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Audio Media Digital Die sieben Raben A1069411032
Ein Mann hatte sieben Söhne und immer noch kein Töchterchen, so sehr er sich's auch wünschte; endlich gab ihm seine Frau wieder gute Hoffnung zu einem Kinde, und wie es zur Welt kam, war es auch ein Mädchen. Die Freude war groß, aber das Kind war schmächtig und klein, und sollte wegen seiner Schwachheit die Nottaufe haben.
Audio Media Digital Spitzbuben und Sternschnuppen A1068578911
Eine Karambolage in der Tiefgarage eines Spitals, eine Rauferei beim Heurigen oder ein gekentertes Elektroboot am Wörthersee – manchmal fangen die Dinge ungewöhnlich an, aber am Ende ist es doch immer Liebe: Barbara Karlich hat wahre Liebesgeschichten aus Österreich gesammelt, die sie mit einem Augenzwinkern erzählt. Dabei gewährt die ORF-Starmoderatorin amüsante Einblicke in ihr eigenes Liebesleben mit dem neun Jahre jüngeren Roland Hofbauer. Außerdem gibt sie zwanzig Tipps für eine perfekte Liebesbeziehung, "damit Sie sich Fehltritte ersparen, wie meine erste Ehe einer war".
Märchen vom Fischer und dem Fischlein Lebte einst mit der Alten ein Alter am Ufer des blauen Meeres; eine Erdhütte war ihre Wohnung, drin sie dreiunddreißig Jahre hausten. Mit dem Sacknetz fing Fisch der Alte, die Alte saß spinnend am Spinnrad. Märchen von der toten Zarentochter und den sieben Recken Von der Zarin nahm der Zar Abschied; lang die Reise war. Und die Zarin klagte sehr, harrt des Zaren Wiederkehr, sitzt am Fenster früh und spät und hinaus ins Weite späht; schmerzt vom Sehn ihr das Gesicht, und der Zar kommt immer nicht! Märchen vom Zaren Saltan Saßen spät drei junge Mädchen, schnurrend ging ihr Spinnerädchen, redet eine von den drein: »Ach, könnt ich doch Zarin sein! Für die ganze weite Welt hätt ich selbst ein Fest bestellt!« Sprach die zweite von den drein: »Schwester, könnt ich Zarin sein, aller Welt mit eigner Hand webt ich feine Leinewand!«
Es war einmal ein Soldat, der hatte dem König lange Jahre treu gedient. Als aber der Krieg zu Ende war und der Soldat, der vielen Wunden wegen, die er empfangen hatte, nicht weiter dienen konnte, sprach der König zu ihm: "Du kannst heim gehen, ich brauche dich nicht mehr. Geld bekommst du weiter nicht, denn Lohn erhält nur der, welcher mir Dienste dafür leistet". Da wusste der Soldat nicht, womit er sein Leben fristen sollte. Er ging voll Sorgen fort und ging den ganzen Tag, bis er abends in einen Wald kam.
Es war einmal ein Soldat, der hatte dem König lange Jahre treu gedient. Als aber der Krieg zu Ende war und der Soldat, der vielen Wunden wegen, die er empfangen hatte, nicht weiter dienen konnte, sprach der König zu ihm: "Du kannst heim gehen, ich brauche dich nicht mehr. Geld bekommst du weiter nicht, denn Lohn erhält nur der, welcher mir Dienste dafür leistet". Da wusste der Soldat nicht, womit er sein Leben fristen sollte. Er ging voll Sorgen fort und ging den ganzen Tag, bis er abends in einen Wald kam.
Darf der Deutsche in diesem Augenblick, wo er ruhmlos aus seinem tränenvollen Kriege geht, wo zwei übermütige Völker ihren Fuß auf seinen Nacken setzen, und der Sieger sein Geschick bestimmt - darf er sich fühlen? Darf er sich seines Namens rühmen und freuen? Darf er sein Haupt erheben und mit Selbstgefühl auftreten in der Völker Reihe?
Audio Media Digital Die vier Temperamente A1069212734
Fritz Stüber-Gunther (1872-1922) war ein österreichischer Schriftsteller. Unter den zahlreichen Eiligen die spät am Abend in Mauer die letzten 316er verlassen um sich im letzen 60er einen Platz zu sichern ist auch ein Minder-Eiliger, ein kleiner Mann mit rundem Bauch, rundem Gesicht, runden Augen und rundem Hut... Eine kuriose Wiener Geschichte die Jung und Alt zum Schmunzeln bringt.
