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Audio Media Digital Die getupften Teufelchen A1069228068
Es waren einmal sieben kleine Teufelchen, eines kleiner als das andere, und das kleinste war so klein, dass man es nur durch ein Vergrößerungsglas sehen konnte – mit bloßem Auge überhaupt nicht. Es versteht sich von selbst, dass die sieben kleinen Teufelchen in der Hölle wohnten und alle sieben ganz schwarz waren. Nun ist es für ein kleines Teufelchen ja nicht gerade schlimm, sondern eigentlich ganz verständlich, dass es in der Hölle wohnt, aber so überaus erfreulich, wie sich manche das vielleicht denken werden, ist es auch nicht.
Audio Media Digital Sing mir ein Seemannslied A1068578559
Sie steht am Treppenabsatz und wartet auf ihn. Er kommt ihr langsam nach, ihr schwarze Laptoptasche und seine Sporttasche in der Hand. Es ist links, sagt sie, zweiunddreißig. Sie öffnet die Tür, nimmt ihm die Laptoptasche ab und stellt sie auf den Tisch. Sie sucht eine Steckdose, klappt den Laptop auf, schaltet ihn ein.
Der schwarze Hase: An das alte Rauchbauernhäusl, Heilham Nr. 4, das, bereits halb verfallen, schließlich durch Blitzschlag niederbrannte, erinnert noch die Geschichte vom schwarzen Hasen. - Im Herbst wurde dort einmal gedroschen. Bauer und Bäuerin, Knecht und Dirn vertrieben sich in den Ruhepausen der schweren Arbeit die Zeit mit allerlei Scherzen.
Audio Media Digital Der Eber von Kremsmünster A1069049657
Zu jener Zeit weilte einmal Herzog Thassilo, der letzte Beherrscher des Bayemlandes, zu dem auch ein größerer Teil des gewesenen Noricums gehörte, in der von Bayern besiedelten Ortschaft Lorch. Gunther, der Sohn Thassilos, vergnügte sich mit seinen Jagdgefährten in der wildreichen Gegend des heutigen Kremsmünster mit der Jagd. Der Jüngling, von seinem treuen Jagdhund begleitet, stieß im Verlauf der Jagd auf einen gewaltigen Eber, den er mit Eifer durch den ausgedehnten, dunklen Wald verfolgte, wobei er sich von seinen Jagdgefährten verlor.
Fußball oder Leben? Die Philosophie der Ballesterer Eine Alltagsfibel von Leidenden für Leidende. Im Mittelpunkt steht jemand, der eigentlich immer im Vordergrund stehen sollte - der Fan. Fußballfan zu sein, ist in erster Linie die unaufhörliche Leidensgeschichte persönlicher Rückschläge. Es ist eine Tatsache, dass jener Verein, auf den man Woche für Woche besonderes Augenmerk legt, schlechter spielt, schlechter geführt wird und überhaupt weniger erfolgreich ist als jeder andere Verein derselben Liga oder Qualifikationsgruppe. So alt wie der Fußball selbst ist das krampfhafte Bemühen der so genannten Fachkundigen, die armen Spieler in einzelne Kategorien zu pressen und ihnen Klischees zu verpassen, von denen sie ihre ganze Laufbahn lang nicht mehr loskommen. In sträflicher Art und Weise wurde es bisher verabsäumt, eine nähere Bestimmung der verschiedenen Arten von Fußballfans vorzunehmen. Inhalt: Beruf Fußballfan Typologie des Fußballfans Diagnose Fußballfan Ziagts den Bayern Der Brötchengeber Schade Schade Sex und Fußball Schiedsrichter Fußballfanfrau Neid und Co. Der Halle Rache Es ist der Erfolg Jäger und Sammler Pong Schaumbecher La Mano de Dios Begriffsalmanach A-C Begriffsalmanach D-G Begriffsalmanach H-P Begriffsalmanach R-T(or) Begriffsalmanach T(ormann)-Z
Viele Leute in der Szene reden von Adolf Hitler. Dabei haben sie gar keine Ahnung von ihm. Zum Beispiel weiß kaum jemand von denen, wann Hitlers Freundin Eva Braun geboren wurde. Ich schätze, sie müsste jetzt 75 oder 80 Jahre alt sein. Genau weiß ich es selbst nicht. Für mich spielt das auch keine große Rolle. Ich bin ein Gabba, Technoszene. "Gabba" steht für "freundschaftlich neutral", und das bin ich eigentlich auch.
