker; stammte aus großbürgerlichem jüdischen Elternhaus, studierte Medizin und interessierte sich schon früh für Psychologie. Ab 1890 gehörte Schnitzler dem Literatenzirkel um Hermann Bahr an. 1895 wurde er mit der Burgtheateraufführung von "Liebelei" einem breiten Publikum bekannt. Der ab 1888 entstandene Einakterzyklus um die dekadente Gestalt des Anatol prägte das Schnitzler-Bild sehr stark. Aufgrund seiner kompromisslosen Darstellung war Schnitzler immer wieder heftigen Angriffen ausgesetzt. Die Erzählung "Leutnant Gustl" (1900), bahnbrechend durch die Verwendung des inneren Monologs, zog für Schnitzler den Verlust des Offiziersrangs nach sich. Das Drama "Professor Bernhardi" (entstanden 1912) konnte aus Zensurgründen bis 1918 nicht aufgeführt werden. Mit "Der grüne Kakadu" (1899) brachte Schnitzler die Hofkreise gegen sich auf, und sein "Reigen", 1900 "als unverkäufliches Manuskript" auf eigene Kosten in 200 Exemplaren gedruckt, verursachte im Jahr nach der Uraufführung 1920 einen Skandal; daraufhin verbot Schnitzler weitere Aufführungen. Im 1. Weltkrieg stimmte Schnitzler niemals in die Kriegsbegeisterung ein. In der 1. Republik galt er zu Unrecht als "Dichter einer versunkenen Welt" und Schilderer des "süßen Mädels".
Warten auf Angie: Viele Leute in der Szene reden von Adolf Hitler. Dabei haben sie gar keine Ahnung von ihm. Zum Beispiel weiß kaum jemand von denen, wann Hitlers Freundin Eva Braun geboren wurde. Ich schätze, sie müsste jetzt 75 oder 80 Jahre alt sein. Genau weiß ich es selbst nicht. Für mich spielt das auch keine große Rolle. Ich bin ein Gabba, Technoszene. "Gabba" steht für "freundschaftlich neutral", und das bin ich eigentlich auch. Angies Liebe zu sich selbst: Ich konnte heute an keinem einzigen Laden vorbeigehen, ohne im Schaufenster nach meinem Spiegelbild Ausschau zu halten. Normalerweise will ich nicht eitel wirken, aber heute habe ich mich vor den Glasscheiben gedreht wie vor richtigen Siegeln. Ich habe auf offener Straße die Arme in die Hüften gestemmt und stolz den Kopf in den Nacken geworfen.
In dem kleinen Gebirgsdorf Gaal bei Judenburg hauste einmal ein armer Holzhauer, der nichts besaß außer einer kleinen Holzhütte, die sehr ärmlich eingerichtet war. Sein Sinn stand nach Geld und Gut und eigenem Besitz.
Es war einmal ein Schneemann, der stand mitten im tiefverschneiten Walde und war ganz aus Schnee. Er hatte keine Beine und Augen aus Kohle und sonst nichts, und das ist wenig. Aber dafür war er kalt, furchtbar kalt. Das sagte auch der alte griesgrämige Eiszapfen von ihm, der in der Nähe hing und noch viel kälter war. "Sie sind kalt!" sagte er vorwurfsvoll zum Schneemann. Der war gekränkt. "Sie sind ja auch kalt", antwortete er.
Es gibt riesig viele Frauen, die sogenannte gute Hausfrauen, Hauswirtinen sind. Peter Altenberg, eigentlich Richard Engländer, war ein österreichischer Schriftsteller. Sein Pseudonym wählte er nach dem Rufnamen "Peter" seiner Jugendliebe Berta Lecher, die in Altenberg an der Donau (heute Ortsteil der Gemeinde St. Andrä-Wördern) wohnte.