Audio Media Digital Das verzauberte Paris A1069399597
Im August ist Paris die zweithässlichste Stadt der Welt: staubig, heiß, stickig, grau und reizlos. Auf den Boulevards kann man manchmal auch einen Franzosen sehen – der ist dann aus Algier und sieht auch so aus. Die Original-Franzosen sind in Trou-sur-Mer und werden dort mit Flintenschüssen empfangen. ›Nepp‹ heißt: le coup de fusil – es gibt in Paris an der Kirche Saint-Philippe-du-Roule ein Restaurant, das gleich schießt. Und in diesem Sommer hats immerzu geregnet, immerzu, und dazwischen war es heiß, und hochmütig sahen die gerippten Flächen der geschlossenen Fensterläden auf uns herunter, die wir im Staube krochen ... Auf einmal war alles ganz anders.
Audio Media Digital Der Rat der Ratten A1069399598
Die Mäuse in der Stadt liebten die Scheune des Bäckermeisters Semmelreich sehr, denn dort fanden sie Körner, Mehl und Zucker in Hülle und Fülle. Auch war die Backstube nicht weit von der Scheune entfernt, und die fleißigen Mäuschen hatten sich so manchen Zugang zu diesem verlockenden Raum genagt.
Pegasus, du alter Renner, Trag mich mal nach Afrika, Alldieweil so schwarze Männer Und so bunte Vögel da. Kleider sind da wenig Sitte; Höchstens trägt man einen Hut, Auch wohl einen Schurz der Mitte; Man ist schwarz und damit gut.
"Es ist eine lange Geschichte", sagte das Mädchen weiter, "aber die Nächte sind jetzt auch schon lang, und es ist gut, wir erhalten uns munter wegen der Straßenräuber, die hier an der Grenze von Wallis noch immer ihr Wesen treiben. Närrisch ist's, dass der Knabe schon als Kind der kleine König genannt worden ist." - "Ich bin auch der kleine König", unterbrach sie der Knabe, der auf ihrem Schoße saß, und sie beschwichtigte ihn mit einer Birne. - Dann fuhr sie fort: "Er war der Liebling aller Leute, so stolz und zierlich ging er einher, und eine seltene Schönheit verband sich in ihm mit großer Gutmütigkeit." Carl Joachim Friedrich Ludwig Achim von Arnim, geboren am 26.1.1781 in Berlin; gestorben am 21.1.1831 in Wiepersdorf / Kreis Jüterborg. 1798 studierte er Rechtswissenschaften in Halle, ein Jahr später wechselte er zum Studium der Mathematik nach Göttingen; dort publizierte er einige Arbeiten über physikalische Themen. 1801 bis 1804 unternahm er mit seinem Bruder eine Bildungsreise durch Europa. Ab 1809 lebte er in Berlin; 1814 siedelte die Familie nach Wiepersdorf über.
Die tragische Geschichte des Kosakenhauptmanns Taras Bulba entführt uns in die Kriegswehen Russlands im sechzehnten Jahrhundert. In der Familie Taras, der einen Sohn tötet, um sein Volk zu retten und die Hinrichtung des anderen nicht verhindern kann, vollzieht sich jener Zyklus, der seit Menschengedenken das Leben bestimmt: Geburt und Liebe, Tod und Trauer.
Audio Media Digital Brüderchen und Schwesterchen A1069411645
Brüderchen nahm sein Schwesterchen an der Hand und sprach: "Seit die Mutter tot ist, haben wir keine gute Stunde mehr; die Stiefmutter schlägt uns alle Tage und stößt uns mit den Füßen fort. Die harten Brotkrusten, die übrig bleiben, sind unsere Speise, und dem Hündchen unter dem Tisch geht's besser, dem wirft sie doch manchmal einen guten Bissen zu. Dass Gott erbarm, wenn das unsere Mutter wüsste! Komm, wir wollen miteinander in die weite Welt gehen."
Audio Media Digital Das verräterische Herz A1068583114
Es ist wahr! Nervös, schrecklich nervös war ich und bin ich noch; aber weshalb soll ich wahnsinnig sein? Mein Übel hatte meine Sinne nur geschärft, nicht zerstört oder abgestumpft. Vor allem war mein Gehörsinn außerordentlich empfindlich geworden. Ich hörte alle Dinge, die im Himmel und auf der Erde vor sich gingen, und auch vieles, was in der Hölle geschah.
Es war einmal ein Müller, der führte mit seiner Frau ein vergnügtes Leben. Sie hatten Geld und Gut, und ihr Wohlstand nahm von Jahr zu Jahr noch zu. Aber Unglück kommt über Nacht: wie ihr Reichtum gewachsen war, so schwand er von Jahr zu Jahr wieder hin, und zuletzt konnte der Müller kaum noch die Mühle, in der er saß, sein Eigentum nennen. Er war voll Kummer, und wenn er sich nach der Arbeit des Tages niederlegte, so fand er keine Ruhe, sondern wälzte sich voll Sorgen in seinem Bett.