Audio Media Digital Es begann mit Chatten A1069204537
Irgendwie hatte sie es mir angetan. Lilith! War es das Dämonische, das sich mit dem Namen verbindet? Waren es die flotten Sprüche, mit denen das Mädchen (die Frau?) im Chat-room irrlichterte. Die beißenden, mit denen sie primitiver Anmacherei Abfuhr erteilte? Wie gerne wäre ich mit ihr ins Plaudern gekommen. Doch die vielen Co-Chatter. Deren Routine, Schlagfertigkeit, Witz. Das Chaos von Fragmentsätzen, hingerotzten Worten und rätselhaften Buchstaben-Ziffern-Satzzeichen-Verknüpfungen. Wie das als unbeholfener Einsteiger durchschauen? Vor allem wie Aufmerksamkeit erwecken. Sie einnehmen für mich? – Da, aufeinmal...
Audio Media Digital Das Beste von Joachim Ringelnatz A1069209105
"Ich bin eine alte Kommode. Oft mit Tinte oder Rotwein begossen, manchmal mit Fußtritten geschlossen. Der wird kichern, der nach meinem Tode mein Geheimfach entdeckt." Wer vom ganzen Ringelnatz aus jeder Schublade ein Ringelnätzchen kennen lernen möchte, sollte hier zugreifen. Joachim Ringelnatz (1883–1934) zählt auch heute zu den meistgelesenen Lyrikern auf dem Buchmarkt, ist freilich auch in Fachkreisen nur noch als komisch-kauziger Dichter bekannt. Den "Bumerang" etwa kennt fast jedermann. Der umfangreiche ernsthafte Teil seines literarischen Werks ist hingegen schon in den 30er Jahren aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden, nachdem diese Texte von den Nationalsozialisten bei den Bücherverbrennungen ins Feuer geworfen worden sind.
Audio Media Digital Knorzel, der Baumstumpf A1068908983
Hallo Knorzel! Ich wünsche dir ein fröhliches und glückliches Jahr!", rief der Frühling."Schönen warmen Dank!", sagte Knorzel."Hast du einen besonderen Wunsch, Knorzel?""O ja! Wenn du irgendwo im Wald einen heimatlosen Wanderer siehst, dann sage ihm, dass ich hier ein großes Gasthaus eröffnen werde!""Wird gemacht, Knorzel! Was kostet denn die Übernachtung bei dir?""Nichts, gar nichts! Alles umsonst.""Wunderbar, Knorzel! So ein Wirtshaus lässt sich leicht weiterempfehlen und wird keinen Mangel an Besuchern haben.
Zur Zeit als es über mich kam, das märchenhafte Geschehen, studierte ich noch. An der Medizinischen Fakultät der Wiener Universität. Ich stand im vierten Semester. Und wohnte bei meinen Eltern. In der Herminengasse in Kritzendorf.
"Du hast nicht meine Haut, sondern meine auf dich gerichteten Augen verkauft" Die um vier Jahre jüngere Wally Neuzil und Egon Schiele waren ab 1911 ein Liebespaar. Sie wurde sein wichtigstes Modell. Vier Jahre später heiratete er Edith Harms.
Es gibt keine Drachen. Oder doch? Zumindest in diesem Buch gibt es noch zwei: den vorletzten und den letzten Drachen. Sie heißen Georg und Martin. Und sie haben im Laufe der Jahrhunderte ziemlich alles verlernt, was Drachen eigentlich können müssten. Nicht einmal fliegen können sie mehr. Dabei würde es auch bestimmt bleiben, wenn sie nicht Franziska und ihren Bruder Schurli kennen lernen würden. "Der Drache Martin" wurde in 17 Sprachen übersetzt!
Audio Media Digital Schneeweißchen und Rosenrot A1069411893
Eine arme Witwe, die lebte einsam in einem Hüttchen, und vor dem Hüttchen war ein Garten, darin standen zwei Rosenbäumchen, davon trug das eine weiße, das andere rote Rosen; und sie hatte zwei Kinder, die glichen den beiden Rosenbäumchen, und das eine hieß Schneeweißchen, das andere Rosenrot. Sie waren aber so fromm und gut, so arbeitsam und unverdrossen, als je zwei Kinder auf der Welt gewesen sind.
"Dreimal Anna" ist eine Erzählung von Nadja Bucher die auf Basis eines Gesprächs mit Karl Enne (geboren 1910) beruht. Ich erkannte Anna sofort wieder. Schon beim Eintreten in das Restaurant in Wien Hernals sah ich sie alleine an einem Tisch sitzen. Sie war noch so hübsch wie damals, nur fünfzehn Jahre älter. Auch bei ihr hatte der Zweite Weltkrieg Spuren hinterlassen. Sie war kein Mädchen mehr, sondern eine schöne, fünfunddreißigjährige Frau.
"...und schließlich einen Weg findet..." Die Begegnung fand an diesem Bahnhof statt, von dessen Existenz jeder weiß, den aber niemand genau beschreiben kann. Bis auf die Tatsache, dass es weder die obligatorische Bahnhofsuhr noch die Tafel mit den Ankunfts- und Abfahrzeiten gibt und keinen Verweis auf Bahnsteige, Wirtschaften, Kioskstraßen, nur auf verschiedene Vortragssäle, bleibt das Bild der unergründlich großen Wartehallen diffus. Über die Wartenden, vom Neugeborenen bis zum Greis, sagt man, dass ihr Erscheinen mit unterschiedlichsten Konturen gezeichnet ist. Manche tragen einen Schein, andere dünne oder dicke Konturen, es gibt fast durchsichtige und bunt ausgemalte, amorphe und wie aus Stein gehauene. Dazwischen bewegen sich Herrschaften mit weisen Mänteln, Notizbüchern und nie zu Ende geschriebenen Stiften. Eine Art Kontrolleure aus einem Statistik- oder Meinungsforschungsinstitut. Es ist ferner bekannt, dass manche Aufzeichnungen der Kontrolleure, aus welchen Gründen auch immer, nicht den vorbestimmten Kontor erreichen, sondern verschlungene Wege nach außen finden.
"Poesie in Blau" ist eine Weihnachtsgeschichte von Johannes Epple die auf Basis eines Gesprächs mit Erwin Krauk beruht. – Es muffelte. Die Wände waren von Schimmel überzogen, und in der Luft lag der Verwesungsgeruch toter Mäuse. Nach einer kurzen Verschnaufpause verstauten die Träger den Proviant zum Schutz vor noch lebendem Ungeziefer in den von der Decke hängenden Netzen. Weihnachten auf dem Meer wird sicher aufregend – oder?
In einem Himmel, in dem sich die Wolken wie nackte Frauen auf einem durch sanfte Sandstrahlung erblassten Rubens-Bild ringeln, läutet das Telefon. Eine Stimme: "Es ist Endsommer 1995, und ich schlafe noch. Was wollt ihr schon wieder?"
Audio Media Digital Die verrückte Maria A1068869212
"Die verrückte Maria" ist eine Weihnachtsgeschichte von Johannes Epple die auf Basis eines Gesprächs mit Charles Wey beruht. – Nach einem zehnstündigen Flug von New York über Frankfurt nach Wien waren wir todmüde. Meine Schwester Christie und ich verbrachten unseren Weihnachtsurlaub in Europa, sie den von ihren Kindern und ich den von meinem Marketingjob. München und Paris stehen noch auf der Liste aber ich sollte nach der Reihe erzählen.
Audio Media Digital Der heilige Kreuzberg A1068399927
Der himmelanragende Hochgipfel der Rhön, das stolze, weit genannte Riesenhaupt dieses Gebirges ist der heilige Kreuzberg; er wird der Ursitz des Lichtes der Christus-Lehre genannt, dessen Strahlen von ihm aus über das alte Frankenland sich verbreiteten. Eine fromme Sage lässt den heiligen Kilian mit seinen beiden Gefährten Kolonat und Totnan zuerst diese Gefilde betreten, den heidnischen Kult verdrängen und vernichten, und das Symbol des christlichen Glaubens, ein Kreuz, auf den damals unwirtlichen Gipfel aufpflanzen. Ludwig Bechstein (* 24. November 1801 in Weimar; † 14. Mai 1860 in Meiningen) war ein deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker. Er ist heute vor allem durch die von ihm herausgegebene Sammlung deutscher Volksmärchen bekannt.
Audio Media Digital Die Errettung Fatmes A1068832250
Mein Bruder Mustapha und meine Schwester Fatme waren beinahe im gleichen Alter; er war höchstens zwei Jahre älter. Sie liebten einander innig und versuchten vereint alles, was unserem kränklichen Vater die Last seines Alters erleichtern konnte. An Fatmes sechzehntem Geburtstag veranstaltete der Bruder ein Fest. Er ließ alle ihre Gespielinnen einladen, setzte ihnen in dem Garten des Vaters ausgesuchte Speisen vor, und als es Abend wurde, lud er sie ein, auf einer Barke, die er gemietet und festlich geschmückt hatte, ein wenig hinaus auf die See zu fahren. Fatme und ihre Gespielinnen willigten mit Freuden ein; denn der Abend war schön, und die Stadt gewährte besonders abends, vom Meer aus betrachtet, einen herrlichen Anblick.