Das Antiquitätengeschäft verkauft auch Postkarten und Marken. Heute ist Sonntag, alle anderen Geschäfte sind geschlossen. Ich blicke durch die Glasscheibe, das interessanteste Stück ist die Verkäuferin.
Audio Media Digital Der Brand von Egliswyl A1068429470
"Die Amrain-Susanne", begann der Sträfling, "das war eine! Der hatte es der Herrgott an nichts fehlen lassen, weder außen noch innen. An der hätte jeder, der Mensch ist, seine Freude gehabt." Frank Wedekind (* 24. Juli 1864 in Hannover; † 9. März 1918 in München; eigentlich Benjamin Franklin Wedekind) war ein deutscher Schriftsteller und Schauspieler. Wedekind, der der Familie Wedekind zur Horst angehört, wuchs ab 1872 in Lenzburg in der Schweiz auf. Sein Vater, der pensionierte Gynäkologe Dr. med. Friedrich Wilhelm Wedekind, war aus Opposition gegen das neu gegründete preußisch-deutsche Reich mit seiner Familie dorthin emigriert. Schon nach der gescheiterten Märzrevolution 1848/49 war er zunächst nach San Francisco ausgewandert (wo er Emilie Kammerer, die Tochter des Erfinders der Streichhölzer Friedrich Kammerer, heiratete), 1864 aber nach Deutschland zurückgekehrt. Er kaufte das Schloss Lenzburg, und sein Sohn Frank verbrachte dort seine Jugendzeit. Seit Herbst 1872 ging Frank in die Lenzburger Gemeindeknabenschule, die dortige Bezirksschule. 1879 wechselte er auf die Kantonsschule in Aarau. Hier gründete er den Dichterbund Senatus Poeticus zusammen mit W. Laué, A. Vögtlin und O. Schibler. Für seine Schwester Emilie entstand das Kinderepos Der Hänseken, mit Zeichnungen des Bruders Armin (EA 1896). Nach Abschluss der Schule und einem abgebrochenem Jurastudium arbeitete Frank Wedekind unter anderem als Journalist, Chef der Werbeabteilung bei Maggi und Sekretär. 1889 siedelte er nach München über, wo er ab 1896 die Zeitschrift Simplicissimus mitbegründete, in der er auch unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte. Wegen "Majestätsbeleidigung" in dieser Zeitschrift wurde er 1899 verurteilt und verbrachte sechs Monate in Festungshaft. 1901/02 wirkte er im Münchner Kabarett Die Elf Scharfrichter mit, dort sang er nach eigenen Kompositionen seine Lieder zur Gitarre. Wedekind trat auch als Schauspieler in eigenen Stücken auf. Er schrieb gegen das Bürgertum und dessen Scheinmoral. Mit der Schauspielerin Tilly Newes hatte Wedekind zwei Töchter, Pamela und Kadidja. Grabstelle Waldfriedhof Solln, München. Seine Dramen Erdgeist und Die Büchse der Pandora dienten als Vorlage für die Oper Lulu von Alban Berg und dem Stummfilm Die Büchse der Pandora von Georg Wilhelm Pabst (Deutschland, 1929).
Audio Media Digital Aus heiterem Himmel A1069209102
Obwohl keine einzige Wolke am Himmel stand, riss ein Blitz einen erwachsenen Mann von seinem Mountainbike und tötete ihn. Das haben sie gerade im Fernsehen gebracht. Wetterforscher behaupten, dass der Blitz von einem Gewitter kam, das siebzehn Kilometer südwestlich des Unfallortes hinter einer Hügelkette niederging.
Audio Media Digital Das Bergmännchen von Eisenstadt A1069031213
Das Bergmännchen von Eisenstadt: Der Burgstallberg bei Eisenstadt birgt manche Geheimnisse in sich. Verzauberte Ritter und Edelfrauen treiben nachts auf dem Berg ihr Wesen. Ein Schatz soll auf seiner Kuppe vergraben sein, der von einem Bergmännchen bewacht wird.
Audio Media Digital Von gemütlichen Leuten A1068578563
Das Fürchterlichste, was ich als Wiener von der sogenannten Wiener Gemütlichkeit kenne, ist die verteufelte Manier so vieler Leute, mit jedem beliebigen, ihnen fremden Menschen, sofort ein Gespräch zu beginnen… Eine kuriose Wiener Geschichte die Jung und Alt zum Schmunzeln bringt.